{"id":753264,"date":"2026-01-28T12:28:20","date_gmt":"2026-01-28T12:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/753264\/"},"modified":"2026-01-28T12:28:20","modified_gmt":"2026-01-28T12:28:20","slug":"stuttgart-album-ueber-fritz-gramm-eine-legende-der-pressefotografie-fritzes-blick-auf-die-50er-und-60er-jahre-startseite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/753264\/","title":{"rendered":"Stuttgart-Album \u00fcber Fritz Gramm: Eine Legende der Pressefotografie: \u201eFritzes\u201c Blick auf die 50er und 60er Jahre &#8211; Startseite"},"content":{"rendered":"<p>\n\tFritz Gramms Erbe: Unerm\u00fcdlicher Chronist Stuttgarts <\/p>\n<p>Dieser Stempel ist untrennbar mit Fritz Gramm verbunden. In den Jahren des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders fehlte der Fotograf bei kaum einem wichtigen Termin der Stadt. Seine Schwarz-Wei\u00df-Aufnahmen z\u00e4hlen heute zu den Sch\u00e4tzen des Pressehaus-Archivs. Unerm\u00fcdlich, neugierig, manchmal waghalsig war Gramm f\u00fcr die Stuttgarter Nachrichten mit der Kamera unterwegs \u2013 bis zu seinem fr\u00fchen Tod im Jahr 1963.<\/p>\n<p>\u201eDr Fritze\u201c: Ein unvergessener Geist der Lokalredaktion <\/p>\n<p>Gestorben ist \u201edr Fritze\u201c, wie ihn die Kollegen nannten, mit nur 53 Jahren im Dienst. Nach einem Nachtskispringen im damals schneereichen Musberg brach er nach einer Herzattacke zusammen. Die Redaktion nahm am 18. Januar 1963 auf einer ganzen Seite Abschied von ihm \u2013 in einer epischen Breite, wie sie sp\u00e4ter fast nur noch verdienten Politikern zuteilwurde. Der auf seinem alten 250er-Motorrad rasende Fotoreporter sei zum \u201eheiteren, befeuernden Geist der Lokalredaktion\u201c geworden, hie\u00df es im Nachruf.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.34bef603-8c61-46f5-b7eb-6123c65c5458.original1024.media.jpeg\"\/>     Sein ber\u00fchmter roter Stempel auf der R\u00fcckseite der Fotos.    Foto: Merkle    <\/p>\n<p>Dabei war Gramm kein klassisch ausgebildeter Fotograf. Nach der Kriegsgefangenschaft arbeitete er zun\u00e4chst wieder als Chemigraf und \u00e4tzte Klischees f\u00fcr Zeitungsfotos. Doch bald legte er der Lokalredaktion eigene Bilder vor \u2013 und wurde von diesem Tag an selbst \u201eBildberichter\u201c. Sein roter Stempel wurde zum Markenzeichen, sein Temperament und Humor zur Legende.<\/p>\n<p>Waghalsige Abenteuer: Fritz Gramm trotzt Wind und Wetter <\/p>\n<p>Noch Jahre sp\u00e4ter erz\u00e4hlten Kollegen von seinen Eskapaden: wie er im Rohbau des Fernsehturms auf dem h\u00f6chsten Moniereisen kletterte, um die Zimmerleute in schwindelerregender H\u00f6he zu fotografieren \u2013 ohne Aufzug, bei starkem Wind, und stets mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Oder von den halsbrecherischen Fahrten auf seiner 250er, deren Soziussitz locker war. \u201eWir fuhren in Wind und Regen in dicken Lederm\u00e4nteln und hatten eine Menge mitzuschleppen\u201c, schrieben die Kollegen. Blitzger\u00e4te waren damals \u201eso gro\u00df und so schwer wie ein kleines Klavier\u201c.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.3a933f1b-63f3-4c2f-bbda-79b9d782a55c.original1024.media.jpeg\"\/>     Wagenburgtunnel in den 1950ern.    Foto: Fritz Gramm    <\/p>\n<p>Was Fritz Gramm fotografierte, empfand er selbst oft als \u201eSchwarzbrot\u201c: Termine, bei denen sich Menschen die H\u00e4nde sch\u00fcttelten und wenig Bewegung ins Bild kam. Dann konnte er schimpfen \u201ewie ein Rohrspatz\u201c. Doch bei kniffligen Aufgaben, die Fantasie verlangten, strahlte er, griff nach der Leica, setzte die schwarze Pelzm\u00fctze auf und rief: \u201eLasset dr Papa schon macha.\u201c<\/p>\n<p> Alltagsszenen der 50er: Von \u201eSchwarzbrot\u201c zu Kultursch\u00e4tzen <\/p>\n<p>Gerade dieses vermeintliche \u201eSchwarzbrot\u201c ist heute ein Schatz. Radrennen in Ruinen, Eink\u00e4ufe mit der Milchkanne, der Schutzmann auf dem Sockel, Besucher im Mineralbad Berg, Vertriebene am Bahnhof oder der Ferdinand-Leitner-Steg \u2013 Alltagsszenen der 1950er- und fr\u00fchen 1960er-Jahre, die sich bis heute in faszinierende Zeitdokumente verwandelt haben.<\/p>\n<p>Die Fotos aus dem Familienalbum von Karin Merkle f\u00fcgen diesem Bild eine pers\u00f6nliche Note hinzu. Sie zeigen, dass Fritz Gramm nicht nur die Stadt und ihre Ereignisse festhielt, sondern auch ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Menschen hatte. F\u00fcr uns heute sind seine Aufnahmen ein Blick in eine ferne Zeit, die \u2013 beim genauen Hinsehen \u2013 uns doch oft vertraut ist. Vielen Dank, Fritz Gramm!<\/p>\n<p>Diskutieren Sie mit unter<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Album.Stuttgart?locale=de_DE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">: facebook.com\/Album.Stuttgart<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fritz Gramms Erbe: Unerm\u00fcdlicher Chronist Stuttgarts Dieser Stempel ist untrennbar mit Fritz Gramm verbunden. 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