{"id":747819,"date":"2026-01-26T08:56:10","date_gmt":"2026-01-26T08:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747819\/"},"modified":"2026-01-26T08:56:10","modified_gmt":"2026-01-26T08:56:10","slug":"berlin-wie-jugendliche-ueber-ein-verbot-von-sozialen-medien-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/747819\/","title":{"rendered":"Berlin | Wie Jugendliche \u00fcber ein Verbot von sozialen Medien denken"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Kinder und Jugendliche sollten soziale Medien erst ab einem gewissen Alter nutzen d\u00fcrfen &#8211; das finden zumindest viele Erwachsene. Doch wie denken die Jugendlichen eigentlich selbst dar\u00fcber? Das Institut f\u00fcr Sozialarbeit und Sozialp\u00e4dagogik (ISS) hat beispielhaft einige von ihnen gefragt.\u00a0<\/p>\n<p>Im Auftrag des AWO-Bundesverbands haben die Wissenschaftler eine qualitative Studie durchgef\u00fchrt und in Deutschland verteilt in vier Jugendeinrichtungen mit etwa 30 Kindern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gesprochen. Die Antworten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden anonymisiert. So haben sie geantwortet.\u00a0<\/p>\n<p>Sollte ein Mindestalter eingef\u00fchrt werden?<\/p>\n<p>\u00abIch w\u00fcrde ab 14 sagen, weil man genau da strafm\u00fcndig ist und man genau wei\u00df, wenn man halt was macht oder nicht macht\u00bb, sagt ein Umfrageteilnehmer.\u00a0<\/p>\n<p>Die meisten der befragten Jugendlichen sprechen sich f\u00fcr ein Mindestalter ab 14 Jahren aus. Allerdings wurden in der Umfrage auch keine unter 14-J\u00e4hrigen befragt. Viele finden, dass j\u00fcngere Nutzerinnen und Nutzer oft einen weniger reflektierten Umgang mit sozialen Medien haben, weniger auf Datenschutz achten und sich leichter von Fake News oder gef\u00e4hrlichen Trends beeinflussen lassen. \u00abMan hat nicht so viel darauf geachtet, was man gepostet hat, was man gemacht hat, mit wem man geschrieben hat und alles\u00bb, sagt ein Teenager \u00fcber sein j\u00fcngeres Ich.<\/p>\n<p>Sollte es f\u00fcr alle Plattformen das gleiche Mindestalter geben?<\/p>\n<p>\u00abNetflix ist \u00fcber 18, kann so bleiben, aber YouTube nein. Muss so bleiben, wie es ist, frei zug\u00e4nglich\u00bb, findet ein Teenager.\u00a0<\/p>\n<p>Die Jugendlichen finden manche Plattformen problematischer als andere. Kritischer blicken sie zum Beispiel auf Instagram, Reddit oder X, weil dort weniger gefiltert werde. Dementsprechend sollte das Mindestalter auch variieren, finden viele. Ein Umfrageteilnehmer sagt, Instagram k\u00f6nne man zum Beispiel ab 15 Jahren freischalten. Snapchat hingegen sei harmlos. \u00abWenn du die Person nicht annimmst, dann kann doch nichts passieren.\u00bb<\/p>\n<p>Ein Jugendlicher bezeichnet Tiktok als gef\u00e4hrlich, vor allem wegen Inhalten, die mit K\u00fcnstlicher Intelligenz erzeugt w\u00fcrden. \u00abWenn das jetzt nochmal zwei Jahre so weitergeht, wird das f\u00fcr J\u00fcngere sehr schwierig, das zu unterscheiden.\u00bb<\/p>\n<p>Wie sieht es mit einem kompletten Verbot aus?<\/p>\n<p>\u00abAltmodisch\u00bb, findet ein Jugendlicher. Es sei kaum vorstellbar, bei einem Freund an der Haust\u00fcr klingeln zu m\u00fcssen, um sich zu verabreden. \u00abVielleicht kommt er dann nicht raus. Dann bin ich umsonst rausgegangen. Also besser nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Insgesamt wird ein Verbot laut den Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Einerseits k\u00f6nnten Jugendliche, die im echten Leben wenig Kontakte h\u00e4tten durch Social Media Freundschaften schlie\u00dfen. Mit einem Verbot ginge das nicht mehr. Andererseits sind die Teenager sich bewusst, dass soziale Medien s\u00fcchtig und einsam machen k\u00f6nnten. Ein Leben ohne? F\u00fcr sie trotzdem nicht vorstellbar. Faste alle Kommunikation laufe \u00fcber Messenger-Dienste, nicht nur mit Freunden, sondern zum Beispiel auch mit Lehrern.\u00a0<\/p>\n<p>Sind Zeitbegrenzungen eine L\u00f6sung?<\/p>\n<p>Ein Jugendlicher erz\u00e4hlt, er habe am Anfang eine Zeitbegrenzung von einer halben Stunde gehabt. \u00abEine halbe Stunde finde ich pers\u00f6nlich auch immer noch ein bisschen wenig. Aber diese Zeitbegrenzung fand ich wirklich gut. (&#8230;) also damals nicht, mittlerweile schon, (&#8230;) dass die Eltern sagen, okay, hier, du kriegst vielleicht zwei Stunden f\u00fcr alles und dann kriegst du aber noch Spotify.\u00bb<\/p>\n<p>Auch andere Jugendliche halten eine Zeitbegrenzung f\u00fcr eine L\u00f6sung, um die Bildschirmzeit zu verringern.<\/p>\n<p>Was w\u00fcnschen die Jugendlichen sich?<\/p>\n<p>Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmern w\u00fcnschen sich mehr Regulierung. Sie w\u00fcnschen sich, dass die Plattformen mehr Verantwortung \u00fcbernehmen und Inhalte altersgerecht filtern. Auf Plattformen wie Instagram und Tiktok bestehe zu wenig Jugendschutz. Pornografische, gewaltverherrlichende oder verst\u00f6rende Inhalte seien auch f\u00fcr sehr junge Nutzer sichtbar. Sie schildern, wie sie Accounts blockieren und melden oder ihren Account selbst l\u00f6schen, um sich zu sch\u00fctzen. Auch Eltern tragen ihrer Ansicht nach Verantwortung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Kinder und Jugendliche sollten soziale Medien erst ab einem gewissen Alter nutzen d\u00fcrfen &#8211; das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":747820,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1724,198,1114,62,1940,1938],"class_list":{"0":"post-747819","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-gesellschaft","15":"tag-internet","16":"tag-kinder","17":"tag-medien","18":"tag-nachrichten-aus-berlin","19":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115960570437144957","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=747819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747819\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/747820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=747819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=747819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=747819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}