{"id":747444,"date":"2026-01-26T05:17:10","date_gmt":"2026-01-26T05:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747444\/"},"modified":"2026-01-26T05:17:10","modified_gmt":"2026-01-26T05:17:10","slug":"augsburger-jugendliche-setzen-erhoehung-in-bayern-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747444\/","title":{"rendered":"Augsburger Jugendliche setzen Erh\u00f6hung in Bayern durch"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Taschengeldverhandlungen geh\u00f6ren zu den h\u00e4rtesten Diskussionen, die Kinder und Teenager mit ihren Eltern f\u00fchren. Da wird mitunter um jeden Euro gefeilscht \u2013 wie auf dem Basar. Jugendliche, die in der Jugendhilfe betreut werden, haben es hier ungleich schwerer. Denn ihr Verhandlungspartner ist kein Geringerer als der Freistaat Bayern. Trotz dieser Aussicht vor Augen haben sich einige Jugendliche aus den Augsburger Jugendwohngruppen des SOS-Kinderdorfs der Herausforderung gestellt. Und mit ihrem Engagement nicht nur gelernt, dass sie selbst etwas bewirken k\u00f6nnen, sondern auch Tausenden von Jungen und M\u00e4dchen in Bayern eine satte Taschengelderh\u00f6hung beschert.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bei einem der regelm\u00e4\u00dfigen Gruppentreffen habe ein junger Mann, der schon \u00fcber 18 war, das Thema erstmals angesprochen, erinnert sich Sonja Cestonaro, Fachkraft f\u00fcr Jugend- und Betreutenschutz. \u201eEr fand es ungerecht, dass er so viel mehr Geld bekommt als ein erst 17-J\u00e4hriger.\u201c Denn nach den alten S\u00e4tzen, die seit 2019 nicht mehr ver\u00e4ndert und auch nicht an die Inflation angepasst worden waren, gab es f\u00fcr 17-J\u00e4hrige nur ein Drittel der 154 Euro, die Vollj\u00e4hrige \u2013 auch jene, die bereits arbeiteten\u00a0\u2013 bekamen. Gemeinsam machten sich die jungen Menschen deshalb auf den Weg, das zu \u00e4ndern. Sie recherchierten zun\u00e4chst, wer die S\u00e4tze \u00fcberhaupt festlegt, und sprachen bei einem Gruppenabend \u00fcber das Thema. Doch dabei blieb es nicht. \u201eEin Jugendlicher hat gesagt: Das geht so nicht, wir m\u00fcssen etwas tun\u201c, sagt Cestonaro. Er schrieb einen Brief an den Landesheimrat und das Landesjugendamt. Zur\u00fcckgekommen sei dann eine mit vielen juristischen Begriffen gespickte Antwort, die wenig Hoffnung auf eine schnelle \u00c4nderung machte.\n  <\/p>\n<p>            Junge Augsburger drehten ein Video, um etwa zu bewegen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Trotzdem lie\u00dfen die Jugendlichen aus Augsburg nicht locker. Gemeinsam mit ihrem Betreuer Korbinian Polanka drehten sie deshalb ein Video, in dem sie auf das Thema aufmerksam machten und die Probleme erkl\u00e4rten. \u201eWir wollen kein Geld verprassen. Aber es geht um Fairness, Teilhabe und Zukunft\u201c, sagt ein junger Mann darin. Denn junge Menschen in der Jugendhilfe w\u00fcrden finanziell oftmals nicht aus dem Elternhaus unterst\u00fctzt. Manche von ihnen k\u00f6nnen aufgrund von psychischen Problemen neben der Schule nicht auch noch einen Nebenjob annehmen, um sich etwas dazuzuverdienen. Mal ins Kino, auf ein Konzert oder in die Trampolinhalle gehen war mit den alten S\u00e4tzen und den Preissteigerungen kaum drin. Geschweige denn etwas zur\u00fcckzulegen f\u00fcr den F\u00fchrerschein, ein neues Fahrrad oder eine Geburtstagsparty. \u201eIn anderen Bundesl\u00e4ndern bekamen die Jugendlichen teils das Doppelte, das fand ich echt unfair\u201c, erz\u00e4hlt Sara, die in Augsburg in einer Jugendwohngruppe lebt und im Video zu sehen ist.\n  <\/p>\n<p>            Im Ausschuss des Landtags wurde das Augsburger Video gezeigt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Video mit ihren Argumenten schickten die Verantwortlichen des SOS-Kinderdorfs Augsburg in einem n\u00e4chsten Schritt an die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen. Man werde sich f\u00fcr das Thema einsetzen, kam als Antwort zur\u00fcck. \u201eWir h\u00e4tten ehrlich gesagt nicht gedacht, dass das was wird\u201c, sagt Sara. Doch dann meldete sich ein Vertreter des Landesjugendhilfeausschusses und kam sogar zu Besuch. Denn dort stand das Thema schon auf der Agenda. \u201eWir sind offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen\u201c, sagt Sonja Cestonaro. So kam die Sache richtig ins Rollen. Im Juli 2025 besch\u00e4ftigte sich der Ausschuss mit dem Thema. In der Sitzung lief auch das Video aus Augsburg. Am Ende schlug der Ausschuss eine Erh\u00f6hung der Taschengelds\u00e4tze vor. Eine Empfehlung, der der Bayerische Landtag im November 2025 folgte. Bereits wenige Wochen sp\u00e4ter, am 1. Januar 2026, traten die neuen S\u00e4tze in Kraft.\n  <\/p>\n<p>            Die Jugendlichen haben gesehen, was Engagement bewirken kann<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seitdem bekommt Sara monatlich 107 Euro. Damit hat sich ihr Taschengeld verdoppelt. Allzu lange wird sie von der Erh\u00f6hung f\u00fcr Minderj\u00e4hrige aber nicht profitieren. Denn schon in wenigen Wochen wird sie 18. So wie ihr geht es vielen ihrer Mitstreiter aus dem Video. Die allermeisten sind schon vollj\u00e4hrig und gar nicht mehr selbst von der Anhebung der S\u00e4tze betroffen. Daf\u00fcr aber viele andere. Nicht nur in Augsburg. Viel Lob gab es deshalb zwischenzeitlich auch aus anderen Landesteilen f\u00fcr das Engagement der Augsburger. Sonja Cestonaro freut sich nicht nur, dass die S\u00e4tze nun h\u00f6her sind, sondern auch dar\u00fcber, dass die Jugendlichen im Rahmen des ganzen Prozesses sehen konnten, wie pers\u00f6nliches Engagement zu Ver\u00e4nderungen f\u00fchren kann. \u201eGerade unsere Jugendlichen erleben sonst oft, dass Entscheidungen \u00fcber ihre K\u00f6pfe hinweg getroffen werden.\u201c Daneben freut sich aber noch einer: Sonja Cestonaros Sohn. Denn nachdem sich seine Mutter an den offiziellen S\u00e4tzen orientiert, gibt es nun auch f\u00fcr ihn mehr Taschengeld.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Katharina Indrich<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Augsburg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Taschengeld<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Taschengeldverhandlungen geh\u00f6ren zu den h\u00e4rtesten Diskussionen, die Kinder und Teenager mit ihren Eltern f\u00fchren. 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