{"id":755974,"date":"2026-01-29T13:48:13","date_gmt":"2026-01-29T13:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755974\/"},"modified":"2026-01-29T13:48:13","modified_gmt":"2026-01-29T13:48:13","slug":"1-436-tage-krieg-in-der-ukraine-kein-tier-soll-zurueckbleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/755974\/","title":{"rendered":"1.436 Tage Krieg in der Ukraine: Kein Tier soll zur\u00fcckbleiben"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">\u00dc berm\u00e4\u00dfige H\u00e4rte, allt\u00e4gliche Aggression und zunehmende Radikalisierung \u2013 das sind Merkmale, die sich in jeder Gesellschaft im Krieg finden. Doch umso klarer sieht man unter solchen Bedingungen \u00c4u\u00dferungen von Menschlichkeit und Barmherzigkeit. So wie im ukrainisch-russischen Konflikt die Beziehung der Ukrainer zu <a href=\"https:\/\/taz.de\/Raubtiere-im-Ukrainekrieg\/!6046453\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haustieren in Kriegsgebieten<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">In Friedenszeiten haben meine Frau und ich den Kindern beigebracht, dass Haustiere, seien es nun Katzen, Ratten oder Papageien, vollwertige Familienmitglieder seien. Als meine Familie am 24. Februar 2022 Vorbereitungen zur Flucht aus Odessa traf, h\u00e4tten wir also im Traum nicht daran gedacht, unsere Katze ihrem Schicksal zu \u00fcberlassen. Nat\u00fcrlich sa\u00df sie mit uns im Auto nach Westen. Ja, das war schwierig. Aber in dem Moment war es f\u00fcr alle schwierig. H\u00e4tten wir sie aussetzen sollen? Den Kindern erz\u00e4hlen, dass sie halt in solch einer Situation doch nicht mehr zur Familie geh\u00f6rt? Nat\u00fcrlich nicht!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Kolumne-ueber-leben\/!t6097729\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/38748032-1.jpeg\" loading=\"lazy\" height=\"242\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u00fcber leben<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">F\u00fcr die Menschen in der Ukraine ist der Krieg zum Alltag geworden. Trotz der Todesangst vor Luftangriffen und K\u00e4mpfen geht das Leben weiter: Die Menschen gehen zur Arbeit, zur Schule und zur Uni. Sie lieben, lachen, heiraten, bekommen Kinder, machen Urlaub. Sie trauern, sorgen sich \u2013 und hoffen auf Frieden. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kolumne-ueber-leben\/!t6097729\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"noopener\">\u279d zur Kolumne<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Ich erinnere mich noch, dass damals ein Foto um die Welt ging: Bei der Evakuierung aus Kyjiw tr\u00e4gt ein b\u00e4rtiger Mann vorsichtig ein Aquarium mit einem Fisch darin. Ich denke, der Fisch war auch ein Familienmitglied. \u00c4hnliche Situationen habe ich sp\u00e4ter \u00fcberall im Land beobachtet.<\/p>\n<p>      Mit Haustieren evakuiert<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Mai 2022, Saporischschja, eine alte Dame, die aus den russischen besetzten Gebieten kam. Neben ihr im Rollstuhl sa\u00df eine h\u00fcbsche wei\u00dfe Katze \u2013 die beiden wurden gemeinsam evakuiert. 2023, ein Dorf im Gebiet Lwiw in der Westukraine, eine Shahed-Drohne hatte einige H\u00e4user zerst\u00f6rt. Freiwillige waren mit einem Spezialk\u00e4fig vor Ort, um zwei gro\u00dfe Hunde in Sicherheit zu bringen. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NI7SyR68ZBg\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"noopener\">Und solche Situationen gibt es hundertfach<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/!p5062\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/tzrecherchefond-GrafikLupe-beta3-1.png\" loading=\"lazy\" height=\"484\" type=\"image\/png\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Recherchefonds Ausland e.V.<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph\">Dieser Artikel wurde m\u00f6glich durch die finanzielle Unterst\u00fctzung des Recherchefonds Ausland e.V. Sie k\u00f6nnen den Recherchefonds durch eine Spende oder Mitgliedschaft f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last\">\n              <strong><br \/>\n                <a href=\"https:\/\/taz.de\/!p5062\/\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"noopener\">\u27a1 Erfahren Sie hier mehr dazu<\/a><br \/>\n              <\/strong>\n            <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Ich behaupte nicht, dass wir hier alle so menschlich und vergeistigt seien. Es gibt auch gen\u00fcgend Gegenbeispiele, bei denen Ukrainer ihre Tiere einfach in ihren H\u00e4usern zur\u00fcckgelassen oder auf der Stra\u00dfe ausgesetzt haben. Aber gleichzeitig geh\u00f6rt es in der Ukraine mittlerweile auch zum guten Ton, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Tiere-nach-Staudammbruch-in-Ukraine\/!5937129\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ausgesetzte Tiere, zum Beispiel aus dem Donbass, bei sich aufzunehmen<\/a>. Und dann zeigt man Hund oder Katze stolz vor und sagt: \u201eSchaut mal, das ist mein Murzik oder Barsik, was f\u00fcr ein h\u00fcbscher Kerl! Meine Bekannten, Freiwillige aus Bachmut, haben ihn mir mitgebracht.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7792517\/1200\/ArtemPerfilov--1.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ArtemPerfilov--1.jpeg\" loading=\"lazy\" height=\"241\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Bild:<br \/>\nprivat<\/p>\n<p>Artem Perfilov\n<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">Freiberuflicher Journalist und lokaler Produzent aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa. Seit Beginn der russischen Gro\u00dfoffensive in der Ukraine begleitet er ausl\u00e4ndische Journalisten, unter anderem in die Frontgebiete. Der Autor war Teilnehmer eines <a href=\"https:\/\/taz.de\/Workshop-der-taz-Panter-Stiftung\/!vn6094961\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"noopener\">Osteuropa-Workshops der taz Panter Stiftung<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"7\">In Cherson habe ich <a href=\"https:\/\/taz.de\/Tagebuch-aus-der-Ukraine\/!6075238\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein ganzes Tierheim mit Dutzenden solcher ausgesetzter Hunde, Katzen und vereinzelt sogar H\u00fchnern<\/a> gesehen. Lokale Freiwillige haben einen ehemaligen Pferdestall f\u00fcr sie gemietet. Jeden Tag f\u00fcttern und versorgen sie die armen Kreaturen, w\u00e4hrend \u00fcber ihnen die Drohnen fliegen.<\/p>\n<p>      Haustiere in der Armee<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"9\">Und kennen Sie die Geschichte von dem Waschb\u00e4ren, den die Russen beim R\u00fcckzug aus dem Zoo von Cherson gestohlen haben? Die Emp\u00f6rung der Bev\u00f6lkerung war grenzenlos. Die Artilleriesch\u00fctzen im Gebiet Cherson beschrifteten sogar ihre Geschosse mit den Worten \u201eF\u00fcr unseren Waschb\u00e4ren\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"10\">Tiere in der Armee sind noch mal ein gesondertes Thema. Nun ja, Hunde k\u00f6nnen nat\u00fcrlich Menschen unter Tr\u00fcmmern finden. Aber Katzen? Ukrainische Soldaten lesen streunende K\u00e4tzchen auf, f\u00fcttern und versorgen sie. Sie n\u00e4hen ihnen sogar Uniformen mit winzigen Orden und Abzeichen und f\u00fchren Videoblogs \u00fcber sie. Ich kenne eine Einheit, die ihre Katze sogar regelm\u00e4\u00dfig bef\u00f6rdert. Derzeit ist sie Oberfeldwebel Dusja Gromowa.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"11\">Der praktische Nutzen von Katzen liegt jedoch auf der Hand. Erstens jagen sie M\u00e4use, die den Soldaten in den Stellungen wirklich sehr zu schaffen machen. Zweitens helfen sie gegen Langeweile und beim Stressabbau. Den Soldaten sind die Tiere oft zugelaufen. Sie teilen dann ihr Essen mit ihnen und lassen sie in ihren Schlafs\u00e4cken schlafen. Es gibt sogar Geschichten \u00fcber durch den Krieg ver\u00e4ngstigte Rehe und Wildschweine, die sich Soldaten anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"12\">Allerdings kann ich nicht sagen, wer wem mehr hilft \u2013 wir den Tieren oder die Tiere uns. Denn gerade die Tiere geben uns eine hervorragende M\u00f6glichkeit, in diesem Krieg unsere einfache Menschlichkeit zu bewahren.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"13\">\n        Aus dem Russischen Gaby Coldewey\n      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00dc berm\u00e4\u00dfige H\u00e4rte, allt\u00e4gliche Aggression und zunehmende Radikalisierung \u2013 das sind Merkmale, die sich in jeder Gesellschaft im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":248584,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-755974","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115978706106588328","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=755974"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/755974\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/248584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=755974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=755974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=755974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}