{"id":751710,"date":"2026-01-27T21:33:12","date_gmt":"2026-01-27T21:33:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/751710\/"},"modified":"2026-01-27T21:33:12","modified_gmt":"2026-01-27T21:33:12","slug":"stuttgarter-gericht-entscheidet-ex-chef-dieter-zetsche-vor-gericht-holt-der-diesel-skandal-mercedes-erneut-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/751710\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Gericht entscheidet: Ex-Chef Dieter Zetsche vor Gericht: Holt der Diesel-Skandal Mercedes erneut ein?"},"content":{"rendered":"<p>Zehn Jahre nach dem Ausbruch des Diesel-Skandals r\u00fcckt die Verantwortung der fr\u00fcheren <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Mercedes-Benz\" title=\"Mercedes\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mercedes<\/a>-F\u00fchrung erneut in den Fokus der Justiz. Der langj\u00e4hrige Konzernchef <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Dieter_Zetsche\" title=\"Dieter Zetsche\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dieter Zetsche<\/a> muss am kommenden Dienstag (3. Februar) vor Gericht aussagen. Er wird als Zeuge im Zusammenhang mit der Diesel-Aff\u00e4re vernommen, in deren Folge Mercedes ein millionenschweres Bu\u00dfgeld zahlen musste.<\/p>\n<p>Ebenfalls geladen ist der fr\u00fchere Daimler-Forschungschef Thomas Weber. Er verantwortete von 2004 bis 2016 die Konzernforschung sowie die Entwicklung der Pkw-Sparte \u2013 und damit genau in jener Zeit, in der die heute umstrittenen Dieselmotoren entwickelt und verkauft wurden.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.af35d3ba-b4b0-4e7e-9b6c-0bcfe95e8250.original1024.media.jpeg\"\/>     Diesel-Fahrverbote in Stuttgart waren eine Folge des Diesel-Skandals.    Foto: Lichtgut    <\/p>\n<p>Verhandelt wird vor dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Oberlandesgericht\" title=\"Oberlandesgericht\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oberlandesgericht<\/a> (OLG) Stuttgart im Rahmen eines Kapitalanleger-Musterverfahrens gegen die Mercedes-Benz Group AG. Zahlreiche Aktion\u00e4re fordern vor dem Landgericht (LG) Stuttgart Schadensersatz und werfen dem Unternehmen vor, den Kapitalmarkt nicht rechtzeitig \u00fcber Risiken im Zusammenhang mit dem Dieselskandal informiert zu haben.<\/p>\n<p>Mercedes-Abgasanlagen waren umstritten <\/p>\n<p>Das OLG soll zentrale Fragen, die sich zum tats\u00e4chlichen Geschehen und zur rechtlichen Bewertung in all den Verfahren in gleicher Weise stellen, einheitlich und verbindlich f\u00fcr alle anh\u00e4ngigen Verfahren beantworten.<\/p>\n<p>Kern des Vorwurfs: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.anordnung-des-kraftfahrtbundesamtes-mercedes-muss-mindestens-100-000-diesel-fahrzeuge-zurueckrufen.7bb56ca4-56a2-43d1-a9eb-8e5092169255.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mercedes habe in Dieselfahrzeugen unzul\u00e4ssige Abschalteinrichtungen eingesetzt.<\/a> Die Fahrzeuge h\u00e4tten zwar die gesetzlichen Tests bestanden, im realen Stra\u00dfenverkehr aber deutlich h\u00f6here Stickoxidemissionen aufgewiesen. Die Anleger seien \u00fcber das Risiko f\u00fcr die Aktienkurse nicht rechtzeitig informiert worden, weshalb ihnen Schadenersatz f\u00fcr Kursverluste zustehe. Der Vorstand habe eine strategische Entscheidung getroffen, illegale Abschalteinrichtungen zu verwenden.<\/p>\n<p>Mercedes weist alle erhobenen Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck. \u201eWir vertreten unver\u00e4ndert die Auffassung, dass wir unseren kapitalmarktrechtlichen Publizit\u00e4tspflichten ordnungsgem\u00e4\u00df nachgekommen sind\u201c, erkl\u00e4rte das Unternehmen unserer Zeitung. Eine umfassende unabh\u00e4ngige Untersuchung im Auftrag des Aufsichtsrats habe ergeben, dass keine Anspr\u00fcche gegen Vorstandsmitglieder bestehen.<\/p>\n<p> Mercedes-Diesel waren im Labor sauberer <\/p>\n<p>Unstrittig ist: Die Abgaswerte vieler Mercedes-Diesel lagen auf der Stra\u00dfe deutlich \u00fcber den Laborwerten. Umstritten ist bis heute, welche Auslegung der Abgasanlagen, die auf der Stra\u00dfe zu h\u00f6herem Schadstoffaussto\u00df f\u00fchrt, nach damaligem Recht legal war. Systeme, die gezielt Pr\u00fcfzyklen erkennen und umgehen, sind klar verboten. Solche Einrichtungen hat Mercedes nach dem heutigen Kenntnisstand aber nicht eingesetzt.<\/p>\n<p>\u00a0Auch ein h\u00f6chstrichterliches Urteil, das dem Konzern betr\u00fcgerisches Verhalten bescheinigen w\u00fcrde, gibt es bis heute nicht. Das Bu\u00dfgeld, das die Staatsanwaltschaft Stuttgart 2019 gegen Mercedes zahlen musste, wurde nicht wegen illegaler Abschalteinrichtungen verh\u00e4ngt, sondern wegen unzureichender Aufsicht innerhalb des Unternehmens. Dabei wurden keine Pflichtverletzungen oberhalb der Abteilungsleiterebene festgestellt. Mercedes verweist \u00fcberdies darauf, dass das US-Justizministerium (DOJ) 2024 seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mercedes im Zusammenhang mit Dieselemissionen in den USA eingestellt hat. <\/p>\n<p> Zetsche, der nun als Zeuge geladen ist, war von 2006 bis 2019 Daimler-Chef. Als der Skandal 2015 durch Enth\u00fcllungen bei Volkswagen bekannt wurde, hatte er betont, Mercedes sei nicht betroffen. Wenig sp\u00e4ter zeigten Tests jedoch auch bei Mercedes erhebliche Abweichungen zwischen Testergebnissen auf dem Pr\u00fcfstand und in der Realit\u00e4t. Heute gelten deutlich strengere und realit\u00e4tsn\u00e4here Testverfahren. Fahrzeuge m\u00fcssen die Grenzwerte inzwischen auch unter echten Verkehrs-, Stra\u00dfen- und Witterungsbedingungen einhalten. <\/p>\n<p>Ob Mercedes strategisch Betrug beging, die Aktion\u00e4re zu sp\u00e4t \u00fcber die Risiken informierte und sie damit sch\u00e4digte \u2013 dar\u00fcber soll nun das Gericht entscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehn Jahre nach dem Ausbruch des Diesel-Skandals r\u00fcckt die Verantwortung der fr\u00fcheren Mercedes-F\u00fchrung erneut in den Fokus der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":751711,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[23196,4694,1634,3364,29,27708,171583,8919,30,171585,377,171584,5775,1441,5329],"class_list":{"0":"post-751710","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-abgasanlage","9":"tag-automobile","10":"tag-baden-wuerttemberg","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-dieselskandal","14":"tag-dieter-zetsche","15":"tag-exklusiv","16":"tag-germany","17":"tag-kapitalanleger","18":"tag-mercedes-benz","19":"tag-musterverfahren","20":"tag-oberlandesgericht","21":"tag-stuttgart","22":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115969209691143459","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/751710","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=751710"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/751710\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/751711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=751710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=751710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=751710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}