{"id":75066,"date":"2025-05-01T05:26:08","date_gmt":"2025-05-01T05:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75066\/"},"modified":"2025-05-01T05:26:08","modified_gmt":"2025-05-01T05:26:08","slug":"halbzeit-check-was-der-bremer-senat-am-hauptbahnhof-erreicht-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75066\/","title":{"rendered":"Halbzeit-Check: Was der Bremer Senat am Hauptbahnhof erreicht hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nFragen &amp; Antworten<\/p>\n<p>Standdatum: 1. Mai 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nAlexander Schnackenburg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/polizei-hauptbahnhof-104~_v-800x450_c-1745831386648.jpg\" data-gallery-entry-for=\"halbzeit-check-senat-bremen-hauptbahnhof-100\" data-size=\"2560x1440\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Einsatzfahrzeuge stehen vor dem Bremer Hauptbahnhof.\" title=\"Bild: dpa | Sina Schuldt\" data-image-owner=\"dpa | Sina Schuldt\" data-image-title=\"Einsatzfahrzeuge stehen vor dem Bremer Hauptbahnhof.\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/polizei-hauptbahnhof-104~_v-800x450_c-1745831386648.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/polizei-hauptbahnhof-104~_v-640x360_c-1745831386648.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Das Polizeiaufgebot am Bremer Hauptbahnhof ist permanent gro\u00df, besonders aber zu Zeiten des Weihnachtsmarkts und des Freimarkts.<\/p>\n<p>Bild: dpa | Sina Schuldt<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Seit knapp zwei Jahren regiert in Bremen der zweite rot-gr\u00fcn-rote Senat. Mit welchem Erfolg? Das pr\u00fcft buten un binnen in einer Serie. Heute: der Bremer Hauptbahnhof.<\/p>\n<p>Kein zweiter Ort besch\u00e4ftigte die Menschen in der Stadt Bremen im Vorfeld der B\u00fcrgerschaftswahl 2023 so sehr wie der Hauptbahnhof und seine n\u00e4here Umgebung. Denn hier, so der Eindruck vieler, hatte man vermeintlich typische Probleme Bremens so genau vor Augen wie sonst nirgends: eine wachsende Zahl Drogens\u00fcchtiger und \u2013 damit einhergehend \u2013 viel Beschaffungskriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der hohen Bedeutung des Bahnhofs entsprechend, hat Bremens rot-gr\u00fcn-roter Senat dem Hauptbahnhof im<a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.transparenz.bremen.de\/metainformationen\/koalitionsvertrag-fuer-die-21-wahlperiode-der-bremischen-buergerschaft-193098\" class=\"text-link\"> Koalitionsvertrag<\/a> ein eigenes Kapitel gewidmet. Das Ziel: Der Bahnhof m\u00f6ge sicherer und einladender werden, auch mit Blick auf G\u00e4ste der Stadt. Gleichzeitig wolle man sich um die Drogens\u00fcchtigen k\u00fcmmern. Doch was hat der Senat bislang erreicht? Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>Was hat der Bremer Senat in seinem Koalitionsvertrag zum Bremer Hauptbahnhof versprochen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Der Senat hat versprochen, einen ressort\u00fcbergreifenden Aktionsplan zu verfolgen: &#8222;F\u00fcr uns ist klar, dass polizeiliche und soziale Ma\u00dfnahmen Hand in Hand gehen m\u00fcssen&#8220;, steht dazu im Vertrag. <\/p>\n<p>Konkret werde man Akzeptanzorte &#8222;f\u00fcr Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Stra\u00dfe einrichten&#8220;. Den Drogenkonsumraum in der Friedrich-Rauers-Stra\u00dfe werde man &#8222;schnellstm\u00f6glich mit erweiterten \u00d6ffnungszeiten mit dem Ziel fest etablieren, Suchtkranke in eine Therapie und betreutes Wohnen zu vermitteln.&#8220; Dar\u00fcber hinaus verspricht der Senat im Koalitionsvertrag, bis Ende 2025 eine Diamorphinambulanz f\u00fcr Heroin- und Crackabh\u00e4ngige einzurichten sowie einen weiteren dezentralen Konsumraum \u2013 und zwar, &#8222;um eine fortgesetzte Ballung dieser Gruppe am Hauptbahnhof zu vermeiden&#8220;. <\/p>\n<p>Zudem wolle man zum Wohle der Nutzerinnen und Nutzer des Bahnhofs &#8222;die dauerhafte Pr\u00e4senz von Einsatzkr\u00e4ften sowie gezielte Aktionen gegen den Drogenhandel gew\u00e4hrleisten&#8220;.<\/p>\n<p>Was davon hat der Bremer Senat bisher erreicht?<\/p>\n<p>Wie Ren\u00e9 M\u00f6ller, Sprecher des Bremer Innenressorts, mitteilt, arbeite eine Task Force der Polizei Bremen am Hauptbahnhof erfolgreich gegen &#8222;sichtbaren Drogenhandel&#8220;. Die ohnehin hohe Pr\u00e4senz der Polizei am Hauptbahnhof habe der Senat weiter verst\u00e4rkt. Auch patrouilliere die &#8222;Quattro-Streife&#8220; aus Polizei Bremen, Bundespolizei, Ordnungsdienst und DB Sicherheit seit Juni 2024 wochentags gemeinsam durch den Bahnhof. Die Straftaten am Hauptbahnhof seien 2024 um 15 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr zur\u00fcckgegangen \u2013 ein Erfolg, den das Ressort auf die hohe Polizeipr\u00e4senz zur\u00fcckf\u00fchrt. <\/p>\n<p>Doch nicht nur bei den polizeilichen Ma\u00dfnahmen ist der Senat \u2013 zumindest nach eigenem Daf\u00fcrhalten \u2013 am Bahnhof weiter gekommen. Kristin Viezens, Sprecherin des Gesundheitsressorts, verweist auf ein &#8222;Handlungskonzept zur Bek\u00e4mpfung von Suchterkrankungen und deren Folgeerscheinungen&#8220;, das der Senat mit Blick auf die vielen Crack-S\u00fcchtigen in Bremen im September 2023 beschlossen habe und das nun nach und nach greife \u2013 mit sichtbaren Ergebnissen auch am Hauptbahnhof. <\/p>\n<p>Sozialressort: Mehr Streetworker rund um den Bahnhof<\/p>\n<p>So ist dem Sozialressort zufolge die Sozialarbeit im Bahnhofsumfeld aufgestockt worden. Im Nelson-Mandela-Park (beim Elefanten) sei zugleich ein fester Treffpunkt f\u00fcr diejenigen geschaffen worden, die von den Streetworkern in der warmen Jahreszeit betreut w\u00fcrden. &#8222;Im Winter gibt es das Angebot des &#8222;W\u00e4rmebusses&#8220; \u2013 der von der BSAG zur Verf\u00fcgung gestellt und vom Streetwork betreut wird&#8220;, teilt das Ressort weiter mit.<\/p>\n<p>Viezens zufolge hat Bremen auch die aufsuchende Sozialarbeit verst\u00e4rkt sowie Budgets bestehender Einrichtungen der Drogenhilfe &#8222;an die gestiegenen Bedarfe angepasst.&#8220; Zudem habe im Oktober 2024 der Umbau der Immobilie in der Friedrich-Rauers-Stra\u00dfe f\u00fcr den integrierten Drogenkonsumraum begonnen. Dazu teilt Viezens mit: &#8222;Dort sollen die Angebote des Kontakt- und Beratungszentrums mit denen der Drogenkonsum-Containern in einer Immobilie zusammengef\u00fchrt und ausgebaut werden. Die Inbetriebnahme der R\u00e4umlichkeiten ist derzeit im Fr\u00fchjahr 2026 geplant.&#8220;<\/p>\n<p>Was plant der Senat au\u00dferdem f\u00fcr die kommenden Jahre?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Der Senat m\u00f6chte den \u00f6ffentlichen Drogenkonsum auf lange Sicht in &#8222;Suchthilfeangebote mit Stadtteilbezug&#8220; verlagern. Hierzu m\u00fcssten in Absprache mit den Beir\u00e4ten allerdings noch Drogenhilfe-Einrichtungen geschaffen werden. <\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt Viezens: &#8222;Tagesaufenthalte sollten der Grundbaustein der Einrichtungen sein. Daneben sollte mindestens ein zus\u00e4tzlicher Drogenkonsumraum zur Verf\u00fcgung gestellt werden.&#8220; Es sei indes schwer, geeignete R\u00e4ume zu finden \u2013 auch, weil Abst\u00e4nde zu Kitas, Schulen und Jugendzentren geboten seien. Aktuell habe die Suche und Anmietung von R\u00e4umen in Gr\u00f6pelingen und der Neustadt Priorit\u00e4t. \u00a0<\/p>\n<p>Wie wirken sich die Bem\u00fchungen des Senats rund um den Hauptbahnhof auf die Suchtkranken vor Ort aus?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Wer regelm\u00e4\u00dfig den Bremer Hauptbahnhof aufsucht, wird feststellen, dass es dort im Vergleich zu den Vorjahren tats\u00e4chlich ruhiger geworden ist. Doch diese Erfolge haben einen Preis. Das sagen \u00fcbereinstimmend viele Akteurinnen und Akteure aus jenen sozialen Initiativen, die den <a target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sozialstadtplan-bremen.de\/\" class=\"text-link\">Sozialstadtplan Bremen<\/a> aufgebaut haben. Sie werfen dem Senat eine Politik der Vertreibung Obdachloser und Drogens\u00fcchtiger am Bahnhof vor. Das sei menschlich nicht okay. Auch erschwere es Helfern die Arbeit, da sie die Betroffenen nunmehr schwerer finden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Zudem ist die Zahl der Drogens\u00fcchtigen, zumal der Cracks\u00fcchtigen in Bremen (wie in allen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten) weiter gewachsen. Das sagen nicht nur Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Diesen Schluss legen auch die Zahlen des Gesundheitsressorts aus dem Drogenkonsumraum nahe sowie jene des Statistischen Bundesamts. Es ist der Politik bislang nicht gegl\u00fcckt, nachhaltige Konzepte im Kampf gegen Suchtkrankheiten zu entwickeln \u2013 weder in Bremen noch andernorts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fragen &amp; Antworten Standdatum: 1. Mai 2025. 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