{"id":743245,"date":"2026-01-24T12:40:19","date_gmt":"2026-01-24T12:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/743245\/"},"modified":"2026-01-24T12:40:19","modified_gmt":"2026-01-24T12:40:19","slug":"die-moewe-in-hamburg-mit-witz-und-ironie-an-den-abgrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/743245\/","title":{"rendered":"&#8222;Die M\u00f6we&#8220; in Hamburg: Mit Witz und Ironie an den Abgrund"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/diemoewe-106.webp.webp\" alt=\"Darsteller auf der B\u00fchne\" title=\"Darsteller auf der B\u00fchne | Lucie Jansch\/Deutsches Schauspielhaus Hamburg\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: &#8222;Die M\u00f6we&#8220; in Hamburg: Mit Witz und Ironie an den Abgrund (4 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 24.01.2026 12:42 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Vor einem Jahr feierte &#8222;Die M\u00f6we&#8220; von Anton Tschechow am Thalia Theater Premiere, jetzt hat Yana Ross das St\u00fcck f\u00fcr das Hamburger Schauspielhaus bearbeitet und dort auf der gro\u00dfen B\u00fchne inszeniert.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/katja-weise,weise130.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katja Weise<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Museum, Wartezimmer &#8211; der runde B\u00fchnenraum mit den holzverkleideten W\u00e4nden scheint W\u00e4rme auszustrahlen, die gro\u00dfe runde \u00d6ffnung in der Decke suggeriert Weite, doch die Blumenk\u00fcbel mit den immergr\u00fcnen Gew\u00e4chsen, das Fehlen jeden Mobiliars erz\u00e4hlen von Unbehaustheit und Verlorensein. Und die Menschen, die sich hier versammelt haben, um der Auff\u00fchrung eines St\u00fcckes von Kostja beizuwohnen, strahlen nur wenig Freude aus.<\/p>\n<blockquote><p>\n        &#8211; Warum tr\u00e4gst Du eigentlich immer schwarz?<br \/>&#8211; Ich trauere um mein Leben. Ich bin ungl\u00fccklich.<\/p>\n<p>                Dialog aus &#8222;Die M\u00f6we&#8220; von Anton Tschechow <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">Mascha ist ungl\u00fccklich verliebt in Kostja, und auch Kostja, der angehende Dramatiker, hat kein Gl\u00fcck in der Liebe. Au\u00dferdem f\u00fchlt er sich von seiner Mutter, einer ber\u00fchmten Schauspielerin, nicht wertgesch\u00e4tzt. F\u00fcr fast alle der hier versammelten Figuren gilt &#8211; wie so oft bei Tschechow: Sie wollen weg, weg in die Stadt und in ein anderes Leben. &#8222;Das war \u00fcberhaupt das gr\u00f6\u00dfte Vergn\u00fcgen, hier wieder wegzufahren&#8220;, sagt einer, der das nicht mehr kann. Er ist zu alt und sitzt im Rollstuhl. Doch Yana Ross setzt von Anfang an auch auf Ironie und Witz.<\/p>\n<p>    Mit spritzigen Dialogen und Tanzelementen<\/p>\n<p class=\"\">Tschechow nennt sein St\u00fcck eine Kom\u00f6die, Ross arbeitet das in ihrer Fassung heraus &#8211; mit heutigen, spritzigen Dialogen, Tanzelementen und kleinen geschickt kommentierenden, musikalischen Einlagen. Gl\u00fccklich ist nicht einmal der vielfach beneidete, ber\u00fchmte Autor Trigorin. Im St\u00fcck sagt er: &#8222;Nein, das macht gar nichts mit mir. Ich will auch \u00fcberhaupt gar nichts mehr. Ich will eigentlich nicht mal reden.&#8220; Und bei Lichte betrachtet, ist Trigorin auch ein ziemlicher Waschlappen.<\/p>\n<p class=\"\">Yana Ross stellt in ihrer Inszenierung keine Figur besonders heraus, hier sind alle wichtig und fast immer pr\u00e4sent. Jede und jeder hat seine Geschichte, seine Tr\u00e4ume, die, wenn nicht mit Worten, dann pantomimisch oder t\u00e4nzerisch dargestellt werden. Gl\u00fcckliche Beziehungen gibt es innerhalb der Gruppe nicht, vor allem zwischen Kostja und seiner Mutter fallen harte Worte.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/macbeth196.webp.webp\" alt=\"Macbeth\" title=\"Macbeth | Lalo Jodlbauer, Lalo Jodlbauer\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg ist eines der gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Sprechtheater im deutschsprachigen Raum.<\/p>\n<p>    Verlorenheit der Figuren wird greifbar<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr einige im Publikum f\u00fchlte sich das St\u00fcck sehr kurzweilig an: &#8222;Am Anfang hatten wir so gedacht: Okay, jetzt ein dreist\u00fcndiges St\u00fcck, das k\u00f6nnte sich schon ziehen. Aber es h\u00e4tte fast keine Pause gebraucht. Es hat sich angef\u00fchlt wie eine halbe Stunde. Man war die ganze Zeit sehr gut entertaint&#8220;, meint ein Zuschauer im Anschluss. Und einer anderen Besucherin hat die Adaption ebenfalls sehr gut gefallen: &#8222;Ich finde, es ist ihnen sehr gut gelungen, es mit Musik und Tanz f\u00fcrs junge Publikum ansprechend zu machen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Auch durch die manchmal krassen Br\u00fcche gelingt es der Regisseurin, die Verlorenheit der Figuren greifbar zu machen. Es gibt Momente, da dehnt sich die Zeit fast ins Unertr\u00e4gliche. Yana Ross ist nah dran an Tschechow und findet zusammen mit dem tollen, fast immer auf den Punkt spielenden Ensemble ihren Ton. Am Ende hat sich die Decke des runden B\u00fchnenraums geschlossen, daf\u00fcr klafft im Boden ein gro\u00dfes Loch. Und es wird Bingo gespielt. Am Rande Abgrunds.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/iconic-102.webp.webp\" alt=\"Darsteller auf einer dunklen B\u00fchne\" title=\"Darsteller auf einer dunklen B\u00fchne | Staatstheater Hannover\/Birgit Hupfeld\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Premiere zeigt die Abgr\u00fcnde hinter den schillernden Fassaden von Lady Di, Sissi und der Prinzessin Sophie Dorothea.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/smila-100.webp.webp\" alt=\"Zwei M\u00e4nner in wei\u00dfen gew\u00e4ndern sitzen auf dem Wal und reden mit einer Frau, die davor steht\" title=\"Zacharias Preen, Christian K\u00e4mpfer und Yvonne Ruprecht | \u00a9 Struck \/ Theater Kiel\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>1992 ist der Roman von Peter H\u00f8eg erschienen, f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurde er verfilmt. Am Sonntag hatte das Theaterst\u00fcck am Kieler Schauspielhaus Premiere. <\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/blinderpassagier-100.webp.webp\" alt=\"Zwei M\u00e4nner sitzen in blaues Licht getaucht vor einem \u00fcbergro\u00dfen Ventilator.\" title=\"Zwei M\u00e4nner sitzen in blaues Licht getaucht vor einem \u00fcbergro\u00dfen Ventilator. | Struck\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am Freitagabend feierte Maria Lazars St\u00fcck um einen Fl\u00fcchtling auf einem Fischkutter Premiere.<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/diemoewe-106.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/diemoewe-106.webp.webp\" alt=\"Darsteller auf der B\u00fchne\" title=\"Darsteller auf der B\u00fchne | Lucie Jansch\/Deutsches Schauspielhaus Hamburg\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>            &#8222;Die M\u00f6we&#8220; in Hamburg: Mit Witz und Ironie an den Abgrund<\/p>\n<p>Nach der Premiere von Tschechows &#8222;Die M\u00f6we&#8220; am Thalia Theater 2025, zieht das St\u00fcck weiter ins Schauspielhaus Hamburg.<\/p>\n<dl class=\"s-100 m-50\">\n<dt>Datum:<\/dt>\n<dd>25.01.2026, 16:00 Uhr<\/dd>\n<dd>07.02.2026, 20:00 Uhr<\/dd>\n<dd>19.02.2026, 20:00 Uhr<\/dd>\n<dt>Ort:<\/dt>\n<dd>\n<p>                            Deutsches Schauspielhaus Hamburg<\/p>\n<p>Kirchenallee 39<\/p>\n<p>20099<\/p>\n<p>Hamburg<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"s-100 m-50\">\n<\/dl>\n<p>            <a class=\"button\" title=\"Laden Sie diese Veranstaltung in die Terminkalender Anwendung ihres Computers\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/calendar\/diemoewe-110\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> In meinen<br \/>\n                Kalender eintragen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: &#8222;Die M\u00f6we&#8220; in Hamburg: Mit Witz und Ironie an den Abgrund (4 Min) Stand: 24.01.2026 12:42 Uhr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":743246,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[29,16119,30,692,5711,94],"class_list":["post-743245","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-deutschland","tag-die-moewe","tag-germany","tag-hamburg","tag-schauspielhaus","tag-theater"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115950127189381682","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=743245"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743245\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/743246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=743245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=743245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=743245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}