{"id":764339,"date":"2026-02-01T19:29:27","date_gmt":"2026-02-01T19:29:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764339\/"},"modified":"2026-02-01T19:29:27","modified_gmt":"2026-02-01T19:29:27","slug":"urs-fischer-bei-mainz-05-das-schweizer-taschenmesser-unter-den-trainern-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764339\/","title":{"rendered":"Urs Fischer bei Mainz 05: Das Schweizer Taschenmesser unter den Trainern &#8211; Sport"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Die Partie war vor\u00fcber, Mainz-Trainer Urs Fischer hatte die F\u00e4uste, die er zwecks Jubels geballt hatte, wieder ge\u00f6ffnet, da rief sein Leipziger Kollege Ole Werner die Mannschaft zusammen. Und fand, wie RB-Kapit\u00e4n David Raum sp\u00e4ter berichten sollte, die richtigen Worte. Welche das waren? Im Detail behielt er das f\u00fcr sich; gemessen an den \u00c4u\u00dferungen, die von den Leipzigern im Nachgang an das 1:2 (1:1) gegen den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/1._FSV_Mainz_05\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1. FSV Mainz 05<\/a> get\u00e4tigt wurden, muss es eine Aufforderung zur Selbstgei\u00dfelung gewesen sein, die erh\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man h\u00f6rte f\u00f6rmlich, wie Willi Orban die Gerte im eigenen R\u00fccken knallen lie\u00df, als er davon sprach, er habe an dem \u201emit Abstand schlechtesten Spiel in dieser Saison\u201c teilgenommen. \u201eWir m\u00fcssen aufwachen!\u201c, mahnte wiederum Raum. Und klang, als er ausf\u00fchrte, dass man \u201eDinge ansprechen, schauen, dass wir wieder klarer werden und wieder Spiele gewinnen, Punkte holen\u201c m\u00fcsse, derart gehetzt, dass man f\u00fcrchten musste, er tr\u00fcge im Stile eines Numerariers des Opus Dei N\u00e4gel in der Kleidung. Auch Trainer Werner selbst stand ihm in H\u00e4rte gegen sich in nichts nach: \u201eIn den ersten 60 Minuten hat es heute wirklich an allem gefehlt\u201c, urteilte er; seine Mannschaft habe gar nicht auf dem Platz gestanden. Was in Summe ein nachvollziehbares mea culpa war, andererseits aber wegen der Ichbezogenheit ein kleines, entscheidendes Detail unterschlug: wie gut Mainz <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Fu%C3%9Fball\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fu\u00dfball<\/a> gespielt hatte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/goretzka-abschied-fc-bayern-li.3378631\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;wechselhafte_jahre_turbulente_tage_versoehnliches_ende&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;bundesliga&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3378631&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;sport&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedesportgoretzka-abschied-fc-bayern-li3378631\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/09d2beea-5b48-4132-bc71-64405e0537e8.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Leon Goretzka beim FC Bayern<\/p>\n<p>:Wechselhafte Jahre, turbulente Tage, vers\u00f6hnliches Ende<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Leon Goretzka verl\u00e4sst den FC Bayern nicht jetzt, aber nach Vertragsende im Sommer. Seine Zeit in M\u00fcnchen begann verhei\u00dfungsvoll, wurde schwierig \u2013 und soll erfolgreich enden.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Sebastian Fischer<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Seit Anfang Dezember ist Urs Fischer Trainer bei den Mainzern, in sieben Bundesligaspielen hat die Mannschaft seither zw\u00f6lf Punkte gesammelt und den letzten Tabellenplatz hinter sich gelassen. Zum Vergleich: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/RB_Leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RB Leipzig<\/a> hat im gleichen Zeitraum nur sieben Z\u00e4hler aufzuweisen. Um den zweiten Platz wiederzuentdecken, den RB noch Anfang Dezember belegte, brauchen die Leipziger zwar nicht den zu zehnfacher Vergr\u00f6\u00dferung f\u00e4higen Feldstecher mit 60mm-Objektiv-Durchmesser, wohl aber ein Opernglas. Mainz hingegen? Stemmt sich gegen allzu pointierte Schlussfolgerungen aus einer Serie, die notwendigerweise zur Zuversicht verf\u00fchren muss. \u201eWir haben den Anschluss hergestellt, mehr nicht\u201c, brummte Fischer.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es w\u00e4re gar nicht so schwer gewesen, dem Understatement zu widersprechen. Die ersten 60 Minuten der Mainzer straften eine ganze Kaste an <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bundesliga\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesliga<\/a>-Managern L\u00fcgen, die Fischer bewusst oder unterbewusst als Trainer abgespeichert hatten, der nur in bestimmten Milieus funktioniert. Es hat seit dem Abschied Fischers im November 2023 mehr als 20 Trainerwechsel in der Bundesliga gegeben; ernsthaft angesprochen wurde Fischer nie, zeitweise war in seiner Umgebung zu h\u00f6ren, dass er vielleicht doch wieder in die zweite Liga gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Urs Fischers Taktik entschl\u00fcsselt Leipzigs Bem\u00fchungen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das war erstaunlich, weil Fischer ausweislich seiner Vita und trotz der f\u00fcrchterlichen Serie am Ende seiner Union-Zeit nachgewiesen hat, so etwas wie das Schweizer Messer unter den Trainern zu sein: Seine Mannschaften haben Titel geholt, sind aufgestiegen, haben Klassen gehalten, verl\u00e4sslich Ziele erreicht, in der Champions League W\u00fcrde gezeigt und: durchdacht Fu\u00dfball gespielt. Und letzteres tat Mainz auch in Neukloppoland; allerdings nicht unter den Augen des Ex-Mainzers J\u00fcrgen Klopp, sondern der neuen CEO Tatjana Haenni.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Sie sah auf der Ehrentrib\u00fcne, wie Mainz dominant und kultiviert spielte; wie das FSV-Mittelfeld mit Kaishu Sano, Nadiem Amiri und Jae-Sung Lee in den ersten 60 Minuten mehr Ideen entwickelte als Leipzig in der gesamten Spielzeit. Gleichzeitig nahmen die Mainzer dem Leipziger Umschaltspiel durch Kompaktheit jede Spitze. Es war die Frucht taktischer Arbeit Fischers. \u201eWir machen das Feld gut eng\u201c, referierte Stefan Bell nach seinem 300. Bundesligaspiel und gab ein Beispiel: Man erreiche durch gezielte Angriffe auf seitliche P\u00e4sse und R\u00fcckp\u00e4sse der Gegner eine gute Mittelfeldh\u00f6he, schiebe gut nach, und das f\u00fchre in der Summe dazu, dass man den Gegner in die eigene H\u00e4lfte dr\u00e4ngt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass Leipzig durch Harder in F\u00fchrung ging (40.), folgte allenfalls der Logik der Transfermarkt-Werte (Leipzig 405, Mainz 145 Millionen Euro), nicht aber dem Spielverlauf. Dem Umstand, dass Amiri den weder unbedingt zwingenden noch absurden Foulelfmeter von David Raum an Philipp Tietz verwandelte (45.+6), wohnte daher auch eine Form von poetischer Gerechtigkeit inne. Das Siegtor von Leihangreifer Silas (49.) war hingegen so etwas wie Poesie in Bewegung: Silas legte erst die H\u00fcftsteife von Leipzigs Orban blo\u00df, konnte sich dann bei Seiwald und Baku daf\u00fcr bedanken, dass sie ihn blo\u00df eskortierten und nicht attackierten, was dazu f\u00fchrte, dass sich Leipzigs Torwart Peter Gulacsi verraten und verkauft f\u00fchlen musste.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und ja: Leipzig dominierte in der Schlussphase, ein Pfostentreffer von R\u00f4mulo (62.) nach Hereingabe von Yan Diomande wirkte wie ein Fanal. Doch das lag in erster Linie daran, dass Mainz, wie Fischer sp\u00e4ter beklagen sollte, einen Schritt zur\u00fcck tat \u2013 und Ole Werners Leipziger die B\u00e4lle im Zweifel und verzweifelt lang und hoch und weit Richtung Strafraum droschen. Es blieb beim 2:1, was vordergr\u00fcndig daran lag, dass die Mainzer Mannschaft \u201edas Tor sch\u00fctzte mit allem, was sie hatte\u201c, so Fischer. Und hintergr\u00fcndig daran, dass sie unter diesem Trainer bestens wei\u00df, was sie kann und will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Partie war vor\u00fcber, Mainz-Trainer Urs Fischer hatte die F\u00e4uste, die er zwecks Jubels geballt hatte, wieder ge\u00f6ffnet,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":764340,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[5854,299,3364,29,347,30,71,148,1655,859,265,149],"class_list":{"0":"post-764339","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-1-fsv-mainz-05","9":"tag-bundesliga","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-fussball","13":"tag-germany","14":"tag-leipzig","15":"tag-leserdiskussion","16":"tag-rb-leipzig","17":"tag-sachsen","18":"tag-sport","19":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115997033431556889","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/764339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=764339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/764339\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/764340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=764339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=764339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=764339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}