{"id":760251,"date":"2026-01-31T05:37:12","date_gmt":"2026-01-31T05:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/760251\/"},"modified":"2026-01-31T05:37:12","modified_gmt":"2026-01-31T05:37:12","slug":"folgen-der-neuen-lea-fuer-stuttgart-stuttgart-muss-wohl-bald-keine-neuen-fluechtlinge-mehr-aufnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/760251\/","title":{"rendered":"Folgen der neuen LEA f\u00fcr Stuttgart: Stuttgart muss wohl bald keine neuen Fl\u00fcchtlinge mehr aufnehmen"},"content":{"rendered":"<p>Der Zuzug neuer Fl\u00fcchtlinge nimmt ab. Die Landeshauptstadt k\u00f6nnte aber auch bald von der geplanten Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) profitieren. Eine Unbekannte aber bleibt.<\/p>\n<p>Die Landeshauptstadt wird in den kommenden 18 Monaten voraussichtlich deutlich von den bundesweit zur\u00fcckgehenden Fl\u00fcchtlingszahlen profitieren. Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.baden-wuerttemberg-asylzahlen-im-suedwesten-mehr-als-halbiert.9a2f0148-3b4d-4748-a755-6473c5dc3b4c.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zahl der Asylsuchenden im Land hat sich 2025 mit 10972 mehr als halbiert<\/a> und soll weiter sinken. Ein erheblicher zus\u00e4tzlicher Effekt resultiert aus der vertraglich festgelegten Anrechnung von Pl\u00e4tzen in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) im Stadtteil Weilimdorf, die 2029 vom Land mit 1300 Pl\u00e4tzen im Regelbetrieb er\u00f6ffnet werden soll. Dazu kommen am Standort Mittlerer Pfad noch 500 Notfallpl\u00e4tze. Dem Land wurden in dem Gewerbegebiet mehrere Immobilien angeboten, f\u00fcr die LEA l\u00e4uft eine Bauvoranfrage.<\/p>\n<p>Die Stadt will sich im Vorgriff auf den LEA-Betrieb einen Teil von deren Kapazit\u00e4ten anrechnen lassen. Der dazu n\u00f6tige Vertrag mit dem Land wurde vom Ministerrat unter Vorsitz von Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann (Gr\u00fcne) am 9. Dezember 2025 gebilligt.<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingsprognosen vom Land  <\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr waren der Stadt vom Land pro Monat im Schnitt rund 40 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fl%C3%BCchtlinge\" title=\"Fl\u00fcchtlinge\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fl\u00fcchtlinge<\/a> (ohne Gefl\u00fcchtete aus der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Ukraine\" title=\"Ukraine\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a>) zugewiesen worden. Im Rathaus nimmt man an, dass diese Zahl 2026 weiter sinkt. Das sei nach den Prognosen unter anderem des Migrationsministeriums von Marion Gentges (CDU) zu erwarten. \u2013 Letztlich h\u00e4ngt die Entwicklung aber <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.ahmed-al-scharaa-syrischer-uebergangspraesident-verschiebt-deutschland-besuch.e4034ebb-cb26-4eb6-b6af-6425dc3360d9.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von der weltpolitischen Lage ab<\/a>.<\/p>\n<p> Im Vertrag mit dem Land ist festgelegt, dass <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> mit der LEA einmalig eine Stundung von 500 Personen und im zweiten Schritt eine weitere Stundung von 260 Personen in Anspruch nehmen kann. Diese Stundungen k\u00f6nnen bereits beantragt werden. Sie greifen \u201eab Bestandskraft der Baugenehmigung\u201c und wirken drei Jahre. Danach werden pro Jahr 20 Prozent der LEA-Kapazit\u00e4t bis zum Erreichen der Gesamtkapazit\u00e4t angerechnet. Die Baugenehmigung wird sp\u00e4testens 2027 erwartet. Bleiben die Zuweisungszahlen im erwarteten Umfang, k\u00f6nnte Stuttgart von 2027 an f\u00fcr rund 18 Monate v\u00f6llig von einer weiteren Aufnahmeverpflichtung befreit sein.<\/p>\n<p>Entscheidungen teils schon im Haushalt <\/p>\n<p>Bei den<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.etatberatungen-in-stuttgart-harter-schlagabtausch-und-850-millionen-euro-neue-schulden.e5a97f69-4856-4a73-bd72-19a8cd901b88.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Haushaltsplanberatungen<\/a> war bereits entschieden worden, nahezu alle Neuinvestitionen f\u00fcr neue Fl\u00e4chen und Geb\u00e4ude f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu streichen. Im Doppeletat war f\u00fcr 2026\/2027 eine Investitionssumme von insgesamt 69,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Zahl der von der Stadt untergebrachten Fl\u00fcchtlinge ist von rund 10000 auf aktuell rund 8700 gesunken. \u201eWir gehen davon aus, dass sie bis Ende 2026 auf rund 7500 Personen zur\u00fcckgeht\u201c, teilt OB Frank Nopper (CDU) in einer Pressemitteilung mit.<\/p>\n<p>Pl\u00e4ne f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsheime bleiben in Schublade <\/p>\n<p>Darauf reagiert man laut Nopper <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.wohnmodule-kosten-millionen-stuttgart-keine-neubauten-mehr-fuer-gefluechtete.0a683f70-6681-4af6-aa15-35b18a1c115c.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit dem Verzicht auf die geplante Erweiterung von Unterk\u00fcnften <\/a>in Degerloch (Guts-Muths-Weg), M\u00f6hringen (Lautlinger Weg) und Plieningen (Leypoldtstra\u00dfe). F\u00fcr den Notfall bleiben die Pl\u00e4ne aber in der Schublade. Ein neuer Standort in der Feuerbacher-Tal-Stra\u00dfe war bereits in den Etatberatungen verworfen worden, einer in Untert\u00fcrkheim (Kino-Bauer-Areal) soll mit 200 Pl\u00e4tzen verwirklicht werden. Die R\u00e4ume k\u00f6nnten beim Wegfall der Fl\u00fcchtlingsnutzung auch als Wohnungen vermietet werden. <\/p>\n<p>Nopper hatte mit dem Land \u00fcber LEA verhandelt und Sicherheitsfragen gekl\u00e4rt. Er pers\u00f6nlich lehnte sie ab, eine knappe Mehrheit des Gemeinderates aber akzeptierte sie. So wird dort eine Polizeiwache eingerichtet, im Umfeld soll es Streetworker und einen Sicherheitsdienst geben, der auch den nahen S-Bahnhalt im Blick beh\u00e4lt. Wichtig zu wissen: Das Land allein entscheidet \u00fcber LEA-Standorte, die Kommunen werden geh\u00f6rt, haben aber keine Entscheidungsbefugnis.<\/p>\n<p> Kaum mehr Fl\u00fcchtlinge in Hotels  <\/p>\n<p> Als Folge der sinkenden Fl\u00fcchtlingszahlen gibt die Stadt den Krisenmodus auf und will gestaltet: Zun\u00e4chst soll die Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen in Hotels deutlich reduziert werden: Konkret f\u00e4llt Ende Januar das Messe-Airport-Hotel in Plieningen mit 149 Pl\u00e4tzen weg. Es folgen das AOL-Hotel in der Rosensteinstra\u00dfe im Norden mit 433 Pl\u00e4tzen Ende April und das Mayn-Hotel in der Maybachstra\u00dfe (Feuerbach, 114 Pl\u00e4tze) sowie das Hotel Neuwirtshaus (Stammheim, 66 Pl\u00e4tze) Ende Juli 2026. Damit erf\u00fcllt die Stadt Forderungen des Landes, das die vergleichsweise teure Hotelunterbringung mehrfach kritisiert hatte. Ger\u00e4umt werden soll auch die Unterkunft im R\u00f6hrlingsweg in Sch\u00f6nberg, und zwar im Februar. Das hatte Nopper Anwohnern zugesagt. Damit w\u00fcrden<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.gefluechtete-in-stuttgart-welcher-bezirk-zaehlt-wenige-welcher-viele-fluechtlinge.1c5052c9-ee1f-4bfa-89e4-3b2ad0341fdd.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> bisher stark belastete Bezirke in der Stadt entlastet.<\/a> <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.b2bc791d-238c-440d-8bf8-73824bb854ea.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Entwicklung der Zahl der Ukraine-Fl\u00fcchtlinge ist schwer zu prognostizieren.    Foto: Lichtgut\/Max Kovalenko    <\/p>\n<p>Als <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.buergerversammlung-in-weilimdorf-wenn-lea-kommt-stadt-will-groesste-fluechtlingsunterkunft-schliessen.7bff8953-2856-427f-b9e2-df35e36e0404.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausgleich f\u00fcr den LEA-Standort in Weilimdorf <\/a>soll auch dieser Bezirk, der bisher mit der Unterkunft in der Holder\u00e4ckerstra\u00dfe 35 mit 808 Pl\u00e4tzen die gr\u00f6\u00dfte Unterkunft beherbergt, entlastet werden. Ob der R\u00fcckbau schon 2026 startet, ist unsicher. Sp\u00e4testens im Oktober 2027 aber soll es so weit sein. Das entlastet auch die soziale Infrastruktur im Bezirk mit Kinderbetreuung und Schulen. Die LEA sorgt f\u00fcr Betreuung wie auch f\u00fcr eine erste \u00e4rztliche Versorgung. Die Menschen sollen in Weilimdorf nur wenige Monate bleiben, bevor sie weiter im Land verteilt werden.<\/p>\n<p> Entwicklung in der Ukraine unklar <\/p>\n<p>Eine Unbekannte in der Gleichung ist, wie sich die Zahl der ukrainischen Fl\u00fcchtlinge entwickelt. Sie sank zwar im Jahresvergleich 2024\/2025 im Land um sieben Prozent und gegen\u00fcber 2023 um 44 Prozent. Seit Oktober aber w\u00e4chst die Zahl wieder. Da die Erstaufnahmeeinrichtungen im Land nun Platz haben, k\u00f6nnten die Kommunen gefl\u00fcchtete Ukrainer dorthin verweisen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Zuzug neuer Fl\u00fcchtlinge nimmt ab. 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