{"id":756292,"date":"2026-01-29T16:45:21","date_gmt":"2026-01-29T16:45:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756292\/"},"modified":"2026-01-29T16:45:21","modified_gmt":"2026-01-29T16:45:21","slug":"buchdruckmuseum-in-hannover-in-geldnot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756292\/","title":{"rendered":"Buchdruckmuseum in Hannover in Geldnot"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Hannover. Langsam f\u00e4hrt der Druckzylinder \u00fcber die Farbwalzen. Die alte Maschine macht verl\u00e4sslich ihren Job. Ein Dutzend Jugendlicher schaut gebannt zu, wie diese ein frisch bedrucktes Blatt Papier auswirft, auf dem ihre eigenen Namen stehen. Sie haben die Lettern vorher selber gesetzt.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eBuchdruck geh\u00f6rt zu unserer Ausbildung\u201c, sagt die 18-j\u00e4hrige Solea, \u201ees ist cool, solche technischen Ger\u00e4te einmal selbst bedienen zu k\u00f6nnen.\u201c Die angehenden Grafikdesigner der Dr.-Buhmann-Schule machen an diesem Tag einen Ausflug in das kleine, aber feine Buchdruckmuseum in Linden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Handgemacht: Jugendliche von der Dr.-Buhmann-Schule mit einem selbst gedruckten \u201eLindener Tageblatt\u201c.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/CYSAKAOPY5DWRHX6M2Q7NRQZXU.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Sie selbst wachsen mit Autokorrektur, Laserdruckern und KI-Programmen auf, doch diese Exkursion in die Vergangenheit finden die Jugendlichen spannend. Auch deshalb, weil sie all die Pressen und Druckmaschinen selbst aktiv ausprobieren d\u00fcrfen. Besucher k\u00f6nnen hier auch eigene Bierdeckel oder Lesezeichen kreativ bedrucken.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>\u201eBasis unserer Kultur\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ihre Lehrerin, die Designdozentin Ina Maria Carli, ger\u00e4t zwischen den geheimnisvoll anmutenden Apparaten, die im D\u00e4mmerdunkel des kleinen Hauses versammelt sind, regelrecht ins Schw\u00e4rmen. Der Druck mit beweglichen Lettern habe einst eine Medienrevolution ausgel\u00f6st, sagt sie. \u201eDas hat Aufkl\u00e4rung und Bildung erst erm\u00f6glicht und uns letztlich frei gemacht.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Sieht aus wie ein verwunschenes Geb\u00e4ude: Das Buchdruckmuseum hat sein Domizil im Hinterhof hinter der Lindener Buchhandlung in der Limmerstra\u00dfe.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/WO7SB5WZRFBSXMQSJ3FWXNT2T4.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eBei uns k\u00f6nnen junge Leute etwas \u00fcber die alten Handwerkstechniken lernen, auf denen letztlich unsere Kultur basiert\u201c, sagt auch Wolfgang Schmidt. Der 83-J\u00e4hrige ist Vorsitzender des Vereins Schwarze Kunst, der das kleine Museum in einem Lindener Hinterhof tr\u00e4gt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u201eDas Setzen habe ich schon als Kind gelernt\u201c: Wolfgang Schmidt zwischen Setzk\u00e4sten und Bleilettern im Buchdruckmuseum.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/JXT7ZAX4WVAV5L5WSRM7C56JGY.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der fr\u00fchere Drucker steht zwischen alten Setzk\u00e4sten, in denen Tausende kleiner Bleilettern liegen. \u201eDas Setzen habe ich schon als Kind gelernt\u201c, sagt er, \u201emein Vater hatte eine Druckerei.\u201c Dann f\u00fcgt er Lettern mit ge\u00fcbten Fingern in einen sogenannten Winkelhaken ein. Spiegelverkehrt nat\u00fcrlich, damit dann im Druck das gewohnte Schriftbild erscheint.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Hands on: Die 18-j\u00e4hrige Solea probiert eine der Boston-Tiegel-Druckmaschinen aus.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Z34VYRHXYFHQHBLS46YDILNE6E.jpg\" \/>Museum unter Druck<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eDas ist ein Boston-Tiegel\u201c, erkl\u00e4rt der ehrenamtliche Museumsmitarbeiter Peter Thiel nebenan den jungen Besuchern. Er deutet auf eine Handdruckmaschine, die ohne Strom funktioniert. \u201eMit solchen Ger\u00e4ten haben Widerstandsk\u00e4mpfer in der NS-Zeit in Kellern Flugbl\u00e4tter hergestellt.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein St\u00fcck Pressegeschichte: Sebastian Moock vom Verein Schwarze Kunst mit der letzten Bleisatz-Druckform der HAZ von 1974. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/SKWJUJG25FCWLAB6XIITBJV5UA.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das kleine Buchdruckmuseum bewahrt alte Techniken wie Falzen und Binden vor dem Vergessen. Bei Rundg\u00e4ngen erkl\u00e4ren Ehrenamtliche, wie die legend\u00e4re Linotype-Maschine funktioniert, die zu den Prunkst\u00fccken des Hauses z\u00e4hlt. Das Museum h\u00fctet auch die Druckform der letzten HAZ-Ausgabe, die im Dezember 1974 im Bleisatz gedruckt wurde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Alte Handwerkstechnik: Das Buchdruckmuseum erkl\u00e4rt, wie fr\u00fcher gedruckt wurde.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/KNOK63ZBZNDKDFCCWYV7RITSNI.jpg\" \/><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Doch das Museum hat zu k\u00e4mpfen. \u201eWir sind in schwieriges Fahrwasser geraten\u201c, sagt Wolfgang Schmidt. Der Verein, gegr\u00fcndet im September 2002, hat nur noch 58 Mitglieder \u2013 es waren einmal mehr als 100. Viele sind ehemalige Drucker oder Setzer, das Durchschnittsalter ist hoch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Spiegelverkehrt: Jugendliche lernen im Buchdruckmuseum, wie Druckerzeugnisse fr\u00fcher entstanden.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/GBZ2ASLVOVDBVPMFV73XJOGJKI.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Vor allem aber gibt es finanzielle Probleme. Der Verein finanziert sich \u00fcber F\u00fchrungen, Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Spenden von Sponsoren. Auch die Madsack Mediengruppe unterst\u00fctzt das Museum dauerhaft. Doch Zusch\u00fcsse von der Stadt gibt es nicht.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Seit Corona k\u00e4men viel weniger Schulklassen, sagt Schmidt, etwa zwei Drittel der F\u00fchrungen seien weggebrochen. Und aufgrund der wirtschaftlichen Lage h\u00e4tten auch einige Sponsoren es schwer. Ein Jahr vor dem 25-j\u00e4hrigen Bestehen des Vereins treiben ernsthafte Sorgen die Mitglieder um. \u201eWenn sich unsere finanzielle Situation nicht bald bessert\u201c, sagt Schmidt, \u201eist unsere Zukunft ungewiss.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Buchdruckmuseum, Limmerstra\u00dfe 43, hinter der Lindener Buchhandlung, ist mittwochs von 15 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung unter (0511) 2208253 ge\u00f6ffnet. Mehr Infos: www.buchdruckmuseum-hannover.de.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">HAZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hannover. Langsam f\u00e4hrt der Druckzylinder \u00fcber die Farbwalzen. Die alte Maschine macht verl\u00e4sslich ihren Job. 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