{"id":750565,"date":"2026-01-27T10:50:11","date_gmt":"2026-01-27T10:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750565\/"},"modified":"2026-01-27T10:50:11","modified_gmt":"2026-01-27T10:50:11","slug":"stromausfall-in-berlin-eine-million-euro-belohnung-fuer-hinweise-zu-anschlag-auf-stromversorgung-in-berlin-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750565\/","title":{"rendered":"Stromausfall in Berlin: Eine Million Euro Belohnung f\u00fcr Hinweise zu Anschlag auf Stromversorgung in Berlin &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Um wie viel es bei dieser Fahndung geht? Schon die Folgen der Tat gaben eine klare Antwort. Hunderttausend Menschen sa\u00dfen zu Beginn des Jahres in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a> bei eisiger K\u00e4lte pl\u00f6tzlich ohne Strom und Heizung da, nachdem ein Brandanschlag auf eine Kabelbr\u00fccke ganze Stadtteile von der Stromversorgung abgeschnitten hatte. Es dauerte Tage, bis Lichter wieder leuchteten und Heizkessel wieder liefen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eine weitere Antwort gibt nun ein Fahndungsaufruf des BKA, der an diesem Dienstag ver\u00f6ffentlich wurde. Gut drei Wochen nach der Tat gehen die Beh\u00f6rden ungew\u00f6hnliche Wege: Bei der schwierigen Suche nach den T\u00e4tern soll eine Rekord-Belohnung helfen.\u00a0 Eine Million Euro h\u00e4tten\u00a0 der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt f\u00fcr Hinweise ausgelobt, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt am Dienstag. Die Beh\u00f6rden ver\u00f6ffentlichten am Morgen den Fahndungsaufruf und baten um Hinweise zu den T\u00e4tern oder verd\u00e4chtigen Personen rund um den Tatort. Berlins Innensenatorin Iris Spranger bezeichnete die hohe Summe als \u201eeinmaligen Vorgang\u201c. Sie k\u00f6nne sich nicht daran erinnern, dass der Bund eine Belohnung \u201ein so einer Gr\u00f6\u00dfenordnung\u201c ausgelobt habe.<\/p>\n<p>Seit 15 Jahren fehlt jede Spur zu den Vulkangruppen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Damit packen nun die Fahnder in dem Fall die Brechstange aus. Bis zum 24. Februar k\u00f6nnen sich Hinweisgeber nun melden. Nicht nur das Krisenmanagement des Berliner Senats hatte Kopfsch\u00fctteln ausgel\u00f6st. Auch die schleppende kriminalistische Aufarbeitung des Anschlags geriet in die Kritik. Denn obwohl die mutma\u00dflichen T\u00e4ter der linksextremen Vulkangruppen schon vor 15 Jahren ihren ersten Anschlag ver\u00fcbt hatten, fehlt von ihnen noch immer jede Spur. Zudem spielten die Hinterleute der Anschl\u00e4ge in den vergangenen Tagen mit Bekennerschreiben auf linksextremistischen Websites im Netz immer wieder Katz und Maus mit den Fahndern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bislang hatten sich nur \u00e4u\u00dferst selten die f\u00fcr die Sicherheit im Land zust\u00e4ndigen Bundesinnenminister in solche Ermittlungen \u00f6ffentlich eingemischt. Am Wochenende aber war es so weit: Es mache ihn \u201ereichlich unzufrieden, wenn der Staat \u00fcber 15 Jahre keine Ermittlungserfolge vorweisen kann\u201c, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/interview-dobrindt-sicherheit-cyberabwehr-migration-afd-trump-e596162\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagte Alexander Dobrindt (CSU) der <\/a><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/politik\/interview-dobrindt-sicherheit-cyberabwehr-migration-afd-trump-e596162\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a>. Am Dienstag k\u00fcndigte er zudem an, den Verfassungsschutz im Bereich Linksextremismus auch personell aufzustocken. Um wie viele Stellen, lie\u00df er jedoch offen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Im Berliner Senat sieht man die H\u00f6he dieser Belohnung auch als Verzweiflungstat. \u201eDie H\u00f6he der Summe ist wohl auch damit zu erkl\u00e4ren, dass die Ermittler bislang kaum Hinweise auf die T\u00e4ter haben\u201c, sagt Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Gr\u00fcnen. Allerdings machen \u00e4hnliche F\u00e4lle klar: Belohnungen haben tats\u00e4chlich immer wieder geholfen, T\u00e4tern auf die Schliche zu kommen \u2013 und das schon bei deutlich geringeren Summen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als 2024 etwa Hinweise gesucht wurden, um die RAF-Terroristin Daniela Klette zu finden, brachte ein Fahndungsaufruf mit Belohnung den Durchbruch. Wenig sp\u00e4ter lie\u00df das BKA genau 25 564,60 Euro an einen Hinweisgeber \u00fcberweisen. Wer sich in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> im August 2024 \u00fcber die krumme Summe freuen konnte, blieb allerdings geheim \u2013 unter Hinweis auf \u201eschutzw\u00fcrdige Interessen\u201c. Zur schr\u00e4gen Kommazahl kam es, weil die Summe schon im Jahr 1993 ausgelobt wurde und damals noch 50 000 DM entsprach.<\/p>\n<p>Einmal wurden 3,1 Millionen Mark f\u00fcr einen Hinweis angeboten \u2013 die T\u00e4ter wurden dennoch nie gefasst<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Offiziell mag sich in den Beh\u00f6rden kaum jemand zu den Hintergr\u00fcnden der neuen Millionen-Belohnung \u00e4u\u00dfern. Ziel sei es im aktuellen Fall, nicht nur das Schweigen der Szene aufzubrechen, hei\u00dft es. Es gehe auch darum, Unruhe zu s\u00e4en und die Leute zu Fehlern zu verleiten. Die Liste der Taten der Vulkangruppen ist schlie\u00dflich lang, die Zahl der Mitwisser damit wohl auch. Das Bundesinnenministerium kommt inzwischen auf zw\u00f6lf \u201estrafbare Tatkomplexe\u201c, zu denen sich eine dieser Gruppen bekannt hat. In den Bekennerschreiben verwendeten die T\u00e4ter wechselnde Namen, die sich meist auf isl\u00e4ndische Vulkane beziehen, etwa \u201eGr\u00edmsv\u00f6tn\u201c oder \u201eKatla\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Schritt macht allerdings auch klar, wie gro\u00df der Zeitdruck ist, unter dem die Beh\u00f6rden arbeiten. Das Innenministerium warnt vor weiteren Taten und einer \u201eansteigenden Welle\u201c von Gewalt. Die Szene versuche, ihre Unterst\u00fctzer zu Anschl\u00e4gen in Deutschland zu motivieren und Unternehmen, Infrastruktur und damit B\u00fcrgern maximalen Schaden zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Allerdings zeigt die Geschichte der Belohnungen in Deutschland auch: Nicht immer bedeutet viel Geld auch Erfolg. Zu den h\u00f6chsten Pr\u00e4mien in der deutschen Nachkriegsgeschichte geh\u00f6rt jene, die nach der Ermordung des fr\u00fcheren Siemens-Managers Karl Heinz Beckurts und dessen Fahrer 1986 ausgesetzt wurde. Hinweisgeber sollten damals sogar 3,1 Millionen Mark bekommen \u2013 also noch deutlich mehr als im Fall des Stromanschlags heute. Rund 100 000 Mark hatte damals der Bund ausgelobt, drei Millionen legte der Konzern drauf. Zu der Tat hatte sich die RAF bekannt. Gefasst aber wurden die T\u00e4ter nie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie es \u00fcberhaupt zu den \u00e4u\u00dferst unterschiedlichen Summen kommt, gilt als gut geh\u00fctetes Geheimnis. Aus der Schwere der Tat lassen sie sich selten erkl\u00e4ren. Denn das Aufkl\u00e4rungsinteresse war auch \u00e4u\u00dferst gro\u00df, als der islamistische Attent\u00e4ter Anis Amri am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen auf das Gel\u00e4nde des Weihnachtsmarktes am Berliner Breitscheidplatz fuhr und zw\u00f6lf Menschen t\u00f6tete sowie Dutzende weitere verletzte. Ein weiterer Ersthelfer erlag sp\u00e4ter seinen Verletzungen. Rund 100 000 Euro versprach das BKA damals f\u00fcr Hinweise, die zur Ergreifung des T\u00e4ters f\u00fchren w\u00fcrden. Amri wurde w\u00e4hrend einer Personenkontrolle bei Mailand am 23. Dezember erschossen. Als die Beh\u00f6rden nach Zeugen im Zusammenhang mit den Terrortaten des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) suchten, schrieben die Fahnder insgesamt 300 000 Euro aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Klar ist im neuen Fall immerhin: Wer den entscheidenden Hinweis gibt, muss nicht f\u00fcrchten, von der Steuer belangt zu werden. Belohnungen zahlt der Staat in Deutschland steuerfrei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dieser Text wurde nach dem Auftritt von Innenminister Dobrindt am Dienstag aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um wie viel es bei dieser Fahndung geht? Schon die Folgen der Tat gaben eine klare Antwort. 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