{"id":755690,"date":"2026-01-29T11:11:13","date_gmt":"2026-01-29T11:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755690\/"},"modified":"2026-01-29T11:11:13","modified_gmt":"2026-01-29T11:11:13","slug":"soft-power-oder-geldverschwendung-streit-um-europas-entwicklungshilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755690\/","title":{"rendered":"Soft Power oder Geldverschwendung? Streit um Europas Entwicklungshilfe"},"content":{"rendered":"<p>In einer Welt, die zunehmend von Konflikten und geopolitischen Spannungen gepr\u00e4gt ist, geh\u00f6rt die internationale Hilfe offenbar zu den ersten Opfern.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren haben zahlreiche L\u00e4nder ihre Mittel f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/06\/27\/europa-fuhrt-globale-impfstoffbemuhungen-an-usa-ziehen-sich-zuruck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>gek\u00fcrzt oder deutlich zur\u00fcckgefahren<\/strong><\/a>. Besonders stark fielen die Einschnitte in den USA aus (\u201356 % zwischen 2023 und 2025), aber auch Kanada (\u201325 %) sowie mehrere europ\u00e4ische Staaten reduzierten ihre Beitr\u00e4ge erheblich.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden die internationalen Hilfsgelder bis 2025 insgesamt um 9 % bis 17 % sinken.<\/p>\n<p>Deutschland, das Vereinigte K\u00f6nigreich, Frankreich und Italien z\u00e4hlen zu den L\u00e4ndern, die ihre Verpflichtungen \u2013 gemessen am Bruttoinlandsprodukt oder in absoluten Zahlen \u2013 zur\u00fcckgefahren haben. Spanien hingegen stemmt sich gegen diesen Trend, auch wenn sein Beitrag von 0,25 % des Bruttonationaleinkommens weiterhin deutlich unter dem UN-Ziel von 0,7 % liegt.<\/p>\n<p>Ist die europ\u00e4ische \u00d6ffentlichkeit an Bord? Nur teilweise.<\/p>\n<p>Eine von der internationalen gemeinn\u00fctzigen Initiative More in Common durchgef\u00fchrte Umfrage unter 10.000 Europ\u00e4ern zeigt ein gemischtes Bild: In Irland (55 %), Spanien (54 %) und D\u00e4nemark (50 %) ist mindestens die H\u00e4lfte der Befragten der Ansicht, dass internationale Hilfe den globalen Einfluss der EU st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>In Frankreich (35 %) und Deutschland (36 %) f\u00e4llt die Zustimmung hingegen deutlich geringer aus.<\/p>\n<p>Europas Priorit\u00e4ten: von Sicherheit bis Katastrophenhilfe<\/p>\n<p>Die Skepsis nimmt ab, wenn <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/10\/14\/ebwe-noch-wichtiger-angesichts-globaler-spannungen-und-kurzungen-der-hilfe-so-die-prasiden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>internationale Hilfe<\/strong><\/a> als Instrument zur St\u00e4rkung von Europas Einfluss und Sicherheit dargestellt wird \u2013 etwa durch Grenzschutz, Migrationssteuerung oder Terrorismusbek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p>So ist die Mehrheit der Befragten in Frankreich (75 %), D\u00e4nemark (80 %) und Deutschland (71 %) der Meinung, dass EU-Hilfen vorrangig auf Sicherheits- und Anti-Terror-Programme ausgerichtet sein sollten. In Spanien liegt der Fokus dagegen klar auf Katastrophenhilfe (79 %), w\u00e4hrend irische Befragte sauberes Wasser und sanit\u00e4re Einrichtungen als wichtigste Priorit\u00e4t nennen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die gro\u00dfe Mehrheit der Europ\u00e4er \u00fcberzeugt, dass sich internationale Hilfe lohnt, wenn sie zur Sicherheit Europas beitr\u00e4gt. Allerdings zeigen sich die Befragten in Deutschland und Frankreich am skeptischsten: Rund ein Viertel teilt diese Einsch\u00e4tzung nicht.<\/p>\n<p>&#8222;Entwicklungshilfe ist f\u00fcr die meisten W\u00e4hler in Europa <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/gesundheit\/2025\/11\/12\/uk-sagt-850-mio-pfund-im-kampf-gegen-malaria-tuberkulose-und-aids-zu-15-weniger-als-2022\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>kein zentrales Thema<\/strong><\/a>, doch sie haben klare Instinkte und Priorit\u00e4ten&#8220;, sagte Conleth Burn, leitender Forscher bei More in Common, gegen\u00fcber Europe in Motion.<\/p>\n<p>&#8222;Auff\u00e4llig ist zudem das geringe Vertrauen in die F\u00e4higkeit Europas, mit dem aktuellen geopolitischen Umfeld umzugehen. Viele stellen den Einfluss Europas grunds\u00e4tzlich infrage \u2013 daher \u00fcberrascht es nicht, dass manche glauben, Entwicklungshilfe \u00e4ndere daran wenig.&#8220;<\/p>\n<p>Kann die EU diese K\u00fcrzungen ausgleichen?<\/p>\n<p>Der Entwicklungshilfeetat der EU kostet jeden EU-B\u00fcrger rund 4 Euro pro Jahr. Die EU z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Gebern weltweit, und ihr Haushalt ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. 2025 erreichte er ein Volumen von 1,9 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Humanit\u00e4re Organisationen sch\u00e4tzen, dass sich dieser Betrag unter Einbeziehung weiterer Finanzinstrumente \u2013 etwa der Soforthilfereserve \u2013 auf bis zu 2,5 Milliarden Euro erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Zivilgesellschaftliche Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die gestiegenen EU-Mittel die K\u00fcrzungen der einzelnen Mitgliedstaaten nicht kompensieren k\u00f6nnen. Nach Angaben von Concord, einem europ\u00e4ischen Netzwerk von NROs im Bereich internationaler Zusammenarbeit, ist zwischen 2023 und 2024 bei den Mitgliedstaaten mit einem realen R\u00fcckgang der Entwicklungshilfe um 8,6 % zu rechnen.<\/p>\n<p>Wer sind die gr\u00f6\u00dften Geber?<\/p>\n<p>Innerhalb der OECD sind die USA mit fast 56 Milliarden Euro (65,5 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2024 der gr\u00f6\u00dfte Nettozahler f\u00fcr \u00f6ffentliche Entwicklungshilfe, gefolgt von Deutschland mit knapp 28 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Gemessen am Bruttonationaleinkommen zeigen sich Norwegen und Luxemburg mit jeweils rund 1 % am gro\u00dfz\u00fcgigsten, gefolgt von Schweden (0,79 %), D\u00e4nemark (0,72 %) und Deutschland (0,68 %). Die Vereinigten Staaten liegen bei 0,23 %.<\/p>\n<p>Am unteren Ende der OECD-Rangliste unter den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern stehen die Tschechische Republik (0,16 %), Griechenland (0,15 %) und Ungarn (0,09 %).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In einer Welt, die zunehmend von Konflikten und geopolitischen Spannungen gepr\u00e4gt ist, geh\u00f6rt die internationale Hilfe offenbar zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":755691,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,29,9196,548,12550,663,158,3934,3935,13,1589,14,15,12],"class_list":{"0":"post-755690","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-deutschland","11":"tag-entwicklungshilfe","12":"tag-eu","13":"tag-eu-budget","14":"tag-europa","15":"tag-europaeische-union","16":"tag-europe","17":"tag-european-union","18":"tag-headlines","19":"tag-humanitaere-hilfe","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115978088247740251","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=755690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755690\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/755691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=755690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=755690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=755690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}