{"id":747141,"date":"2026-01-26T02:08:12","date_gmt":"2026-01-26T02:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747141\/"},"modified":"2026-01-26T02:08:12","modified_gmt":"2026-01-26T02:08:12","slug":"groesstes-interstellares-schwefelmolekuel-entdeckt-molekuelfund-liefert-neue-einblicke-in-die-urspruenge-der-irdischen-lebensbausteine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747141\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dftes interstellares Schwefelmolek\u00fcl entdeckt &#8211; Molek\u00fclfund liefert neue Einblicke in die Urspr\u00fcnge der irdischen Lebensbausteine"},"content":{"rendered":"<p>Laborversuch verr\u00e4t spektralen Fingerabdruck<\/p>\n<p>Im ersten Schritt erzeugten die Astrochemiker eines der Schwefelmolek\u00fcle im Labor, die in den kosmischen Molek\u00fclwolken existieren k\u00f6nnten: 2,5-Cyclohexadien-1-thion (C\u2086H\u2086S), kurz 2,5-CT. Dabei handelt es sich um eine ringf\u00f6rmige Kohlenwasserstoff-Verbindung mit einem Schwefelatom. Der direkte chemische Vorl\u00e4ufer dieses Molek\u00fcl, Thiophenol, wurde bereits in Meteoriten nachgewiesen.<\/p>\n<p>Mit einem eigens daf\u00fcr entwickelten Spektrometer ma\u00dfen die Astrochemiker dann, welche spektrale Signatur das 2,5-CT im Radiowellenbereich produziert. Es zeigte sich: Das komplexe schwefelhaltige Molek\u00fcl hinterl\u00e4sst einen charakteristischen \u201eRadio-Fingerabdruck\u201c aus 92 Spektrallinien. Dieses hochaufgel\u00f6ste Spektralsignatur er\u00f6ffnete nun die Chance, gezielter als zuvor im Weltraum nach diesem einem Molek\u00fcl zu suchen.\n<\/p>\n<p>Fund in galaktischer Molek\u00fclwolke<\/p>\n<p>Im zweiten Schritt folgte die astronomische Fahndung nach dem 2,5-CT-Molek\u00fcl. Daf\u00fcr wertete das Team die spektralen Daten zweier Radioteleskope aus, die die 27.000 Lichtjahre entfernte Molek\u00fclwolke G+0,693\u20130,027 durchmustert hatten. Diese relativ k\u00fchle Wolke liegt in der N\u00e4he des Milchstra\u00dfenzentrums und enth\u00e4lt nur wenige in Radiobereich hell strahlende Objekte. \u201eDas verringert St\u00f6reffekte durch verschmelzende Linien und hohe Anregungstemperaturen\u201c, erkl\u00e4ren Araki und seine Kollegen.\n<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich: Die Forschenden entdeckten zahlreiche Spektrallinien aus dem \u201eFingerabdruck\u201c des gesuchten Schwefelmolek\u00fcls. \u201eDies ist die erste eindeutige Entdeckung eines komplexen, ringf\u00f6rmigen schwefelhaltigen Molek\u00fcls im interstellaren Raum\u201c, sagt Araki. Mit insgesamt 13 Atomen ist es das bisher gr\u00f6\u00dfte bekannte schwefelhaltige Molek\u00fcl im interstellaren Raum. Die bisher gr\u00f6\u00dften Schwefelmolek\u00fcle, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/ausserirdisches-leben-auf-naher-wasserwelt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dimethylsulfid<\/a>, hatten neun Atome und waren kettenf\u00f6rmig.\n<\/p>\n<p>Nur die Spitze des Eisbergs<\/p>\n<p>\u201eDie Entdeckung von 2,5-CT demonstriert, dass die interstellare Chemie zyklischer Molek\u00fcle \u00fcber die bisher bekannten Familien hinaus geht und auch schwefelhaltige Verbindungen umfasst\u201c, schreiben Araki und sein Team. \u201eDies er\u00f6ffnet ein neues Fenster in die kosmische Schwefelchemie.\u201c Die Astrochemiker gehen davon aus, dass das jetzt nachgewiesene ringf\u00f6rmige Schwefelmolek\u00fcl nur die Spitze eines ganzen Eisbergs an komplexen schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen sein k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p>Gleichzeitig repr\u00e4sentiert das jetzt nachgewiesene 2,5-CT ein Bindeglied von den Molek\u00fclwolken und Sternenwiegen der Milchstra\u00dfe zu den Meteoriten und Kometen unseres Sonnensystems \u2013 und damit letztlich auch zur Erde und dem irdischen Leben. (Nature Astronomy, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-025-02749-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41550-025-02749-7<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Nature Astronomy, Max-Planck-Institut f\u00fcr extraterrestrische Physik<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>26. Januar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Laborversuch verr\u00e4t spektralen Fingerabdruck Im ersten Schritt erzeugten die Astrochemiker eines der Schwefelmolek\u00fcle im Labor, die in den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":747142,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[135],"tags":[170638,5738,29,30,170639,170640,69919,170641,132862,170642,190,189,194,191,193,192],"class_list":["post-747141","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astrochemie","tag-chemie","tag-deutschland","tag-germany","tag-interstellares-medium","tag-lebensbausteine","tag-milchstrasse","tag-molekuelwolke","tag-schwefel","tag-schwefelmolekuel","tag-science","tag-science-technology","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115958966284294368","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=747141"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747141\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/747142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=747141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=747141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=747141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}