{"id":74615,"date":"2025-05-01T01:16:17","date_gmt":"2025-05-01T01:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/74615\/"},"modified":"2025-05-01T01:16:17","modified_gmt":"2025-05-01T01:16:17","slug":"bmbf-foerdert-weiter-mam-care-projekt-zur-geburtshilfe-in-bonn-kabinett-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/74615\/","title":{"rendered":"BMBF f\u00f6rdert weiter MAM-Care-Projekt zur Geburtshilfe in Bonn \u2013 Kabinett Online"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t\tDie BMBF-gef\u00f6rderte Nachwuchsgruppe in der Versorgungsforschung am UKB:<br \/>\n(v. li) Lissa Haid-Schmallenberg, Arno St\u00f6cker, Prof. Nadine Scholten, Niklas Sand, Anna Volkert und Mi-Ran Okumu (nicht im Bild)<\/p>\n<p>Bildnachweis: Universit\u00e4tsklinikum | Bonn (UKB) \/ Alessandro Winkler\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t<strong>Wie Geburtshilfe neu gedacht werden kann<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Bonn, 30. April \u2013 Wie erlebt eine Mutter die Geburt ihres Kindes \u2013 eingebettet im heutigen Klinikalltag? Wie sehen auf der anderen Seite die Geburtshelfenden ihre Arbeit w\u00e4hrend der Geburt? Solchen Fragen ergr\u00fcndet das BMBF-gef\u00f6rderte Forschungsprojekt \u201eMAM-Care\u201c der Versorgungsforschung am Universit\u00e4tsklinikum Bonn (UKB) in Kooperation mit der Universit\u00e4t Bonn und der Uniklinik K\u00f6ln bereits seit Mai 2022. Jetzt f\u00f6rdert das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) die zweite Projektphase mit circa 730.000 Euro f\u00fcr weitere zwei Jahre. Ziel ist es, f\u00fcr eine Geburtshilfe, die medizinische Qualit\u00e4t mit Menschlichkeit verbindet, eine konkrete Intervention zu testen und zu evaluieren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Im Rahmen von MAM-Care<\/strong> nimmt die Bonner Nachwuchsgruppe in der Versorgungsforschung die Qualit\u00e4t der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aus der Sicht der Geb\u00e4renden und der Versorgenden unter die Lupe. Unter der Leitung von Prof. Dr. Nadine Scholten verfolgt es eine multiperspektivische Herangehensweise: Die Ergebnisse aus medizinischen Versorgungsdaten \u2013 etwa Kaiserschnittraten oder geburtshilfliche Interventionen \u2013 werden mit Befragungsdaten und qualitativen Interviews kombiniert analysiert. M\u00fctter erz\u00e4hlen, wie sie Geburt und Betreuung empfunden haben, w\u00e4hrend \u00e4rztliche Geburtshelfer ihre Herausforderungen im Klinikalltag schildern. Insgesamt 1.102 M\u00fctter, 875 \u00e4rztliche Fachpersonen und 1.373 Hebammen haben an der Befragung teilgenommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201e<strong>In den ersten drei Projektjahren konnten wir bereits viel Wissen generieren<\/strong> und dabei aufzeigen, was in der Geburtshilfe in Deutschland bereits gut l\u00e4uft, wo aber auch noch M\u00f6glichkeiten zur Optimierung w\u00e4ren\u201c, sagt <strong>Prof. Scholten<\/strong>, die neuerdings die Forschungsstelle f\u00fcr Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung des UKB leitet und die Professur f\u00fcr psychosomatische und psychoonkologische Versorgungsforschung an der Universit\u00e4t Bonn innehat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65797\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Frau-mit-Baby.webp.webp\" alt=\"Frau mit baby\" width=\"650\" height=\"460\"  \/>Eine Mutter h\u00e4lt ihr Neugeborenes | N\u00e4he und Vertrauen im Klinikalltag. (Symbolbild AI) | Foto: \u00a9 KABINETT<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Brennpunkte: Dammschnitt und Fundusdruck<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Einen m\u00f6glichen Optimierungsansatz sehen die Bonner Forschenden beispielsweise hier<\/strong>: Trotz fehlender Evidenz wird unter einer vaginalen Geburt relativ h\u00e4ufig Druck von au\u00dfen auf den Bauch ausge\u00fcbt, obwohl dieser sogenannte Fundusdruck laut Leitlinie m\u00f6glichst nicht angewandt werden soll. Von Frauen wird diese Praxis immer wieder als traumatisch beschrieben. \u201eAuffallend ist, dass Assistenz\u00e4rztInnen den Fundusdruck signifikant h\u00e4ufiger als Fach\u00e4rzt*innen verwenden. Zu seiner Minimierung m\u00fcsste man an der Ausbildung oder an den Strukturen ansetzen. Denn laut den Interviews ist der Fundusdruck, anders als der Einsatz von Saugglocke oder Geburtszange eine Intervention, die selbstst\u00e4ndig von Assistenz\u00e4rzt*innen ausgef\u00fchrt wird\u201c, sagt <strong>Prof. Scholten<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Auch den Nutzen eines Dammschnitts wird immer mehr infrage gestellt<\/strong>, da die urspr\u00fcngliche Intention hochgradige Dammrisse zu verhindern, nicht evidenzbasiert belegt werden kann. Im Durchschnitt schneiden \u00e4rztliche Personen bei fast jeder siebten von ihnen betreuten vaginalen Geburt. Etwas mehr als jede zweite Mutter bei der ein Dammschnitt durchgef\u00fchrt wurde gab an, keine ausreichende Aufkl\u00e4rung erhalten zu haben und jede Vierte war mit dem Dammschnitt nicht einverstanden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Selbstbestimmung im Krei\u00dfsaal nicht immer gegeben<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zudem konnten die Bonner Forschenden im Rahmen von MAM-Care zeigen<\/strong>, dass die Zufriedenheit der Geb\u00e4renden unter anderem mit der selbstbestimmten Wahl der finalen Geburtsposition zusammenh\u00e4ngt. Gleichzeitig gaben fast 40 Prozent der Befragten, die ihr Kind in R\u00fcckenlage geboren haben an, dass sie diese Position nicht freiwillig gew\u00e4hlt haben. \u201eHier m\u00f6chten wir jetzt in der zweiten Projektphase ansetzen, indem wir durch kleine Nudges versuchen die Frauen zu bef\u00e4higen selbstbestimmter zu agieren\u201c, sagt <strong>Prof. Scholten<\/strong>. Das Konzept der Nudges meint das Setzen von subtilen Anreizen oder Ver\u00e4nderungen in der Umgebung, die das Verhalten von Patienten oder medizinischem Personal beeinflussen, ohne dabei die Entscheidungsfreiheit einzuschr\u00e4nken. <strong>Prof. Scholten betont<\/strong>: \u201eSomit geht es uns nicht um gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen in der Versorgung, sondern um kleine Ma\u00dfnahmen, die niederschwellig implementiert und eingesetzt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>F\u00f6rderung:<\/strong> Das vom <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BMBF<\/a> gef\u00f6rderte Forschungsprojekt <a href=\"https:\/\/www.ukbonn.de\/chsr\/projekte\/mam-care\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MAM-Care<\/a> wurde in der ersten Projektphase von der <a href=\"https:\/\/www.tk.de\/techniker\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">TK<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.aok.de\/pk\/rh\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AOK Rheinland Hamburg<\/a> unterst\u00fctzt, welche an der Durchf\u00fchrung der M\u00fctterbefragung ma\u00dfgeblich mit beteiligt waren. Dar\u00fcber hinaus wird das Projekt von einer gro\u00dfen Expertenschaft aus den unterschiedlichsten Professionen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die BMBF-gef\u00f6rderte Nachwuchsgruppe in der Versorgungsforschung am UKB: (v. li) Lissa Haid-Schmallenberg, Arno St\u00f6cker, Prof. Nadine Scholten, Niklas&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74616,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1842],"tags":[32332,1741,32333,3364,29,32334,32335,32336,32337,30,32338,1209,32339,32340,32341],"class_list":{"0":"post-74615","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bonn","8":"tag-bmbf-foerderprojekt","9":"tag-bonn","10":"tag-dammschnitt-aufklaerung","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-fundusdruck-geburt","14":"tag-geburtserleben-muetter","15":"tag-geburtshilfe-forschung","16":"tag-geburtshilfliche-versorgung","17":"tag-germany","18":"tag-mam-care","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-selbstbestimmte-geburt","21":"tag-universitaetsklinikum-bonn","22":"tag-versorgungsforschung-bonn"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114429938020862044","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74615\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74616"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}