{"id":756078,"date":"2026-01-29T14:45:12","date_gmt":"2026-01-29T14:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756078\/"},"modified":"2026-01-29T14:45:12","modified_gmt":"2026-01-29T14:45:12","slug":"bsw-chef-fabio-de-masi-legt-ruecktritt-nahe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756078\/","title":{"rendered":"BSW-Chef Fabio De Masi legt R\u00fccktritt nahe"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Technische Universit\u00e4t Chemnitz hat dem th\u00fcringischen Ministerpr\u00e4sidenten Mario Voigt den Doktortitel aberkannt. Jetzt fordert der Parteichef seines Koalitionspartners den R\u00fccktritt des Ministerpr\u00e4sidenten: \u201eIn der Politik darf es keine doppelten Ma\u00dfst\u00e4be geben. Was f\u00fcr Guttenberg oder Schavan galt, muss auch f\u00fcr Mario Voigt gelten\u201c, sagte BSW-Chef Fabio De Masi der Berliner Zeitung.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der BSW-Chef ist der Meinung: \u201eSollte die Entscheidung der TU Chemnitz Bestand haben, muss er sich einen neuen Job suchen.\u201c Zugleich betont der BSW-Chef: \u201eDie Staatskanzlei darf nicht f\u00fcr die akademischen Querelen Mario Voigts instrumentalisiert werden, und jedweder Druck auf die Universit\u00e4t hat zu unterbleiben.\u201c<\/p>\n<p>Voigt will gegen die Entscheidung der Universit\u00e4t klagen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eIch kann der Landesregierung nur empfehlen, keinen Zweifel an der Unabh\u00e4ngigkeit wissenschaftlicher Institutionen in Deutschland aufkommen zu lassen\u201c, so De Masi.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In den F\u00e4llen von Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan, die De Masi ebenfalls zur Sprache bringt, hatte der Entzug des Doktortitels letztlich auch politische Konsequenzen. Ob der Fall Voigt einen \u00e4hnlichen Verlauf nimmt, h\u00e4ngt nun ma\u00dfgeblich vom Ausgang des angek\u00fcndigten Rechtsstreits ab.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Grundlage der Entscheidung ist ein mehrmonatiges Pr\u00fcfverfahren wegen umfangreicher Plagiatsvorw\u00fcrfe in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008. Die Universit\u00e4t selbst hat die inhaltlichen Gr\u00fcnde bislang nicht \u00f6ffentlich im Detail erl\u00e4utert, spricht jedoch von einem rechtlich fundierten und ordnungsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Verfahren.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ausl\u00f6ser der Pr\u00fcfung war eine Plagiatsanzeige, die der \u00f6sterreichische Kommunikationswissenschaftler und selbsternannte Plagiatsj\u00e4ger Stefan Weber im August 2025 bei der TU Chemnitz eingereicht hat.<\/p>\n<p>Voigt wies die Vorw\u00fcrfe wiederholt zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Weber hatte zuvor zahlreiche Text\u00fcbernahmen in Voigts Dissertation dokumentiert und \u00f6ffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben identifizierte Weber rund 140 Plagiatsstellen auf etwa 36 Prozent der Flie\u00dftextseiten. Die angewandten Ma\u00dfst\u00e4be entspr\u00e4chen den zum Zeitpunkt der Promotion geltenden Kriterien der jeweiligen Fachliteratur.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Voigt wies die Vorw\u00fcrfe wiederholt zur\u00fcck. Er sprach von handwerklichen M\u00e4ngeln, nicht jedoch von T\u00e4uschung. Die TU Chemnitz ist jedoch davon \u00fcberzeugt, dass die festgestellten \u00dcbernahmen die Voraussetzungen f\u00fcr den Entzug des akademischen Grades erf\u00fcllen. Nach Angaben der Hochschule erfolgte die Entscheidung einstimmig nach sorgf\u00e4ltiger Auswertung aller Unterlagen und unter Abw\u00e4gung der Interessen aller Beteiligten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Ministerpr\u00e4sident k\u00fcndigte an, gegen die Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz zu klagen. Seine Anw\u00e4lte werfen der Universit\u00e4t Rechtsfehler vor. So seien weder er selbst noch seine Doktorv\u00e4ter pers\u00f6nlich angeh\u00f6rt worden. Zudem seien w\u00e4hrend des laufenden Verfahrens neue Bewertungsregeln zum Umgang mit Plagiatsvorw\u00fcrfen eingef\u00fchrt und r\u00fcckwirkend angewendet worden. Dies versto\u00dfe gegen rechtsstaatliche Grunds\u00e4tze.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die TU Chemnitz weist diese Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck. Ein Hochschulsprecher sagte dem Evangelischen Pressedienst, dass das Verfahren ordnungsgem\u00e4\u00df gef\u00fchrt wurde. Die akademische Sorgfaltspflicht sei w\u00e4hrend des gesamten Verfahrens eingehalten worden. Trotz seiner Kritik k\u00fcndigte Voigt an, seine akademischen Titel bis zu einer gerichtlichen Kl\u00e4rung nicht mehr zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Katja Wolf: \u201eDas ist sein gutes Recht\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Und was sagt der BSW-Landesverband als Koalitionspartner von Mario Voigt zu dem Vorgang? Katja Wolf, Landesvorsitzende des BSW Th\u00fcringen, sagte der Berliner Zeiutng, dass die Entscheidung der TU Chemnitz \u201edurchaus Fragen aufwirft\u201c. Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass Voigt den Rechtsweg beschreite und die Entscheidung gerichtlich \u00fcberpr\u00fcfen lasse. Der Ministerpr\u00e4sident habe deutlich gemacht, dass er auf ein faires Verfahren vertraue \u2013 \u201edas ist sein gutes Recht\u201c, so Wolf.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Unabh\u00e4ngig vom laufenden Rechtsstreit betont die Landesvorsitzende die Arbeitsf\u00e4higkeit der Regierung. Die Landesregierung arbeite geschlossen und mit voller Kraft weiter f\u00fcr Th\u00fcringen: \u201eDie Menschen erwarten zu Recht, dass wir Probleme l\u00f6sen &#8211; genau darauf liegt unser gemeinsamer Fokus.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Technische Universit\u00e4t Chemnitz hat dem th\u00fcringischen Ministerpr\u00e4sidenten Mario Voigt den Doktortitel aberkannt. 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