{"id":754396,"date":"2026-01-28T22:55:21","date_gmt":"2026-01-28T22:55:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754396\/"},"modified":"2026-01-28T22:55:21","modified_gmt":"2026-01-28T22:55:21","slug":"kaempfe-im-syrischen-kobane-symbol-des-widerstands-droht-zu-fallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754396\/","title":{"rendered":"K\u00e4mpfe im syrischen Koban\u00ea: Symbol des Widerstands droht zu fallen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/sdf-kobane-102.jpg\" alt=\"Mitglieder der kurdisch gef\u00fchrten Syrischen Demokratischen Kr\u00e4fte (SDF) kommen in Kobane an.\" title=\"Mitglieder der kurdisch gef\u00fchrten Syrischen Demokratischen Kr\u00e4fte (SDF) kommen in Kobane an. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.01.2026 19:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Im syrischen Koban\u00ea k\u00e4mpfen Regierungstruppen gegen die Kurden, die die Stadt kontrollieren. Der Ort gilt als Symbol des Widerstands gegen den IS &#8211; doch ausgerechnet die Terrormiliz droht durch die K\u00e4mpfe wieder zu erstarken.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad im Dezember 2024 war die Erleichterung in Syrien gro\u00df. Doch bald gab es Zweifel, ob \u00dcbergangspr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa das Land in eine friedliche Zukunft f\u00fchren kann. Dabei hatte er betont, Syrien im Sinne aller Bev\u00f6lkerungsgruppen und Minderheiten einen zu wollen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch diese Zukunft ist in weite Ferne ger\u00fcckt: Als im Dezember Integrationsversuche der autonom verwalteten kurdischen Region Rojava im Nordosten Syriens scheiterten, schickte al-Scharaa die Armee, um seinen Machtanspruch durchzusetzen.<\/p>\n<p>    Unterst\u00fctzung f\u00fcr al-Scharaa aus Ankara<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Stadt Koban\u00ea, eine der wichtigsten St\u00e4dte in der Region, wird weiterhin belagert. Dabei erhalte die syrische Armee milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung aus der T\u00fcrkei, sagt die deutsch-kurdische Journalistin D\u00eelan Karacada\u011f, die seit 2014 \u00fcber die Region berichtet. Durch die Lage Koban\u00eas nahe der t\u00fcrkischen Grenze ist eine starke kurdische Autonomie eine Bedrohung f\u00fcr die Regierung in Ankara.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dar\u00fcber hinaus sei die Stadt seit ihrer Befreiung von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) f\u00fcr viele Menschen weltweit ein Symbol: &#8222;F\u00fcr Widerstand, f\u00fcr Selbstbestimmung und f\u00fcr einen demokratischen Aufbruch&#8220;, wie Karacada\u011f sagt. In diesen Tagen j\u00e4hrt sich die Befreiung vom IS zum elften Mal &#8211; umso zynischer sei es, dass die Miliz in der umk\u00e4mpften Region wiedererstarken und die Stadt erneut bedrohen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Lage in Koban\u00ea &#8222;jenseits der Vorstellungskraft&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die in Frankfurt ans\u00e4ssige Hilfsorganisation Medico International h\u00e4lt Kontakt zu Partnern wie dem Kurdischen Halbmond vor Ort &#8211; inzwischen nur noch \u00fcber Satellitentelefon. Am 20. Januar erreichte die Hilfsorganisation noch eine Sprachnachricht des B\u00fcrgermeisters, Fewaz Ehmed: &#8222;Was wir in Koban\u00ea erleben, ist jenseits der Vorstellungskraft der Menschen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wasser und Stromversorgung seien gekappt und die medizinische Versorgung sei katastrophal. Die T\u00fcrkei und die syrischen Truppen bombardierten die D\u00f6rfer rund um Koban\u00ea schwer. &#8222;Wir haben keinen Kontakt mehr. Was dort geschieht, wei\u00df niemand&#8220;, sagt Ehmed.<\/p>\n<p>    Waffenstillstand &#8211; doch in Koban\u00ea wird gek\u00e4mpft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Samstag wurde der geltende Waffenstillstand um zwei Wochen verl\u00e4ngert. Doch rund um Koban\u00ea halten die K\u00e4mpfe an, sagt Medico-Referentin Anita Starosta. Es m\u00fcsse dringend ein humanit\u00e4rer Korridor eingerichtet werden &#8211; f\u00fcr Hilfslieferungen und als Fluchtweg f\u00fcr Zivilisten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Anliegen der kurdischen Selbstverwaltung, als solche in Syrien offiziell anerkannt zu werden, scheine fast gescheitert, sagt Starosta. Funktionierende demokratische Strukturen, die in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut wurden, seien in Gefahr. In den kommenden Tagen werde sich in den Verhandlungen zeigen, ob die Kurden und die Autonomieverwaltung k\u00fcnftig all ihre Rechte abgeben m\u00fcssten.<\/p>\n<p>    Unterst\u00fctzung f\u00fcr Al-Scharaa von arabischen Gruppen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Al-Scharaas Truppen wurden im Nordosten Syriens von einigen aber auch begr\u00fc\u00dft: Arabisch-dominierte Gruppen h\u00e4tten Repressionen von kurdischer Seite zu sp\u00fcren gekommen &#8211; Starosta h\u00e4lt das f\u00fcr plausibel, denn zwischen den eher konservativen arabischen St\u00e4mmen und der kurdischen Selbstverwaltung habe es \u00f6fter Spannungen gegeben. Auf Unterst\u00fctzung der arabischsprachigen Gruppen kann die kurdische Selbstverwaltung also nicht hoffen.<\/p>\n<p>    Entflohene IS-K\u00e4mpfer bedrohen Koban\u00ea<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zus\u00e4tzlich wird die Freiheit der Menschen im kurdischen Selbstverwaltungsgebiet nun noch vom IS bedroht: Seit Tagen kursieren Videos in sozialen Medien, die entflohene K\u00e4mpfer aus dem Internierungslager Al-Hol bei Koban\u00ea zeigen sollen. Dort waren sie seit dem Sieg \u00fcber den IS festgehalten worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Starosta hat sich diese Gefahrenlage bereits abgezeichnet: Die kurdische Selbstverwaltung habe jahrelang internationale Unterst\u00fctzung gefordert. Ausl\u00e4ndische IS-K\u00e4mpfer h\u00e4tten in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckgeholt, Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch bei der Resozialisierung sei die kurdische Selbstverwaltung allein gelassen worden. Dabei w\u00fcrden in den Lagern auch Kinder aufwachsen, die keine Perspektive au\u00dfer der radikalen IS-Ideologie h\u00e4tten. Man habe sich mit der finanziellen und milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die kurdischen IS-Bewacher begn\u00fcgt &#8211; diese f\u00fchlten sich nun zurecht im Stich gelassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.01.2026 19:10 Uhr Im syrischen Koban\u00ea k\u00e4mpfen Regierungstruppen gegen die Kurden, die die Stadt kontrollieren. 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