{"id":761170,"date":"2026-01-31T14:06:34","date_gmt":"2026-01-31T14:06:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/761170\/"},"modified":"2026-01-31T14:06:34","modified_gmt":"2026-01-31T14:06:34","slug":"maennerfreundschaften-bloss-keine-falschen-signale-senden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/761170\/","title":{"rendered":"M\u00e4nnerfreundschaften: Blo\u00df keine falschen Signale senden"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4nnerfreundschaften: Blo\u00df keine falschen Signale senden &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>M\u00e4nnerfreundschaften: Blo\u00df keine falschen Signale senden!<\/p>\n<p>Viele M\u00e4nner verabreden sich gern miteinander zum Sport oder Computerspielen. Nicht nur deshalb, weil das ihren eigenen Vorlieben entspricht\u00a0\u2013 sondern weil ihnen diese Aktivit\u00e4ten g\u00e4nzlich unromantisch erscheinen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Zwei junge M\u00e4nner sitzen nebeneinander im Kino; einer trocknet dem anderen mit einem Taschentuch Tr\u00e4nen aus dem Gesicht. Beide wirken emotional bewegt.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/GettyImages-6427-000121.jpg\" title=\"Zwei junge M\u00e4nner sitzen nebeneinander im Kino; einer trocknet dem anderen mit einem Taschentuch Tr\u00e4nen aus dem Gesicht. Beide wirken emotional bewegt.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Leland Bobbe \/ Getty Images \/ Stone (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Ein eher ungew\u00f6hnliches Bild, zumindest in konventionellen M\u00e4nnerfreundschaften. <\/p>\n<p>In M\u00e4nnerfreundschaften sind typische P\u00e4rchenaktivit\u00e4ten eher verp\u00f6nt als unter Freundinnen. Das ergab eine Versuchsreihe mit mehr als 3000\u00a0Erwachsenen in den USA, Gro\u00dfbritannien und Singapur. Die Forscherinnen sehen darin einen Hinweis auf Homophobie: \u00bbM\u00e4nner meiden Erlebnisse mit romantischen Konnotationen aus Angst, als schwul wahrgenommen zu werden\u00ab, schreiben Sherrie Xue, Stephanie Lin und Christilene du Plessis, drei Wirtschaftswissenschaftlerinnen aus Singapur, in der Fachzeitschrift \u00bb<a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/09567976251396084\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Psychological Science<\/a>\u00ab. <\/p>\n<p>In der ersten Studie bekamen (mehrheitlich heterosexuelle) M\u00e4nner und Frauen zehn verschiedene Aktivit\u00e4ten vorgelegt, etwa ins Kino oder ins Museum gehen, gemeinsam essen, wandern oder Kajak fahren. Wie wahrscheinlich w\u00fcrden sie diese Unternehmung einer befreundeten gleichgeschlechtlichen Person vorschlagen oder von dieser Person eine solche Einladung annehmen? Und als wie typisch f\u00fcr ein romantisches Date stuften sie die entsprechende Aktivit\u00e4t ein?<\/p>\n<p>M\u00e4nner vermieden es h\u00e4ufiger als Frauen, mit gleichgeschlechtlichen Freunden etwas zu unternehmen, was typisch f\u00fcr ein Date w\u00e4re\u00a0\u2013 selbst, wenn diese romantische Assoziation nicht stark war. Vor allem ging es ihnen darum, nicht selbst dazu einzuladen. Aber sie lehnten entsprechende Einladungen auch eher ab als Frauen. Wenn es dagegen darum ging, mit Freunden des anderen Geschlechts Zeit zu verbringen, so unterschieden sich die Antworten der M\u00e4nner nicht bedeutsam von denen der Frauen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches beobachteten die Forscherinnen in einem Feldexperiment in Singapur. Sie luden gleichgeschlechtliche Zweiergruppen auf einem Campus zu einem Freigetr\u00e4nk ein, wobei die Probandinnen und Probanden stets zwischen Gr\u00fcntee oder zwei kleinen Flaschen Mineralwasser w\u00e4hlen konnten. 62\u00a0Prozent der M\u00e4nner entschieden sich f\u00fcr Gr\u00fcntee, wenn es davon ebenfalls f\u00fcr jeden eine kleine Flasche gab. Aber nur 28\u00a0Prozent zogen eine gro\u00dfe Flasche Gr\u00fcntee den Mineralwasserflaschen vor. Mehr als die H\u00e4lfte derer, die wohl eigentlich lieber Gr\u00fcntee getrunken h\u00e4tten, verzichteten demnach darauf, wenn sie sich eine gro\u00dfe Flasche h\u00e4tten teilen m\u00fcssen. Bei den Frauen galt das nur f\u00fcr jede vierte: F\u00fcr zwei kleine Flaschen Gr\u00fcntee entschieden sich 49\u00a0Prozent, f\u00fcr eine gro\u00dfe Flasche 39\u00a0Prozent.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4nnerfreundschaften leiden unter Homophobie\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Noch erstaunlicher waren die Ergebnisse eines Experiments, bei dem die Versuchspersonen zwischen zwei Optionen w\u00e4hlen konnten: Wollten sie lieber einen Kurzfilm f\u00fcr ein Honorar von 10\u00a0Dollar allein ansehen\u00a0\u2013 oder denselben Film f\u00fcr 20\u00a0Dollar gemeinsam mit einer gleichgeschlechtlichen Person angucken? Handelte es sich um den Liebesfilm \u00bbThe\u00a0Notebook\u00ab, w\u00e4hlten 69\u00a0Prozent der Frauen die besser bezahlte gemeinsame Option, aber nur 43\u00a0Prozent der M\u00e4nner. Bei einer Sportdokumentation dagegen entschieden M\u00e4nner und Frauen \u00e4hnlich. Eine weitere Teilstudie zeigte: US-amerikanische M\u00e4nner w\u00fcrden sogar lieber einen \u00bbfemininen\u00ab Film wie \u00bbBarbie\u00ab zusammen mit einem anderen Mann sehen als einen romantischen Film wie \u00bbThe Notebook\u00ab.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse galten auch dann, wenn man nur die heterosexuellen Teilnehmer in die Analysen einbezog. Die Zahl der homo- und bisexuellen Versuchspersonen war meist zu klein, um f\u00fcr diese Teilstichprobe getrennt auszuwerten. Eine Anschlussstudie ergab au\u00dferdem: Homo- und heterosexuelle M\u00e4nner sorgten sich, dass eine romantische Aktivit\u00e4t von einer gleichgeschlechtlichen Person als Ann\u00e4herungsversuch fehlinterpretiert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Forscherinnen schlie\u00dfen daraus, dass M\u00e4nner nicht schwul erscheinen oder falsche Signale senden wollen\u00a0\u2013 das sei ihnen sogar wichtiger, als unm\u00e4nnlich zu wirken. Gesellschaftliche Erwartungen w\u00fcrden dazu beitragen, schreiben sie. Diese \u00bbimplizite Homophobie\u00ab schr\u00e4nke M\u00e4nner nicht nur in ihren Unternehmungen ein: Auch ihre Freundschaften w\u00fcrden darunter leiden. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Diplompsychologin und Redakteurin f\u00fcr Psychologie, Psychiatrie und Gesellschaft. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Xue, S.Y. et al., Psychological Science 10.1177\/09567976251396084, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0fdc8e865af14231853115749512f241.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00e4nnerfreundschaften: Blo\u00df keine falschen Signale senden &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltM\u00e4nnerfreundschaften: Blo\u00df keine falschen Signale senden! 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