{"id":749488,"date":"2026-01-27T00:24:12","date_gmt":"2026-01-27T00:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/749488\/"},"modified":"2026-01-27T00:24:12","modified_gmt":"2026-01-27T00:24:12","slug":"heidelberg-krebsrisiko-ist-es-besser-zu-vapen-statt-zu-rauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/749488\/","title":{"rendered":"Heidelberg | Krebsrisiko: Ist es besser, zu vapen statt zu rauchen?"},"content":{"rendered":"<p>Heidelberg (dpa\/tmn) &#8211; Beim Rauchen wird Tabak verbrannt und eingeatmet, was bekanntlich viele gesundheitliche Risiken birgt. Unter anderem kann es Krebs verursachen. E-Zigaretten und Vapes hingegen erhitzen eine Fl\u00fcssigkeit, ein sogenanntes Liquid. Statt Rauch inhaliert man Dampf.\u00a0<\/p>\n<p>Eine gel\u00e4ufige Annahme lautet: Im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Zigaretten sind E-Zigaretten weniger sch\u00e4dlich. Doch ist das wirklich so? Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum kl\u00e4rt im Interview auf, was \u00fcber die Risiken von E-Zigaretten bekannt ist.\u00a0<\/p>\n<p>Frau Schaller, wie unterscheidet sich das Krebsrisiko von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten?<\/p>\n<p>Katrin Schaller: Das kann man nicht genau sagen. Was ganz klar ist: Zigarettenrauch ist ein Giftcocktail, und da sind an die 100 Substanzen drin, die Krebs erzeugen oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.\u00a0<\/p>\n<p>Das Aerosol von E-Zigaretten enth\u00e4lt auch Schadstoffe, aber deutlich weniger als Zigarettenrauch, was im Vergleich nat\u00fcrlich kein Kunstst\u00fcck ist. Da sind aber auch ein paar krebserregende Substanzen dabei.\u00a0<\/p>\n<p>Momentan kann man nicht sagen, inwieweit diese Menge ausreicht, Krebs zu erzeugen. Es ist nat\u00fcrlich denkbar. In Tier- und Zellversuchen sieht man bereits, dass durch diese Substanzen im K\u00f6rper etwas passiert, was die Basis f\u00fcr chronische Erkrankungen ist &#8211; und da geh\u00f6rt auch Krebs dazu.\u00a0<\/p>\n<p>Aber es fehlen die Langzeitstudien, die klar sagen w\u00fcrden, ob ein Krebsrisiko besteht, wie hoch das ist und welche Krebsarten da betroffen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem h\u00e4ngt die Menge der Schadstoffe im E-Zigaretten-Aerosol von verschiedenen Faktoren ab. Das kann sich von E-Zigarette zu E-Zigarette unterscheiden. Je nachdem, wie stark die das Liquid erhitzen, wie hoch die Leistungsf\u00e4higkeit ist, was in dem Liquid drin ist, wie der Nutzer das verwendet, wie stark man zum Beispiel dran zieht, ob das zu einer \u00dcberhitzung f\u00fchrt und so weiter.<\/p>\n<p>Hei\u00dft das, ich kann durch die Art des Gebrauchs selbst mit steuern, wie sch\u00e4dlich die E-Zigarette ist?<\/p>\n<p>Schaller: Man kann das ganz hervorragend steuern, indem man sie einfach nicht verwendet. Die Empfehlung ist ganz klar: Wenn man etwas f\u00fcr seine Gesundheit tun will, l\u00e4sst man die Finger davon.\u00a0<\/p>\n<p>Gerade junge Menschen und Nichtrauchende sollten gar nicht erst anfangen, weil ein sehr hohes Abh\u00e4ngigkeitsrisiko besteht. E-Zigaretten geben Nikotin inzwischen \u00e4hnlich effektiv ab wie herk\u00f6mmliche Zigaretten. Da k\u00f6nnen gerade junge Menschen innerhalb sehr kurzer Zeit abh\u00e4ngig werden.<\/p>\n<p>Hersteller suggerieren nat\u00fcrlich gerne, dass E-Zigaretten weniger sch\u00e4dlich sind als Tabakzigaretten. Es deutet auch vieles darauf hin. Aber beim Gebrauch von E-Zigaretten werden dennoch Schadstoffe inhaliert, die im K\u00f6rper sch\u00e4dliche Prozesse in Gang setzen k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Es ist mit einem Gesundheitsrisiko zu rechnen. In erster Linie werden sehr wahrscheinlich die Lunge und das Herz-Kreislauf-System betroffen sein. Die Lunge ist der erste Kontakt mit dem K\u00f6rper, weil ich da die Schadstoffe rein inhaliere. Und das Nikotin wirkt auf das Herz-Kreislauf-System und kann es belasten.<\/p>\n<p>Viele versuchen auch, auf E-Zigaretten umzusteigen, wenn sie zuvor Tabak geraucht haben. Sehen Sie f\u00fcr diese Menschen gesundheitliche Vorteile?<\/p>\n<p>Schaller: Wenn man raucht, ist die Empfehlung immer: Man sollte aufh\u00f6ren zu rauchen. Das ist das Einzige, was der Gesundheit sicher hilft.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn man das nicht kann oder nicht will und sagt, ich m\u00f6chte aber gerne auf E-Zigaretten umsteigen, dann ist die klare Empfehlung: vollst\u00e4ndig umsteigen, statt einen dualen Konsum zu fahren. Man sollte also nicht mal rauchen und mal eine E-Zigarette verwenden. Das liegt einfach daran: Solange ich rauche, ist schon eine Zigarette am Tag sch\u00e4dlich.\u00a0<\/p>\n<p>Langfristig m\u00fcsste das Ziel nat\u00fcrlich sein, auch von der E-Zigarette loszukommen, weil weiterhin eine gewisse Schadstoffbelastung besteht und man in der Abh\u00e4ngigkeit h\u00e4ngen bleibt.<\/p>\n<p>ZUR PERSON: Katrin Schaller ist Leiterin der Stabsstelle Krebspr\u00e4vention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Heidelberg (dpa\/tmn) &#8211; Beim Rauchen wird Tabak verbrannt und eingeatmet, was bekanntlich viele gesundheitliche Risiken birgt. 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