{"id":743575,"date":"2026-01-24T15:46:19","date_gmt":"2026-01-24T15:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/743575\/"},"modified":"2026-01-24T15:46:19","modified_gmt":"2026-01-24T15:46:19","slug":"kokain-boom-in-schleswig-holstein-gruende-und-wege-aus-der-sucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/743575\/","title":{"rendered":"Kokain-Boom in Schleswig-Holstein: Gr\u00fcnde und Wege aus der Sucht"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kokain-200.webp.webp\" alt=\"Ein Haufen mit wei\u00dfem Pulver. \" title=\"Ein Haufen mit wei\u00dfem Pulver.  | picture alliance \/ Christian Charisius\/dpa\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Hoher Kokain-Konsum in SH: Ein \u00dcberblick (1 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 24.01.2026 13:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Schleswig-Holstein ist das deutsche Fl\u00e4chenland mit dem h\u00f6chsten diagnostizierten Kokainkonsum. Diesen R\u00fcckschluss lassen Zahlen des Barmer Instituts zu. Beratungsstellen melden eine erh\u00f6hte Nachfrage nach ihren Angeboten.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Ben Armstrong <\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Schnee&#8220;, &#8222;Charley&#8220; oder &#8222;Coke&#8220; &#8211; harmlose Codew\u00f6rter f\u00fcr eine Droge mit zerst\u00f6rerischer Wirkung. Kokain gilt als leistungssteigernd, belebend und euphorisierend. Doch hinter der wei\u00dfen Fassade stehen Abh\u00e4ngigkeit, psychische Erkrankungen und soziale Abst\u00fcrze. Genau deshalb blicken Experten in Schleswig-Holstein mit wachsender Sorge auf die aktuellen Entwicklungen.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kokain-196.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kokain-196.webp.webp\" alt=\"Aufgereihtes Kokain, dar\u00fcber ein aufgerollter Geldschein.\" title=\"Nur in Bremen, Hamburg und Berlin waren mehr Menschen wegen Kokainmissbrauchs in Behandlung.  | picture alliance \/ Geisler-Fotopress, Christoph Hardt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Nur in Bremen, Hamburg und Berlin waren mehr Menschen wegen Kokainmissbrauchs in Behandlung. <\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.bifg.de\/atlas\/kokainmissbrauch\" title=\"Atlas Barmer Kokainmissbrauch \" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine Analyse des Barmer-Instituts zeigt<\/a>: Schleswig-Holstein stand im Jahr 2023 bundesweit an der Spitze der Fl\u00e4chenl\u00e4nder, wenn es um \u00e4rztlich diagnostizierten Kokainmissbrauch geht. Nur in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin wurden anteilig noch mehr Betroffene behandelt. Grundlage der Auswertung sind hochgerechnete Krankenkassendaten. Erfasst sind ausschlie\u00dflich Menschen, die sich wegen ihres Konsums in \u00e4rztlicher Behandlung befinden &#8211; die tats\u00e4chliche Zahl der Konsumierenden k\u00f6nnte laut der Barmer deutlich h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>    In Kiel und L\u00fcbeck wird am meisten gekokst<\/p>\n<p class=\"\">Um Regionen vergleichbar zu machen, arbeitet das Institut nicht mit absoluten Fallzahlen, sondern mit Quoten. Entscheidend ist also nicht, wie viele Menschen insgesamt betroffen sind, sondern wie hoch der Anteil bezogen auf die Bev\u00f6lkerung ist. Am Beispiel <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Kiel-Aktuelle-Nachrichten-News-und-Videos,kiel7262.html\" title=\"Kiel - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kiel<\/a> bedeutet das: Etwa 13 von 10.000 Einwohnern befanden sich 2023 wegen Kokainkonsums in \u00e4rztlicher Behandlung. Klingt erstmal wenig, ist aber ein Wert fast vier Mal h\u00f6her als im Bundesdurchschnitt. Damit rangiert Kiel in Schleswig-Holstein auf dem traurigen ersten Platz, gefolgt von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Luebeck-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos-,luebeck2802.html\" title=\"L\u00fcbeck - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">L\u00fcbeck<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Stormarn-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,stormarn148.html\" title=\"Stormarn - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreis Stormarn<\/a>, wo die Werte knapp drei Mal so hoch sind wie im Bundesdurchschnitt. Der Wert f\u00fcr ganz Schleswig Holstein liegt mehr als 70 Prozent dar\u00fcber.<\/p>\n<p>    Mehr Kokain-Konsum, mehr Kriminalit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"\">Parallel zum steigenden Konsum verzeichnet auch die Polizei eine deutliche Zunahme kokainbezogener Straftaten. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) haben sich die Delikte seit 2015 mehr als verdreifacht. <a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/landesregierung\/ministerien-behoerden\/POLIZEI\/DasSindWir\/LKA\/Ermittlungen_Auswertung\/kriminalstatistik\/_downloads\/PKS2024.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=6\" title=\"Kriminalstatistik SH 2024\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00fcr das Jahr 2024 meldet das LKA erneut einen deutlichen Anstieg<\/a>. Besonders viele F\u00e4lle registrierte die Polizei in den kreisfreien St\u00e4dten L\u00fcbeck und Kiel. Im Vergleich der Kreise liegt <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Kreis-Pinneberg-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,pinneberg280.html\" title=\"Kreis Pinneberg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pinneberg<\/a> vorn.<\/p>\n<p>    NDR Experte: Drogenfahnder haben den Markt nicht im Griff<\/p>\n<p class=\"\">Laut NDR Investigativ-Journalist <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/wir_ueber_uns\/benedikt-strunz,strunz108.html\" title=\"Benedikt Strunz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Benedikt Strunz<\/a> m\u00fcssen Statistiken zur Kokaineinfuhr nach Deutschland mit gro\u00dfer Vorsicht betrachtet werden. Offiziell seien die Sicherstellungsmengen in Deutschland sogar zur\u00fcckgegangen. &#8222;Gleichzeitig wissen wir aber, dass Schmuggler neue Wege nutzen und bewusst auf Schmuggelrouten setzten, die Zoll und Polizei bisher nicht so stark kontrollieren&#8220;, erl\u00e4utert Strunz. Insofern sei die Frage, wie viel Kokain letztlich nach Deutschland kommt, sehr schwer zu beantworten.<\/p>\n<p class=\"\">Eines ist laut Strunz aber sicher: Kokain bleibt europaweit beliebt. Und es sei zu einer &#8222;Volksdroge&#8220; geworden. Was l\u00e4sst sich dagegen tun? &#8222;Kein Drogenfahnder, mit dem ich spreche, w\u00fcrde behaupten, dass die Polizei diesen Markt im Griff hat. Im Gegenteil: Der Kokainhandel hat riesige Gewinne in die Kassen der Organisierten Kriminalit\u00e4t gesp\u00fclt&#8220;, sagt Strunz.<\/p>\n<p>    Suchtexperte fordert mehr Abwasseranalysen<\/p>\n<p class=\"\">Um festzustellen wie gro\u00df das Problem wirklich ist, sollte es nach Meinung von Experte Bj\u00f6rn Malchow mehr Abwasseranalysen geben. &#8222;Man kann die Abbauprodukte von Kokain-Konsum ganz gut im Abwasser nachweisen&#8220;, erl\u00e4utert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen. Eine NDR Recherche hatte zuvor ergeben, dass sich im Abwasser norddeutscher St\u00e4dte viele Drogenr\u00fcckst\u00e4nde finden lassen. Unter anderem in <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Neumuenster-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,neumuenster770.html\" title=\"Neum\u00fcnster - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neum\u00fcnster<\/a> und Itzehoe (<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Steinburg-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,steinburg118.html\" title=\"Steinburg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreis Steinburg<\/a>) wurden gro\u00dfe Mengen von Kokainr\u00fcckst\u00e4nden im Abwasser entdeckt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/drogen-abwasser-100.webp.webp\" alt=\"Illustration mit einer &quot;Blue Punisher&quot;-Ecstasy-Pille und einer mit Sturmhaube und Sonnenbrille maskierten Person.\" title=\"Illustration mit einer &quot;Blue Punisher&quot;-Ecstasy-Pille und einer mit Sturmhaube und Sonnenbrille maskierten Person. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der NDR hat das Abwasser norddeutscher St\u00e4dte auf Drogenr\u00fcckst\u00e4nde untersuchen lassen. Dabei wurden zum Teil hohe Werte gemessen.<\/p>\n<p>    So digitalisiert ist die Drogenszene<\/p>\n<p class=\"\">Der Beschaffungsweg hat sich durch die Digitalisierung deutlich ge\u00e4ndert, wie Strunz erkl\u00e4rt: &#8222;Kokain &#8211; wie jede andere Droge auch &#8211; kann heute einfach \u00fcber das Internet bestellt werden.&#8220; Wer es anonymer m\u00f6ge, k\u00f6nne auch \u00fcber das schwer zu kontrollierende Darknet bestellen.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Ich kenne auch Dealer, die ihren Kunden einfach Business-Karten mit Telefonnummer und QR-Code geben&#8220;, berichtet Strunz. So bekomme man Informationen zu aktuellen Angeboten und bestelle die Drogen dann per &#8222;Koks-Taxi&#8220;. Der Dealer liefert die Bestellung dann bei den Kunden aus.<\/p>\n<p>    Zwei &#8222;Lines&#8220; Kokain alle f\u00fcnfzehn Minuten<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/screenshot-111536.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/screenshot-111536.webp.webp\" alt=\"Portrait von Jules von Kehler - Ehemaliger Kokain-Konsument.\" title=\"Mit 15 Jahren hat Jules von Kehler das erste Mal Kokain konsumiert.  | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Mit 15 Jahren hat Jules von Kehler das erste Mal Kokain konsumiert. <\/p>\n<p class=\"\">So n\u00fcchtern Statistiken sind &#8211; sie erz\u00e4hlen nichts von den individuellen Schicksalen dahinter. Eines davon ist die Geschichte von Jules von Kehler aus Flensburg. Der 29-J\u00e4hrige stammt aus Schleswig (<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Kreis-Schleswig-Flensburg-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,schleswigflensburg118.html\" title=\"Kreis Schleswig-Flensburg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreis Schleswig-Flensburg<\/a>) und wuchs in einem Umfeld auf, in dem Drogen allgegenw\u00e4rtig waren. &#8222;Es geh\u00f6rte f\u00fcr mich zum Alltag. Meine Hemmschwelle f\u00fcr Drogen war damit sehr niedrig&#8220;, erinnert er sich. Um dazuzugeh\u00f6ren, begann er fr\u00fch Alkohol zu trinken und Gras zu rauchen.<\/p>\n<p class=\"\">Im Alter von 15 Jahren dann probierte er zum ersten Mal Kokain: &#8222;Ein Freund hatte es einfach mitgebracht und gefragt, ob ich es mal ausprobieren will.&#8220; Zun\u00e4chst blieb es beim unregelm\u00e4\u00dfigen Konsum auf Parties &#8211; auch, weil die Droge schwer verf\u00fcgbar war. Mit 17 \u00e4nderte sich das. &#8222;Dann habe ich es regelm\u00e4\u00dfig genommen, weil ich dann mehr Kontakte hatte&#8220;, erz\u00e4hlt er. Fast acht Jahre konsumierte er anschlie\u00dfend, und zwar t\u00e4glich. Zu Hochzeiten waren es nach eigenen Angaben bis zu neun Gramm am Tag. Zur Einordnung: Eine &#8222;Line&#8220; hat ungef\u00e4hr 0,3 Gramm. &#8222;Manchmal habe ich alle 15 Minuten zwei Lines gezogen&#8220;, offenbart von Kehler.<\/p>\n<p>    &#8222;H\u00e4tte ich mein Leben weiter so gef\u00fchrt, w\u00e4re ich bald gestorben&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Mit einer damaligen Freundin zog er irgendwann nach <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Flensburg-Nachrichten-Hintergruende-und-Videos,flensburg6034.html\" title=\"Flensburg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Flensburg<\/a>. Kurz darauf trennten sie sich und er wurde obdachlos. Ein dreiviertel Jahr lang schlief er bei Freunden oder auf der Stra\u00dfe. &#8222;Ich habe mich viel am S\u00fcdermarkt oder im Mauseloch unter der Eisenbahnbr\u00fccke aufgehalten&#8220;, sagt er. Um seinen Konsum zu finanzieren, begann er zu dealen. In der Zeit nahm er nicht nur Koks, sondern zum Beispiel auch Morphium. Eine Zeit lang gab er rund 3.000 Euro im Monat nur f\u00fcr Kokain aus.<\/p>\n<p class=\"\">Eine Nacht brachte dann die Wende. &#8222;Ich hatte eine dissoziative Episode, haben die mir sp\u00e4ter gesagt. Ich konnte mich an nichts mehr erinnern, als ich pl\u00f6tzlich in einem Park aufwachte.&#8220; Eine Freundin brachte ihn dann ins Diako-Krankenhaus: &#8222;Dort haben die \u00c4rzte mir gesagt, wenn ich zwei Tage sp\u00e4ter da aufgeschlagen w\u00e4re, h\u00e4tte ich vielleicht nicht \u00fcberlebt.&#8220; Es folgte eine Langzeittherapie, und heute lebt von Kehler in einer betreuten Einrichtung in Flensburg, zusammen mit elf Mitbewohnern. &#8222;Hier sind alle clean, deshalb ist es einfacher, nicht wieder in Abh\u00e4ngigkeit zu verfallen.&#8220;<\/p>\n<p>    Vom Hilfesuchenden zum Helfendem<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/screenshot-111538.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/screenshot-111538.webp.webp\" alt=\"Portrait von Nicolai Altmark - Leiter des SuchtHilfeZentrums Flensburg.\" title=\"Viele Menschen nutzen Kokain laut Experte Nicolai Altmark zur Leistungssteigerung und Stressbew\u00e4ltigung. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Viele Menschen nutzen Kokain laut Experte Nicolai Altmark zur Leistungssteigerung und Stressbew\u00e4ltigung.<\/p>\n<p class=\"\">Seit mittlerweile vier Jahren ist Jules von Kehler nun drogenfrei. Heute absolviert er eine Ausbildung zum Ergotherapeuten. &#8222;Ich m\u00f6chte mit meinen Erfahrungen anderen Leuten helfen, die in einer \u00e4hnlichen Situation sind, wie ich das gewesen bin&#8220;, schildert er. Dieses Ziel motiviere ihn, die Finger von Drogen zu lassen. Langfristig m\u00f6chte er au\u00dferdem eine eigene Wohnung in Flensburg finden.<\/p>\n<p class=\"\">Unterst\u00fctzt wurde er auf seinem Weg auch von Nicolai Altmark, dem Leiter des SuchtHilfeZentrums Flensburg. Altmark berichtet, die Nachfrage f\u00fcr Beratung sei massiv gestiegen: &#8222;In den vergangenen f\u00fcnf Jahren haben sich die Beratungsanfragen verdreifacht. Das sind so viele wie noch nie zuvor.&#8220; Auff\u00e4llig sei vor allem, wer heute Hilfe sucht. &#8222;Fr\u00fcher kamen die Menschen, die Beratungen wollten, aus einem bestimmten Milieu. Heute sind es Studis, Handwerker oder leitende Angestellte.&#8220; Die meisten seien unter 45 Jahre alt.<\/p>\n<p>    Ausl\u00f6ser f\u00fcr Konsum oft schwer festzustellen<\/p>\n<p class=\"\">Warum Menschen mit Kokain anfangen, ist nach Altmarks Einsch\u00e4tzung sehr unterschiedlich. &#8222;Es ist viel verf\u00fcgbarer als damals, deswegen ist die Hemmschwelle, es einfach auszutesten, niedriger.&#8220; Zudem habe sich die Feierkultur ver\u00e4ndert: &#8222;Heute konsumieren die Leute beim Feiern durcheinander.&#8220; Die Drogen- und Alkoholszene sei, anders als fr\u00fcher, nicht mehr so strikt getrennt.<\/p>\n<p class=\"\">Die Daten des Barmer-Instituts st\u00fctzen diese Beobachtung. Bundesweit litten rund 41 Prozent der wegen Kokainkonsums behandelten Patienten zus\u00e4tzlich an Alkoholmissbrauch. Und fast die H\u00e4lfte weist Depressionen als Begleiterkrankung auf. Was Ursache und was Folge ist, l\u00e4sst sich oft kaum trennen. &#8222;Das ist wie beim Henne-Ei-Problem. Manche koksen wegen Depressionen, andere bekommen Depressionen vom Koksen&#8220;, so Altmark.<\/p>\n<p>    Wie Angeh\u00f6rige helfen k\u00f6nnen<\/p>\n<p class=\"\">Wer Betroffenen helfen will, sollte behutsam vorgehen, r\u00e4t der Suchtexperte: &#8222;H\u00f6chstens die Sorge um die Person ausdr\u00fccken, mehr darf man dann erst mal nicht machen.&#8220; Zu viel Druck k\u00f6nne abschreckend wirken. Wichtig sei es, Zeit zu geben und Hilfsangebote vorsichtig anzusprechen &#8211; ohne zu dramatisieren.<\/p>\n<p class=\"\">S\u00fcchtige und Angeh\u00f6rige finden Unterst\u00fctzung unter anderem bei:<\/p>\n<p class=\"\">Transparenzhinweis der Redaktion: <\/p>\n<p class=\"\">In der urspr\u00fcnglichen Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass Ex-Kokainkonsument Jules von Kehler sagte, bereits seine Eltern h\u00e4tten Kokain genommen. Diesen Satz haben wir gestrichen, nachdem sich die Mutter bei uns gemeldet hat und bestreitet, jemals Kokain genommen zu haben. Auch ein Kokainkonsum ihres Ehemanns sei ihr nicht bekannt gewesen.<strong> <\/strong><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/suchterkrankung-100.webp.webp\" alt=\"Eine jugendliche Konsumentin\" title=\"Eine jugendliche Konsumentin | picture alliance \/ photothek | Ute Grabowsky\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>F\u00fcr jugendliche Suchtkranke gibt es nur zehn ausgewiesene Therapiepl\u00e4tze im Land. Der Bedarf ist viel h\u00f6her. Ein Projekt macht Hoffnung.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/mvfoto3066.webp.webp\" alt=\"Der Kokainmissbrauch im Norden nimmt zu, \u00c4rzte m\u00fcssen immer \u00f6fter Patienten behandeln, die die Droge konsumieren. (Themenbild)\" title=\"Der Kokainmissbrauch im Norden nimmt zu, \u00c4rzte m\u00fcssen immer \u00f6fter Patienten behandeln, die die Droge konsumieren. (Themenbild) | dpa-Bildfunk, Christian Charisius\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Neben 50 Gramm Kokain und Bargeld stellten Beamte weitere Beweismittel sicher, die auf einen regen Handel hindeuten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/prozess-504.webp.webp\" alt=\"In einem Prozess um einme Kokainlieferung in Hamburg verberfgen die Angeklagten ihre Gesichter hinter Aktenordern.\" title=\"In einem Prozess um einme Kokainlieferung in Hamburg verberfgen die Angeklagten ihre Gesichter hinter Aktenordern. | NDR, Elke Spanner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Prozess um gewaltige Kokain-Ladungen im Hamburger Hafen ist mit Schuldspr\u00fcchen zu Ende gegangen. Chats und ein Video dokumentierten die Taten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Hoher Kokain-Konsum in SH: Ein \u00dcberblick (1 Min) Stand: 24.01.2026 13:07 Uhr Schleswig-Holstein ist das deutsche Fl\u00e4chenland&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":743576,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[15252,29,433,24396,2085,30,13,4949,1346,8230,2858,14,15,12,437,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-743575","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-beratung","9":"tag-deutschland","10":"tag-drogen","11":"tag-feiern","12":"tag-flensburg","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-kiel","16":"tag-kokain","17":"tag-konsum","18":"tag-luebeck","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-sucht","23":"tag-top-news","24":"tag-top-meldungen","25":"tag-topmeldungen","26":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115950859223249546","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=743575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743575\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/743576"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=743575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=743575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=743575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}