{"id":753634,"date":"2026-01-28T15:55:12","date_gmt":"2026-01-28T15:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/753634\/"},"modified":"2026-01-28T15:55:12","modified_gmt":"2026-01-28T15:55:12","slug":"langer-weg-zum-wirtschafts-comeback-reiche-senkt-prognose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/753634\/","title":{"rendered":"Langer Weg zum Wirtschafts-Comeback &#8211; Reiche senkt Prognose"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Die deutsche Wirtschaft kommt nur langsam wieder in Fahrt &#8211; ein sp\u00fcrbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr lediglich ein geringes Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts sagte. Im vergangenen Herbst hatte Reiche noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent gerechnet.<\/p>\n<p>Die Ministerin sagte aber, es zeichne sich f\u00fcr dieses und das n\u00e4chste Jahr eine konjunkturelle Belebung ab. Diese m\u00fcsse aber dringend unterf\u00fcttert werden. Das \u00abReformfenster\u00bb, das die Bundesregierung habe, m\u00fcsse entschlossen und mutig genutzt werden.<\/p>\n<p>Lange Stagnation<\/p>\n<p>2025 schrammte Deutschland nur knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei, es gab ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Deutschland hinkt damit anderen gro\u00dfen Industrienationen hinterher. Auch die \u00abWirtschaftsweisen\u00bb rechnen f\u00fcr 2026 mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. In der Krise stecken vor allem Industriebranchen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Tanja G\u00f6nner, sagte: \u00abDie erwartete wirtschaftliche Erholung ist gering und bleibt br\u00fcchig.\u00bb DIHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Helena Melnikov f\u00fcgte hinzu: \u00abDeutschland w\u00e4chst, aber viel zu langsam.\u00bb Ein Mini-Plus der Wirtschaft 2026 sei ein ern\u00fcchterndes Signal und weit von dem entfernt, was der Standort leisten k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p>Mehr Tempo bei Umsetzung von Investitionen<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die eingetr\u00fcbten Erwartungen ist laut Regierung, dass die Erholung im zweiten Halbjahr 2025 schw\u00e4cher ausfiel als erwartet. Der Start ins neue Jahr war damit schwieriger. Zudem wirken Milliarden-Ausgaben des Staates zur Modernisierung der Infrastruktur, f\u00fcr Klimaschutz sowie f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Bundeswehr langsamer als erhofft. Bei der Umsetzung der staatlichen Investitionen sei mehr Tempo notwendig, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).<\/p>\n<p>Die schuldenfinanzierten Sonderverm\u00f6gen sind wesentlicher Treiber des Wirtschaftswachstums. Laut Regierung d\u00fcrften die staatlichen Investitionen rund zwei Drittelprozentpunkte zum BIP-Zuwachs 2026 beitragen. Davon soll etwa die Bauindustrie und die R\u00fcstungsindustrie profitieren. Damit die Mittel schnell eingesetzt werden, sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Gesetzes\u00e4nderungen sind aber noch nicht beschlossen. Demgegen\u00fcber kommen private Investitionen vor allem von Unternehmen nicht in Schwung.\u00a0<\/p>\n<p>Reiche sagte, die Schulden seien dann gerechtfertigt, wenn die Investitionen zus\u00e4tzlich erfolgten. Allerdings gibt es breite Kritik daran, dass die Regierung mit den Sonderverm\u00f6gen L\u00f6cher im Kernhaushalt stopft.\u00a0<\/p>\n<p>Schwache Exportentwicklung<\/p>\n<p>Der in fr\u00fcheren Jahren so starke deutsche Export schw\u00e4chelt. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Zum einen belasten h\u00f6here US-Z\u00f6lle viele Unternehmen. 2025 waren die deutschen Exporte in die USA wegen h\u00f6herer US-Z\u00f6lle um fast zehn Prozent eingebrochen. Dazu kommt eine st\u00e4rkere internationale Konkurrenz, vor allem aus China.<\/p>\n<p>Reiche sagte, mit China trete zunehmend ein Konkurrent auf die Weltb\u00fchne bei wichtigen deutschen G\u00fctern wie im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei Autos. Strategie der EU und der Bundesregierung sind unter anderem die neuen Handelsabkommen mit dem s\u00fcdamerikanischen Staatenbund Mercosur sowie Indien, damit sich die Wirtschaft breiter aufstellt.<\/p>\n<p>Die Verbraucherpreise d\u00fcrften laut Prognose rund 2,1 Prozent und damit etwas geringer zunehmen als in den Vorjahren. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent. Auf dem Arbeitsmarkt rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr mit einer leichten Verringerung der Arbeitslosigkeit. 2025 habe die schwache Industriekonjunktur \u00abdeutliche Spuren\u00bb hinterlassen, hie\u00df es. Viele Konzerne bauten Stellen ab.<\/p>\n<p>Reiche will Tempo bei Strukturreformen\u00a0<\/p>\n<p>Die Wirtschaftsministerin sagte, es m\u00fcssten schneller und entschlossener Verbesserungen am Wirtschaftsstandort angegangen werden. Die Bundesregierung m\u00fcsse in diesem Jahr signifikant vorankommen.<\/p>\n<p>Wirtschaftsverb\u00e4nde nennen immer wieder hausgemachte Gr\u00fcnde f\u00fcr die Schw\u00e4che der deutschen Wirtschaft: im internationalen Vergleich hohe Energiepreise, hohe Steuern und Abgaben, zu viel B\u00fcrokratie. Die Bundesregierung hat Ma\u00dfnahmen auf den Weg gebracht &#8211; die Wirtschaft fordert aber h\u00f6here Entlastungen. Die Regierung hat zudem Kommissionen eingesetzt zur Reform etwa des Rentensystems. Reiche hat bereits gefordert, die Menschen m\u00fcssten l\u00e4nger arbeiten. Sozialreformen d\u00fcrften aber noch f\u00fcr Konflikte in der Koalition sorgen.<\/p>\n<p>In den Fokus ger\u00fcckt sind auch zus\u00e4tzliche steuerliche Entlastungen. Die Union spricht sich daf\u00fcr aus, die ab 2028 geplante stufenweise Reduzierung der K\u00f6rperschaftsteuer vorzuziehen &#8211; sofern es die Haushaltssituation von Bund und L\u00e4ndern zulasse. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD au\u00dferdem angek\u00fcndigt, zur Mitte der Legislatur die Einkommensteuer f\u00fcr kleine und mittlere Einkommen zu senken. Auch das d\u00fcrfte aber viele Milliarden kosten.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abBabyboomer\u00bb versch\u00e4rfen Fachkr\u00e4ftemangel<\/p>\n<p>Viel Kritik hat ein Vorsto\u00df des Wirtschaftsfl\u00fcgels der Union ausgel\u00f6st, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschr\u00e4nken. Reiche sieht Deutschland bei der Arbeitsproduktivit\u00e4t international im Nachteil. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD zudem flexiblere Arbeitszeiten angek\u00fcndigt. Im Arbeitszeitgesetz soll die M\u00f6glichkeit einer w\u00f6chentlichen statt der geltenden t\u00e4glichen H\u00f6chstarbeitszeitgrenze geschaffen werden. Reiche sprach sich f\u00fcr die \u00c4nderungen aus. Gewerkschaften lehnen die Pl\u00e4ne ab.<\/p>\n<p>Ein Kernproblem ist die demografische Entwicklung, also die zunehmende Alterung der Gesellschaft. Die \u00abBabyboomer\u00bb gehen verst\u00e4rkt in Rente, es kommen aber nicht gen\u00fcgend Arbeitskr\u00e4fte nach. Dies schm\u00e4lert das ohnehin schwache sogenannte Potenzialwachstum und k\u00f6nnte Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse versch\u00e4rfen. Die Bundesregierung setzt neben einer Fachkr\u00e4fte-Einwanderung auf eine h\u00f6here Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen und mit der \u00abAktivrente\u00bb auf mehr Arbeit im Rentenalter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die deutsche Wirtschaft kommt nur langsam wieder in Fahrt &#8211; ein sp\u00fcrbarer Aufschwung ist nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":753635,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[1173,3364,29,30,10268,8970,1209],"class_list":{"0":"post-753634","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bundesregierung","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-konjunktur","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115973542600636902","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/753634","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=753634"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/753634\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/753635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=753634"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=753634"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=753634"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}