{"id":75884,"date":"2025-05-01T12:51:18","date_gmt":"2025-05-01T12:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75884\/"},"modified":"2025-05-01T12:51:18","modified_gmt":"2025-05-01T12:51:18","slug":"landwirte-leiden-unter-hoeherem-mindestlohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75884\/","title":{"rendered":"Landwirte leiden unter h\u00f6herem Mindestlohn"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.05.2025 12:50 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Mindestlohndebatte besch\u00e4ftigt auch die Landwirtschaft. Arbeitgeber warnen vor gravierenden Folgen f\u00fcr ihre Betriebe. Der DGB hingegen verteidigt eine etwaige Anhebung. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/baumert-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Johannes Baumert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/baumert-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Reben von Volker Freytag wachsen in langen Zeilen auf seinem Gel\u00e4nde in Neustadt an der Weinstra\u00dfe. Sie sollen sp\u00e4ter in Weinbergen in ganz Europa gepflanzt werden. Doch bis es so weit ist, steckt viel Handarbeit in der Bewirtschaftung &#8211; Arbeit, die bislang noch nicht vollst\u00e4ndig von Maschinen \u00fcbernommen werden kann. Es ist eine Arbeit, die ihren Preis hat.<\/p>\n<p>    Tats\u00e4chliche Kosten f\u00fcr Arbeitgeber h\u00f6her als Mindestlohn<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGenau das bereitet dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des mittelst\u00e4ndischen Betriebs Sorgen. Eine Erh\u00f6hung des Mindestlohns auf 15 Euro w\u00fcrde f\u00fcr ihn als Arbeitgeber zur Herausforderung, erkl\u00e4rt Freytag: &#8222;Das bedeutet, dass wir Schwierigkeiten haben, konkurrenzf\u00e4hig zu sein.&#8220; Denn seine Reben verkaufe er unter anderem ins Ausland, wo er mit Betrieben im Wettbewerb stehe, die entweder keinen oder einen deutlich niedrigeren Mindestlohn zahlten. &#8222;Im schlimmsten Fall f\u00fchrt es dazu, dass wir schlie\u00dfen m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEtwa 30 Menschen arbeiten in seinem Betrieb, der sich auf die Veredelung junger Reben spezialisiert hat. Viele seiner Mitarbeiter kommen aus dem Ausland. F\u00fcr sie stellt Freytag Unterk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung und hat weitere Kosten, wie etwa den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Bei einem Mindestlohn von 15 Euro w\u00fcrden seine tats\u00e4chlichen Kosten auf rund 20 Euro pro Stunde steigen, sagt er. &#8222;20 Euro f\u00fcr jemanden, der keinen Beruf gelernt hat, der der Sprache nicht m\u00e4chtig ist. Da fehlen mir die Relationen.&#8220;<\/p>\n<p>    Umstieg oder Aufgabe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Johannes Zehfu\u00df, Vizepr\u00e4sident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz S\u00fcd und CDU-Landtagsabgeordneter, sieht eine Erh\u00f6hung des Mindestlohns kritisch. F\u00fcr viele Gem\u00fcsebauern sei ein wirtschaftlicher Betrieb bei einem Mindestlohn von 15 Euro kaum noch m\u00f6glich, sagt er. Besonders Kulturen, die einen hohen Anteil an Handarbeit erfordern &#8211; etwa Salat, Radieschen oder Spargel &#8211; w\u00fcrden unter diesen Bedingungen unrentabel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDen betroffenen Landwirten blieben seiner Einsch\u00e4tzung nach nur zwei Optionen: entweder auf weniger arbeitsintensive Pflanzen wie Kartoffeln umzusteigen &#8211; oder den Gem\u00fcseanbau ganz aufzugeben. Zehfu\u00df selbst hat seinen eigenen Betrieb bereits umgestellt: &#8222;Wir haben alle Kulturen, bei denen viel Handarbeit n\u00f6tig ist, aus dem Anbau genommen.&#8220; Nun produziere er nur noch Kulturen, die mit geringem Arbeitskrafteinsatz zu f\u00fchren sind.<\/p>\n<p>    Gewerkschaften fordern h\u00f6heren Mindestlohn<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass ein h\u00f6herer Mindestlohn viele Betriebe zur Aufgabe zwingen w\u00fcrde, davon geht der Deutsche Gewerkschaftsbund dagegen nicht aus. &#8222;Wenn heute Betriebe in ihrer Existenz gef\u00e4hrdet sind, liegt das meist an gesamtwirtschaftlichen Faktoren wie hohen Energiepreisen, gestiegenen Betriebsmittelkosten oder klimabedingten Ernteausf\u00e4llen&#8220;, erkl\u00e4rt DGB-Vorstandsmitglied Stefan K\u00f6rzell gegen\u00fcber tagesschau.de. &#8222;Die Verantwortung f\u00fcr betriebliche Herausforderungen allein auf die Besch\u00e4ftigten abzuw\u00e4lzen, ist weder fair noch zielf\u00fchrend.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nK\u00f6rzell sieht die gr\u00f6\u00dfere Herausforderung f\u00fcr kleine landwirtschaftliche Betriebe nicht in einer Erh\u00f6hung des Mindestlohns, sondern im Wettbewerb mit h\u00e4ufig industriell organisierten Gro\u00dfbetrieben. &#8222;Gleichzeitig sorgt der Mindestlohn daf\u00fcr, dass Lohn-Dumping nicht l\u00e4nger zum Gesch\u00e4ftsmodell taugt&#8220;, sagt K\u00f6rzell.<\/p>\n<p>    Schon jetzt gibt es Sonderregeln f\u00fcr Saisonarbeiter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem verweist der DGB auf bestehende Sonderregelungen &#8211; etwa f\u00fcr Saisonarbeiter, wie sie h\u00e4ufig in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Wenn sie lediglich 70 Tage in Deutschland arbeiten, fallen sie unter bestimmten Bedingungen nicht unter die Sozialversicherungspflicht. Der Entwurf des neuen Koalitionsvertrags von Union und SPD sieht vor, diesen Zeitraum auf 90 Tage zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKritiker einer Mindestlohnerh\u00f6hung bezweifeln aber auch, dass die Besch\u00e4ftigten nach einer Erh\u00f6hung tats\u00e4chlich mehr Geld zur Verf\u00fcgung haben. &#8222;Die Arbeitnehmer haben gar keinen Vorteil dadurch&#8220;, sagt beispielsweise Volker Freytag. &#8222;Wir haben es mal hochgerechnet: Bei der letzten Erh\u00f6hung hatten wir Leute dabei, die kriegen einen Euro mehr &#8211; im Monat.&#8220; Durch die h\u00f6heren Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge und die gestiegene Lohnsteuer sei die Erh\u00f6hung letztlich aufgefressen worden, behauptet Freytag.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer DGB widerspricht dieser Einsch\u00e4tzung. Selbst bei gestiegenen Abgaben bleibe unter dem Strich ein sp\u00fcrbarer Netto-Gewinn, erkl\u00e4rt K\u00f6rzell. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden Besch\u00e4ftigte von ihren h\u00f6heren Einzahlungen auch langfristig profitieren, etwa durch bessere Rentenanspr\u00fcche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.05.2025 12:50 Uhr Die Mindestlohndebatte besch\u00e4ftigt auch die Landwirtschaft. 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