{"id":756384,"date":"2026-01-29T17:35:10","date_gmt":"2026-01-29T17:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756384\/"},"modified":"2026-01-29T17:35:10","modified_gmt":"2026-01-29T17:35:10","slug":"wiesbaden-muellheizkraftwerk-geht-in-betrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756384\/","title":{"rendered":"Wiesbaden: M\u00fcllheizkraftwerk geht in Betrieb"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der privaten M\u00fcllverbrennungsanlage am Wiesbadener Dyckerhoffbruch wird vermutlich Ende Mai das erste M\u00fcllfeuer entz\u00fcndet. Dann beginnt der Probebetrieb unter Alltagsbedingungen. Gerade rechtzeitig zum f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrigen Bestehen des mittelst\u00e4ndischen Entsorgungsunternehmens Knettenbrech &amp; Gurdulic, das die Anlage bauen l\u00e4sst. Darin wird dann der erste Wiesbadener Hausm\u00fcll verbrannt und liefert Strom und Fernw\u00e4rme. Bis die neue, mehr als 100 Millionen Euro teure Anlage unter Volllast betrieben werden kann, werden aber noch einige Monate vergehen. Das hat Unternehmer Steffen Gurdulic best\u00e4tigt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Er w\u00fcrde es vorziehen, wenn die Anlage schon l\u00e4ngst einsatzf\u00e4hig w\u00e4re und die bis zu 70.000 Tonnen Wiesbadener Hausm\u00fcll im Jahr nicht l\u00e4nger teuer nach Darmstadt und Frankfurt zur Verbrennung gefahren werden m\u00fcssten. Doch dem millionenschweren Gro\u00dfprojekt stellten sich viele H\u00fcrden in den Weg. Im Angebot, das Gurdulic im Jahr 2017 der Stadt vorgestellt hatte, war der Beginn der Inbetriebnahme f\u00fcr das Jahr 2021 in Aussicht gestellt worden. Die Pandemie f\u00fchrt ebenso zu deutlichen Verz\u00f6gerungen im Projektablauf wie die z\u00f6gerliche Belieferung der Baustelle mit Stahl in der Folge des Ukrainekrieges. Zudem gab es Nachforderungen der Stadt, die eine zeitraubende Modifizierung der Rauchgasreinigung notwendig machten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das M\u00fcllkraftwerk mit einer Feuerungsw\u00e4rmeleistung von bis zu 87,5 Megawatt und einem Durchsatz von bis zu 25 Tonnen Restm\u00fcll je Stunde soll modernste Standards erf\u00fcllen und eine vorbildliche Umwelt- und Energiebilanz aufweisen. Mit der W\u00e4rmewende und dem wachsenden Wiesbadener Bedarf an Fernw\u00e4rme ist seine Bedeutung noch einmal gewachsen. Je mehr Fernw\u00e4rme ausgekoppelt werden kann, desto besser f\u00e4llt die \u00d6kobilanz des neuen M\u00fcllofens aus.<\/p>\n<p>Insolvenz f\u00fchrt zu Verz\u00f6gerungen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch zuletzt ging eines der Bauunternehmen, das der Bietergemeinschaft angeh\u00f6rt hatte, die als Generalunternehmer verpflichtet worden war, in die Insolvenz. \u201eDadurch haben wir wahnsinnig viel Zeit verloren\u201c, sagt Gurdulic: \u201eWir hatten alle H\u00fcrden, die man nur haben kann.\u201c Dennoch w\u00fcrde er \u201ees wieder machen\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr die Unzufriedenheit der Stadt, vor allem die von Baudezernent Andreas Kowol (Die Gr\u00fcnen), hat Gurdulic wenig Verst\u00e4ndnis. \u201eWir haben geliefert\u201c, sagt der Unternehmer: Knettenbrech &amp; Gurdulic entsorge den Wiesbadener Hausm\u00fcll zu g\u00fcnstigen Konditionen und baue ein M\u00fcllheizkraftwerk, das f\u00fcr die Landeshauptstadt viele Vorteile bringen werde. Damit seien <a data-rtr-index=\"1\" title=\"Wiesbaden\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/wiesbaden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiesbadens<\/a> Forderungen erf\u00fcllt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Gleichwohl sehen sich Gurdulic und die Stadt vor Gericht, denn die Stadt verlangt Strafzahlungen f\u00fcr eine aus ihrer Sicht versp\u00e4tete Inbetriebnahme. Wie das Wort \u201eInbetriebnahme\u201c zu interpretieren ist, dar\u00fcber gehen die Meinungen auseinander. W\u00e4hrend Kowol darunter die Verbrennung des ersten Hausm\u00fclls und die Auskopplung der ersten Kilowattstunde Strom versteht, verweist Gurdulic darauf, dass die Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen ein komplexer und kritischer Prozess ist, der aus vielen einzelnen und teils langwierigen Schritten besteht.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auf die kalte Inbetriebnahme, die im Dezember 2024 begonnen hat, folgt demnach die \u201ewarme\u201c Inbetriebnahme, erste Leistungstests, der Probebetrieb und am Ende der regul\u00e4re Betrieb unter Volllast. Ob die Stadt berechtigt ist, von Gurdulic Strafzahlungen zu verlangen, muss von den Gerichten entschieden werden. Ende 2024 hatte Wiesbaden Klage eingereicht, um die schon 2022 erhobenen Forderungen durchzusetzen. Vergleichsangebote von Gurdulic hatte die Stadt zuvor ausgeschlagen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Aus Sicht der Stadt schuldete Gurdulic Wiesbaden bislang mehr als vier Millionen Euro, die seit dem 1. Oktober 2021 aufgelaufen sind. Zu diesem Zeitpunkt h\u00e4tte das Kraftwerk nach Ansicht der Stadtverwaltung seine Arbeit aufnehmen m\u00fcssen. Jede Woche Versp\u00e4tung kostet Knettenbrech &amp; Gurdulic laut Vertrag 25.000 Euro. Gurdulic selbst sieht sich hingegen als vertragstreu. Entstandene Verz\u00f6gerungen bei der Fertigstellung des M\u00fcllkraftwerks habe er nicht zu verantworten. Es gebe daher auch keinen Anlass zu einer \u201eSkandalisierung\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zudem sitzt die Stadt selbst mit im Boot: Partner von Knettenbrech &amp; Gurdulic bei der Betriebsgesellschaft MHKW Wiesbaden sind neben der Darmst\u00e4dter Entega der kommunale Energieversorger Eswe Versorgungs AG. Beide halten jeweils 24,5 Prozent der Anteile.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der privaten M\u00fcllverbrennungsanlage am Wiesbadener Dyckerhoffbruch wird vermutlich Ende Mai das erste M\u00fcllfeuer entz\u00fcndet. 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