{"id":74850,"date":"2025-05-01T03:25:14","date_gmt":"2025-05-01T03:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/74850\/"},"modified":"2025-05-01T03:25:14","modified_gmt":"2025-05-01T03:25:14","slug":"drohnenfluege-spionageverdacht-im-moor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/74850\/","title":{"rendered":"Drohnenfl\u00fcge &#8211; Spionageverdacht im Moor"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.04.2025 16:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Saterland bei Ostfriesland befindet sich eine hochsensible Einrichtung der Marine. K\u00fcrzlich wurden dort Drohnenfl\u00fcge festgestellt. Ein Wachsoldat entdeckte zudem verd\u00e4chtige Personen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Florian Flade, WDR und Manuel Bewarder, WDR\/NDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAcht riesige, rot-wei\u00dfe Antennen ragen in Ramsloh bei Emden\u00a0in den Himmel. Sie sind beeindruckende 352 Meter hoch. Deutschlands h\u00f6chstes Geb\u00e4ude, der Berliner Fernsehturm, ist nur knapp zehn Meter h\u00f6her. Hier, in der Moorlandschaft des Saterlandes, befindet sich eine Funksendestelle der Marine, eine hochsensible milit\u00e4rische Einrichtung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit mehr als 40 Jahren wird mithilfe der Mastantennen sichergestellt, dass die U-Boote der deutschen Marine und der verb\u00fcndeten NATO-Staaten per verschl\u00fcsseltem Funk ihre Befehle erhalten &#8211; auch wenn sie weit drau\u00dfen unterwegs sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMitte April machte nach Recherchen von WDR und NDR ein Soldat, der zum Wachschutz der Marinedienststelle abgestellt war, bei einem Rundgang eine verd\u00e4chtige Beobachtung: Drei M\u00e4nner waren offenbar mit einem Transporter in der N\u00e4he der Sendeantennen unterwegs. Mehrere Drohnen sollen sie steigen gelassen haben, darunter ein auff\u00e4llig gro\u00dfes Flugobjekt.<\/p>\n<p>    Etwas auf Russisch zugerufen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer wachhabende Soldat soll sich dem Trio, das sich au\u00dferhalb der Milit\u00e4ranlage aufgehalten habe, gen\u00e4hert und dieses durch den Zaun angesprochen haben. Dabei soll einer der M\u00e4nner ihm etwas auf Russisch zugerufen haben, wie der Soldat sp\u00e4ter offenbar zu Protokoll gab. Dann, so hei\u00dft es, verschwanden die mutma\u00dflichen Drohnenpiloten mit dem Fahrzeug wieder. Die Polizei, die der Recherche zufolge alarmiert worden war, habe die verd\u00e4chtigen Personen nicht mehr angetroffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSowohl das Bundesamt f\u00fcr den Milit\u00e4rischen Abschirmdienst (MAD) als auch das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) sind nach Informationen von WDR und NDR mit dem Sachverhalt inzwischen befasst. Eine Sprecherin der \u00f6rtlichen Polizeiinspektion Leer\/Emden teilte auf Anfrage mit, dass der beschriebene Sachverhalt bekannt sei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die verd\u00e4chtigen Personen konnten bislang nicht identifiziert werden.&#8220; Nach rechtlicher W\u00fcrdigung durch die Staatsanwaltschaft Aurich l\u00e4gen die Voraussetzungen f\u00fcr die Einleitung eines Strafverfahren nicht vor. Das Bundesverteidigungsministerium teilte auf Anfrage lediglich mit, dass\u00a0es aus Gr\u00fcnden der milit\u00e4rischen Sicherheit keine Auskunft auf die Fragen geben kann.<\/p>\n<p>    Zahl der Drohnensichtungen stark gestiegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 hat die Zahl der verd\u00e4chtigen Drohnensichtungen in Deutschland stark zu genommen. Vor allem \u00fcber milit\u00e4rischen Einrichtungen wie Bundeswehrkasernen und Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen, aber auch \u00fcber Anlagen der kritischen Infrastruktur &#8211; wie Industrie- und Chemieparks &#8211; kam es geh\u00e4uft zu Sichtungen von Flugobjekten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einigen F\u00e4llen handelte es sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbeh\u00f6rden um ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Drohnen, die eher nicht von Hobbypiloten eingesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den Sicherheitsbeh\u00f6rden besteht der Verdacht, dass etwa russische Geheimdienste oder von russischen Stellen angeworbene Agenten f\u00fcr einige der verd\u00e4chtigen Drohnenfl\u00fcge verantwortlich sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Abwehr der Drohnen ist bislang kaum gelungen. Und auch die Identifizierung der Drohnenpiloten erweist sich als gro\u00dfe Herausforderung. Oft sind die Flugobjekte nachts unterwegs, fliegen sehr schnell und meist nur f\u00fcr wenige Minuten. Eine Nachverfolgung gelang nur in sehr wenigen Ausnahmef\u00e4llen, die \u00fcblichen Abwehrmittel wie Jammer, mit denen die Funksignale zu Drohnen gest\u00f6rt werden k\u00f6nnten, zeigten bislang kaum Wirkung.<\/p>\n<p>    Drohneaufnahmen von einem Marinest\u00fctzpunkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm 27. M\u00e4rz wurde nach Informationen von WDR und NDR in Wilhelmshaven ein Drohnenpilot von der Polizei identifiziert und festgenommen. Der 39-J\u00e4hrige aus Wilhelmshaven soll mit einer Drohne Aufnahmen von einem Marinest\u00fctzpunkt gemacht haben. Er war bereits kurz zuvor wegen Drohnenfl\u00fcgen polizeilich festgestellt worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGegen den Mann sind inzwischen zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des sicherheitsgef\u00e4hrdenden Abbildens einer milit\u00e4rischen Einrichtung und f\u00fcnf Ordnungswidrigkeiten anh\u00e4ngig. Hinweise auf einen Spionagehintergrund soll es hier allerdings nicht geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Sicherheitskreisen hei\u00dft es, ein Problem sei, dass die Zust\u00e4ndigkeit des Bundeswehrwachpersonals unmittelbar an der Grenze der Bundeswehreinrichtungen ende. Au\u00dferhalb davon sei die Polizei zust\u00e4ndig &#8211; diese w\u00fcrde aber oftmals erst mit Verz\u00f6gerung eintreffen. Das f\u00fchre dazu, dass in einigen F\u00e4llen Drohnenpiloten nicht festgenommen werden konnten.<\/p>\n<p>    Drohnenabwehr mit Waffengewalt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie scheidende Bundesregierung hatte noch eine Gesetzes\u00e4nderung im Kabinett beschlossen. Demnach soll die Bundeswehr in Ausnahmef\u00e4llen auch mit Waffengewalt Drohnen abwehren d\u00fcrfen, wenn die \u00f6rtlichen Polizeibeh\u00f6rden nicht \u00fcber notwendige Mittel verf\u00fcgen und unmittelbare Gefahr besteht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn der Praktikabilit\u00e4t dieses Gesetzesentwurfes gab es beh\u00f6rdenintern allerdings auch schon Kritik. Die \u00c4nderung des Luftsicherheitsgesetzes war vom Bundesinnenministerium und dem Verteidigungsministerium erarbeitet worden, im alten Bundestag aber nicht mehr beschlossen worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 30.04.2025 16:00 Uhr Im Saterland bei Ostfriesland befindet sich eine hochsensible Einrichtung der Marine. K\u00fcrzlich wurden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74851,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[685,10068,13,14,15,307,12,3555,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-74850","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-bundeswehr","9":"tag-drohnen","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russland","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-spionage","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114430445046261588","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74850"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74850\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}