{"id":750849,"date":"2026-01-27T13:27:10","date_gmt":"2026-01-27T13:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750849\/"},"modified":"2026-01-27T13:27:10","modified_gmt":"2026-01-27T13:27:10","slug":"hamburger-museen-im-zeichen-der-foto-triennale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750849\/","title":{"rendered":"Hamburger Museen: Im Zeichen der Foto-Triennale"},"content":{"rendered":"<p>Neben den Deichtorhallen widmen auch die anderen gro\u00dfen Museen Hamburgs der Fotografie wichtige Ausstellungen \u2013 und zeigen im neuen Museumsjahr viele weitere Highlights.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Angesichts der politisch-gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart \u201estehen die Museen unter erh\u00f6htem Druck, relevant zu sein\u201c, findet Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen. Das Haus hielt dem Druck offenbar stand und konnte \u2013 obwohl die S\u00fcdhalle aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen ist \u2013, im Jahr 2025 mehr als 180.000 Besucher verzeichnen. Damit stieg die Zahl der G\u00e4ste im Vergleich zum Vorjahr (152.000 Besucher) deutlich.<\/p>\n<p>30 Fotografen von f\u00fcnf Kontinenten<\/p>\n<p>Im Rahmen des Ausstellungsprogramms 2026, das Luckow jetzt vorstellte, werden mit der deutschen Filmemacherin Hito Steyerl, 60, und der amerikanischen Malerin Joyce Pensato (1941\u20132019) zwei einflussreiche K\u00fcnstlerinnen in Einzelschauen gew\u00fcrdigt. Steyerl besch\u00e4ftigt sich in ihren Videoessays und multimedialen Installationen mit aktuellen Themen wie Technologie, KI, Globalisierung und Postkolonialismus (ab 30. Oktober), w\u00e4hrend Pensato \u201edie Popkultur Amerikas durchdrungen und sie mit Tiefe angef\u00fcllt hat\u201c, wie der Intendant erkl\u00e4rt (Sammlung Falckenberg, ab 10. Oktober).<\/p>\n<p>Vom 5. Juni an wird das Deichtorhallen-Programm von der 9. Triennale der Photographie bestimmt. Die Hauptausstellung \u201eAlliance, Infinity, Love \u2013 In the Face of the Other\u201c vereint 30 Fotografen von f\u00fcnf Kontinenten, die soziopolitische Themen mit pers\u00f6nlichen Erz\u00e4hlungen verbinden. Eine Doppelschau ist der deutsch-ghanaischen Fotografin Akosua Viktoria Adu-Sanyah, 35, und dem deutsch-t\u00fcrkischen K\u00fcnstler Abdulhamid Kircher, 29, gewidmet. Beide experimentieren mit der analogen Farbfotografie und erforschen ihre famili\u00e4re Vergangenheit.<\/p>\n<p>Ausstellungen zum 100. Geburtstag von F. C. Gundlach<\/p>\n<p>Zudem steht der Modefotograf F. C. Gundlach (1926\u20132021), der die Triennale 1999 initiierte, anl\u00e4sslich seines 100. Geburtstages als Sammler im Rampenlicht: Die Jubil\u00e4umsschau \u201eCocktail Prolong\u00e9\u201c pr\u00e4sentiert 300 Arbeiten aus der Sammlung Gundlach, die sich mit den vielf\u00e4ltigen Inszenierungsm\u00f6glichkeiten von K\u00f6rperlichkeit befassen. Zu sehen sind Werke von 70 K\u00fcnstlern, darunter Richard Avedon, Irving Penn, Diane Arbus oder Cindy Sherman.<\/p>\n<p>Auch die anderen gro\u00dfen Hamburger Museen nehmen die Foto-Triennale in ihre Programme auf. So setzt sich das Bucerius Kunst Forum vom 8. Mai an ebenfalls mit F. C. Gundlach auseinander. Die Ausstellung \u201eYou\u2019ll Never Watch Alone!\u201c zeigt sowohl seine eigenen ikonischen Modefotos als auch Arbeiten seiner Vorbilder, Weggef\u00e4hrten und Nachfolger. Zudem wird die Rolle beleuchtet, die der Netzwerker in der Mode- und Kulturszene als Sammler, F\u00f6rderer, Galerist, Laborbesitzer und Lehrer gespielt hat.<\/p>\n<p>Foto-Triennale auch in Kunsthalle und MKG<\/p>\n<p>Der Triennale-Beitrag der Hamburger Kunsthalle tr\u00e4gt den Titel \u201eAber Ich\/ Die Welt\/ Ich sehe\/ Dich\u201c und fahndet in den Arbeiten von 40 K\u00fcnstlern nach Details, die etwas \u00fcber das jeweilige Lichtbild erz\u00e4hlen und dabei historische Dimensionen auff\u00e4chern (ab 5. Juni). Ein H\u00f6hepunkt im Programm der Kunsthalle, die im vergangenen Jahr \u00fcber 475.000 Besucher z\u00e4hlte, ist die Doppelschau \u201eMaria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss\u201c: Vom 27. M\u00e4rz an werden die Parallelen zwischen beiden \u0152uvres betrachtet, wobei Munchs Einfluss auf die Arbeit der \u00f6sterreichischen K\u00fcnstlerin zu Tage tritt und sich zugleich neue Aspekte im Werk des Norwegers zeigen.<\/p>\n<p>Vom 24. April an ist am Glockengie\u00dferwall die Schau \u201eSkulptural. Die neuen Galerien\u201c zu sehen, in der das Museum erstmals seine Skulpturensammlung pr\u00e4sentiert. Ein Parcours mit \u00fcber 500 Werken, darunter auch Leihgaben aus dem Pariser Mus\u00e9e d\u2019Orsay, f\u00fchrt durch 2.500 Jahren Kunstgeschichte. Ab dem 9. Oktober zeigt die Kunsthalle eine Retrospektive des US-Malers David Novros, bekannt f\u00fcr seine gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lde auf mehrteiligen Tafeln.<\/p>\n<p>40 Schl\u00fcsselwerke aus dem Centre Pompidou<\/p>\n<p>Das Kunsthallenjahr 2026 endet mit einer Schau zu den aktuellen Stimmen der Medienkunst: Weil das Pariser Centre Pompidou derzeit renoviert wird und geschlossen ist, kommen 40 Schl\u00fcsselwerke aus der New-Media-Sammlung des Kulturzentrums als Leihgaben nach Hamburg (ab 20. November).<\/p>\n<p>Das benachbarte Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe (MKG), das 2025 rund 190.000 Besucher mit einem Durchschnittsalter von 45,2 Jahren verzeichnete, setzt im neuen Jahr ganz auf seine Schwerpunkte Design und Fotografie. So stellen zwei gro\u00dfen Einzelausstellungen zum einen den 1940 in Bielefeld geborenen Fotok\u00fcnstler Hans Hansen vor, der als Produktfotograf beispielsweise f\u00fcr Lufthansa, Nikon und Volkswagen das kollektive Bildged\u00e4chtnis gepr\u00e4gt hat (ab 17. April), zum anderen wird die Gestalterin Hella Jongerius, 62, in einer umfassenden Retrospektive pr\u00e4sentiert. Die niederl\u00e4ndische Designerin arbeitet mit Unternehmen wie Vitra, Camper oder Ikea zusammen und kombiniert traditionelle mit modernen Techniken (ab 23. Oktober).<\/p>\n<p>Kritische Blicke auf die eigene Sammlung<\/p>\n<p>Zur Triennale steuert das MKG die Schau \u201eSara Sallam \u2013 F\u00fcrsorge\u201c bei. Die \u00e4gyptische, 1991 in Kairo geborene K\u00fcnstlerin setzt sich in neu entstandenen Arbeiten mit der arch\u00e4ologischen und der fotografischen Sammlung des Museums sowie deren kolonialem Erbe auseinander (ab 5. Juni).<\/p>\n<p>Auch das Museum am Rothenbaum (MARKK) besch\u00e4ftigt sich im Rahmen der Triennale der Photographie kritisch mit der eigenen Sammlung: Vom 5. Juni an werden historische Fotos gezeigt, die der deutsche Amateurforscher Hans Heinrich Br\u00fcning (1848\u20131928) in Peru anfertigte. Der Ingenieur lebte und arbeitete 50 Jahre lang in der Region Lambayeque und hielt Alltag und Kultur der Menschen in seinen Bildern fest.<\/p>\n<p>Der Arbeitsalltag von Frauen in aller Herren L\u00e4nder<\/p>\n<p>Um den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Frauen in L\u00e4ndern wie Schottland, Russland, China, Simbabwe oder Israel ging es der feministischen Sozialdokumentarfotografin Franki Raffles (1955\u20131994), deren Werk im Museum der Arbeit zur Triennale vorgestellt wird (ab 5. Juni). Im Herbst zeigt das Haus in Barmbek die gro\u00dfe Sonderschau \u201eNachrichten \u2013 News\u201c, in der die Entwicklung von Nachrichten aus der Sicht der Mediennutzer ebenso beleuchtet wird, wie aus der Perspektive der Massenmedien, die aufbereitete Neuigkeiten rund um den Globus schicken. Unter anderem steht Hamburg als Medienstandort im Fokus (ab 14. Oktober).<\/p>\n<p>Das Altonaer Museum zeigt vom 4. Februar an die neue Dauerausstellung \u201eWegmarken j\u00fcdischer Geschichte. Ein Projektraum f\u00fcr Hamburg\u201c. Die 400-j\u00e4hrige Historie der Hamburger Juden kann dort anhand von 14 Wegmarken erkundet werden, die bedeutsame Momente im Zeitenlauf kennzeichnen \u2013 etwa die Entstehung des Reformjudentums im 19. Jahrhundert oder die Auszeichnung Hannah Arendts mit dem Lessing-Preis 1959. Thematisiert wird auch die Diskussion um die Entwicklung eines j\u00fcdischen Museums in Hamburg. Eine Sonderschau \u00fcber \u201eJ\u00fcdische Identit\u00e4ten\u201c wird ab dem 5. November den Projektraum erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Jubil\u00e4umsausstellung zu 50 Jahre \u201eMotte\u201c in Altona<\/p>\n<p>Vom 15. April an w\u00fcrdigt das Altonaer Museum das in seiner Nachbarschaft liegende soziokulturelle Zentrum \u201eMotte\u201c mit einer Jubil\u00e4umsausstellung zum 50. Geburtstag. Die Motte entstand als eines der ersten Zentren f\u00fcr Stadtteil- und Kulturarbeit mit dem Ziel, gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und Kreativit\u00e4t im Quartier selbstorganisiert zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neben den Deichtorhallen widmen auch die anderen gro\u00dfen Museen Hamburgs der Fotografie wichtige Ausstellungen \u2013 und zeigen im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":750850,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[92930,29,91971,171448,30,171447,692,28226,29531,147516],"class_list":{"0":"post-750849","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deichtorhallen-hamburg","9":"tag-deutschland","10":"tag-edvard","11":"tag-f-c-fotograf","12":"tag-germany","13":"tag-gundlach","14":"tag-hamburg","15":"tag-hamburger-kunsthalle","16":"tag-muench","17":"tag-pohle-julika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115967298367006786","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=750849"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750849\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/750850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=750849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=750849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=750849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}