{"id":764749,"date":"2026-02-01T23:27:51","date_gmt":"2026-02-01T23:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764749\/"},"modified":"2026-02-01T23:27:51","modified_gmt":"2026-02-01T23:27:51","slug":"alter-leipziger-bahnhof-weiterentwicklung-als-gedenkort-beschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/764749\/","title":{"rendered":"Alter Leipziger Bahnhof: Weiterentwicklung als Gedenkort beschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Der Dresdner Stadtrat hat am Donnerstag, dem 29. Januar 2026, \u00fcber die Zukunft des Alten Leipziger Bahnhofs entschieden. Das Gremium sprach sich mit knapper Mehrheit f\u00fcr eine Fortf\u00fchrung der Entwicklung des Standorts zu einem Gedenkort aus.<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-01-31-ALB2.jpg\" alt=\"Die konzeptionelle Arbeit f\u00fcr den Gedenkort am Alten Leipziger Bahnhof kann fortgef\u00fchrt werden. Foto: Anton Lauer\" width=\"2400\" height=\"1350\" class=\"size-full wp-image-235119\"  \/>Die konzeptionelle Arbeit f\u00fcr den Gedenkort am Alten Leipziger Bahnhof kann fortgef\u00fchrt werden. Foto: Anton Launer\n<\/p>\n<p>Der Beschluss betont die besondere Bedeutung einer Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte an diesem Ort \u2013 f\u00fcr die Stadt Dresden, den Freistaat Sachsen und dar\u00fcber hinaus. Die Landeshauptstadt soll ihrer historischen Verantwortung gerecht werden.\n<\/p>\n<p>Dem Beschluss liegt ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, SPD und FDP\/FB zugrunde. Er sieht eine Projektf\u00f6rderung in H\u00f6he von 100.000 Euro vor. Davon sollen 75.000 Euro in die Weiterentwicklung des Nutzungs- und Betriebskonzepts sowie in Forschungs-, Bildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit flie\u00dfen. Weitere 25.000 Euro werden bereitgestellt, wenn bis zum 30. September 2026 ein Konzept zur Weiterentwicklung vorliegt. Dieses Konzept soll Bildungsangebote, eine Kooperationsstrategie mit anderen Gedenkst\u00e4tten in Dresden und einen Zeitplan f\u00fcr einen Pilotbetrieb enthalten.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-01-31-ALB.jpg\" alt=\"Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof - Foto: Anton Launer\" width=\"2400\" height=\"1350\" class=\"size-full wp-image-235120\"  \/>Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof \u2013 Foto: Anton Launer\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung fiel mit 36 zu 35 Stimmen denkbar knapp aus. CDU, AfD und das Team Zastrow stimmten gegen den Antrag. Die Stadtratssitzung (mit den entscheidenden Tagesordnungspunkten 4 und 5) l\u00e4sst sich auf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.dresden.de\/de\/rathaus\/politik\/stadtrat\/stadtratssitzung-live3.php?pk_campaign=Shortcut&amp;pk_kwd=livestream\" rel=\"nofollow noopener\">dresden.de\/livestream<\/a> ansehen.<\/p>\n<p>Klepsch: Wichtiger Schritt<\/p>\n<p>Kulturb\u00fcrgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke), sprach von einem wichtigen Schritt. Gleichzeitig \u00e4u\u00dferte sie sich besorgt \u00fcber die knappe Mehrheit. Gedenkorte seien unverzichtbar f\u00fcr die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und f\u00fcr die politische Bildungsarbeit.\n<\/p>\n<p>Bereits im April 2021 hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen, den Alten Leipziger Bahnhof zu einem Lern- und Gedenkort zu entwickeln. Dort wurden J\u00fcdinnen und Juden aus Dresden deportiert. Das Gel\u00e4nde geh\u00f6rt derzeit dem Unternehmen Globus. Verhandlungen \u00fcber eine R\u00fcck\u00fcbertragung an die Stadt laufen.\n<\/p>\n<p>Ulla Wacker, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, betonte die Bedeutung der Entscheidung. Die Konzeptarbeit k\u00f6nne nun nach einer einj\u00e4hrigen Pause wieder aufgenommen werden, unabh\u00e4ngig von der Eigentumsfrage. Sie kritisierte zugleich den knappen Ausgang der Abstimmung. Die zunehmende gesellschaftliche Relativierung der NS-Verbrechen und der wachsende Einfluss rechtsextremer Gruppen seien ein Warnsignal.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-01-29-ALB-Skizze.jpg\" alt=\"Visualisierung der Gedenkst\u00e4tte im Alten Leipziger Bahnhof. Quelle: adasp architekten GmbH | Visualisierung: Edgar Bauer 3d concept artist\" width=\"2400\" height=\"1234\" class=\"size-full wp-image-235066\"  \/>Visualisierung der Gedenkst\u00e4tte im Alten Leipziger Bahnhof. Quelle: adasp architekten GmbH | Visualisierung: Edgar Bauer 3d concept artist\n<\/p>\n<p>Wissenschaftliche Forschung und p\u00e4dagogische Arbeit bilden laut Beschluss die Grundlage f\u00fcr den Gedenkort. Noch lebende Zeitzeugen k\u00f6nnten ihr Wissen nur noch begrenzt weitergeben. Ihre Berichte und die Ergebnisse der Aufarbeitung sollen auch in museale und kulturelle Konzepte in Dresden einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wacker forderte die CDU auf, ihren Kurs zu \u00fcberdenken. Diese habe vor f\u00fcnf Jahren und im laufenden Doppelhaushalt der Entwicklung des Gedenkorts selbst zugestimmt. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen sei es entscheidend, ob demokratische Bekenntnisse Bestand h\u00e4tten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Dresdner Stadtrat hat am Donnerstag, dem 29. 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