{"id":756382,"date":"2026-01-29T17:34:20","date_gmt":"2026-01-29T17:34:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756382\/"},"modified":"2026-01-29T17:34:20","modified_gmt":"2026-01-29T17:34:20","slug":"amt-hat-40-hunde-zu-recht-aus-ponies-paradise-gerettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756382\/","title":{"rendered":"Amt hat 40 Hunde zu Recht aus &#8218;Ponies Paradise&#8216; gerettet"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<strong><\/p>\n<p>Dreckige Wohnwagen, kaum Wasser, zu wenig Futter und unversorgter Nachwuchs vom Deckr\u00fcden Hugo: Das Veterin\u00e4ramt nahm einem Hof in Marl alle 40 Hunde weg und lie\u00df sie weiterverkaufen. Recht so, entschied das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ponies Paradise&#8220; klingt vielversprechend: gr\u00fcne Weiden, viel Platz und \u00fcberall gl\u00fcckliche Tiere, k\u00f6nnte man vermuten. F\u00fcr sage und schreibe 40 Labradore sah die Realit\u00e4t dort aber weniger paradiesisch aus. Statt artgerechter Haltung stellten die Beh\u00f6rden bei Kontrollen auf der Hofanlage gravierende M\u00e4ngel fest: zu wenig sauberes Wasser, unzureichende Versorgung, verschmutzte Unterk\u00fcnfte und eine unkontrollierte Vermehrung innerhalb des Rudels. Das Veterin\u00e4ramt griff schlie\u00dflich ein und nahm die Vierbeiner fort.<\/p>\n<p>Dass die Beh\u00f6rde damit richtig gehandelt hat und die Tiere auch zum Weiterverkauf freigeben durfte, hat nun das <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/gerichte\/aktuelle-urteile-und-adresse\/verwaltungsgericht-gelsenkirchen\" target=\"_top\" class=\"external-link-new-window\" title=\"VG Gelsenkirchen LTO-Gerichtsseite\" rel=\"noopener\">Verwaltungsgericht (VG) Gelsenkirchen<\/a> best\u00e4tigt. In zwei Eilverfahren entschied das Gericht: Sowohl die Fortnahme der Hunde als auch der sp\u00e4tere Weiterverkauf seien &#8222;offensichtlich&#8220; rechtm\u00e4\u00dfig (Beschl. v. 28.01.2026, Az. 16 L 1367\/25, 16 L 1380\/25).<\/p>\n<p>Ein &#8222;Paradise&#8220; war das nicht<\/p>\n<p>Die Labradore lebten zuletzt auf der Hofanlage &#8222;Ponies Paradise&#8220; in Marl, kontrolliert vom Veterin\u00e4ramt des Kreises Recklinghausen. Bereits seit Anfang 2025 h\u00e4uften sich bei Kontrollen Hinweise auf erhebliche Probleme bei der Tierhaltung.<\/p>\n<p>Untergebracht waren die Fellnasen vor allem in zwei unbeheizten Wohnwagen sowie auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde in Boxen und auf Matratzen. Bei einer Kontrolle lagen in den Wohnwagen zahlreiche Kothaufen auf dem Boden. Sauberes Trinkwasser stand nur in geringen Restmengen bereit, teilweise schwammen sogar Gegenst\u00e4nde in den Wasserbeh\u00e4ltern. Futter war ebenfalls nicht ausreichend vorhanden.<\/p>\n<p>Hinzu kam auch ein organisatorisches Problem: Die Halterin konnte bei einer Kontrolle nicht einmal mehr sagen, wie viele Hunde sich aktuell auf ihrem Gel\u00e4nde befanden. Wie sollte sie sich da \u00fcberhaupt um alle Tiere k\u00fcmmern?<\/p>\n<p>Und dann war da noch Deckr\u00fcde Hugo. Der unkastrierte Labrador lebte mitten in der gemischtgeschlechtlichen Gruppe \u2013 mit vorhersehbaren Folgen: Mindestens sechsmal zeugte er Nachwuchs. F\u00fcr tr\u00e4chtige oder s\u00e4ugende H\u00fcndinnen fehlten wiederum geeignete R\u00fcckzugsorte. Die Zahl der Tiere wuchs also immer weiter, w\u00e4hrend die Versorgung zunehmend schlechter wurde.<\/p>\n<p>Nachdem sich trotz mehrfacher Beanstandungen nichts nachhaltig verbessert hatte, nahm das Veterin\u00e4ramt schlie\u00dflich s\u00e4mtliche Hunde in Obhut. Rund einen Monat sp\u00e4ter ordnete die Beh\u00f6rde zudem an, die Tiere dauerhaft zu ver\u00e4u\u00dfern, also in neue Haushalte zu vermitteln, statt sie an die Halterin zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n<p>Gesetz erlaubt Eingreifen \u2013 und notfalls endg\u00fcltige Trennung<\/p>\n<p>Rechtsgrundlage f\u00fcr dieses Vorgehen ist \u00a7 16a Tierschutzgesetz (TierSchG). Die Vorschrift erlaubt es den Beh\u00f6rden, einzugreifen, wenn Tiere nicht tierschutzgerecht gehalten oder behandelt werden. K\u00f6nnen Halter die Missst\u00e4nde nicht beheben, d\u00fcrfen Tiere fortgenommen und auch an Dritte ver\u00e4u\u00dfert werden.<\/p>\n<p>Sowohl gegen die Fortnahme als auch gegen die sp\u00e4tere Ver\u00e4u\u00dferung versuchte die Halterin, sich im gerichtlichen Eilverfahren zu wehren. Doch das Gericht stellte klar, dass die dokumentierten Feststellungen der Amtstier\u00e4rztin erhebliches Gewicht haben. Die Verst\u00f6\u00dfe seien nicht nur einzelne Ausrutscher gewesen, sondern h\u00e4tten sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit verfestigt.<\/p>\n<p>Das Einschreiten hielt das Gericht daher nicht nur f\u00fcr rechtm\u00e4\u00dfig, sondern gerade f\u00fcr notwendig: Angesichts der festgestellten Zust\u00e4nde habe die Beh\u00f6rde eingreifen m\u00fcssen, um weiteres Leid der Tiere zu verhindern. Insbesondere die Fortnahme sei deshalb &#8222;offensichtlich&#8220; rechtm\u00e4\u00dfig gewesen.<\/p>\n<p>Schlechte Zust\u00e4nde verfestigten sich noch<\/p>\n<p>Nachdem das Veterin\u00e4ramt die Hunde aus dem vermeintlichen &#8222;Paradise&#8220; geholt hatte, \u00e4nderte sich immer noch nichts. Bei einer sp\u00e4teren Kontrolle im August 2025 fand das Veterin\u00e4ramt erneut Hunde in schlechter Haltung und nahm auch diese wieder mit, insgesamt sechs Tiere an der Zahl.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rde untersagte der Halterin daraufhin dauerhaft, Hunde zu halten oder zu betreuen. Diese Entscheidung ist inzwischen bestandskr\u00e4ftig. F\u00fcr das Gericht war damit sonnenklar: Eine echte Besserung der Situation auf dem &#8222;Ponies Paradise&#8220; in Marl war nicht mehr zu erwarten \u2013 ein weiteres Argument, die Antr\u00e4ge der Halterin abzulehnen.<\/p>\n<p>Gegen beide Beschl\u00fcsse des VG Gelsenkirchen \u2013 sowohl zur Fortnahme der Hunde als auch zu ihrer sp\u00e4teren Ver\u00e4u\u00dferung \u2013 kann die Halterin noch Beschwerde beim <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/gerichte\/aktuelle-urteile-und-adresse\/oberverwaltungsgericht-nordrhein-westfalen\" target=\"_top\" class=\"external-link-new-window\" title=\"OVG NRW LTO-Gerichtsseite\" rel=\"noopener\">Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen<\/a> einlegen.<\/p>\n<p>xp\/LTO-Redaktion<\/p>\n<p>Zitiervorschlag<\/p>\n<p id=\"citeArticleContent\">\n<p>\t\t\t\t\tVG Gelsenkirchen zum Tierschutzrecht:<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t. In: Legal Tribune Online,<br \/>\n\t\t\t\t\t29.01.2026<br \/>\n\t\t\t\t\t, https:\/\/www.lto.de\/persistent\/a_id\/59186 (abgerufen am:<br \/>\n\t\t\t\t\t29.01.2026<br \/>\n\t\t\t\t\t)\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tKopieren<br \/>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.lto.de\/rechtliches\/zitierhinweise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infos zum Zitiervorschlag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dreckige Wohnwagen, kaum Wasser, zu wenig Futter und unversorgter Nachwuchs vom Deckr\u00fcden Hugo: Das Veterin\u00e4ramt nahm einem Hof&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":756383,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1848],"tags":[590,1011,3364,29,548,663,3934,3658,30,1014,13,1015,14,15,1209,1009,1012,1010,1013,12],"class_list":{"0":"post-756382","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gelsenkirchen","8":"tag-aktuell","9":"tag-branchennews","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-gelsenkirchen","16":"tag-germany","17":"tag-gesetzgebung","18":"tag-headlines","19":"tag-justiz","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-nordrhein-westfalen","23":"tag-recht","24":"tag-rechtsinformationen","25":"tag-rechtsnews","26":"tag-rechtsprechung","27":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115979594316839890","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=756382"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756382\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/756383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=756382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=756382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=756382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}