{"id":75037,"date":"2025-05-01T05:09:10","date_gmt":"2025-05-01T05:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75037\/"},"modified":"2025-05-01T05:09:10","modified_gmt":"2025-05-01T05:09:10","slug":"kommunalwahlen-england-farage-und-reform-uk-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75037\/","title":{"rendered":"Kommunalwahlen England: Farage und Reform UK im Fokus"},"content":{"rendered":"<p>              1.05.2025 05:46<\/p>\n<p>              (Akt. 1.05.2025 05:46)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1486114034_BLD_Online-4-3-400533033-533x400.jpg\"   alt=\"Farage setzt Labour und Konservativen zu\" title=\"Farage setzt Labour und Konservativen zu\"\/><\/p>\n<p>                    Farage setzt Labour und Konservativen zu<br \/>\n                     \u00a9APA\/AFP<\/p>\n<p>\n        In Teilen Englands sind die B\u00fcrger am Donnerstag zu Kommunalwahlen aufgerufen, die als Stimmungstest f\u00fcr die britische Labour-Regierung von Premier Keir Starmer gelten. Mit Spannung wird das Abschneiden der rechtspopulistischen, ausl\u00e4nderfeindlichen Partei Reform UK des Brexit-Frontmannes Nigel Farage erwartet. Sie f\u00fchrt seit Monaten in landesweiten W\u00e4hlerumfragen. Bangen m\u00fcssen aber vor allem die konservativen Tories, die mit der richtigen Linie im Umgang mit Farage k\u00e4mpfen.\n      <\/p>\n<p>1.640 Sitze in 23 Gemeinder\u00e4ten werden bei der Wahl besetzt, in sechs St\u00e4dten werden die B\u00fcrgermeister neu gew\u00e4hlt. Im nordwestenglischen Bezirk Runcorn and Helsby wird zudem ein Parlamentssitz neu besetzt, nachdem der bisherige Inhaber des Unterhausmandates von der Labour-Partei wegen K\u00f6rperverletzung verurteilt worden war.<\/p>\n<p>Farage als Totengr\u00e4ber der Tories?<\/p>\n<p>In der Woche der englischen Kommunalwahlen zeigte das Titelblatt des renommierten britischen Magazins &#8222;Economist&#8220; das gro\u00dfformatige Gesicht von Farage, der mit l\u00e4ssigem Ausdruck durch eine Sonnenbrille blickt. Er schaffte erst im achten Anlauf den Sprung ins Unterhaus. Trotzdem sei er ein &#8222;Mann, den Gro\u00dfbritannien nicht ignorieren kann&#8220;, wie der &#8222;Economist&#8220; titelt. Doch ist er auch Gro\u00dfbritanniens n\u00e4chster Premierminister und Totengr\u00e4ber der traditionsreichen Konservativen Partei? Das ist sein erkl\u00e4rtes Ziel, wie er im vergangenen Jahr im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur deutlich machte.\u00a0<\/p>\n<p>Dass es so kommen k\u00f6nnte, gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Und das Ergebnis der Kommunalwahlen k\u00f6nnte sich als Omen erweisen. Und es ist in diesem Fall weniger die Regierungspartei als vor allem die oppositionelle Tory-Partei, die so ber\u00fchmte Regierungschefs wie Kriegspremier Winston Churchill und die &#8222;Eiserne Lady&#8220; Margaret Thatcher hervorgebracht hat, die bangen muss.\u00a0<\/p>\n<p>Noch unter dem konservativen Premier Boris Johnson errangen die Tories bei den Kommunalwahlen in denselben Bezirken 2021 einen Kantersieg. Bef\u00fcrchtet wird nun, dass sie rund die H\u00e4lfte ihrer knapp 1.000 Gemeinderatssitze verlieren werden &#8211; viele davon an Farages Partei Reform UK.<\/p>\n<p>Lange konnten die Konservativen Farage auf Abstand halten, der ihnen in verschiedenen Partei-Inkarnationen wie UKIP, der Brexit-Partei und zuletzt Reform UK von rechts Konkurrenz machte. EU-Austritt, Bootsfl\u00fcchtlinge, der Kampf gegen &#8222;wokes&#8220; Gedankengut: Worauf auch immer Farage sein Augenmerk legte, waren die Tories bald zur Stelle und machten sich seine Positionen zu eigen.<\/p>\n<p>Doch der Abstand schrumpfte zuletzt deutlich. Mit 25 Prozent liegt sie im Schnitt der j\u00fcngsten Umfragen sowohl sogar vor Labour (23 Prozent) als den Tories (21 Prozent). Zudem gilt die derzeitige konservative Parteichefin Kemi Badenoch als schwach.<\/p>\n<p>K\u00e4me es jetzt zu einer Parlamentswahl an, k\u00f6nnte es laut Sch\u00e4tzungen dazu kommen, dass Reform UK zur gr\u00f6\u00dften Fraktion im britischen Parlament wird. Das w\u00e4re ein Schock, denn bisher sorgte das britische Mehrheitswahlrecht meist zuverl\u00e4ssig daf\u00fcr, dass entweder die Konservativen oder Labour ein klares Regierungsmandat erhielten. Obschon nicht offiziell, war Gro\u00dfbritannien damit ein Zwei-Parteien-System.<\/p>\n<p>Lieb\u00e4ugeln mit Pakt oder Koalition<\/p>\n<p>Alptraum der Tories ist, dass dieses System dauerhaft gest\u00f6rt sein k\u00f6nnte, oder noch schlimmer, sich wieder einpendelt &#8211; aber nicht mit den Tories &#8211; sondern mit Reform UK als Gegenpol zu Labour. Bei den Konservativen wird daher bereits diskutiert, ob es besser w\u00e4re, einen Pakt oder eine Koalition mit Farage zu schlie\u00dfen. Badenoch schlie\u00dft das auf nationaler Ebene zumindest noch aus. Doch ihr parteiinterner Rivale Robert Jenrick lieb\u00e4ugelte bereits \u00f6ffentlich damit.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Parlamentswahl steht erst im Jahr 2029 an, und lokale Wahlergebnisse sind nur eingeschr\u00e4nkt aussagekr\u00e4ftig f\u00fcr nationale Trends. Doch Politikprofessor Tony Travers von der London School of Economics (LSE) glaubt, dass die inzwischen gut organisierte Farage-Partei von einem Erfolg auf kommunaler Ebene deutlich profitieren w\u00fcrde: &#8222;Es wird die F\u00e4higkeiten von Reform, Parlamentsmandate zu gewinnen, deutlich erh\u00f6hen&#8220;, sagte er vor Journalisten kurz vor dem Wahltermin. Bisher sitzt Reform mit gerade einmal vier Abgeordneten im Unterhaus.<\/p>\n<p>Labour hat &#8222;Paranoia&#8220; vor Reform<\/p>\n<p>Auch in der regierenden Labour Party ist die Angst vor Farage gro\u00df. LSE-Politikprofessorin Sara Hobolt spricht gar von einer &#8222;Paranoia&#8220;. Hintergrund ist, dass sich viele traditionelle Labour-W\u00e4hler aus der Arbeiterschicht, vor allem im Norden des Landes, beim Brexit-Referendum f\u00fcr den EU-Austritt ausgesprochen hatten. Bei ihnen d\u00fcrften Farages Botschaften auf fruchtbaren Boden sto\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Labour sieht es bei der Kommunalwahl zwar ebenfalls nicht gut aus. Doch ihre Verluste werden sich allein deswegen in Grenzen halten, weil die Partei schon bei der vergangenen Wahl schlecht abgeschnitten hatte. Zudem verf\u00fcgen die Sozialdemokraten \u00fcber eine satte Mehrheit im Parlament. Labour solle sich daher, &#8222;vielleicht ein bisschen mehr aufs Regieren und ein bisschen weniger auf die Reform-Partei fokussieren&#8220;, sagt Hobolt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"1.05.2025 05:46 (Akt. 1.05.2025 05:46) Farage setzt Labour und Konservativen zu \u00a9APA\/AFP In Teilen Englands sind die B\u00fcrger&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":75038,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,32507,17270,551,13,5554,32509,32506,20162,14,15,30683,16,9985,28671,12,31192,3992,3993,3994,3995,3996,3997,32508],"class_list":{"0":"post-75037","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-britische-politik","11":"tag-farage","12":"tag-grossbritannien","13":"tag-headlines","14":"tag-keir-starmer","15":"tag-kommunalwahlen","16":"tag-kommunalwahlen-england","17":"tag-labour","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-nigel-farage","21":"tag-politik","22":"tag-politische-bewegungen","23":"tag-reform-uk","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-tories","26":"tag-uk","27":"tag-united-kingdom","28":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","29":"tag-vereinigtes-koenigreich","30":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","31":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","32":"tag-wahlen-2023"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75037\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}