{"id":750680,"date":"2026-01-27T11:55:15","date_gmt":"2026-01-27T11:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750680\/"},"modified":"2026-01-27T11:55:15","modified_gmt":"2026-01-27T11:55:15","slug":"koennen-die-alten-ohne-ihr-auto-nicht-mobil-sein-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750680\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen die Alten ohne ihr Auto nicht mobil sein? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es um die verschiedenen Verkehrsarten in Leipzig geht, werden auch nur zu gern immer wieder die \u00e4lteren Leipziger als Beispiel angef\u00fchrt, die irgendwie nicht ohne Pkw ihren Alltag bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Aber wie so oft bei pauschalen Urteilen stimmt auch dieses in seiner Unbedingtheit nicht. Ein spezielles Kapitel im Bericht zur B\u00fcrgerumfrage 2024 macht das deutlicher. Denn einiges deutet darauf hin, dass es eher die Verf\u00fcgbarkeit des Autos ist, die dazu f\u00fchrt, dass es h\u00e4ufiger genutzt wird. Auch f\u00fcr Mini-Strecken.<\/p>\n<p>Auch wenn nat\u00fcrlich Radfahren tats\u00e4chlich eher etwas f\u00fcr die J\u00fcngeren ist, wie der Bericht zur B\u00fcrgerumfrage feststellt: \u201eAuch das Alter einer Person scheint davon unabh\u00e4ngig eine relevante differenzierende Variable zu sein. Im Alter von 25 bis 34 Jahren ist der Anteil der Personen, f\u00fcr die das Fahrradfahren die beste Fortbewegungsmethode ist, am h\u00f6chsten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6906d2c9f2144bb281bde8fe51398619.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2026\/01\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2026\/01\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>In dieser Altersgruppe sind es besonders die Personen ohne Kinder im Haushalt, f\u00fcr die das Fahrradfahren die beste Fortbewegungsform ist: 64 Prozent geben hier \u201atrifft voll und ganz zu\u2018 oder \u201atrifft eher zu\u2018 an, in der Gruppe der 25- bis 34-J\u00e4hrigen mit Kindern im Haushalt sind es im Gegensatz dazu nur 51 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt die Zustimmung zu dieser Aussage in der Gesamtstichprobe kontinuierlich (mit Ausnahme der 65- bis 74-J\u00e4hrigen) ab. Auch bei 18- bis 24-J\u00e4hrigen f\u00e4llt die Zustimmung vergleichsweise geringer aus.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kuerzere.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-645449 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/kuerzere.jpg\" alt=\"Wann Leipziger auch k\u00fcrzere Strecken mit dem Pkw fahren. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Wann Leipziger auch k\u00fcrzere Strecken mit dem Pkw fahren. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024<\/p>\n<p>Aber wer auf die Aussagen der 65- bis 74-J\u00e4hrigen schaut, sieht, dass f\u00fcr 40 Prozent das Radfahren nach wie vor eine Option ist. Und auch bei den 75- bis 85-J\u00e4hrigen sind es noch 29 Prozent, die das noch sagen. Was ja wohl bedeutet: So lange der K\u00f6rper noch fit ist, bleibt auch das Radfahren eine Option. Wobei sich die Werte der 65- bis 75-J\u00e4hrigen gar nicht so sehr von den Kohorten ab 45 Jahren unterscheiden.<\/p>\n<p>Was eben auch darauf hindeutet, dass vor allem das Vorhandensein eines Automobils bestimmt, ob die Befragten dann doch lieber das Fahrrad nutzen oder selbst k\u00fcrzeste Wege mit dem Pkw zur\u00fccklegen, auch wenn sie noch nicht alt und gebrechlich sind.<\/p>\n<p>Eine Frage der Gewohnheit<\/p>\n<p>Das wird bei der Frage zu den Kurzstrecken mit Auto deutlich: \u201eDass eine Person angibt, auch Strecken von weniger als 2 Kilometern mit dem Pkw zur\u00fcckzulegen, wird tendenziell mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher. Bei 18 bis 24 Jahren sind es 14 Prozent, die eine zustimmende Antwort geben. Dieser Anteil nimmt \u00fcber die Altersgruppen bis hin zu der Gruppe der 55- bis 64-J\u00e4hrigen mit 30 Prozent zu und bleibt auch in h\u00f6heren Altersgruppen im Wesentlichen unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Dass eine bestimmte Mobilit\u00e4tsform als beste oder auch f\u00fcr kurze Wege gew\u00e4hlt wird, ist also auch eine Frage des Alters (und wohl auch der damit einhergehenden Ver\u00e4nderung in k\u00f6rperlichen Voraussetzungen)\u201c, schreiben die Autoren des Berichts. Erg\u00e4nzen aber auch: \u201eWom\u00f6glich sind es auch Generationsunterschiede, die sich in den verschiedenen Altersgruppen mitverbergen, welche das Antwortverhalten in diesem Fall beeinflussen. Personen aus einer bestimmten Geburtskohorte k\u00f6nnten dann etwa generell k\u00fcrzere Strecken mit dem Pkw (nicht) zur\u00fccklegen, unabh\u00e4ngig davon, wie alt sie sind.\u201c<\/p>\n<p>Dass man es hier vor allem mit einer Gewohnheit zu tun hat, wird an anderer Stelle noch deutlicher: \u201eInsgesamt geben 77 Prozent der Leipzigerinnen und Leipziger an, dass es eher nicht oder \u00fcberhaupt nicht auf sie zutrifft, auch k\u00fcrzere Strecken von weniger als 2 Kilometern mit dem Pkw zu fahren.<\/p>\n<p>Auf nur 9 Prozent trifft dies voll und ganz zu. Je regelm\u00e4\u00dfiger die Personen Fahrrad fahren oder den \u00d6PNV nutzen, desto geringer f\u00e4llt die Zustimmung zu dieser Aussage aus: Bei seltener Fahrradnutzung geben beispielsweise 13 Prozent \u201atrifft voll und ganz zu\u2018 an, bei h\u00e4ufiger Fahrradnutzung nur 1 Prozent; bei seltener \u00d6PNV-Nutzung sind es 15 Prozent, bei h\u00e4ufiger Nutzung 2 Prozent.\u201c<\/p>\n<p>Was ja nun einmal hei\u00dft: Wenn man gewohnt ist, f\u00fcr seinen Alltag das Auto zu nutzen, wird es auch genommen, selbst bei kurzen Strecken, auf denen man zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad ebenso gut ans Ziel k\u00e4me.<\/p>\n<p>Das merkt auch der Bericht an: \u201eUmgekehrt verh\u00e4lt es sich mit dem Nutzungsverhalten von Autos: Bei einer seltenen Autonutzung geben 7 Prozent an, dass es eher oder voll und ganz auf sie zutrifft, auch k\u00fcrzere Strecken mit dem Pkw zur\u00fcckzulegen. Dem gegen\u00fcber sind es in der Gruppe der Personen mit h\u00e4ufiger Autonutzung 64 Prozent.<\/p>\n<p>Deutlich wird somit, dass die Leipzigerinnen und Leipziger, die im Generellen rege Auto fahren, einen Pkw auch f\u00fcr solche Distanzen nutzen, die in der Regel auch mit anderen Verkehrsmittelarten zur\u00fcckgelegt werden k\u00f6nnen. Autofahren wird dann also generalisiert als Fortbewegungsmittel genutzt.\u201c<\/p>\n<p>So dr\u00fccken sich Statistiker aus. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wenn er sich erst einmal daran gew\u00f6hnt hat. F\u00fcr jede Besorgung das Auto zu nehmen, dann h\u00e4lt er diese Gewohnheit auch bis ins h\u00f6here Alter bei, auch auf daf\u00fcr eigentlich viel zu kurzen Strecken. W\u00e4hrend Leipziger, die eher an Fahrrad und \u00d6PNV gew\u00f6hnt sind, das Auto eher in Ausnahmen nutzen.<\/p>\n<p>Aggressivit\u00e4t im Stra\u00dfenverkehr<\/p>\n<p>Und es wird noch sch\u00f6ner. Denn die Art der gewohnten Mobilit\u00e4t pr\u00e4gt den Blick auf die anderen Verkehrsteilnehmer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/aggressive.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-645450 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/aggressive.jpg\" alt=\"Wahrnehmung von Aggressivit\u00e4t im Stra\u00dfenverkehr. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024\" width=\"1532\" height=\"1500\"  \/><\/a>Wahrnehmung von Aggressivit\u00e4t im Stra\u00dfenverkehr. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024<\/p>\n<p>\u201eDennoch ist auff\u00e4llig, dass die Menschen in Leipzig bei der Nutzung eines bestimmten Verkehrsmittels regelm\u00e4\u00dfig aggressives oder sicherheitskritisches Verhalten von bestimmten anderen Verkehrsteilnahmegruppen wahrnehmen\u201c, liest man im Bericht.<\/p>\n<p>\u201eSind die Leipzigerinnen und Leipziger mit dem Auto unterwegs, werden bei solchen kritischen Verhaltensweisen mit 46 beziehungsweise 44 Prozent rad- und autofahrende Personen genannt. Im Fahrradverkehr werden Autofahrerinnen und Autofahrer von 46 Prozent der befragen Personen als Verkehrsteilnehmende mit problematischem Verhalten benannt, gefolgt von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern mit 31 Prozent.<\/p>\n<p>Wenn die Leipzigerinnen und Leipziger zu Fu\u00df unterwegs sind, dann sind es besonders Personen auf dem Fahrrad (51 Prozent) und im Auto (34 Prozent), deren Verkehrsverhalten negativ wahrgenommen wird. Die Verkehrsform, bei der am h\u00e4ufigsten kein aggressives oder sicherheitskritisches Verhalten anderer berichtet wird, ist der Fu\u00dfverkehr (17 Prozent).<\/p>\n<p>Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4nger werden insbesondere von Fahrradfahrenden negativ wahrgenommen (15 Prozent). In keiner Mobilit\u00e4tsform werden Bus- und Tramverkehr mehr als selten als aggressiv oder sicherheitskritisch bezeichnet.\u201c<\/p>\n<p>Wobei die Antworten eben auch deutlich machen, dass die Probleme eben auch im oft un\u00fcbersichtlichen Stra\u00dfenraum liegen und eine Entflechtung der Verkehrsarten die Konflikte mindern kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn es um die verschiedenen Verkehrsarten in Leipzig geht, werden auch nur zu gern immer wieder die \u00e4lteren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":750681,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[58886,3364,29,30,71,1466,1892,100789,859],"class_list":{"0":"post-750680","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-buergerumfrage","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-mobilitaet","14":"tag-pkw","15":"tag-pkw-nutzung","16":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115966936701074411","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=750680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750680\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/750681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=750680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=750680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=750680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}