{"id":75937,"date":"2025-05-01T13:20:10","date_gmt":"2025-05-01T13:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75937\/"},"modified":"2025-05-01T13:20:10","modified_gmt":"2025-05-01T13:20:10","slug":"zwei-jahre-deutschlandticket-umkaempft-aber-beliebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/75937\/","title":{"rendered":"Zwei Jahre Deutschlandticket: Umk\u00e4mpft, aber beliebt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.05.2025 14:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Vor zwei Jahren ging das neue bundesweit g\u00fcltige Ticket f\u00fcr den Nahverkehr an den Start. Gegen viele Widerst\u00e4nde hat es sich bis heute gehalten. Viele Experten fordern, das Angebot weiterzuentwickeln.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/zimmermann-109.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jan Zimmermann, HSB\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/jan-zimmermann-hsb-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Tolle Entwicklung, das Kind ist auf einem guten Weg. Daraus wird ein Star.&#8220; Mit diesen Worten gratuliert der scheidende Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) seinem Baby. Er hat das Deutschlandticket quasi zur Welt gebracht. Es war keine leichte Geburt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach dem gro\u00dfen Erfolg mit dem 9-Euro-Ticket im Sommer 2022 sollte zeitnah ein Nachfolgeangebot her. Was folgten, waren lange Debatten \u00fcber Preis und Finanzierung. Zweimal musste der Starttermin f\u00fcr das neue Ticket verschoben werden. Am Ende verst\u00e4ndigten sich Bund und L\u00e4nder auf einen Kompromiss bei der Finanzierung: Beide teilen sich seitdem die Kosten und \u00fcbernehmen jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.<\/p>\n<p>    Widerst\u00e4nde auf dem Weg zum Erfolg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Mai 2023 erblickte das Deutschlandticket dann das Licht der Welt. F\u00fcr den fr\u00fcheren FDP-Minister Wissing ist das Ganze ein Beispiel daf\u00fcr, &#8222;wie man gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen und Verbesserungen f\u00fcr den Alltag der Menschen hinbekommen kann, auch wenn die Beharrungskr\u00e4fte, die einem begegnen, enorm sind&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWiderstand kam aus verschiedenen Richtungen. Zum einen klagten Verkehrsunternehmen \u00fcber Einbu\u00dfen bei ihren Einnahmen, zum anderen forderten die Bundesl\u00e4nder mehr Geld, um das Deutschlandticket weiter zu finanzieren. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte im Dezember im Bundesrat, das Ticket sei zwar eine Tarifrevolution. &#8222;Aber wir m\u00fcssen ehrlich sein: Das Geld fehlt im System.&#8220; Vor allem fehle Geld, um den Schienenverkehr zum Beispiel auf dem Land auszubauen, hei\u00dft es aus den L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>    Wie gro\u00df sind die Einspareffekte?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWissing will das aber so nicht stehen lassen. Im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio erkl\u00e4rt er: &#8222;In Wahrheit ist das Deutschlandticket auch ein Digitalisierungsprogramm f\u00fcr \u00f6ffentlichen Personennahverkehr.&#8220; Und damit lasse sich viel Geld sparen, so Wissing.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Beispiel k\u00f6nnten Vertriebskosten reduziert und Verkehrsverb\u00fcnde miteinander verschmolzen werden. Die freiwerdenden Mittel k\u00f6nnten eingesetzt werden, um das Angebot zu verbessern &#8211; und damit auch, um mehr Bus- und Bahnverbindungen einzurichten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese Dinge seien allerdings &#8222;ein st\u00fcckweit verlangsamt worden, durch diese Debatte \u00fcber die Zukunft des Deutschlandtickets&#8220;, kritisiert Wissing. &#8222;Erst wenn das Ticket unbefristet ist, k\u00f6nnen die Reformschritte weiter vorangetrieben werden.&#8220; Niemand setze auf das Ticket, wenn es im j\u00e4hrlichen Rhythmus infrage gestellt werde. &#8222;Ich empfehle dringend, diese Debatte einzustellen.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Unwucht in der verkehrspolitischen Debatte&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZustimmung bekommt der Minister aus der Verkehrsbranche. Auch der Verband &#8222;Allianz pro Schiene&#8220; h\u00e4lt die immer wieder aufkommende Debatte \u00fcber den Preis des Tickets f\u00fcr sch\u00e4dlich. Man m\u00fcsse davon wegkommen, das Deutschlandticket als Subventionsgesch\u00e4ft wahrzunehmen, sagt Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Flege.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00dcber Subventionen f\u00fcrs Autofahren wie die von der k\u00fcnftigen Bundesregierung geplante Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale werde kaum gesprochen. Aber: &#8222;Jeder Euro, der ins Deutschlandticket flie\u00dft, wird als Subvention gebrandmarkt und als Argument genutzt, um \u00fcber Preiserh\u00f6hungen zu reden.&#8220; Das sei eine &#8222;Unwucht in der verkehrspolitischen Debatte&#8220; und eine typisch deutsche &#8222;Unsitte hier in der Autofahrerrepublik&#8220;, so Flege im ARD-Interview.<\/p>\n<p>    Welche Zukunft hat das Ticket?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach der Erh\u00f6hung des Preises von 49 auf 58 Euro Anfang des Jahres fordert auch er ein Ende der Preisdebatte. Besser w\u00e4re es, sich darauf zu konzentrieren, das Ticket weiterzuentwickeln. Zum Beispiel sollten es noch mehr Firmen ihren Besch\u00e4ftigten als verg\u00fcnstigtes Jobticket anbieten, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dirk Flege: &#8222;Das ist noch ein Wahnsinns-Potenzial. Wenn es nach uns geht, k\u00f6nnten auch die ganzen Landesbediensteten als Teil ihres Arbeitsvertrages das Jobticket erhalten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Ziel sollte sein, die Zahl der verkauften Tickets zu erh\u00f6hen und so h\u00f6here Einnahmen zu generieren. Derzeit nutzen rund 13,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket. Das Ziel der Branche lautet: mindestens 15 Millionen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFlege fordert, das Deutschlandticket attraktiver zu machen &#8211; f\u00fcr Familien und durch ein bundesweites &#8222;Deutschlandticket Sozial&#8220; f\u00fcr Menschen mit wenig Geld. Sozialverb\u00e4nde fordern schon l\u00e4nger, den Flickenteppich bei Sozialtickets in Deutschland zu beenden und das bestehende Deutschlandticket f\u00fcr Empf\u00e4nger von Sozialleistungen beispielsweise zu einem Preis von 25 Euro anzubieten.<\/p>\n<p>    Studien best\u00e4tigen &#8222;Klimaeffekt&#8220; und weniger CO2-Emissionen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie meisten Ticket-K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer leben in St\u00e4dten und Ballungsr\u00e4umen. Aber auch auf dem Land wird es immer beliebter, bilanzieren Verkehrsexperten. Das Statistische Bundesamt stellt fest, dass die Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr im Nahverkehr um rund f\u00fcnf Prozent im Vergleich zu Vorjahr angestiegen sind. Der Grund sei insbesondere das Deutschlandticket.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Zahl der Menschen, die seitdem dauerhaft \u00f6ffentliche Verkehrsmittel nutzen, nimmt zu, meldet der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStudien best\u00e4tigen einen sogenannten &#8222;Klimaeffekt&#8220;. Danach soll das Ticket zu einer Verkehrsverlagerung f\u00fchren &#8211; vom Auto auf die Schiene. Das Kopernikus-Projekt Ariadne, ein Verbund mehrerer Forschungsinstitute, teilte k\u00fcrzlich mit, dass zw\u00f6lf bis 16 Prozent der Deutschlandticket-Fahrten vorher mit dem Auto zur\u00fcckgelegt wurden. Die Verkehrsunternehmen melden, gebe es das Ticket nicht, w\u00e4ren rund acht Prozent aller Deutschland-Ticket-Fahrten mit dem Auto unternommen worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n2,3 Millionen Tonnen CO2 sollen seit der Einf\u00fchrung eingespart worden sein. Die Daten sind das Ergebnis einer Marktforschung im Auftrag des Bundes und der L\u00e4nder.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor dem Hintergrund dieser Bilanz und anl\u00e4sslich des zweiten Geburtstags des Tickets glaubt Flege von der &#8222;Allianz pro Schiene&#8220;, dass das Angebot sehr alt werden wird: &#8222;Das Deutschlandticket ist ein Riesenerfolg. Und was richtig erfolgreich ist, wird jede Menge F\u00fcrsprecher haben. Ich glaube nicht, dass das jemals wieder abgeschafft wird.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.05.2025 14:21 Uhr Vor zwei Jahren ging das neue bundesweit g\u00fcltige Ticket f\u00fcr den Nahverkehr an den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":75938,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,1054,30,13,14,4186,15,5112,12],"class_list":{"0":"post-75937","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-deutschlandticket","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-nahverkehr","17":"tag-news","18":"tag-oepnv","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114432784712005251","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75937"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75937\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}