{"id":758019,"date":"2026-01-30T08:45:12","date_gmt":"2026-01-30T08:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/758019\/"},"modified":"2026-01-30T08:45:12","modified_gmt":"2026-01-30T08:45:12","slug":"streik-am-montag-stehen-bundesweit-busse-und-bahnen-still-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/758019\/","title":{"rendered":"Streik: Am Montag stehen bundesweit Busse und Bahnen still &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wer Anfang n\u00e4chster Woche zur Arbeit oder zur Schule f\u00e4hrt, bekommt die Tarifrunde im \u00f6ffentlichen Nahverkehr zu sp\u00fcren. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Verdi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verdi<\/a> ruft am Montag zu einem 24-st\u00fcndigen Streiktag bei kommunalen Betrieben auf, um Druck f\u00fcr ihre Forderungen zu machen. Die Gewerkschaft will vor allem die Arbeitsbedingungen der etwa 100000 Besch\u00e4ftigten verbessern: \u201eWenn alles klappt, steht der Nahverkehr weitgehend still\u201c, sagt Fachbereichsleiter Andreas Schackert der S\u00fcddeutschen Zeitung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Ausstand findet in allen Bundesl\u00e4ndern au\u00dfer Niedersachsen statt, wo noch eine Friedenspflicht gilt, die Arbeitsniederlegungen ausschlie\u00dft. Bestreikt werden 150 Betriebe, darunter <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-mvg-streik-u-bahn-bus-tram-montag-li.3376167\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die MVG in M\u00fcnchen<\/a> und die BVG in Berlin. Fahrg\u00e4ste m\u00fcssen auf dem Land wie in gro\u00dfen St\u00e4dten mit Einschr\u00e4nkungen rechnen, so in Bayern auch in Augsburg, Bamberg, N\u00fcrnberg und Regensburg. In Baden-W\u00fcrttemberg sind etwa Stuttgart und Karlsruhe betroffen. In Nordrhein-Westfalen fallen alleine 40 Unternehmen unter den Ausstand. Dort sind fast alle Verkehrsbetriebe kommunal, von D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln \u00fcber Duisburg und Gelsenkirchen bis nach Dortmund.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Tarifrunde ist kompliziert, weil in den Bundesl\u00e4ndern jeweils eigene Tarifvertr\u00e4ge gelten. Eines der Dinge, die Verdi \u00e4ndern will. Die Gewerkschaft strebt einen bundesweiten Tarifvertrag an. \u201eWarum sollen Busfahrerinnen und Busfahrer in Bamberg andere Bedingungen haben als in Berlin\u201c, fragt Schackert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Stillstehen werden vielerorts Busse, U-Bahnen und Stra\u00dfenbahnen, sofern die Betriebe keine Ersatzma\u00dfnahmen ergreifen. In M\u00fcnchen etwa soll es ein Notprogramm geben, bei dem einige U-Bahnen und Stra\u00dfenbahnen weniger h\u00e4ufig fahren als sonst. Nicht vom Verkehrsstreik betroffen sind S-Bahnen und private Omnibuslinien. Wenn kommunale Betriebe mit privaten Betreibern kooperieren, k\u00f6nnen entsprechend Busse fahren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Gewerkschaft hat ihre Forderungen bereits im November aufgestellt, geschehen ist seither wenig. In fast allen Bundesl\u00e4ndern gab es bereits eine Verhandlungsrunde, doch die Gespr\u00e4che sind bisher schwierig. Der Nahverkehr ist neben der Gastronomie einer der Branchen, die besonders vom Personalmangel betroffen sind. Weil etwa 80000 Besch\u00e4ftigte fehlen und die Krankenquote hoch ist, kommt es t\u00e4glich zu Fahrtausf\u00e4llen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDie Besch\u00e4ftigten im Nahverkehr stehen unter hoher Belastung durch extrem ung\u00fcnstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und st\u00e4ndigen Zeitdruck\u201c, erkl\u00e4rt Verdi-Vizechefin\u00a0Christine Behle. \u201eWir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verl\u00e4sslich Fachkr\u00e4fte f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr zu finden.\u201c<\/p>\n<p>Die Krankenquote ist hoch<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In manchen Betrieben existierten planm\u00e4\u00dfige Schichten, die 13 oder 14 Stunden dauern. Im Fahrtdienst gebe es vielerorts eine hohe Krankenquote. Verdi will die Belastung reduzieren und die Arbeit im Nahverkehr attraktiver machen. Etwa, indem die H\u00f6chstdauer von Schichten reduziert wird, es l\u00e4ngere Ruhezeiten gibt oder die Arbeitszeit dort reduziert wird, wo sie standardm\u00e4\u00dfig 39 Stunden betr\u00e4gt. Die Gewerkschaft fordert auch h\u00f6here Zuschl\u00e4ge, wenn jemands Nachts und am Wochenende arbeitet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei den Arbeitgebern st\u00f6\u00dft Verdi bisher auf wenig Verst\u00e4ndnis. So bezeichneten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Forderungen, die sich auf 150 Millionen Euro Personalkosten pro Jahr summierten, als unfinanzierbar. \u201eDas sprengt sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch jegliche finanzielle M\u00f6glichkeiten des Unternehmens\u201c, so Personalvorst\u00e4ndin Jenny Zeller-Grothe. Verdi solle die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t der BVG im Blick behalten und verantwortungsvoll mit den Mitteln eines \u00f6ffentlichen Unternehmens umgehen. Die Gewerkschaft solle auf Drohgeb\u00e4rden und Eskalationen verzichten und gemeinsam am Verhandlungstisch f\u00fcr gute L\u00f6sungen sorgen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die kommunalen Arbeitgeber in NRW verweisen auf eine desolate Finanzlage. Der Nahverkehr sei ein Zuschussgesch\u00e4ft. Erf\u00fclle man die Forderungen von Verdi, m\u00fcsse wahrscheinlich vielerorts erwogen werden, Verkehrsmittel seltener fahren zu lassen, Linien einzustellen oder mehr private Busfirmen einzusetzen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die kommunalen Betriebe stellen laut Verdi Gegenforderungen wie l\u00e4ngere Schichten oder die Streichung des Krankengeldzuschusses. Gegenforderungen gibt es auch in Bundesl\u00e4ndern wie Bayern, in denen nicht nur \u00fcber die Arbeitsbedingungen, sondern auch \u00fcber das Gehalt verhandelt wird. Die bayerische Verdi-Verhandlerin Katharina Wagner stellt die Positionen gegen\u00fcber: W\u00e4hrend die Gewerkschaft 670 Euro mehr Gehalt f\u00fcr die Besch\u00e4ftigen fordert, bieten die bayerischen Betriebe nur 110 Euro. Und w\u00e4hrend Verdi vorschl\u00e4gt, die Arbeitszeit auf 35 Stunden die Woche zu reduzieren, wollen die Betriebe auf 42 Stunden erh\u00f6hen. Mit einem Zuschlag, der laut Verdi unter dem heutigen Zuschlag f\u00fcr \u00dcberstunden liegt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Verdi-Vizechefin Behle sagt, wer bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung verweigere, gef\u00e4hrde den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, auf den viele Menschen angewiesen seien. \u201eWir erhoffen uns vom ersten bundesweiten Streiktag, dass gesehen wird, dass die Arbeitsbedingungen \u00fcberall verbessert werden m\u00fcssen\u201c, sagt Andreas Schackert. Der Gewerkschafter hat Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass die Unternehmen mit finanziellen Problemen argumentieren. Die Kommunen seien tats\u00e4chlich unterfinanziert. Der Nahverkehr sei eine politische Frage, bei der es einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang gebe: \u201eWie viel Geld ist die Gesellschaft bereit, in diese Aufgabe zu stecken? Sollen die Besch\u00e4ftigten mit ihrer Gesundheit bezahlen, dass der Nahverkehr funktioniert? Oder will die Allgemeinheit daf\u00fcr bezahlen, dass es funktioniert?\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Gewerkschaft fordert schon l\u00e4nger, dass die Bundesregierung und die Kommunen st\u00e4rker Verantwortung f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr \u00fcbernehmen und mehr Geld bereitstellen. Nicht nur seien viele Menschen jeden Tag auf den \u00f6ffentlichen Nahverkehr angewiesen, Schackert siehe eine weitere Dimension: Der Verkehrssektor sei eindeutig der Bereich, der bisher am wenigsten f\u00fcr den Klimaschutz geleistet hat. Was etwa am Autoverkehr liegt. Nur wenn Busse und Bahnen ausgebaut werden, lasse sich das \u00e4ndern: \u201eDer Nahverkehr kann verdoppelt werden, wenn jetzt investiert wird\u201c, sagt Schackert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer Anfang n\u00e4chster Woche zur Arbeit oder zur Schule f\u00e4hrt, bekommt die Tarifrunde im \u00f6ffentlichen Nahverkehr zu sp\u00fcren.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":758020,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,148,14,15,16,12,149,6816,601,55],"class_list":{"0":"post-758019","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-leserdiskussion","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-verdi","21":"tag-verkehr","22":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115983176522874485","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/758019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=758019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/758019\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/758020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=758019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=758019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=758019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}