{"id":764243,"date":"2026-02-01T18:37:13","date_gmt":"2026-02-01T18:37:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764243\/"},"modified":"2026-02-01T18:37:13","modified_gmt":"2026-02-01T18:37:13","slug":"trade-republic-erhaelt-lizenz-fuer-eigenen-handelsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764243\/","title":{"rendered":"Trade Republic erh\u00e4lt Lizenz f\u00fcr eigenen Handelsplatz"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dem Berliner Unternehmen Trade Republic \u2013 genauer deren Tochter Trade Republic Business III \u2013 den \u201eBetrieb eines multilateralen Handelssystems\u201c erteilt. Das geht aus <a href=\"https:\/\/portal.mvp.bafin.de\/database\/InstInfo\/institutDetails.do?cmd=loadInstitutAction&amp;institutId=163395\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">einem Eintrag in der Unternehmensdatenbank der Beh\u00f6rde<\/a> hervor, der auf den 23. Januar 2026 datiert ist. Das Unternehmen selbst hat sich bisher nicht \u00f6ffentlich dazu ge\u00e4u\u00dfert, wie es die Erlaubnis nutzen will.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mit dem Schritt reagiert Trade Republic aber offenkundig auf das im Juli 2026 in Kraft tretende Verbot sogenannter R\u00fcckverg\u00fctungen oder \u201ePayment for Order Flow\u201c (PFOF) durch die EU. Dabei zahlt der Handelsplatz beziehungsweise ein sogenannter Market Maker dem Broker f\u00fcr ausgef\u00fchrte Orders eine Provision aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem \u201eSpread\u201c. Solche Provisionen sind bisher allgemein im Wertpapierhandel \u00fcblich.<\/p>\n<p>Neobroker nutzen dabei in besonderem Ma\u00df au\u00dferb\u00f6rsliche, aber regulierte elektronische Handelspl\u00e4tze. Solche Handelspl\u00e4tze treten oft zugleich als Market Maker auf und halten als solche g\u00e4ngige Wertpapiere f\u00fcr den Kauf vor und nehmen verkaufswilligen Inhabern Wertpapiere ab, wenn sich kein anderer K\u00e4ufer findet. Da Neobroker aber anders als Banken oder herk\u00f6mmliche Onlinebroker <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/ratgeber\/Neobroker-Wie-gut-man-mit-den-Preisbrechern-an-der-Boerse-handeln-kann-10417120.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">deutlich geringere Handelsentgelte von ihren Kunden<\/a> verlangen, stellen PFOF bisher eine bedeutende Einnahmequelle f\u00fcr die stark auf das Smartphone ausgerichteten Dienste dar. Diese Eink\u00fcnfte werden k\u00fcnftig wegbrechen.<\/p>\n<p>Neue Regeln, neue Strategien<\/p>\n<p>EU-Parlament, -Rat und -Kommission hatten im PFOF einen Interessenskonflikt gesehen. Ihrer Meinung nach k\u00f6nnte er die Broker dazu verleiten, f\u00fcr ihre Kunden unvorteilhafte Konditionen anzubieten oder die Kunden durch Gamification ihrer Apps zu h\u00e4ufigem und dabei f\u00fcr unerfahrene Anleger oft verlustbringendem Handel (\u201eDaytrading\u201c) zu animieren. Auch Verbrauchersch\u00fctzer hatten wiederholt auf diese Gefahr hingewiesen. Deutschland, wo Neobroker sich besonders stark auf PFOF st\u00fctzten, hatte von einer \u00dcbergangsfrist bis 30. Juni 2026 Gebrauch gemacht.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Mit dem eigenen Handelsplatz hat Trade Republic k\u00fcnftig die M\u00f6glichkeit, selbst als Market Maker aufzutreten. Momentan arbeitet das Unternehmen dazu mit dem Dienstleister Lang &amp; Schwarz zusammen. Die Kurse sind dabei eng an die Referenzkurse der Leitb\u00f6rsen gebunden, in Deutschland beispielsweise das Handelssystem Xetra. Bereits Ende 2024 hatte <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/ratgeber\/Vergleich-Wie-N26-und-Trade-Republic-kuenftig-um-Kunden-buhlen-9759393.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trade Republics Konkurrent Scalable Capital<\/a> verk\u00fcndet, in Zusammenarbeit mit der B\u00f6rse Hannover eine eigene Handelsplattform namens \u201eEuropean Investor Exchange\u201c (EIX) aufzubauen. Die meisten Kunden von Scalable Capital, das auch als Market Maker auftritt, sind mittlerweile an EIX angeschlossen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Beide Neobroker haben zwischenzeitlich au\u00dferdem die Erlaubnis erworben, als Vollbanken zu arbeiten. Trade Republic hat das Verrechnungskonto beispielsweise in ein Girokonto umgewandelt, auf dem die Einlagen wie beim Tagesgeld und auf relativ hohem Niveau verzinst werden \u2013 Betr\u00e4ge \u00fcber 5000 Euro legt der Broker dabei (anfangs auch aufgrund der Werbung <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Irrefuehrende-Werbung-Verbraucherzentrale-verklagt-Neobroker-Trade-Republic-10278501.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zum Missfallen von Verbrauchersch\u00fctzern<\/a>) in Geldmarktfonds an. Au\u00dferdem gibt er eine Debitkarte heraus und verdient an der sogenannten Interchange-Geb\u00fchr, die H\u00e4ndler beim Bezahlen entrichten m\u00fcssen. Scalable Capital verzinst bisher Betr\u00e4ge auf dem Verrechnungskonto, bietet aber keine klassischen Bankdienstleistungen an.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mon@heise.de\" title=\"Markus Montz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mon<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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