{"id":754754,"date":"2026-01-29T02:18:30","date_gmt":"2026-01-29T02:18:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754754\/"},"modified":"2026-01-29T02:18:30","modified_gmt":"2026-01-29T02:18:30","slug":"ein-blick-auf-sein-spaetwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/754754\/","title":{"rendered":"Ein Blick auf sein Sp\u00e4twerk"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Museen, die Zuschauerzahlen generieren wollen, zeigen Monet, Renoir, Manet. Oder Cezanne. Nach dem Blockbuster mit Yayoi Kusama punktet die Fondation Beyeler jetzt \u00fcbergangslos mit Bildern des Sp\u00e4timpressionisten am \u00dcbergang zur Moderne. Dazu muss nicht einmal ein Jubil\u00e4umsjahr her, auch wenn sich Cezannes Todestag 2026 zum 120. Mal j\u00e4hrt \u2013 die Zeit f\u00fcr eine Werkschau \u201eist einfach reif\u201c, wie Kurator Ulf K\u00fcster glaubt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/269b6b9d-5076-4889-88d0-45af13aaa0fe.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\u201eVater von uns allen\u201c nannte Pablo Picasso Paul Cezanne. Das Foto zeigt den K\u00fcnstler in seinem Atelier in Les Lauves. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>\u201eVater von uns allen\u201c nannte Pablo Picasso Paul Cezanne. Das Foto zeigt den K\u00fcnstler in seinem Atelier in Les Lauves.  (Foto: GrandPalaisRmn (mus\u00e9e d\u2019Orsay)\/Ren\u00e9-Gabriel Ojeda)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Immerhin ist es die erste Cezanne-Ausstellung bei Beyeler \u00fcberhaupt; im s\u00fcdwestlichen deutschsprachigen Raum waren \u00e4hnlich umfangreiche Retrospektiven 1993 in T\u00fcbingen und 2000 in Z\u00fcrich zu sehen. In Riehen konzentriert man sich aufs Sp\u00e4twerk und hat hierzu knapp 80 Bilder zusammengetragen \u2013 darunter aus ersten H\u00e4usern wie dem New Yorker MoMa, dem Mus\u00e9e d\u2019Orsay in Paris oder der Londoner Tate. Vertreten ist auch die Staatsgalerie Stuttgart. Eine ganze Reihe selten gezeigter Werke aus Privatsammlungen runden die Leihgabenauswahl ab.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/c5479b6a-94cd-4d92-93f7-bb650493dadb.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Langer Arm: Paul Cezannes \u201eDer Knabe mit der roten Weste\u201c von 1888 \u2013 1890. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Langer Arm: Paul Cezannes \u201eDer Knabe mit der roten Weste\u201c von 1888 \u2013 1890.  (Foto: Sammlung Emil B\u00fchrle\/Kunsthaus Z\u00fcrich)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Gleich mehrere Werke stammen aus der umstrittenen Sammlung B\u00fchrle in Z\u00fcrich. Darunter auch der bekannte \u201eKnabe mit der roten Weste\u201c, dessen rechter Arm deutlich zu lang ist (und, was seltener erw\u00e4hnt wird, dessen linker Arm auch merkw\u00fcrdig proportioniert ist) \u2013 Max Liebermann wird das Zitat zugeschrieben, \u201eein so sch\u00f6n gemalter Arm kann gar nicht lang genug sein\u201c. Nun ja. Bei Beyeler h\u00e4ngen \u00fcbrigens auch zwei Aquarelle mit \u00e4hnlichem Motiv, auf denen die Arme des Modells Normall\u00e4nge haben.<\/p>\n<p>Paul Cezanne: Meister des Lichts<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Kuratorenteam um Ulf K\u00fcster hat sich gegen eine chronologische und f\u00fcr eine thematische Pr\u00e4sentation entschieden, nachdem sich der Zeitraum der Entstehung auf die letzten beiden Jahrzehnte des Malers (1839 bis 1906) beschr\u00e4nkt. Damit lenkt man den Blick auf eben jene Phase, in der die Moderne bereits durch Cezannes Werk wetterleuchtet. Da h\u00e4ngt zum Beispiel ein Portr\u00e4t des Kunsth\u00e4ndlers Ambroise Vollard, der auch Picasso f\u00f6rderte und vom Spanier ebenfalls gemalt wurde. Picasso machte sich in diesen Jahren in seine blaue und die rosa Periode auf \u2013 und kannte Cezannes Bild aus einer Pariser Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Vollard-Bildnis ist in Riehen, klar, Teil einer Abteilung mit (Selbst-)Portr\u00e4ts. In den weiteren R\u00e4umen geht es um Stillleben, Menschengruppen wie die \u201eBadenden\u201c, Orte und Landschaften; einen eigenen Blick wirft ein Raum auf Aquarelle und Studien. Immer aber und von allen Bildern, ob \u00d6l oder Tusche, geht Cezannes besonderes Licht aus. Das gilt selbst f\u00fcr die Bilder, bei denen der K\u00fcnstler die Leinwand nur teilweise mit Farbfl\u00e4chen bedeckt und den Untergrund bewusst frei l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Hochkar\u00e4tige Leihgaben<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein Big Player in der Museumslandschaft wie die Fondation Beyeler kann bei Ausleihen nat\u00fcrlich auf erste Kontakte bauen. Auf Beziehungen, die andere H\u00e4user nicht haben. Das erm\u00f6glicht dann eben auch Konfrontationen wie die von zwei der drei Versionen der \u201eKartenspieler\u201c, entstanden zwischen 1892\/93 und 1896. Die eine kommt aus dem Pariser Orsay, die andere, in den Ausma\u00dfen und nur in Details unterschiedliche, aus dem Courtauld Institute of Art in London (die dritte Version ist in Privatbesitz).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3c4b3190-8376-496e-8187-ed680d181c8c.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Wer macht den Stich? \u201eDie Kartenspieler\u201c von Paul Cezanne, entstanden zwischen 1893 und 1896. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Wer macht den Stich? \u201eDie Kartenspieler\u201c von Paul Cezanne, entstanden zwischen 1893 und 1896.  (Foto: GrandPalaisRmn (mus\u00e9e d&#8217;Orsay)\/Patrice Schmidt)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Cezanne war durchaus und nat\u00fcrlich bewusst ein serieller Maler. Was Monet die Seerosen oder Heustadel waren, war f\u00fcr ihn die Montagne Sainte-Victoire, jener tausend Meter hohe Gebirgszug im S\u00fcden der Provence. Im nahen Les Lauves hatte Cezanne, der aus Aix-en-Provence stammte, sein Atelier. Siebenundachtzig Mal hielt er die markante Montagne im Bild fest, immer wieder, zu allen Jahres- und Tageszeiten. neun Ansichten sind in Riehen zu sehen. Hier, erl\u00e4utert der Katalog, erprobte der Meister in seinen sp\u00e4teren Jahren seine Technik, das, was er sah, auf die Leinwand zu bringen \u2013 und nicht die Realit\u00e4t abzubilden. Er setzte \u201ereine Farbempfindungen\u201c als arrangierte Fl\u00e4chen (\u201etaches color\u00e9es\u201c) auf den Untergrund; die Farben allein sollten die Form bestimmen. In seinen eigenen Worten: \u201eIch mache nicht, was ich nicht sehe.\u201c<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-text-title-md tw-pt-2 tw-pb-4 tw-font-primary tw-border-t tw-mb-0 tw-border-neutral-10 tw-border-solid\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In Les Lauves rundete sich Cezannes Lebenslauf: Er starb 1906, nachdem er von einem Unwetter \u00fcberrascht worden war und sich eine Lungenentz\u00fcndung eingefangen hatte. Sein Ruhm hat seitdem nie nachgelassen \u2013 die Riehener Ausstellung unterstreicht nachdr\u00fccklich, warum.<\/p>\n<p>Eine unn\u00f6tige Erg\u00e4nzung<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Eine eher unn\u00f6tige Dreingabe ist da ein pr\u00e4tenti\u00f6s-raunender, arg auf Bedeutung gemachter Kurzfilm \u00fcber Cezannes Jahre in Les Lauves, der in der Ausstellung zu sehen ist. Gedreht haben ihn im Auftrag der Stiftung der Maler Albert Oehlen und Filmregisseur Oliver Hirschbiegel (\u201eDer Untergang\u201c, \u201eElser\u201c) an Originalschaupl\u00e4tzen an der Montagne Sainte-Victoire.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Und ein Verlust ist festzustellen. Im Gegensatz zum bisherigen kunsthistorischen Mainstream hat man sich bei Beyeler daf\u00fcr entschieden, den Namen Cezanne durchg\u00e4ngig ohne Accent aigu auf dem ersten \u201ee\u201c zu schreiben. Cezanne selber schrieb sich tats\u00e4chlich ohne das Zeichen; diese Schreibweise setzt sich in der Kunstgeschichte derzeit durch.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\"><strong>Die Ausstellung \u201eCezanne\u201c in der Fondation Beyeler<\/strong> in Riehen bei Basel dauert bis 25. Mai. \u00d6ffnungszeiten: t\u00e4glich 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Umfangreiches Begleitprogramm. Eintritt 30 Euro, der Katalog kostet 58 Euro und enth\u00e4lt unter anderem eine originelle Biografie in Form einer Graphic Novel von Sarah Weishaupt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Museen, die Zuschauerzahlen generieren wollen, zeigen Monet, Renoir, Manet. Oder Cezanne. Nach dem Blockbuster mit Yayoi Kusama punktet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":754755,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,172236,29,214,32059,30,1794,172235,7809,215,172237],"class_list":{"0":"post-754754","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-basel-riehen","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-fondation-beyeler","13":"tag-germany","14":"tag-kunst-und-design","15":"tag-paul-cezanne","16":"tag-spaetwerk","17":"tag-unterhaltung","18":"tag-vater-der-moderne"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115975992561431346","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=754754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/754754\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/754755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=754754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=754754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=754754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}