{"id":764427,"date":"2026-02-01T20:19:10","date_gmt":"2026-02-01T20:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764427\/"},"modified":"2026-02-01T20:19:10","modified_gmt":"2026-02-01T20:19:10","slug":"wuppertal-beyenburg-apotheke-weg-gemeinschaft-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764427\/","title":{"rendered":"Wuppertal-Beyenburg: Apotheke weg, Gemeinschaft bleibt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Nun ist es offiziell: Die L\u00f6wen-Apotheke in Beyenburg ist Geschichte. Nach fast 30 Jahren hat das Inhaber-Paar Petra und Wolfgang Biehl, ihre Apotheke geschlossen. Was nun mit dem Lokal passiert \u2013 den beiden geh\u00f6rt das Haus \u2013 wissen sie noch nicht, Interessenten gibt es schon. Nun gibt es im Stadtteil keine Apotheke mehr \u2013 f\u00fcr die medikament\u00f6se Versorgung, m\u00fcssen die Beyenburger mitunter nun l\u00e4ngere Wege zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Simone Paland ist Beyenburgerin und lebt gern in dem kleinen \u201eDorf\u201c umgeben von Natur. \u201eEs ist traurig, weil mit der Apotheke nun fast alles an Infrastruktur weg ist\u201c, sagt sie. \u201eNoch heute habe ich mir gedacht, dass ich noch einmal zur Apotheke m\u00fcsste. Fr\u00fcher konnte ich da zu Fu\u00df hin.\u201c Die n\u00e4chsten Apotheken sind in Schwelm und Lennep. Was die Nahversorgung angeht, fehlt der 45-J\u00e4hrigen ein Supermarkt. \u201eAber wir haben den Lieferdienst Picnic, der kann vieles ersetzen.\u201c Picnic ist ein Online-Supermarkt, bei dem man Haushaltswaren und Eink\u00e4ufe bestellen kann, die dann nach Hause geliefert werden. Wegzuziehen k\u00e4me ihr aber nicht in den Sinn: \u201eMan lebt hier sehr sch\u00f6n und es gibt viele nette Leute.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Wegfall der Apotheke sieht Silke Sturmberg (57) ebenfalls kritisch. \u201eDas war immer sehr praktisch, wenn man ein Rezept einl\u00f6sen musste oder irgendwas gebraucht hat. Jetzt muss man eben immer nach Lennep, Schwelm oder Wuppertal fahren\u201c, sagt sie. In ihren Augen ist Beyenburg aber nicht dabei, zu vereinsamen. Zwar, so r\u00e4umt sie ein, stimme es im Hinblick auf die Gesch\u00e4fte, die verschwunden sind. Aber: Viele junge Familien ziehen nach wie vor hierher, das war schon immer so.\u201c Auch f\u00fcr sie ist ein Umzug keine Option. \u201eAlle sind hier, Familie, Bekannte, mein ganzer Freundeskreis ist in Beyenburg.\u201c Allerdings vermisst auch sie die fr\u00fchere Infrastruktur. Ihr fehlen ein B\u00e4cker, eine Apotheke oder ein Supermarkt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Allerdings geht mit der Schlie\u00dfung der letzten Apotheke in Beyenburg mehr einher, findet Bezirksb\u00fcrgermeister Andreas Bialas (SPD). \u201eEtwas Geselliges geht dadurch verloren. Es gibt den B\u00e4cker nicht mehr, die Apotheke nicht mehr, oder das Landhaus Bilstein.\u201c Alles Orte, an denen sich die Menschen fr\u00fcher getroffen haben. Hinsichtlich der Apotheke ist er \u00fcberzeugt: \u201eDie medizinische Versorgung wird man hinkriegen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Allerdings sei die Infrastruktur nun sehr \u00fcberschaubar. Es gebe im Grunde nur noch die Eisdiele Cortina (Am Kriegermal 49), die Stadtbibliothek (Am Kriegermal 22) und das Reiseb\u00fcro von Inhaber Sven Bruchhagen (Am Kriegermal 49), das gleichzeitig auch Deutsche Post-Filiale und DHL-Paketshop ist, dar\u00fcber hinaus gibt es dort auch Br\u00f6tchen und Drogerieartikel.<\/p>\n<p>Vereine, Kirchen und Ehrenamt tragen das gesellschaftliche Leben      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es sei nicht einfach, der Entwicklung entgegenzuwirken. \u201eEs ist ein Bereich, wo die Politik vor Ort erst einmal wenig tun kann\u201c, erkl\u00e4rt Bialas. Man k\u00f6nne ein wenig steuern, etwa potenzielle Einzelh\u00e4ndler und Unternehmer beispielsweise beim Baurecht unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dennoch sieht er in der Gemeinschaft in Beyenburg auch eine gro\u00dfe Resilienz. Wir leben von den Kirchen und den zivilgesellschaftlichen Einrichtungen\u201c, sagt er. \u201eDie B\u00fcrgervereine, Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr \u2013 es ist enorm wichtig, dass wir die haben, sie sind Tr\u00e4ger des gesellschaftlichen Lebens.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das sieht auch Hans Muntz so. Einsamer f\u00fchlt er sich durch die \u00c4nderungen in der Infrastruktur in Beyenburg nicht. \u201eDie Gemeinschaft ist immer stark gewesen\u201c, berichtet der 81-J\u00e4hrige. \u201eDurch die Kirchen oder die Sportvereine. Es ist eine andere Welt hier. Das kann man mit der Stadt nicht vergleichen.\u201c Auch er bedauert den Wegfall der L\u00f6wen-Apotheke, aber er ist zuversichtlich: \u201eIch denke, damit kommen wir auch klar.\u201c Allerdings w\u00fcnscht er sich mehr Gastronomie in Beyenburg. \u201eRestaurants gibt es nicht, das ist eine tragische Entwicklung. Das Bootshaus, das Landhaus Bilstein, alles ist zu.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Marion Putzke (71) empfindet Beyenburg ebenfalls nicht als vereinsamt. Die Gemeinschaft hier sei schon immer stark gewesen. \u201eDas war schon immer so. Und ich kenne die Alteingesessenen alle.\u201c Dar\u00fcber hinaus sei sie gut motorisiert, weshalb es f\u00fcr sie auch kein Problem sei, in andere Stadtteile oder St\u00e4dte zu kommen. \u201eAber mir pers\u00f6nlich fehlt eine Apotheke.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nun ist es offiziell: Die L\u00f6wen-Apotheke in Beyenburg ist Geschichte. 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