{"id":761858,"date":"2026-01-31T20:26:27","date_gmt":"2026-01-31T20:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/761858\/"},"modified":"2026-01-31T20:26:27","modified_gmt":"2026-01-31T20:26:27","slug":"steht-die-oper-leipzig-vor-der-zahlungsunfaehigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/761858\/","title":{"rendered":"Steht die Oper Leipzig vor der Zahlungsunf\u00e4higkeit?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie Leipziger Oper steht vor massiven finanziellen Problemen. Das geht aus Daten hervor, die in einem Nachtrags-Wirtschaftsplan der Oper stehen, der deutliche Fehlbetr\u00e4ge voraussagt.\n<\/p>\n<p><a name=\"Fehlbetraege\">Fehlbetr\u00e4ge<\/a> von rund drei Millionen Euro j\u00e4hrlich erwartet<\/p>\n<p class=\"text\">\nDemnach wurden bereits f\u00fcr das Jahr 2025 Verluste von 2,3 Millionen Euro verzeichnet, die sich auch durch R\u00fccklagen nicht mehr vollst\u00e4ndig ausgleichen lie\u00dfen. F\u00fcr die kommenden Jahre werden jeweils Fehlbetr\u00e4ge von rund 3 Millionen Euro angenommen. Entsprechend dieser Tendenz, hei\u00dft es im Bericht, verf\u00fcge die Oper ab 2028 nicht mehr \u00fcber die notwendige Liquidit\u00e4t, um den geregelten Gesch\u00e4ftsbetrieb aufrecht zu erhalten.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Oper Leipzig verf\u00fcgt sp\u00e4testens ab 2028 nicht mehr \u00fcber die notwendige Liquidit\u00e4t, um den geregelten Gesch\u00e4ftsbetrieb aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Aus dem Nachtrags-Wirtschaftsplan der Oper Leipzig<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nAls Hauptgrund f\u00fcr diese Krise benennt der Bericht die steigenden Preise f\u00fcr Energie und Material, etwa f\u00fcr B\u00fchnenbilder, sowie f\u00fcr Dienstleistungen wie etwa Reinigungsarbeiten. &#8222;Deutliche Kostensteigerungen&#8220; w\u00fcrde au\u00dferdem das Gewandhausorchester verursachen, das bei Opernauff\u00fchrungen im Opernhaus spielt. Diese gingen \u00fcber die Steigerung der Tarifl\u00f6hne noch hinaus.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNach Aussage von Gewandhausdirektor Andreas Schulz handelt es sich dabei beispielsweise um Lohnzusatzkosten. Tobias Wolff, Intendant der Oper Leipzig, spricht auf Nachfrage von MDR KULTUR allerdings nur von einem &#8222;Mosaikstein&#8220;. Die eigentlichen Tarifsteigerungen sind im urspr\u00fcnglichen Wirtschaftsplan bereits eingerechnet und schlagen also nicht zu Buche.\n<\/p>\n<p><a name=\"Publikum\">Oper Leipzig<\/a> verkauft zu wenig Eintrittskarten<\/p>\n<p class=\"text\">\nAls dritte Ursache wird die stagnierende beziehungsweise moderate Entwicklung der Umsatzerl\u00f6se genannt. Aktuell rechnet die Oper bei Kartenverk\u00e4ufen mit einer Auslastung von 57 Prozent bei Opern, 68 Prozent im Ballett und 80 Prozent in der Musikalischen Kom\u00f6die, dem Operetten- und Musicalhaus. Genaue Zahlen stehen aber noch aus.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nNach Einsch\u00e4tzung von MDR-KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky liegt das einerseits am Spielplan, auf dem viele unbekannte St\u00fccke st\u00fcnden. Die Konkurrenz durch viele andere Unterhaltungsm\u00f6glichkeiten wie Streaming-Dienste mache der Oper au\u00dferdem generell zu schaffen. Zudem k\u00f6nnten viele Menschen die Eintrittspreise kaum noch bezahlen. So kostet eine Karte vorne im Parkett bei einer Opernauff\u00fchrung bereits im Normalpreis 88 Euro, eine &#8222;billige&#8220; Karte im Rang 39 Euro.\n<\/p>\n<p><a name=\"Chronisch\">Chronische Defizite<\/a> im Kulturbereich<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit solchen Herausforderungen und chronischen Defiziten steht die Oper Leipzig allerdings nicht alleine da, wie ein Blick nach Dresden zeigt. Dort plant der Oberb\u00fcrgermeister Dirk Hilbert, die Staatsoperette mit dem Theater der jungen Generation und dem Festspielhaus Hellerau zu einem Eigenbetrieb zusammenzulegen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nUnd Daniel Morgenroth, Intendant am Theater G\u00f6rlitz-Zittau und Chef der Landesgruppe Sachsen im deutschen B\u00fchnenverein, stellte am Montag in einer Anh\u00f6rung zur Evaluierung des s\u00e4chsischen Kulturraumgesetz fest: In den letzten 25 Jahren seien die Kulturraumgelder um 35 Prozent gestiegen, die Tarifl\u00f6hne aber um 83 Prozent.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Kultur ist nicht der Kostentreiber.<\/p>\n<p>Lydia Schubert, Verwaltungsdirektorin der Oper Leipzig<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Der Kuchen wird gr\u00f6\u00dfer, aber das St\u00fcck Kuchen f\u00fcr die Kultur wird immer kleiner&#8220;, bringt es Lydia Schubert, die Verwaltungsdirektorin der Oper Leipzig, auf den Punkt. Mit Blick auf den gesamten kommunalen Haushalt in Leipzig verwies sie darauf, dass etwa die Kosten f\u00fcr Sozialausgaben in den letzten Jahren deutlich mehr gestiegen seien als die Kosten f\u00fcr die Kultur. Sie folgert daraus: &#8222;Die Kultur ist nicht der Kostentreiber.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nUm ein drohendes Kollabieren der Kommunen \u2013 und damit der Kulturfinanzierung \u2013 abzuwenden, fordert der Leipziger Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung, zugleich Pr\u00e4sident des Deutschen St\u00e4dtetages, eine Soforthilfe von Bund und L\u00e4ndern.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuellen: MDR KULTUR (Stefan Petraschewsky),<br \/>Redaktionelle Bearbeitung: lm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Leipziger Oper steht vor massiven finanziellen Problemen. 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