{"id":75668,"date":"2025-05-01T10:54:14","date_gmt":"2025-05-01T10:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75668\/"},"modified":"2025-05-01T10:54:14","modified_gmt":"2025-05-01T10:54:14","slug":"stadt-will-ehemaliges-technisches-rathaus-sanieren-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75668\/","title":{"rendered":"Stadt will ehemaliges Technisches Rathaus sanieren \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer umfassenden Variantenpr\u00fcfung und intensiven Gespr\u00e4chen mit Fachexperten sowie der Landesdirektion will die Stadt das alte Technische Rathaus an der Prager Stra\u00dfe 20\u201328 nun doch erhalten und modernisieren, teilt die Stadt aus der Dienstberatung des Oberb\u00fcrgermeisters mit. Die Stadtspitze hat jetzt empfohlen, den Rohbau zu sanieren, der Stadtrat entscheidet voraussichtlich in seiner Sitzung im Mai \u00fcber die entsprechende Vorlage.<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns verantwortungsvoll mit dem Bestand auseinandergesetzt und die m\u00f6glichen Risiken vertieft gepr\u00fcft\u201c, sagt Baub\u00fcrgermeister Thomas Dienberg. \u201eWir sind uns sicher, dass wir mit dem Bestandserhalt die \u00f6kologisch und \u00f6konomisch beste L\u00f6sung f\u00fcr unsere Stadt gefunden haben und einen qualit\u00e4tsvollen und ansprechenden Verwaltungsbau f\u00fcr unsere Mitarbeitenden und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger umsetzen k\u00f6nnen.\u201c<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/3ee312f3455441cbab72424b42b1e5da.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/05\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Verwaltungsb\u00fcrgermeister Ulrich H\u00f6rning: \u201eWir wollen den Leipzigerinnen und Leipzigern einen zentralen, modernen B\u00fcrgerservice-Standort bieten. Ebenso werden wir f\u00fcr unsere Besch\u00e4ftigten eine Arbeitsumgebung schaffen, die zeitgem\u00e4\u00dfen Erwartungen an Flexibilit\u00e4t, Kommunikation und gesunder Arbeit gerecht wird. Diese Anforderungen k\u00f6nnten in der bestehenden Geb\u00e4udestruktur realisiert werden.\u201c<\/p>\n<p>Ge\u00e4nderte Einsch\u00e4tzungen<\/p>\n<p>Der Stadtrat hatte im April 2024 \u2013 im Zuge des Ankaufs des Gel\u00e4ndes des ehemaligen Rathauses \u2013 einen zeitnahen Abriss des Stahlbetonskeletts beschlossen. Die durch den Betonabriss rechnerisch anfallenden Treibhausgase sollten kompensiert werden. Seither wurde der Rohbauzustand in Gespr\u00e4chen mit den Architekten- und Ingenieurskammern (Bund Deutscher Architekten, Bund Deutscher Baumeister) fundiert neu bewertet. Der entkernte Bau ist demnach in einem deutlich besseren Zustand als zun\u00e4chst angenommen.<\/p>\n<p>Seine Tragf\u00e4higkeit wurde durch externe Sachkenntnis best\u00e4tigt, zudem entspricht der Stahlskelettbau heutigen Anforderungen. Gepr\u00fcft wurden hier beispielsweise die Aufzugsgr\u00f6\u00dfen, Fluchtwege \u00fcber Treppenh\u00e4user, Lastgrenzen des Geb\u00e4udes sowie die Geschossh\u00f6hen und der Zustand der Geschossdecken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/prager1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-611852 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/prager1.jpg\" alt=\"Die S\u00fcdseite des ehemaligen Technischen Rathauses.\" width=\"2250\" height=\"1497\"  \/><\/a>Die S\u00fcdseite des ehemaligen Technischen Rathauses. Foto: Sabine Eicker<\/p>\n<p>Aus den Fachrunden ist dar\u00fcber hinaus ein schl\u00fcssiges Bild entstanden, wie der Bestand zu einem modernen Verwaltungszentrum weiterentwickelt werden kann \u2013 architektonisch, funktional und st\u00e4dtebaulich. Demnach bietet die Verbindung von Alt und Neu in einem modernisierten Bestandsbau gro\u00dfes Potenzial, ohne dass funktionale Kompromisse in Kauf genommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt steht der Erhalt vorhandener Strukturen f\u00fcr verantwortungsvolles Handeln. Der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck eines Neubaus ist schwer vermittelbar, wenn bereits nutzbare Substanz vorhanden ist.<\/p>\n<p>Deutliche Einsparungen<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2023561&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorlage des Verwaltungs- und Baudezernats<\/a> hat nun zun\u00e4chst drei Varianten zum Umgang mit dem Rohbau untersucht und deren jeweilige Kosten gesch\u00e4tzt: die Option von Abriss mit anschlie\u00dfendem Neubau eines Verwaltungszentrums, als zweite Variante der Rohbauerhalt mit einem neuen Anbau sowie zuletzt ein Teilabriss des alten Technischen Rathauses und ebenfalls der Neubau.<\/p>\n<p>Die Sanierung des Rohbaus w\u00fcrde Kosten in H\u00f6he von ca. 184 Millionen Euro verursachen, w\u00e4hrend der Erweiterungsbau an der Platostra\u00dfe mit ca. 87 Millionen Euro veranschlagt wird. Abrisskosten entfallen in dieser Variante, jedoch entstehen zus\u00e4tzliche Aufwendungen f\u00fcr die Rohbausicherung und Grundlagenermittlung an, die sich auf etwa 3,8 Millionen Euro belaufen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr entfalle die 15 Millionen Euro f\u00fcr den Abriss. Der bestehende Rohbau mit 11 Geschossen bietet ein Fl\u00e4chenpotenzial von ca. 45.400 m\u00b2 (Bruttogrundfl\u00e4che\/ BGF). Der Erweiterungsbau m\u00fcsste mindestens 21.600 m\u00b2 (BGF) umfassen und d\u00fcrfte gem\u00e4\u00df den stadtplanerischen Vorgaben maximal sechs Obergeschosse plus ein Untergeschoss haben. Insgesamt k\u00f6nnten so ca. 1.923 Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr ca. 2.740 Mitarbeitende entstehen.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem bislang geplanten Abriss und Neubau w\u00e4re das eine Kostenersparnis von 73 Millionen Euro. Untersucht wurde auch eine Variante mit Teilabriss und Neubau. Aber auch diese w\u00e4re rund 58 Millionen Euro teurer.<\/p>\n<p>Der st\u00e4dtische Vorschlag arbeitet abschlie\u00dfend heraus, dass eine Sanierung des alten Technischen Rathauses rund zehn Prozent g\u00fcnstiger als ein kompletter Neubau ist. Aufgrund des m\u00f6glichen Zeitgewinns und der besseren CO\u2082-Bilanz ist der Erhalt demnach langfristig wirtschaftlicher.<\/p>\n<p>Das Problem der Kompensation<\/p>\n<p>Aber auch wenn die CO\u2082-Bilanz bei Erhalt des Bestandsge\u00e4udes deutlich g\u00fcnstiger ausf\u00e4llt, bereitet die n\u00f6tige Kompensation der Stadt noch gewaltige Kopfschmerzen: \u201eBei ganzheitlicher Bilanzierung der Verursachung von CO\u2082-Emissionen durch den Abriss m\u00fcssen neben den CO\u2082-Emissionen der Abrissma\u00dfnahmen auch die eines Ersatz-Neubaus betrachtet werden.<\/p>\n<p>Deswegen wurden zwei Varianten mit nahezu gleicher Fl\u00e4che in der CO\u2082-Bilanzierung analysiert: Variante Rohbauerhalt und Anbau und Variante Abriss und Neubau. Es zeigt sich, dass je nach Konstruktionsart in Variante Abriss und Neubau bis zu 19.500 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalent verursacht werden und in Variante Rohbauerhalt und Anbau nur bis zu 8.600 Tonnen. Betrachtet man die Differenz der Gesamtbilanz der beiden Varianten, k\u00f6nnten bis zu 10.900 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente eingespart werden.<\/p>\n<p>Sollten entsprechend dem Stadtratsbeschluss Kompensationsma\u00dfnahmen im Stadtgebiet erfolgen und dementsprechend B\u00e4ume gepflanzt werden, sind mit Kosten in H\u00f6he von 2,15 bis 6,97 Millionen Euro zu rechnen. Unabh\u00e4ngig davon, dass die angesetzten Kosten f\u00fcr diese Kompensationsma\u00dfnahme eher unrealistisch erscheinen, ist zudem noch offen, an welchen Standorten im Stadtgebiet die B\u00e4ume gepflanzt werden k\u00f6nnten. (\u2026)<\/p>\n<p>Bezieht man ausschlie\u00dflich den Abriss des Rohbaus in die Betrachtung ein, ergeben sich Emissionen von ca. 1.200 Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalent, welche bei einem Erhalt eingespart w\u00fcrden. Eine vollst\u00e4ndige Kompensation durch Baumpflanzungen im Stadtgebiet w\u00fcrde rund 8.300 B\u00e4ume erfordern, mit gesch\u00e4tzten Kosten von ca. 0,41 Millionen Euro. Zus\u00e4tzlich m\u00fcsste man jedoch mindestens die momentan im Rohbau gebundenen CO\u2082 \u00c4quivalente von 10.860 t mit einbeziehen, Kompensationsma\u00dfnahmen daf\u00fcr w\u00fcrden sich auf knapp 77.900 B\u00e4ume und 3,90 Millionen Euro belaufen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn der Stadtrat im Mai zustimmen sollte, rechnet die Stadtspitze f\u00fcr das Jahr 2026 mit dem Planungsbeschluss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach einer umfassenden Variantenpr\u00fcfung und intensiven Gespr\u00e4chen mit Fachexperten sowie der Landesdirektion will die Stadt das alte Technische&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":75669,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,15466,859,1108],"class_list":{"0":"post-75668","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-leipzig","12":"tag-prager-strasse","13":"tag-sachsen","14":"tag-stadtrat"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114432210687209496","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75668"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75668\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75669"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}