{"id":76018,"date":"2025-05-01T14:03:13","date_gmt":"2025-05-01T14:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/76018\/"},"modified":"2025-05-01T14:03:13","modified_gmt":"2025-05-01T14:03:13","slug":"death-of-a-unicorn-im-kino-wie-jurassic-park-aber-diesmal-mit-einhoernern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/76018\/","title":{"rendered":"\u201eDeath of a Unicorn\u201c im Kino: Wie \u201eJurassic Park\u201c \u2013 aber diesmal mit Einh\u00f6rnern"},"content":{"rendered":"<p>Die Horrorkom\u00f6die \u201eDeath of a Unicorn\u201c hat eine originelle These: Einh\u00f6rner k\u00f6nnen nicht nur Krankheiten heilen, sondern auch zu brutalen Killern mutieren. Das Produktionsstudio hinter dem Film hat mit solchen Verr\u00fccktheiten Erfahrung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das Einhorn mit regenbogenfarbenem Horn und lila M\u00e4hne ist aus Kinderzimmern, von LGBTQ+-Demos und aus WhatsApp-Nachrichten nicht mehr wegzudenken. Der Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Alex Scharfman hebt das Fabelwesen nun auf eine neue Stufe. Sein Spielfilmdeb\u00fct \u201eDeath of a Unicorn\u201c erz\u00e4hlt ein Vater-Tochter-Wochenende, das anders l\u00e4uft als geplant. Elliot (Paul Rudd) und Ridley (Jenna Ortega) wollen eigentlich Elliots Boss Odell Leopold auf seinem Luxus-Anwesen in der kanadischen Wildnis besuchen und nebenbei ihre distanzierte Beziehung nach dem Tod von Ridleys Mutter verbessern. <\/p>\n<p>Doch schon w\u00e4hrend der Anfahrt durch traumhafte Landschaften passiert ein Unfall. Angefahren hat das sympathische Duo kein Reh, sondern \u2013 um es in Ridleys teenagerhafter Direktheit zu sagen \u2013 \u201eein fucking Einhorn\u201c. W\u00e4hrend Ridley \u00fcber eine Ber\u00fchrung des Horns Kontakt zu \u00fcbersinnlichen Sph\u00e4ren aufnimmt, schl\u00e4gt ihr Vater auf das verletzte Tier ein, um es von seinem Leid zu erl\u00f6sen. Sie packen den Kadaver in den Kofferraum und tun bei der Ankunft im Hause Leopold so, als w\u00e4re nichts passiert \u2013 bis es im Kofferraum auf einmal rumpelt. <\/p>\n<p>Der Plot des 104-Min\u00fcters verf\u00fchrt dazu, ihn bis zum Ende in ebendieser Detailliertheit nachzuerz\u00e4hlen. Denn mit jeder Minute wird es skurriler. Aber wir verkneifen uns die weitere Inhaltsangabe mit Verweis auf das Produktionsstudio, das diese Horrorkom\u00f6die zu verantworten hat: Die erst 2012 gegr\u00fcndete Firma A24 ist bekannt f\u00fcr gewagte Genre-Experimente wie den mehrfachen Oscar-Preistr\u00e4ger \u201eEverything Everywhere All At Once\u201c und das ebenfalls ins Horror-Kom\u00f6dien-Fach fallende Hybrid \u201eBodies Bodies Bodies\u201c. <\/p>\n<p>Auch wenn einem also der Regisseur kein Begriff ist, l\u00e4sst schon der Name des Produktionsstudios erahnen, dass es mit der Krebsheilung, die das Blut des get\u00f6teten Einhorns bewirkt, nicht getan ist. Weil niemand auf Ridleys Warnungen h\u00f6rt, die Tiere lieber in Ruhe zu lassen, mutieren diese n\u00e4mlich bald zu brutalen Killern, die nicht davor zur\u00fcckschrecken, Menschen mit ihren H\u00f6rnern mitten durchs Herz zu sto\u00dfen und mit ihren Rei\u00dfz\u00e4hnen in der Luft zu zerfetzen. Das actionreiche High-Concept-\u00dcberlebensabenteuer begleitet die mit reizenden Macken ausgestatteten Charaktere dabei, wie sie sich durch die Felder der Wissenschaft, \u00d6konomie und Fabelgeschichte k\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Mischung aus \u201eJurassic Park\u201c und \u201eE.T.\u201c <\/p>\n<p>In \u201eDeath of a Unicorn\u201c trifft \u201eJurassic Park\u201c auf \u201eE.T.\u201c, \u201eDer wei\u00dfe Hai\u201c und \u201eHarry Potter\u201c \u2013 ohne es aber je ganz mit den legend\u00e4ren Vorbildern aufnehmen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr fehlt dann vielleicht doch die Tiefe und die F\u00e4higkeit, die wirklich gro\u00dfen Gef\u00fchle hervorzurufen oder systematische Zusammenh\u00e4nge herzustellen. Der Versuch, eine Botschaft \u00fcber Solidarit\u00e4t, Trauer und Raubtierkapitalismus an den Mann zu bringen, gelingt nur in etwa so gut wie das Bem\u00fchen der Figuren, die Einh\u00f6rner mit sanften Worten zu z\u00e4hmen. <\/p>\n<p>An den Schauspielern liegt\u2019s nicht: Richard Grant als geschw\u00e4chtem Familienoberhaupt, T\u00e9a Leonie als wohlstandsweiser Mutter und Will Poulter als privilegiertem Spr\u00f6\u00dfling schaut man genauso gerne zu wie dem allergiegeplagten Vater Elliot und den animierten Monstern. Nur Jenna Ortega, die ja inzwischen ihr Talent, in die Rolle des Emo-Teenagers zu schl\u00fcpfen (\u201eWednesday\u201c, \u201eMiller\u2019s Girl\u201c) schon wei\u00df Gott zur Gen\u00fcge unter Beweis gestellt hat, g\u00f6nnt Scharfman leider keinerlei Entwicklung oder aufopfernde Heldentat. Ihr Handlungsrepertoire beschr\u00e4nkt sich auf das streberhafte Zitieren mittelalterlicher Fabeln oder dr\u00e4uend ausgesprochener Prophezeiungen. <\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Lacher geh\u00f6ren auf jeden Fall den Leopolds. \u201eIch denke, ich sollte in solch einem Moment keine Badehose tragen\u201c, sagt etwa Sohn Shepard, als er auf das tote Einhorn blickt. Wer sich fragt, ob \u201eDeath of a Unicorn\u201c eher ein Film ist, in dem man Jogginghose tr\u00e4gt oder einer f\u00fcr ein schwarzes Abendkleid, der liegt mit beiden Outfits richtig. Einen \u201eBarbie\u201c-\u00e4hnlichen Verkleidungs-Hype, der die Kinos\u00e4le in Regenbogenfarben taucht, wird es aber wohl eher nicht geben. <\/p>\n<p>Der Film \u201eDeath of a Unicorn\u201c l\u00e4uft ab dem 1. Mai im Kino. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Horrorkom\u00f6die \u201eDeath of a Unicorn\u201c hat eine originelle These: Einh\u00f6rner k\u00f6nnen nicht nur Krankheiten heilen, sondern auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":76019,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1778,29,32862,214,92,30,22628,95,1777,45,215],"class_list":{"0":"post-76018","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-cinema","9":"tag-deutschland","10":"tag-einhoerner","11":"tag-entertainment","12":"tag-film","13":"tag-germany","14":"tag-goldmann-marie-luise","15":"tag-kino","16":"tag-movie","17":"tag-texttospeech","18":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114432953786427913","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/76019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}