{"id":742975,"date":"2026-01-24T10:10:11","date_gmt":"2026-01-24T10:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742975\/"},"modified":"2026-01-24T10:10:11","modified_gmt":"2026-01-24T10:10:11","slug":"maischberger-werden-sie-nicht-affig-sagt-chrupalla-zu-heil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742975\/","title":{"rendered":"Maischberger: \u201eWerden Sie nicht affig\u201c, sagt Chrupalla zu Heil"},"content":{"rendered":"<p>Bei \u201eMaischberger\u201c geraten AfD-Chef Tino Chrupalla und Hubertus Heil aneinander. Heil, Sozialdemokrat und Transatlantiker, verurteilt den US-Anspruch auf Gr\u00f6nland scharf. Chrupalla scheint seinen au\u00dfenpolitischen Kurs noch zu suchen. Dann wird es hitzig.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein Schlagabtausch zwischen SPD und AfD: In der Sendung von Sandra Maischberger am Mittwochabend ging es einmal mehr um US-Pr\u00e4sident Donald Trump, Gr\u00f6nland und Europas Rolle zwischen Abh\u00e4ngigkeit und Abgrenzung \u2013 und um die Frage, wer hier eigentlich wessen Interessen vertritt.<\/p>\n<p>Im Studio trafen mit Ex-SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil, inzwischen Au\u00dfenpolitiker, und AfD-Chef Tino Chrupalla au\u00dfenpolitisch zwei Weltbilder aufeinander. Der Transatlantiker Heil zeichnete nach, wie sich Europa und die USA entfremdeten \u201eWir k\u00f6nnen uns auf diese Freundschaft auf Regierungsebene nicht mehr verlassen.\u201c Europa m\u00fcsse unabh\u00e4ngiger werden, neue B\u00fcndnisse suchen \u2013 ein \u201eWeckruf\u201c, wie er es nannte.<\/p>\n<p>Chrupalla wiederum schien seine Position bei \u201eMaischberger\u201c noch zu suchen. Eigentlich ist er ein Vertreter des russlandfreundlichen Fl\u00fcgels der AfD; er hatte im Ukraine-Krieg wiederholt f\u00fcr Zugest\u00e4ndnisse an Moskau pl\u00e4diert. Zugleich steht er inzwischen unter Druck, weil Teile der AfD au\u00dfenpolitisch st\u00e4rker auf Trump setzen, dessen Kurs offen unterst\u00fctzen und mit Wahlkampfhilfe belohnt werden.<\/p>\n<p>So zeigte auch Chrupalla grunds\u00e4tzliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Trumps Politik des St\u00e4rkeren. \u201eDas ist die Form der Au\u00dfenpolitik, die wir erleben\u201c, sagte der AfD-Chef. \u201eDas haben wir in Gr\u00f6nland erlebt. Wir wissen auch, was die Gr\u00fcnde sind\u201c, so Chrupalla und verwies auf den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256146558\/USA-Trump-stellt-seinen-Raketenabwehrschirm-Golden-Dome-vor.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256146558\/USA-Trump-stellt-seinen-Raketenabwehrschirm-Golden-Dome-vor.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Raketenabwehrschirm Golden Dome<\/a> und eine Kontrolle des Nordatlantiks durch die Amerikaner. \u201eDiese Interessen m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden.\u201c Auch Deutschland und Europa m\u00fcssten ihre Interessen in den Raum werfen. \u201eDie Deutschen Interessen sind nicht deckungsgleich mit den amerikanischen, das haben wir immer gesagt\u201c, sagte Chrupalla.<\/p>\n<p>Hubertus Heil reagierte auf die Ausf\u00fchrung des AfD-Politikers zunehmend ungehalten. \u201eIch kann mich nur fragen, wie Sie sich Patriot nennen k\u00f6nnen\u201c, sagte er und warf Chrupalla vor, sich einer klaren Position zum Thema Gr\u00f6nland zu verweigern. Trumps Vorgehen sei eine \u201eversuchte Erpressung\u201c, Europa d\u00fcrfe sich dem nicht beugen. \u201eWir d\u00fcrfen uns nicht kleinmachen, wir d\u00fcrfen nicht hinterherschleimen\u201c, sagte Heil. Man werde zwar weiter mit den USA sprechen m\u00fcssen, \u201eaber wir werden als Europ\u00e4er rote Linien aufzeigen m\u00fcssen, um uns zu wehren.\u201c<\/p>\n<p>Erst auf Nachfrage der Moderatorin \u00e4u\u00dferte sich Chrupalla klar zu Gr\u00f6nland. \u201eNat\u00fcrlich geh\u00f6rt es zu Europa, geh\u00f6rt es zu D\u00e4nemark\u201c, sagte er. Als die Moderatorin den AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah und dessen Positionen ansprach, reagierte Chrupalla demonstrativ distanziert: \u201eWer ist jetzt Herr Krah?\u201c<\/p>\n<p>Bei der Bewertung der Trump-Politik blieb Chrupalla bei seinem verst\u00e4ndnisvollen Kurs. \u201eIch w\u00fcrde nicht von Aggressor sprechen\u201c, sagte er, als die Moderatorin erneut auf den US-Pr\u00e4sidenten zu sprechen kam, und nannte dessen Vorgehen einen \u201egew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Umgang\u201c. Maischberger dr\u00e4ngte auf eine klare Einordnung: \u201eIst er ein Imperialist oder nicht?\u201c Chrupalla wich aus, verwies stattdessen auf andere Konflikte und sagte mit Blick auf Venezuela: \u201eIch halte das f\u00fcr kritisch.\u201c Die Frage nach Trumps Gebietsanspr\u00fcchen lie\u00df er weiter unbeantwortet. Stattdessen relativierte er: \u201eImperialist, Kriegsverbrecher \u2013 das sind doch auch alles Titulierungen, die man trifft.\u201c<\/p>\n<p>Chrupalla: \u201eWir werden akzeptieren m\u00fcssen, dass die Krim zu Russland geh\u00f6rt\u201c<\/p>\n<p>Als es um die Ukraine ging, wurde der Ton wieder sch\u00e4rfer. Chrupalla erkl\u00e4rte: \u201eWir werden akzeptieren m\u00fcssen, dass die Krim zu Russland geh\u00f6rt, ob uns das gef\u00e4llt oder nicht.\u201c Auf den Hinweis Maischbergers, dass er in einem Interview auch von m\u00f6glichen Kompromissen gesprochen habe, r\u00e4umte Chrupalla ein, es l\u00e4gen auch \u201eTeile, die noch nicht erobert sind\u201c, auf dem Tisch. Auch z\u00e4hlte er Verzicht der Ukraine auf einen Eintritt in die Nato dazu.<\/p>\n<p>Heil reagierte emp\u00f6rt. Das seien \u201eKreml-Punkte\u201c, urteilte er. \u201eSie sind das trojanische Pferd in Deutschland\u201c, warf er Chrupalla dann vor und erg\u00e4nzte: \u201eSie sind einer, der T\u00e4ter-Opfer-Umkehr macht.\u201c Chrupalla verteidigte sich: \u201eEs muss um Frieden gehen.\u201c Heil konterte: \u201eFrieden ist nicht nur die Abwesenheit gegenw\u00e4rtiger Gewalt.\u201c<\/p>\n<p>Dann eskalierte das Gespr\u00e4ch endg\u00fcltig, beide fielen sich wiederholt ins Wort. Als Chrupalla sich weigerte, die russischen Luftangriffe auf zivile Ziele in Kiew klar als Kriegsverbrechen zu benennen \u2013 mit dem Verweis \u201eDas m\u00fcssen Gerichte machen\u201c \u2013 hakte Heil nach. Chrupalla sagte schlie\u00dflich: \u201eIch w\u00fcrde schon sagen, dass es ein Verbrechen ist, keine Frage\u201c, vermied aber eine eindeutige Position. \u201eWarum verniedlichen Sie das?\u201c, fragte Heil. Chrupalla reagierte gereizt: \u201eWerden Sie doch jetzt nicht affig.\u201c Er mache \u201egenug f\u00fcr den Frieden\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Heil war das zu wenig. \u201eDer Frieden der Ukraine ist Ihnen schei\u00dfegal\u201c, sagte er in Richtung AfD-Chef und fragte direkt: \u201ePutins Interessen vertreten?\u201c Chrupalla wich wieder aus. Auch bei der Frage, ob er eine Einladung zu Trumps angek\u00fcndigtem \u201eFriedensrat\u201c annehmen w\u00fcrde, blieb er unentschieden. Heil hingegen zog eine klare Grenze: \u201eNein, wir wollen keinen Club der Autorit\u00e4ren.\u201c Europa m\u00fcsse sich verteidigen \u2013 politisch wie moralisch.<\/p>\n<p>Chrupallas Argumentation wirkte nicht wie eine spontan erfolgte Zuspitzung, sondern wie die Fortsetzung einer Linie, die er  j\u00fcngst auch in einem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus69663434d57b0276d945bc88\/chrupalla-kompromiss-kann-fuer-ukraine-schmerzhaft-sein-aber-es-sterben-keine-menschen-mehr.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus69663434d57b0276d945bc88\/chrupalla-kompromiss-kann-fuer-ukraine-schmerzhaft-sein-aber-es-sterben-keine-menschen-mehr.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit der WELT AM SONNTAG<\/a> vertreten hatte. Sein Kurs gegen\u00fcber Trump, das Beharren auf \u201eRealit\u00e4t\u201c und die Forderung nach schmerzhaften Kompromissen in der Ukraine-Frage hatte er dort bereits \u00e4hnlich formuliert. \u201eMaischberger\u201c zeigte an diesem Abend, wie br\u00fcchig Gewissheiten geworden sind und wie verh\u00e4rtet politische Debatten gef\u00fchrt werden, wenn Grundfragen von Loyalit\u00e4t, Verantwortung und Moral aufeinandertreffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei \u201eMaischberger\u201c geraten AfD-Chef Tino Chrupalla und Hubertus Heil aneinander. 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