{"id":754576,"date":"2026-01-29T00:37:11","date_gmt":"2026-01-29T00:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754576\/"},"modified":"2026-01-29T00:37:11","modified_gmt":"2026-01-29T00:37:11","slug":"leipzig-hamburg-was-uns-zu-mehr-freude-im-job-verhilft-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754576\/","title":{"rendered":"Leipzig\/Hamburg | Was uns zu mehr Freude im Job verhilft"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig\/Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; \u00abNoch drei Tage bis zum Wochenende\u00bb, \u00abBald habe ich endlich Urlaub\u00bb: Das Arbeitsleben ist oft gepr\u00e4gt von Durchhalteparolen. Geht das nicht auch anders? Welche Rolle Spa\u00df bei der Arbeit spielt und was wir selbst f\u00fcr mehr Freude im Berufsleben tun k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Muss mein Job Spa\u00df bringen?\u00a0<\/p>\n<p>Der Frage, ob Erwerbsarbeit Spa\u00df und Freude machen muss, ist Hannes Zacher, Professor f\u00fcr Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universit\u00e4t Leipzig in seiner Forschung nachgegangen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIch glaube, die Erwerbsarbeit muss nicht unbedingt Spa\u00df machen\u00bb, sagt er. F\u00fcr viele ist es aber durchaus erstrebenswert. In einer <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/17439760.2024.2417102\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a> mit einer repr\u00e4sentativen Stichprobe an Erwerbst\u00e4tigen stellten Zacher und sein Team die Frage: Wenn Sie sich f\u00fcr ein Arbeitsleben entscheiden m\u00fcssten, welches w\u00fcrden Sie dann w\u00e4hlen? Zur Auswahl standen drei Optionen:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>das freudige Arbeitsleben<\/li>\n<li>das sinnhafte Arbeitsleben<\/li>\n<li>oder das interessante, psychologisch-reichhaltige Arbeitsleben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte gab an, dass sie sich das freudige, spa\u00dfige Arbeitsleben heraussuchen w\u00fcrde. Ein Viertel wollte lieber Sinnhaftigkeit bei der Arbeit erleben, also etwas Bedeutsames tun. Ein weiteres Viertel wollte, dass die eigene Arbeit psychologisch reichhaltig ist, also interessant und abwechslungsreich ist und neue Perspektiven er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>\u00abAlso die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten w\u00fcnscht sich Spa\u00df bei der Arbeit\u00bb, so der Arbeitspsychologe. F\u00fcr die andere H\u00e4lfte sei das \u00absicherlich auch etwas Sch\u00f6nes, aber es ist nicht die absolute Priorit\u00e4t.\u00bb<\/p>\n<p>Business-Coachin Astrid Kaiser zufolge ist mit entscheidend, wie Spa\u00df definiert wird. \u00abDa wir einen gro\u00dfen Teil unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz verbringen, w\u00e4re es aber wertvoll, zu sagen: Ich m\u00f6chte ein gutes Gef\u00fchl bei dem haben, was ich beruflich tue\u00bb.<\/p>\n<p>Spa\u00df m\u00fcsse man nicht permanent empfinden, wichtig sei etwas zu tun, das den eigenen Bed\u00fcrfnissen entspricht. \u00abIch sollte eine Verbindung sp\u00fcren, eine gewisse Lebendigkeit f\u00fchlen, wenn ich meiner T\u00e4tigkeit nachgehe.\u00bb<\/p>\n<p>Kann ich \u00fcberall Spa\u00df bei der Arbeit finden, unabh\u00e4ngig von meinem Job?<\/p>\n<p>Hannes Zacher: \u00abAls Arbeitspsychologe w\u00fcrde ich sagen: Ja, das kann ein Ziel sein.\u00bb Und zwar unabh\u00e4ngig davon, um welchen Job es geht oder was die genauen Aufgabeninhalte sind &#8211; von der Supermarktkasse bis zum B\u00fcro.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es verschiedene Stellschrauben. Zum einen k\u00f6nne der Arbeitgeber versuchen, die Arbeit so umzugestalten, dass wieder mehr Spa\u00df entsteht. Etwa, indem er Austausch m\u00f6glich macht und f\u00f6rdert oder Aufgaben mit den Interessen der Besch\u00e4ftigten in Einklang bringt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte auch eigeninitiativ etwas bewegen. \u00abSie k\u00f6nnen schauen, wie sie Spa\u00df in die Arbeit reinbringen, indem sie zum Beispiel mit ihren Kolleginnen und Kollegen oder auch mit sich selbst kleine Wettbewerbe veranstalten\u00bb, so Zacher.<\/p>\n<p>Was kann ich selbst konkret tun, um mehr Spa\u00df zu erleben?<\/p>\n<p>Laut Arbeitspsychologe Zacher z\u00e4hlt vor allem Offenheit und \u00abdie Einstellung, dass Arbeit auch Spa\u00df machen kann und darf\u00bb. Gibt es Momente, die ich mit Humor nehmen kann? Momente, in denen ich Witze machen kann? Gibt es Gelegenheiten, den Spa\u00df an einer Aufgabe selbst zu finden, indem man seine Einstellung zu ihr ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen auch \u00fcberlegen, ob sie bestimmte T\u00e4tigkeiten in anderer Reihenfolge oder mit jemandem zusammen erledigen k\u00f6nnen, den sie bei der Arbeit gerne m\u00f6gen. \u00abLeute, die Spa\u00dfverderber oder sogar toxisch sind, sollte man hingegen bei der Arbeit eher vermeiden\u00bb, so Zacher.<\/p>\n<p>Auch Coachin Astrid Kaiser betont die Bedeutung der inneren Haltung. Besch\u00e4ftigte, die wieder mehr Freude im Job erleben wollen, k\u00f6nnen sich zum Beispiel morgens eine klare Absicht f\u00fcr den Tag setzen: \u00abIch starte heute mit Leichtigkeit in diesen Tag.\u00bb Oder: \u00abAlles, was ich tue, darf mir heute Freude bringen.\u00bb Oder: \u00abIch werde heute besonders viel Fokus auf unser Miteinander im Team legen.\u00bb<\/p>\n<p>Positive Gef\u00fchle, Spa\u00df und Freude lassen sich der Coachin zufolge f\u00f6rdern, indem man den eigenen Arbeitsplatz &#8211; egal ob im Unternehmen oder zu Hause &#8211; sch\u00f6n gestaltet und sich so eine Atmosph\u00e4re schafft, in der man sich wohlf\u00fchlt.\u00a0<\/p>\n<p>Nicht zuletzt r\u00e4t Kaiser, darauf zu achten, wie man seinen Arbeitstag strukturiert. \u00abEs hilft zum Beispiel, sich morgens als Erstes eine Aufgabe vorzunehmen, die mir einfach entweder Spa\u00df oder ein gutes Gef\u00fchl gibt.\u00bb Das positive Gef\u00fchl, bereits etwas erledigt zu haben und Freude daran gehabt zu haben, wirke sich auf die Grundenergie f\u00fcr den anstehenden Tag aus.<\/p>\n<p>Wenn der Job keinen Spa\u00df bringt: Worauf kann man sich alternativ fokussieren?<\/p>\n<p>Arbeit kann sich nicht nur dann erf\u00fcllend anf\u00fchlen, wenn wir dabei Spa\u00df und Freude haben. Auch Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit oder psychologische Reichhaltigkeit k\u00f6nnen ein erstrebenswertes Ziel sein.\u00a0<\/p>\n<p>Wichtig: Es gibt immer Tage im Arbeitsleben, in denen man wom\u00f6glich nichts davon empfindet. \u00abAber das ist auch nicht so schlimm\u00bb, sagt Hannes Zacher. \u00abZum Gl\u00fcck \u00e4ndert sich die Arbeit und die eigene Einstellung zur Arbeit st\u00e4ndig.\u00bb<\/p>\n<p>Wann ist es Zeit, f\u00fcr einen neuen Job?<\/p>\n<p>Problematisch wird es dem Arbeitspsychologen zufolge dann, wenn keine der genannten Dimensionen im Beruf je erf\u00fcllt wird. \u00abDann ist das eigene Wohlbefinden im Job gef\u00e4hrdet und man sollte sich vielleicht \u00fcberlegen, ob man sich einen anderen Job oder eine andere Organisation sucht.\u00bb<\/p>\n<p>Wenn man im Job gar keinen Spa\u00df empfindet, sollte das einen Reflexionsprozess ansto\u00dfen, so Astrid Kaiser: \u00abWarum bringt der Job keinen Spa\u00df und welche Schl\u00fcsse und Konsequenzen kann ich daraus ziehen? Was w\u00fcrde mir stattdessen guttun?\u00bb Aushalten sei immer die schlechteste Variante. \u00abDas kostet einfach viel zu viel Kraft und Lebensfreude.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig\/Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; \u00abNoch drei Tage bis zum Wochenende\u00bb, \u00abBald habe ich endlich Urlaub\u00bb: Das Arbeitsleben ist oft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":754577,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[1140,172191,4941,3364,29,23657,30,141,71,13353,624,859,36745,172190],"class_list":{"0":"post-754576","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-arbeit","9":"tag-arbeitspsychologie","10":"tag-cjab","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-freude","14":"tag-germany","15":"tag-gesundheit","16":"tag-leipzig","17":"tag-psychologie","18":"tag-ratgeber","19":"tag-sachsen","20":"tag-spass","21":"tag-tmn0360"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115975595218615151","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=754576"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754576\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/754577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=754576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=754576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=754576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}