{"id":756676,"date":"2026-01-29T20:15:28","date_gmt":"2026-01-29T20:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756676\/"},"modified":"2026-01-29T20:15:28","modified_gmt":"2026-01-29T20:15:28","slug":"wettbewerb-mitreden-in-willich-debatte-ueber-autofreie-siedlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/756676\/","title":{"rendered":"Wettbewerb #mitreden in Willich: Debatte \u00fcber autofreie Siedlung"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass eine sachlich gef\u00fchrte, mit Argumenten und Fakten untermauerte und mit fairen rhetorischen Kniffen aufgepeppte Debatte durchaus Meinungen ver\u00e4ndern kann, zeigten am Donnerstagmorgen eine Sch\u00fclerin und drei Sch\u00fcler aus der Q2 der Robert-Schuman-Europaschule in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/willich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Willich<\/a> eindrucksvoll. Unter dem Motto \u201e#mitreden\u201c findet seit f\u00fcnf Jahren ein Debattierwettbewerb statt, den die Rheinische Post in Kooperation mit <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/evonik-industries\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evonik Industries<\/a> anbietet. Ziel ist es, argumentatives Denken und politische Meinungsbildung der Sch\u00fcler zu st\u00e4rken. Das Thema f\u00fcr die Willicher Sch\u00fcler hatte B\u00fcrgermeister Christian Pakusch (CDU) vorgeschlagen: Soll das von der Stadt Willich vorgesehene Neubaugebiet hinter der Schule als autofreie Siedlung geplant werden? Pakusch \u2013 selbst ein Anh\u00e4nger dieser Idee \u2013 stellte das Konzept kurz vor.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bevor die Debatte startete, waren die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Zuschauerraum gefragt und sollten per QR-Code und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/smartphone\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Smartphone<\/a> abstimmen. Das Ergebnis: 39 Prozent beantworteten die Frage mit Ja, 61 Prozent mit Nein \u2013 wie gesagt: vor der Debatte. Dann ging es auf der B\u00fchne los. Mara Vandrey und Jannis Schommer vertraten die Pro-Seite, Jona Puls und Philip Drewa sprachen dagegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Beide Seiten hatten zun\u00e4chst jeweils zwei Minuten Zeit f\u00fcr ein Eingangsstatement, danach folgte eine 20-min\u00fctige Debatte der vier 18-J\u00e4hrigen, die sich in den vergangenen Wochen in ihren Sozialwissenschafts- und Geschichtskursen auf das Thema vorbereitet und damit, wie man Debatten f\u00fchrt, besch\u00e4ftigt hatten. Schulleiter Christoph Riedl zeigte sich erfreut dar\u00fcber, dass seine Schule nun schon zum zweiten Mal an dem Projekt teilnimmt, und lobte die vier Sch\u00fcler daf\u00fcr, dass sie sich trauen, auf die B\u00fchne zu gehen und sich der Herausforderung zu stellen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eStellt euch vor, ihr wacht morgens auf und habt bereits eurer unmittelbaren Umwelt geholfen. Ihr seht Kinder, die spielen, Nachbarn, die sich unterhalten. Das kann Realit\u00e4t werden, wenn unsere Stra\u00dfen nicht mehr als reine Abstellpl\u00e4tze f\u00fcr unsere Autos dienen\u201c, sagte Mara Vandrey zu Beginn. \u201eWas wir brauchen, ist ein menschengerechtes Viertel, kein autogerechtes\u201c, erg\u00e4nzte ihr \u201eTeamkollege\u201c Jannis Schommer. Philip Drewa gab im Eingangsstatement zu bedenken, dass man nicht \u00fcber ein abstraktes Zukunftsmodell spreche, \u201esondern um den ganz konkreten Alltag von Menschen\u201c. \u201eWillich ist keine Gro\u00dfstadt mit <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/u-bahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">U-Bahn<\/a>, Stra\u00dfenbahn und Minutentakt\u201c, in Willich bedeute Mobilit\u00e4t ein St\u00fcck Freiheit \u2013 \u201ewer hier das Auto pauschal ausschlie\u00dft, schr\u00e4nkt diese massiv ein.\u201c Jona Puls sagte, \u201eeine autofreie Zone mag f\u00fcr junge, gesunde Menschen mit flexiblem Alltag funktionieren, aber was ist mit \u00e4lteren B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, Menschen mit Behinderung, mit Eltern, die Kinder und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/beruf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beruf<\/a> koordinieren m\u00fcssen?\u201c Eine autofreie Siedlung schlie\u00dfe Menschen aus, \u201eund das kann nicht unser Anspruch sein\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der anschlie\u00dfenden, ruhig gef\u00fchrten Debatte, in der sich alle ausreden lie\u00dfen und sich respektvoll begegneten, wurde es konkreter, Argumente wurden deutlicher \u2013 auch wenn nicht alles zum konkreten Beispiel Willich passte. Doch darum ging es nicht allein, es ging eben um eine gesunde Debattenkultur.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mara Vandrey und Jannis Schommer vom Pro-Team hoben hervor, dass dadurch, dass in einer autofreien oder emissionsarmen Siedlung keine Garagen an den H\u00e4usern errichtet werden m\u00fcssten, somit Geld gespart werde, das in eine Tiefgarage oder einen Parkplatz am Rand der Siedlung, in gemeinschaftlich genutzte Lastenfahrr\u00e4der, \u00d6PNV-Tickets oder Car-Sharing-Angebote investiert werden k\u00f6nnte. \u00c4ltere Menschen oder Menschen mit Handicaps w\u00fcrden keinesfalls ausgeschlossen, sondern profitierten von einer sicheren, verkehrsfreien oder -armen Umgebung, das soziale Miteinander werde gest\u00e4rkt, Nachbarn w\u00fcrden sich helfen, der Einsamkeit \u00e4lterer Menschen werde entgegengewirkt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jona Puls\u2019 und Philip Drewas Strategie beruhte stark darauf, der Gegenseite Fragen zu stellen. Sie bezweifelten, dass die eingesparten Kosten ausreichen w\u00fcrden, um die notwendige Infrastruktur zu finanzieren. Zudem seien die Radwege in Willich generell nicht sonderlich gut ausgebaut, der \u00f6ffentliche Personennahverkehr sei in der Stadt alles andere als optimal. Projekte wie diese gebe es in Barcelona, M\u00fcnster oder M\u00fcnchen, \u201edort ist die Infrastruktur schon vorhanden, hier jedoch nicht\u201c, sagte Philip Drewa. \u201eWir sollten zuerst die Infrastruktur ausbauen und dann vielleicht noch mal auf eine autofreie Siedlung zur\u00fcckkommen\u201c, andernfalls handele es sich um Symbolpolitik auf dem R\u00fccken der B\u00fcrger. \u201eDas Konzept ist eigentlich gut, aber ihr seid bei Schritt 5, doch wir m\u00fcssen bei Schritt 1 beginnen\u201c, so Jona Puls.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der Debatte gab die Jury \u2013 bestehend aus Ariane Kohlmeier und Philipp Mayer-Galow (Evonik) sowie Sina Zehrfeld und Lilli Stegner (RP) \u2013 den Vieren ein erstes Feedback. Ariane Kohlmeier lobte, dass Mara Vandrey mit \u201eStellt euch vor &#8230;\u201c gestartet sei. \u201eDas erzeugt Bilder, hebt es auf die emotionale Ebene.\u201c Philipp Mayer-Galow sagte, dass die Strategie der Contra-Seite, viele Fragen zu stellen, nicht aufgegangen sei. \u201eDie Fragetechnik funktioniert nur, wenn die Gegenseite nicht so gut vorbereitet ist. So habt ihr ihr den Boden bereitet, ihre Argumente auszuf\u00fchren.\u201c Lilli Stegner lobte, dass alle vier \u201egut und frei gesprochen\u201c h\u00e4tten, kurze \u201eH\u00e4nger\u201c seien ein Zeichen von Echtheit, die anf\u00e4ngliche Nervosit\u00e4t habe schnell und sp\u00fcrbar abgenommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch wie hat das Publikum die Debatte erlebt? Zum Ende gab es eine neuerliche Abstimmung, und diesmal sprachen sich schon 47 Prozent f\u00fcr eine autofreie Siedlung aus. Und mit knappen drei Prozent Vorsprung wurde das Pro-Team als \u00fcberzeugender bewertet. \u00dcbrigens: Die Meinung, die die vier Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf der B\u00fchne vertraten, entspricht gar nicht unbedingt ihrer pers\u00f6nlichen. \u201eIch habe mir noch keine abschlie\u00dfende Meinung gebildet\u201c, bekannte Jona Puls. Und Jannis Schommer, der die Pro-Seite \u00fcberzeugend vertreten hatte, gab zu, dass er der autofreien Siedlung eigentlich skeptisch gegen\u00fcberstehe. Nach einem gemeinsamen Foto auf der B\u00fchne nutzten die vier Sch\u00fcler die Gelegenheit, B\u00fcrgermeister Christian Pakusch auf die schlechte Anbindung Willichs an den \u00d6ffentlichen Personennahverkehr hinzuweisen. Eine S-Bahn-Anbindung an <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/krefeld\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krefeld<\/a> und die Verl\u00e4ngerung der Regiobahn S28 von Kaarst \u00fcber Willich nach Viersen: Das w\u00e4r\u2019s.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass eine sachlich gef\u00fchrte, mit Argumenten und Fakten untermauerte und mit fairen rhetorischen Kniffen aufgepeppte Debatte durchaus Meinungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":756677,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1849],"tags":[3364,29,548,663,3934,30075,30,13,4455,14,15,1209,12,1978,45059,17289],"class_list":{"0":"post-756676","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-moenchengladbach","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-evonik","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-moenchengladbach","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-schueler","22":"tag-schuelerin","23":"tag-willich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115980227272399491","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=756676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756676\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/756677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=756676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=756676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=756676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}