{"id":750868,"date":"2026-01-27T13:39:12","date_gmt":"2026-01-27T13:39:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750868\/"},"modified":"2026-01-27T13:39:12","modified_gmt":"2026-01-27T13:39:12","slug":"robbie-williams-vs-gary-barlow-take-that-vs-britpop-die-ganze-tragoedie-von-rob-und-gaz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/750868\/","title":{"rendered":"Robbie Williams vs. Gary Barlow \u2013 \u201eTake That\u201e vs. \u201eBritpop\u201c: Die ganze Trag\u00f6die von Rob und Gaz"},"content":{"rendered":"<p>War Take That die beste Boygroup aller Zeiten? Das behauptet ausgerechnet Robbie Williams in einer dreiteiligen Netflix-Doku. Dazu ver\u00f6ffentlicht der Deserteur der Band sogar ein Album: So wollte er sich schon 1995 anh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Er hat wieder ein Album aufgenommen. \u201eBritpop\u201c hei\u00dft es. Robbie Williams reist zur\u00fcck in seine beste Zeit, die sp\u00e4ten Neunziger- und fr\u00fchen Nullerjahre, als er Britpop sein wollte und es auf seine Art auch war \u2013 w\u00e4re er nicht, so Liam Gallagher, der \u201efette T\u00e4nzer von Take That\u201c gewesen. Alles, was der Deserteur der gr\u00f6\u00dften nordenglischen Boygroup seit den Beatles mit Hymnen wie \u201eLet Me Entertain You\u201c und \u201eAngels\u201c erreicht hatte, war mit nur einem Spruch dahin. Oasis waren Cool Britannia und Britpop, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/plus248593792\/Robbie-Williams-Was-mich-gross-macht-macht-mich-kaputt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/plus248593792\/Robbie-Williams-Was-mich-gross-macht-macht-mich-kaputt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Robbie<\/a> war es nicht. Daf\u00fcr r\u00e4cht er sich drei Jahrzehnte sp\u00e4ter mit einem Song namens \u201eSpies\u201c, der so sehr nach Oasis klingt, dass er die Gallaghers bereits gebeten hat, sie m\u00f6gen ihm nicht b\u00f6se sein.<\/p>\n<p>Eigentlich sollte \u201eBritpop\u201c erst im Februar erscheinen. Dann w\u00e4re ihm Netflix mit \u201eTake That\u201c schon Ende Januar zuvorgekommen, einer dreiteiligen Serie \u00fcber die Band, die ihn zu dem gemacht hat, der er ist, in jeder Hinsicht. Bevor sich die zweieinhalbst\u00fcndige Dokumentation der Vorgeschichte und den Gr\u00fcndungsmythen widmet, zeigt sie, wie Take That im Proberaum ihr sch\u00f6nstes Lied anstimmen, \u201eBack for Good\u201c, und Rob, wie sie ihn nennen, sich mit seinem brennenden Feuerzeug dar\u00fcber lustig macht. \u00dcber die Band und die Ballade, \u00fcber die anderen und sich selbst. Sie schreiben das Jahr 1995, in dem Robbie Williams sie verlassen wird.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article202527194\/Die-erste-Liebe-war-Take-That-Eine-neue-Musikbibliothek-bei-KiWi.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article202527194\/Die-erste-Liebe-war-Take-That-Eine-neue-Musikbibliothek-bei-KiWi.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Take That<\/a> war ein Boygroup, weil ein Manager sie wie die New Kids on the Block zusammencastete und jedem der f\u00fcnf singenden T\u00e4nzer seine Rolle zuwies. Take That war aber auch eine alternative Boygroup: Vier von ihnen hegten keinerlei Karrierepl\u00e4ne, als sie 1990 im B\u00fcro von Nigel Martin-Smith vortanzten. Oder wie Rob es in \u201eTake That\u201c sagt: \u201eWir geh\u00f6ren zur Arbeiterklasse und haben ein goldenes Ticket als einzige Chance, unsere Leben nicht zu ruinieren.\u201c<\/p>\n<p>Umso Gr\u00f6\u00dferes hat einer von ihnen schon l\u00e4nger vor. Seit Gary Barlow denken kann, sitzt er in Manchester, in einem der verru\u00dften Reihenh\u00e4user am Klavier und komponiert. Seit seiner Kindheit tritt auf in Clubs und Pubs und schickt Kassetten mit eigenen Songs an jeden, der gesch\u00e4ftlich mit Musik zu tun hat. Gary will es in die Charts schaffen und zu \u201eTop of the Pops\u201c. Mit 19 ger\u00e4t er an Nigel Martin-Smith, der Manager baut eine Band aus h\u00fcbschen Jungs um ihn herum. In Gro\u00dfbritannien kann der Markt f\u00fcr M\u00e4dchen, die vor solchen Stars in Ohnmacht fallen und sie mit Pl\u00fcschtieren bewerfen, noch eine Gruppe vertragen.<\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Ich war immer der Talentierteste<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ihre Rollen teilen sie sich von allein: Gary ist das Genie, Robbie der Clown. Mark Owen spielt den Welpen, Howald Donald und Jason Orange, die Breakdancer, haben vor allem zu tanzen. Martin-Smith, mit allen Abw\u00e4ssern der Popmusik gewaschen, testet ihre sexuelle Ausstrahlung in Schwulenclubs, danach in Schulkonzerten, wo das Publikum noch j\u00fcnger ist als seine Jungs. Als sich das manische Geschrei einstellt, die Hysterie, gehen Take That ins Fernsehen, wo sie als \u201ePin-up Band\u201c gefeiert werden, und dort ankommen, wo Gary Barlow immer hin wollte. \u201eTop of the Pops\u201c, Charts, Brit Awards. Als die vier anderen ihre Jobs aufgeben, als Lackierer, Maler, Kicker und Hausierer, sind ihre Familien fassungslos.<\/p>\n<p>Aber auch das ist eben das Besondere an Take That als Boygroup, neben ihrer Britishness und dem Milieu, aus dem sie stammen. Der ihnen die Hits schreibt, ist einer von ihnen \u2013 und auch wieder nicht. Gaz, wie sie Gary Barlow nennen, f\u00fchlt sich von den anderen in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. Rob sieht die Sache anders: Er ist es, der leidet. Barlow erinnert sich daran, wie er Williams, der von Oasis schw\u00e4rmte und eigene Songs vorschlug, zurechtgewiesen habe: \u201eWir sind immer noch Take That. Die Formel habe ich.\u201c  \u201eMan merkt, wenn man nur T\u00e4nzer ist\u201c, entsinnt sich der Gekr\u00e4nkte.<\/p>\n<p>\u201eTake That\u201c zeigt, wie sich der Entertainer \u2013 \u201eDie B\u00fchne geh\u00f6rte Rob, und wir h\u00fcpften um ihn herum\u201c (Mark Owen) \u2013 von Take That entfernte. Er steht nachdenklich daneben und verloren herum. Er s\u00e4uft auf seinem Zimmer. Er erscheint betrunken zu den Proben. Er sagt: \u201eIch war 19 und war Alkoholiker.\u201c Dann teilt er seinen Freunden in der \u201eSun\u201c mit: \u201eIch habe die Band verlassen.\u201c Das M\u00e4rchen von Rob und Gaz geht weiter als Trag\u00f6die. Gaz wird von Rob gedem\u00fctigt durch Spr\u00fcche wie \u201eIch war immer der Talentierteste\u201c, vor allem aber durch dessen Erfolge als Solist. Der eine, Gaz, fand sich in einer schweren Lebenskrise wider und Halt in seiner Familie. Der andere, Rob, wurde als Narr des Britpop weltber\u00fchmt, bevor er wieder abst\u00fcrzte, in seine alten S\u00fcchte und zu fr\u00fch f\u00fcr einen Star wie ihn Orchestersongs und Weihnachtslieder sang.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Boygroup wurde alles wieder gut. 2005 entschuldigte sich Robbie Williams bei einem bewegten Gary Barlow und den anderen im Fernsehen, der Film hie\u00df \u201eTake That \u2026 For the Record\u201c. Take That feierten im Jahr darauf zu viert mit Barlows gro\u00dfartigem \u201ePatience\u201c ihr Comeback. Sie flogen nach Los Angeles, um sich mit Williams zu vers\u00f6hnen, trafen sich 2009 mit ihm in einem Studio in New York, nahmen \u201eThe Flood\u201c auf und gingen 2011 sogar gemeinsam auf die B\u00fchne. Williams: \u201eWir waren die beste Boygroup aller Zeiten.\u201c Wenn man den Begriff der Boygroup eng fasst, eine Gruppe rekrutierter T\u00e4nzer, die nett aussehen und singen k\u00f6nnen, wei\u00df man wirklich nicht, wer besser war als sie.<\/p>\n<p>Irgendwann hat es Robbie Williams aufgegeben, jemand anderes zu sein als der emanzipierte S\u00e4nger einer ehemaligen Boygroup. Er war bereits Britpop, bevor er sich wieder auf dem Boulevard verirrte. Umso tragischer erscheint sein Album: \u201eBritpop\u201c sehnt sich nach einer Musik zur\u00fcck, die er vor 25 Jahren h\u00e4tte spielen k\u00f6nnen und auch schon gespielt hat. Auf dem Cover ein Portr\u00e4t aus jenen Tagen, als er vor Take That geflohen war, mit Zahnl\u00fccke und Fu\u00dfballjacke. Seine neuen Songs widmet er seinen alten Helden. Einer h\u00f6rt sich nach Oasis an, ein anderer nach Blur und noch ein weiterer nach The Verve. Mit Gary Barlow hat er \u201eMorrissey\u201c geschrieben, eine Hymne, in der er erkl\u00e4rt, dass Morrissey als an der Welt leidendes \u00dcber-Ich des Britpop nur eine Umarmung br\u00e4uchte. Er, Robbie, b\u00f6te sich an. Dann hielte auch ihn einer fest, von dem er es sich w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>\u201eTake That\u201c l\u00e4uft ab 27. Januar bei Netflix<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"War Take That die beste Boygroup aller Zeiten? Das behauptet ausgerechnet Robbie Williams in einer dreiteiligen Netflix-Doku. Dazu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":750869,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1772],"tags":[171451,171453,29,104906,214,171452,30,1779,810,2846,171454,73461,215,18505],"class_list":["post-750868","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-musik","tag-barlow","tag-boygroups-ks","tag-deutschland","tag-dokumentationen-ks","tag-entertainment","tag-gary","tag-germany","tag-music","tag-musik","tag-netflix","tag-robbie-pop-saenger","tag-take-that","tag-unterhaltung","tag-williams"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115967345566846199","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=750868"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750868\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/750869"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=750868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=750868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=750868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}