{"id":755487,"date":"2026-01-29T09:11:10","date_gmt":"2026-01-29T09:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755487\/"},"modified":"2026-01-29T09:11:10","modified_gmt":"2026-01-29T09:11:10","slug":"wie-entsteht-long-covid-neuer-mosaikstein-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755487\/","title":{"rendered":"Wie entsteht Long COVID? Neuer Mosaikstein gefunden"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 entwickeln in Deutschland bis zu zehn Prozent der Betroffenen Long COVID. Die damit einhergehenden Symptome wie Fatigue, Konzentrationsst\u00f6rungen, Atemwegsbeschwerden oder neurologische Probleme k\u00f6nnen \u00fcber Monate oder Jahre anhalten. Und: Bei jedem und jeder Betroffenen kann das Krankheitsbild anders aussehen. \u201eLong COVID ist eine \u00e4u\u00dferst komplexe Erkrankung mit verschiedenen Auspr\u00e4gungen\u201c, sagt Prof. Yang Li, Leiterin der Abteilung \u201eBioinformatik der Individualisierten Medizin\u201c und Direktorin des CiiM. \u201eWie und in welcher Auspr\u00e4gung Long COVID entsteht, ist bislang noch nahezu unverstanden. Bildlich gesprochen liegt hier leider erst ein extrem l\u00fcckenhaftes Mosaik vor.\u201c<\/p>\n<p>Das Forschungsteam um Studienleiterin Yang Li hat sich gemeinsam mit den Teams von Prof. Thomas Illig (MHH) und Prof. Jie Sun (University of Virginia, USA) sowie weiteren Kooperationspartnern daher auf die Suche nach weiteren Mosaiksteinen gemacht, die dabei helfen k\u00f6nnen, den krankmachenden Mechanismen hinter Long COVID auf die Spur zu kommen. Daf\u00fcr nahmen die Forschenden in ihrer Studie Immunzellen von Patientinnen und Patienten mit Long COVID genauer unter die Lupe. Die Proben stammten aus der zentralen Biobank der MHH. \u201eWir haben die Zellen in einem sogenannten Einzelzell-Multiomics-Ansatz untersucht. Auf diese Weise konnten wir den molekularen Status innerhalb einer Zelle erfassen und Einblicke in zellul\u00e4re Zusammenh\u00e4nge erhalten\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Saumya Kumar, CiiM-Wissenschaftlerin und Erstautorin der Studie. Au\u00dferdem ermittelten die Forschenden den Gehalt an entz\u00fcndungsf\u00f6rdernden Botenstoffen, sogenannten Zytokinen, im Blutplasma. \u201eDer zentrale und innovative Ansatz unserer Studie ist die Einteilung der Patientendaten nach dem Schweregrad der urspr\u00fcnglich durchlaufenen COVID-19-Erkrankung\u201c, sagt Yang Li. \u201eAuf diese Weise kann die damit zusammenh\u00e4ngende unterschiedliche Immunreaktion erfasst werden. Und nur so ist es m\u00f6glich, eindeutige molekulare Merkmale zu identifizieren, die den chronischen Symptomen von Long COVID tats\u00e4chlich zugrunde liegen.\u201c<\/p>\n<p>Wie ver\u00e4ndert sich das molekulare Setting in den Immunzellen im Verlauf von Long COVID? Gibt es eindeutige molekulare Marker, die im Zusammenhang stehen mit der Auspr\u00e4gung von Fatigue oder Atemwegssymptomen? Diesen und weiteren Fragen gingen die Forschenden in ihrer Big-Data-Studie nach. Und was aus dem umfangreichen Datenschatz dann in den Fokus der Forschenden r\u00fcckte, war ein bestimmter molekularer Zustand im Zellinneren eines sogenannten CD14+-Monozyten. Diese Immunzellen geh\u00f6ren zu den wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen und sind ein wichtiger Teil der Immunabwehr. \u201eMithilfe der Einzelzellanalyse konnten wir in diese Zellen hineinzoomen. Dabei zeigte sich, dass Monozyten mit einem bestimmten molekularen Zustand in ihrem Zellinneren, den wir \u201eLC-Mo\u201c nannten, insbesondere bei Long COVID-Patienten vorhanden waren, die zuvor eine milde bis moderate COVID-19-Erkrankung durchlaufen hatten\u201c, sagt Saumya Kumar. \u201eAu\u00dferdem korrelierte LC-Mo mit der Schwere von Fatigue und Atemwegssymptomen und ging mit erh\u00f6hten Zytokin-Werten im Blutplasma einher, die ein Anzeiger f\u00fcr Entz\u00fcndungsprozesse im K\u00f6rper sind.\u201c<\/p>\n<p>Mit LC-Mo haben die Forschenden somit einen neuen wichtigen Mosaikstein gefunden. \u201eSein genauer Platz im Entstehungsbild von Long COVID muss zwar noch gefunden werden, doch er bietet spannende Ansatzpunkte f\u00fcr weiterf\u00fchrende Studien, etwa mit Blick auf genetische Risikofaktoren oder individualisierte Medizin\u201c, sagt Yang Li. \u201eWenn wir die Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung von Long COVID besser verstehen lernen, hilft uns das auch, die Entstehung m\u00f6glicher Sp\u00e4t- oder Langzeitfolgen anderer Infektionskrankheiten besser zu verstehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeiten wurden gef\u00f6rdert durch einen ERC Starting Grant (ModVaccine), das COVID-19-Forschungsnetzwerk des Landes Niedersachsen (COFONI) und das Nieders\u00e4chsische Zentrum f\u00fcr KI &amp; Kausale Methoden in der Medizin (CAIMed), beide mit Mitteln des Nieders\u00e4chsischen Ministeriums f\u00fcr Wissenschaft und Kultur (MWK), sowie durch das Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).<\/p>\n<p>Text: Nicole Silbermann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 entwickeln in Deutschland bis zu zehn Prozent der Betroffenen Long COVID.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":755488,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[137],"tags":[120974,172398,29,172396,30,141,232,94955,143852,134228,28985,39927,22835,172397],"class_list":["post-755487","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-big-data","tag-ciim","tag-deutschland","tag-einzelzellanalyse","tag-germany","tag-gesundheit","tag-health","tag-helmholtz-zentrum-fuer-infektionsforschung","tag-hzi","tag-immunzellen","tag-long-covid","tag-post-covid","tag-sars-cov-2","tag-zentrum-fuer-individualisierte-infektionsmedizin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115977616447699505","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=755487"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755487\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/755488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=755487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=755487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=755487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}