{"id":745326,"date":"2026-01-25T08:52:35","date_gmt":"2026-01-25T08:52:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/745326\/"},"modified":"2026-01-25T08:52:35","modified_gmt":"2026-01-25T08:52:35","slug":"putin-laesst-gezielt-die-zivile-energieversorgung-in-der-ukraine-zerstoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/745326\/","title":{"rendered":"Putin l\u00e4sst gezielt die zivile Energieversorgung in der Ukraine zerst\u00f6ren"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Alexej hat sich mit seinen Kr\u00fccken die Treppen hinuntergearbeitet. Ein nicht ganz ungef\u00e4hrliches Unterfangen. \u00dcber glatte Betonstufen huscht der Schein der Taschenlampe seines Smartphones und wirft einen schwachen Lichtkegel vor dem Mann. Neun Stockwerke geht es so in v\u00f6lliger Dunkelheit hinab. Stufe f\u00fcr Stufe. Der 45-j\u00e4hrige Veteran hat sein rechtes Bein als Infanterist bei der Kursk-Offensive eingeb\u00fc\u00dft. Dort, wo es sich befand, hat er die Jeans nach oben geklappt. Alexej besitzt eine Prothese. \u201eDoch bei den vielen Treppenstufen ist mir das zu gef\u00e4hrlich, sie zu nutzen. Da brauche ich den Aufzug\u201c, sagt er.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Ex-Soldat hat sein Ziel erreicht: einen mobilen W\u00e4rmepunkt. Das gro\u00dfe Zelt steht nahe seinem Wohnhaus aus Sowjetzeiten. 1300 station\u00e4re und 50 mobile W\u00e4rmepunkte sind \u00fcber ganz Kiew verteilt. Vor allem \u00f6stlich des Flusses Dnipro sind sie bitter notwendig. Hier leiden derzeit die Menschen am meisten unter den <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/kommt-der-krieg-der-roboter-wie-bewaffnete-bodendrohnen-in-der-ukraine-eingesetzt-werden-112874295\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Folgen der russischen Angriffe<\/a>. Und hier ist auch Alexej zu Hause.\n  <\/p>\n<p>            \u201eSeit vier Tagen keinen Strom mehr und die Heizung liefert kaum W\u00e4rme\u201c, sagt ein ehemaliger ukrainischer K\u00e4mpfer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Einige wenige Lichter sind in den Fenstern der umgebenden Blocks zu sehen. Hinter den Glasscheiben leuchten vereinzelt LED-Lampen oder flackert gelegentlich schwach Kerzenlicht. Doch die meisten Fenster sind schwarze Rechtecke im Dunkelgrau des Betons. Das ganze Viertel ist im Dunkel versunken. Die Hochh\u00e4user zeichnen sich als Konturen im Abendhimmel ab. Ab und an sieht man das Mauerwerk, wenn der Lichtstrahl von Autoscheinwerfern auf sie deutet.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eSeit vier Tagen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/wie-wladimir-putin-in-der-ukraine-die-winterkaelte-als-waffe-nutzt-112797067\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">keinen Strom mehr und die Heizung liefert kaum W\u00e4rme<\/a>\u201c, sagt der ehemalige K\u00e4mpfer kurz. Er hat sich auf einem\u00a0Stuhl niedergelassen und das Ladekabel seines Smartphones an eine bereitgestellte Steckdose angeschlossen. Von au\u00dfen brummt der Klang eines m\u00e4chtigen Gebl\u00e4ses. \u201eSch\u00f6n warm hier\u201c, seufzt er. Vor dem Zelt ist die Temperatur schon auf minus 15 Grad gesunken. Der Atem wirft dort dicke Wolken.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ukraine-aelx.jpg\" alt=\"Alexej hat an der Front sein Bein eingeb\u00fc\u00dft. Der Versehrte wohnt im 9. Stock. Kein Strom, kein Aufzug. Die vielen Treppen muss er in der Dunkelheit mit Kr\u00fccken bew\u00e4ltigen.\" title=\"Alexej hat an der Front sein Bein eingeb\u00fc\u00dft. Der Versehrte wohnt im 9. Stock. Kein Strom, kein Aufzug. Die vielen Treppen muss er in der Dunkelheit mit Kr\u00fccken bew\u00e4ltigen.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Alexej hat an der Front sein Bein eingeb\u00fc\u00dft. Der Versehrte wohnt im 9. Stock. Kein Strom, kein Aufzug. Die vielen Treppen muss er in der Dunkelheit mit Kr\u00fccken bew\u00e4ltigen.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Alexej hat an der Front sein Bein eingeb\u00fc\u00dft. Der Versehrte wohnt im 9. Stock. Kein Strom, kein Aufzug. Die vielen Treppen muss er in der Dunkelheit mit Kr\u00fccken bew\u00e4ltigen.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf den Schneefl\u00e4chen zwischen den Geb\u00e4uden, auf den vereisten Gehsteigen, irrlichtern Lichtpegel von kleinen Lampen, die die Passanten vor sich halten. Die Schritte der Menschen, die Zuflucht im W\u00e4rmepunkt suchen, knirschen vor dem Zelt auf eisigem Schnee. Es sind nicht wenige, die jetzt am Abend kommen. Kiew erlebt den h\u00e4rtesten Winter seit einem Jahrzehnt \u2013 und damit seit Kriegsbeginn. Bis auf minus 20 Grad sanken die Temperaturen in den vergangenen N\u00e4chten. Eine K\u00e4lte, die sich die russischen Invasoren wohl herbeigesehnt haben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin nutzt die Winterk\u00e4lte als Waffe gegen die ukrainische Zivilbev\u00f6lkerung. Mit Tausenden Raketen und Drohnen hat er in den vergangenen Monaten die Angriffe aus der Luft auf die ganze <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-ukraine-konflikt\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> intensivieren lassen. Die Attacken dauern oft viele Stunden. Maschinengewehre schie\u00dfen h\u00e4mmernd auf Drohnen, die Luftabwehr kracht, Explosionen ersch\u00fcttern die Nacht.\n  <\/p>\n<p>            Am Donnerstag kam es in Davos zu einem erneuten Zusammentreffen von Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Am n\u00e4chsten Tag schaut man in die Gesichter von Menschen, die in der Millionen-Metropole keinen Schlaf gefunden haben. Sie kommen aus Metro-Stationen, Luftschutzbunkern und Hauskellern hervor, in denen sie Zuflucht gesucht haben. Mit m\u00fcden Gesichtern, wie jetzt im W\u00e4rmepunkt. UN-Menschenrechtskommissar Volker T\u00fcrk hat sich am 20. Januar in Genf emp\u00f6rt \u00fcber die intensiven russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur ge\u00e4u\u00dfert: \u201eAngriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur sind ein klarer Versto\u00df gegen die Regeln der Kriegsf\u00fchrung.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ob das irgendwann ein Ende nimmt? Am Donnerstag kommt es am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zu einem erneuten, etwa einst\u00fcndigen Zusammentreffen von US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/personen\/aa-donald-trump\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/stuerzt-selenskyj-ueber-die-korruptionsaffaere-seines-vertrauten-112794916\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj<\/a>. Wieder einmal geht es darum, Wege f\u00fcr einen Waffenstillstand auszuloten. Danach sagt Trump wenig \u00fcberraschend, dass kein Durchbruch gelungen sei. Man habe \u201enoch einen Weg vor sich\u201c, betont er vor Reportern. Um einen m\u00f6glichen Ausweg aus dem Krieg soll es am Abend auch in Moskau gehen. Dort empf\u00e4ngt Putin Trumps Unterh\u00e4ndler Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn des US-Pr\u00e4sidenten.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ukraine-kinder.jpg\" alt=\"Den Kindern sieht man die Belastung an, die der Krieg f\u00fcr sie bringt.\" title=\"Den Kindern sieht man die Belastung an, die der Krieg f\u00fcr sie bringt.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Den Kindern sieht man die Belastung an, die der Krieg f\u00fcr sie bringt.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Den Kindern sieht man die Belastung an, die der Krieg f\u00fcr sie bringt.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Ukraine greift mittlerweile ebenfalls Ziele in Russland mit Drohnen an. Mit einem gro\u00dfen Unterschied zu Russland: Es werden nicht Drohnen und Raketen gegen zivile Einrichtungen wie Krankenh\u00e4user oder die Wasser- und Energieversorgung geschickt. Ziele der ukrainischen Armeen sind Raffinerien, Produktionsst\u00e4tten von Waffen und Einrichtungen der russischen Armee. Raffinerien bereiten das \u00d6l auf, mit denen Putin seinen Krieg finanziert. Gezielte Kampagnen gegen \u00fcberlebenswichtige zivile Infrastruktur werfen V\u00f6lkerrechtler und internationale Organisationen der Ukraine nicht vor.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Menschen der Ukraine wissen nach vier Jahren Invasion aus eigener Erfahrung, dass sich Russland wenig um das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht k\u00fcmmert. Schon in den drei vorigen Kriegswintern gab es Angriffe auf die Energieinfrastruktur und schwere Blackouts. Doch die Temperaturen sanken nicht so tief wie in diesem Winter. Gesch\u00e4fts- und Caf\u00e9-Inhaber haben Generatoren gekauft. Deren r\u00f6hrender Klang geh\u00f6rt mittlerweile zum Alltag in ukrainischen St\u00e4dten. Sie k\u00f6nnen nur einen Bruchteil der Energieversorgung stemmen.\n  <\/p>\n<p>            Kaum sind Kraftwerke wieder repariert, kommt es oft zum n\u00e4chsten Schlag<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ziel der russischen Attacken sind Kraftwerke und Umspannstationen. Kaum sind diese wieder repariert, kommt oft der n\u00e4chste Schlag. Die Wasserversorgung nimmt ebenfalls Schaden. In gro\u00dfen Teilen des \u00f6stlichen Kiews flie\u00dft kein Wasser mehr. Strom gibt es in der Stadt seit Monaten nur noch rationiert, das hei\u00dft nach Zeitpl\u00e4nen f\u00fcr Stra\u00dfenz\u00fcge und Viertel.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eIch habe schon seit vier Tagen am St\u00fcck keinen Strom mehr\u201c, sagt der 45-j\u00e4hrige Alexej. Alina kann da nur traurig nicken. \u201eWenn es wenigstens wieder zu bestimmten Zeiten sicher Strom gibt. Ich kann mich dann darauf einstellen\u201c, sagt sie. Aus dem rundlichen Gesicht der 26-J\u00e4hrigen blicken warme, aber m\u00fcde Augen. Die junge Frau ist Witwe, ihr Mann ist im Krieg geblieben. Jetzt k\u00fcmmert sich die Mutter allein um ihre beiden Kinder.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die malen gerade an den bereitgestellten Tischen. \u201eDie Sirenen, die Explosionen bei den russischen Angriffen, das macht ihnen Angst. Jetzt kommt auch noch die K\u00e4lte dazu\u201c, erz\u00e4hlt sie und sch\u00fcttelt traurig den Kopf. \u201ePutin hat mir meinen Mann genommen. Aber er hat noch nicht genug Unheil angerichtet. Es wird wohl noch schlimmer werden\u201c, bef\u00fcrchtet sie. Jede Nacht kann einen neuen Angriff bringen. \u201eNur wenn ich die Flammen des Gasherds voll aufdrehe, komme ich wenigstens in der K\u00fcche auf 15 Grad plus. Meine beiden Kinder werde ich heute wieder unter einen Berg von Decken einmummeln\u201c, erz\u00e4hlt die Mutter.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Mit dem Gasherd zu heizen, ist in Sachen Brandschutz nicht ungef\u00e4hrlich. Der indirekte Schaden, den die Luftangriffe mit sich bringen, ist immens. Juri (42) ist als leitender Inspektor beim Zivilschutz t\u00e4tig. Er sorgt daf\u00fcr, dass die W\u00e4rmepunkte laufen. \u201eDie starken Spannungsschwankungen in den Stromleitungen f\u00fchren zu Kabelbr\u00e4nden. Oft stammen die betagten Leitungen noch aus Sowjetzeiten. Das ist ein Problem.\n  <\/p>\n<p>            Mittlerweile wird aus der ganzen Ukraine Unterst\u00fctzung nach Kiew entsandt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In manchen H\u00e4usern sinken die Temperaturen so tief unter den Gefrierpunkt, dass Wasserleitungen platzen. Bei den ohnehin betagten Leitungen kommt es durch die Druckschwankungen zu Problemen, Pumpen fallen ohne Stromzufuhr aus. Das ist eine weitere Herausforderung f\u00fcr die Spezialisten der Reparatur-Teams\u201c, erkl\u00e4rt der 41-J\u00e4hrige. Mittlerweile wird aus der ganzen Ukraine Unterst\u00fctzung nach Kiew entsandt. Aus St\u00e4dten, die selbst in Not sind.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ukraine-frauen.jpg\" alt=\"Kateryna und Victoria laden wie viele andere ihre Smartphones im W\u00e4rmepunkt auf. Oder die Batterien ihrer LED-Lichter.\" title=\"Kateryna und Victoria laden wie viele andere ihre Smartphones im W\u00e4rmepunkt auf. Oder die Batterien ihrer LED-Lichter.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Kateryna und Victoria laden wie viele andere ihre Smartphones im W\u00e4rmepunkt auf. Oder die Batterien ihrer LED-Lichter.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Kateryna und Victoria laden wie viele andere ihre Smartphones im W\u00e4rmepunkt auf. Oder die Batterien ihrer LED-Lichter.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Oberb\u00fcrgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hatte bereits nach massiven Angriffen am 9. Januar die Bev\u00f6lkerung aufgerufen, nach M\u00f6glichkeit die Metropole zu verlassen. Laut Stadtverwaltung haben das etwa 600.000 Menschen getan. Das ist fast jeder sechste Mensch, der in der Hauptstadt wohnt. Immer noch sollen rund 4000 Mehrfamilienh\u00e4user ohne Heizung sein. Laut Klitschko hatten am Mittwoch mehr als eine Million Bewohnerinnen und Bewohner keinen Strom.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eIch w\u00fcrde mit meinen Kindern auch gehen, aber ich habe keine Verwandten au\u00dferhalb der Stadt\u201c, sagt Alina. Zu Beginn der Vollinvasion floh sie mit ihren beiden Kindern nach Ober\u00f6sterreich. \u201eWir kamen zur\u00fcck, die Ukraine ist doch unsere Heimat. Aber wenn sich die Lage wieder verschlechtert \u2026 Ich muss doch meine Kinder sch\u00fctzen\u201c, sagt die junge Mutter.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Neben ihr stehen Kateryna und Victoria und trinken warmen Tee, der wie die Suppe kostenlos verteilt wird. Betreiber des W\u00e4rmepunkts ist der Zivilschutz. \u201eWir w\u00e4rmen uns auf, laden die Smartphones und dann geht es zur\u00fcck in die kalten Wohnungen\u201c, sagt Victoria. \u201ePutin will unser Leben unertr\u00e4glich machen. Aber er untersch\u00e4tzt uns. Wir halten aus. Der Fr\u00fchling wird kommen. In Europa m\u00fcssen die Menschen verstehen, Putin ist kein Mann, der einen Frieden will. Er will eine brutale Unterwerfung\u201c, sagt Kateryna.\n  <\/p>\n<p>            Zwischendurch gibt es in Kiew ganz kleine Momente des L\u00e4chelns<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dann h\u00f6rt man in drei Metern Entfernung Kinderkichern. Ein Vierbeiner sorgt f\u00fcr ein L\u00e4cheln in m\u00fcden Gesichtern. Hund Ritchie hat mit Frauchen gerade Zuflucht im W\u00e4rmepunkt gefunden. Ritchie ist sich offensichtlich allzu bewusst, dass er Star des Zelts ist. Das Tier genie\u00dft die Streicheleinheiten der Kinder mit halb geschlossenen Augen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ukraine-hund.jpg\" alt=\"Hund Ritchie ist der Star im Zelt und l\u00e4sst sich gerne streicheln.\" title=\"Hund Ritchie ist der Star im Zelt und l\u00e4sst sich gerne streicheln.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Hund Ritchie ist der Star im Zelt und l\u00e4sst sich gerne streicheln.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Hund Ritchie ist der Star im Zelt und l\u00e4sst sich gerne streicheln.<br \/>\n    Foto: Till Mayer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Kriegsversehrte Alexej hat ein sch\u00fcchternes L\u00e4cheln im Gesicht, als er den Hund sieht. Wenn sein Handy aufgeladen ist, wird er wieder im Dunkeln die Treppen nach oben keuchen, seine H\u00e4nde am Gasherd w\u00e4rmen, um dann voll bekleidet unter der Decke zu verschwinden. Mit seiner M\u00fctze auf dem Kopf, auf der das ukrainische Wappen zu sehen ist. Aufgeben? Daf\u00fcr hat er sein Bein nicht an der Front geopfert.\n  <\/p>\n<p>    So erlebt unser Reporter die Lage in Kiew<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Unser Kollege Till Mayer dokumentiert den Konflikt in der Ukraine schon seit 2017. Seit Kriegsbeginn 2022 berichtet er regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr unsere Redaktion \u00fcber die Folgen der russischen Invasion. Auch jetzt ist er wieder vor Ort \u2013 und hat Gl\u00fcck, dass er diese Reportage schreiben und nach Deutschland schicken kann: Nach einigen Stunden mit komplettem Blackout flie\u00dft wieder Strom und Wasser in seinem Hotel, und damit l\u00e4uft auch ein Elektro-Ofen im Zimmer. Die Heizung ist ausgefallen, das Wasser kalt, das Bad recht frisch. Der Inhalt eines Wasserkochers ist seine Morgendusche. Zur Sicherheit hat er alle Akkus immer geladen. \u201eAber alles gut im Vergleich zu so vielen in der Stadt\u201c, sagt Mayer.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/371339112.jpg\" alt=\"Till Mayer berichtet f\u00fcr unsere Redaktion regelm\u00e4\u00dfig aus der Ukraine.\" title=\"Till Mayer berichtet f\u00fcr unsere Redaktion regelm\u00e4\u00dfig aus der Ukraine.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Till Mayer berichtet f\u00fcr unsere Redaktion regelm\u00e4\u00dfig aus der Ukraine.<br \/>\n    Foto: Augsburger Allgemeine<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Till Mayer berichtet f\u00fcr unsere Redaktion regelm\u00e4\u00dfig aus der Ukraine.<br \/>\n    Foto: Augsburger Allgemeine<\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Till Mayer<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Ukraine<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    K\u00e4lte<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Alexej hat sich mit seinen Kr\u00fccken die Treppen hinuntergearbeitet. 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