{"id":765083,"date":"2026-02-02T02:44:21","date_gmt":"2026-02-02T02:44:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765083\/"},"modified":"2026-02-02T02:44:21","modified_gmt":"2026-02-02T02:44:21","slug":"sez-in-berlin-architekt-lueftet-geheimnisse-hinter-ddr-spassbad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765083\/","title":{"rendered":"SEZ in Berlin: Architekt l\u00fcftet Geheimnisse hinter DDR-Spa\u00dfbad"},"content":{"rendered":"<p>In Berlin steht mit dem SEZ-Sport- und Erlebnisbad nicht nur ein weiteres DDR-Erbe vor dem Abriss, sondern auch ein Prestige-Bau, an dem viele West-Firmen beteiligt waren. Nun spricht der Architekt.<\/p>\n<p>01. Februar 2026 um 05:00 UhrBerlin<\/p>\n<p>Ein Artikel von<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.moz.de\/autor\/maria-neuendorff-77082952.html\" class=\"u-author__block u-author__block--link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/48dd6261-caa7-4cfb-830c-d52d25f2d403.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Maria Neuendorff<\/p>\n<p><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/a4999da6-f368-4170-85d7-f1a0164b7030.jpg\" class=\"u-base-image__image\" width=\"1200\" height=\"675\" alt=\"G\u00fcnter Rei\u00df hat das SEZ in Berlin-Friedrichshain damals als Architekt  geplant und entworfen.\"\/><\/p>\n<p class=\"u-base-image__cap m-0\">Architekt G\u00fcnter Rei\u00df hat das SEZ in Berlin-Friedrichshain entworfen und geplant. Das Vorzeige-Bad der DDR wurde in einer Brosch\u00fcre der West-Firma Hochtief dokumentiert.<\/p>\n<p>Maria Neuendorff Zusammenfassung Neu<\/p>\n<ul>\n<li>Umstrittener Abriss des SEZ in Berlin-Friedrichshain gestartet, Abrissstopp verh\u00e4ngt.<\/li>\n<li>Architekt G\u00fcnter Rei\u00df: 112 Firmen beteiligt, 60 nicht aus der DDR; Planung mit Hochtief.<\/li>\n<li>Rei\u00df floh 1977 in den Westen; sein Beitrag zum SEZ lange geheim gehalten.<\/li>\n<li>Schweden bauten Beton aus; Edelstahlteile wie Sprungt\u00fcrme aus Skandinavien geliefert.<\/li>\n<li>Senat plant rund 500 Wohnungen und eine Schule; Initiativen k\u00e4mpfen f\u00fcr Teil-Erhalt.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"u-ai-feedback__info\">Die Zusammenfassung wurde durch k\u00fcnstliche Intelligenz erstellt.<\/p>\n<p>War das hilfreich f\u00fcr Sie?<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Mit dem umstrittenen Abriss des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Berlin-Friedrichshain wird wohl ein weiterer DDR-Prestigebau von der Bildfl\u00e4che verschwinden. Allerdings wurde das beliebte Spa\u00dfbad an der Landsberger Allee gr\u00f6\u00dftenteils im Westen geplant. \u201eInsgesamt waren 112 Firmen beteiligt, 60 davon nicht aus der DDR\u201c, sagt G\u00fcnther Rei\u00df.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Dass er gemeinsam mit seinen Kollegen von der westdeutschen Baufirma Hochtief Ende der 1970er-Jahre das SEZ entworfen hat, wurde lange geheim gehalten.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Zum einen wollten die SED-Oberen nicht an die gro\u00dfe Glocke h\u00e4ngen, wie viel Hilfe man sich jenseits der Mauer f\u00fcr das DDR-Vorzeige-Schwimmbad holte. Zum anderen war Rei\u00df Republik-Fl\u00fcchtling.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n      &#13;<br \/>\n    &#13;<br \/>\n  &#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSEZ-Architekt fl\u00fcchtete in den Westen<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Geboren 1940 in Sachsen, hatte Rei\u00df an der Technischen Universit\u00e4t Dresden Architektur studiert. Schon vor dem Mauerbau wollte er nach einem Ausflug in den Westen nicht wieder heimkehren. \u201eDoch als ich erfuhr, dass mein Ost-Abi nicht anerkannt wird, bin ich nach Dresden zur\u00fcckgegangen. Ich wollte ja unbedingt Architektur studieren\u201c, erinnert sich der heute 85-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Nach dem Studium ist Rei\u00df unter anderem an den Planungen f\u00fcr die Leipziger Ostvorstadt beteiligt. 1969 kommt er nach Ost-Berlin an die <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.moz.de\/nachrichten\/brandenburg\/ddr-plattenbau-in-berlin-wandelbare-platte-architekten-gewaehren-seltene-einblicke-78471300.html\" rel=\"noopener\">Bauakademie und wird Teil von Hermann Henselmanns<\/a> ber\u00fchmter Experimentierwerkstatt an der Karl-Marx-Allee.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Durch seine West-Kontakte gelingt ihm 1977 im Lkw einer Speditionsfirma die Flucht \u00fcber die Tschechoslowakei und \u00d6sterreich nach West-Berlin. Auch seine Frau k\u00f6nnen er und die Fluchthelfer ein Jahr sp\u00e4ter nachholen. Mit ihr, ebenfalls Architektin, lebt und arbeitet Rei\u00df bis heute in Berlin-Charlottenburg zusammen.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">In West-Berlin kann sich der gut ausgebildete DDR-Architekt den Job quasi aussuchen. Er heuert 1977 im Berliner B\u00fcro des Esseners Hochtief-Konzerns an. Noch im gleichen Jahr bittet der Chef der Aufbauleitung Sondervorhaben Berlin, Erhardt Gi\u00dfke, der in der DDR prominente Bauprojekte wie den <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.moz.de\/nachrichten\/brandenburg\/palast-der-republik-in-berlin-wie-ein-verein-fuer-das-comeback-des-ddr-baus-sorgt-78504411.html\" rel=\"noopener\">Palast der Republik<\/a> verantwortet, Hochtief um Hilfe bei der Planung eines multifunktionalen Zentrums f\u00fcr Sport und Erholung, das sp\u00e4tere SEZ.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/885b7fb7-e861-4ac9-8991-0c4e85cd7ec5.jpg\" class=\"u-base-image__image\" width=\"1200\" height=\"675\" alt=\"Sport- und Erholungszentrum (SEZ): ARCHIV - 27.11.2025, Berlin: Baggerarbeiten am Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain. (zu dpa: \u00abStudie: Auf dem SEZ-Gel\u00e4nde ist Platz f\u00fcr 680 Wohnungen\u00bb) Foto: Jens Kalaene\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"u-base-image__cap m-0\">Die Baggerarbeiten am Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain haben begonnen. Das ehemalige DDR-Vorzeigebad soll zugunsten von Wohnungsbau abgerissen werden.<\/p>\n<p>Jens Kalaene\/dpa<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Rei\u00df und seine Kollegen entwerfen erste Pl\u00e4ne mit einzelnen Bereichen wie Schwimmbad, Eisbahn, Restaurants und Bowlingbahn und schicken Skizzen nach Ost-Berlin. Als Anfang 1978 die offizielle Ausschreibung vom zust\u00e4ndigen Au\u00dfenhandelsunternehmen Limex erfolgt, legt Rei\u00df nochmal richtig los.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">\u201eIch zeichnete Tag und Nacht\u201c, erinnert er sich und zeigt zum Beweis alte Skizzen. Sein Vorteil gegen\u00fcber anderen West-Architekten: Er kennt das Gel\u00e4nde, auf dem das SEZ entstehen soll, gut, hat sogar um die Ecke gewohnt. Dazu wei\u00df Rei\u00df um die Normen, Vorschriften und Lieferengp\u00e4sse in der DDR.<\/p>\n<p>SEZ-Sprungt\u00fcrme aus Schweden<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Hochtief bekommt den Auftrag. Doch Rei\u00df\u2018s Name darf bei den DDR-Offiziellen nie auftauchen. Auch noch lange nach der Wende hei\u00dft es, das SEZ sei von einem schwedischen Architektenteam entworfen worden. \u201eDas stimmt so nicht\u201c, betont Rei\u00df.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Die Schweden h\u00e4tten nur den <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.moz.de\/nachrichten\/brandenburg\/ddr-geschichte-in-berlin-tschechische-botschaft-_-exklusiver-einblick-vor-schliessung-73167009.html\" rel=\"noopener\">Auftrag f\u00fcr den Betonausbau<\/a> bekommen. \u201eDen haben sie aber richtig gut gemacht\u201c, berichtet der Architekt. Auch die Sauna und Schwimmbad-Teile aus hochwertigem Edelstahl, wie zum Beispiel die Sprungt\u00fcrme, habe die DDR bei den Skandinaviern bestellt. F\u00fcr die Montage schickten sie ausgebildete Zimmerer nach Ost-Berlin, die in Container-Unterk\u00fcnften lebten.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Rei\u00df selbst wird die SEZ-Baustelle niemals pers\u00f6nlich betreten. Als DDR-Fl\u00fcchtling h\u00fctet er sich generell, die deutsche-deutsche Grenze noch einmal ohne Flugzeug zu \u00fcberqueren.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Er muss sich auf Infos und Fotos seiner Kollegen verlassen. Auch mit Schweden beginnt ein reger Austausch. \u201eWir haben die Pl\u00e4ne streifenweise per Fax zwischen Berlin und Stockholm hin- und hergeschickt\u201c, erinnert sich Rei\u00df. \u201eWir mussten sie jedes Mal neu zusammenkleben.\u201c Es ist der Beginn der Planungskommunikation \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/b47a9bf4-c297-43e8-92fc-9f1ef8eba82d.jpeg\" class=\"u-base-image__image\" width=\"1200\" height=\"675\" alt=\"Auf den Bildern der Initiative &quot;SEZ f\u00fcr alle&quot;, die 2024 in den Schwimm- und Sportanlagen gemacht wurden, zeigt sich das ehemalige DDR-Freizeitparadies noch ganz gut in Schuss.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"u-base-image__cap m-0\">Auf den Bildern der Initiative \u201eSEZ f\u00fcr alle&#8220;, die 2024 in den Schwimm- und Sportanlagen gemacht wurden, zeigt sich das ehemalige DDR-Freizeitparadies noch ganz gut in Schuss.<\/p>\n<p>Susanne Lorenz<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Auch die Er\u00f6ffnung des SEZ nach dreij\u00e4hriger Bauzeit am 20. M\u00e4rz 1981 im Beisein von Staatschef Erich Honecker findet ohne Rei\u00df statt. Den hochgelobten und von den Berlinern <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.moz.de\/nachrichten\/brandenburg\/sez-in-berlin-zwangsraeumung-und-abrissnbsp-was-passiert-mit-dem-ddr-spassbad-77557186.html\" rel=\"noopener\">hei\u00df geliebten Freizeittempel<\/a> mit der offenen modernen Glasfassade, in den er so viel Herzblut steckte, kann er erst 1986 das erste Mal selbst betreten. \u201eMein Vater war gestorben, und ich durfte zur Beerdigung in die DDR reisen.\u201c<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Auf dem R\u00fcckweg macht er mit seiner Familie einen Stopp Landsberger Allee, Ecke Danziger Stra\u00dfe, damals noch Leninallee\/Ecke Dimitroffstra\u00dfe. \u201eEs war schon 18 Uhr. In das Schwimmbad konnten wir nicht mehr, aber wir bekamen unten in der Bowlingbahn noch etwas zu essen.\u201c<\/p>\n<p>Besuch in der SEZ-Bowlingbahn<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Rei\u00df ist bis heute erstaunt, wie genau seine Pl\u00e4ne f\u00fcr die Inneneinrichtung umgesetzt wurden. Von den Lampen in der Bowlingbahn bis zu seinen Farbvorschl\u00e4gen f\u00fcr die Kaskaden sei alles realisiert worden. \u201eMan hatte nicht das Gef\u00fchl, dass es irgendwo einen Material-Engpass gegeben hatte.\u201c Selbst die Schlie\u00dfanlage f\u00fcr die Garderoben-Schr\u00e4nke stammte aus dem Westen.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Dass das SEZ nach der Wende trotzdem nicht wirtschaftlich weiterzuf\u00fchren war, sieht Rei\u00df ein. \u201eEs war ein hochsubventioniertes kleines Paradies. Wir hatten damals noch mit 400 Angestellten geplant. Zum Schluss waren es in den Spitzen 1200.\u201c<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Das gemeinn\u00fctzige Anliegen bezeugt auch ein Hochtief-Prospekt \u00fcber das SEZ, das Rei\u00df bis heute aufbewahrt hat. \u201eKommerzielle \u00dcberlegungen standen im Hintergrund, die erholende, entspannende, sportlich-spielerische Wirksamkeit war entscheidend\u201c, steht darin geschrieben.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Nach der Wende baut Rei\u00df unter anderem Multiplex-Kinos. Auch das Kudamm-Kino Astor hat er zur edlen Film-Lounge umgebaut. Gemeinsam mit dem Cinemaxx-Chef sowie dem damaligen Betreiber des <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.moz.de\/nachrichten\/brandenburg\/baden-in-berlin-schwimmbad-in-marzahn-hellersdorf-das-ist-der-neue-stand-78312952.html\" rel=\"noopener\">Blub-Spa\u00dfbades in Berlin-Neuk\u00f6lln<\/a> schmiedet Rei\u00df Pl\u00e4ne, das SEZ gemeinschaftlich weiter zu betreiben. Ein M\u00fcnchener Investor will zudem ein Sportkaufhaus auf dem Dach errichten.<\/p>\n<p>Wohnungen statt SEZ-Spa\u00dfbad<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Der Berliner Senat verkauft das SEZ 2003 lieber f\u00fcr einen symbolischen Euro an den Leipziger Bauunternehmer Rainer L\u00f6hnitz, verbunden mit der Auflage, das Schwimmbad bis 2008 wiederzuer\u00f6ffnen.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Doch der Komplex wird nur sporadisch und partiell zwischengenutzt, verf\u00e4llt weiter. Es kommt zu jahrelangen juristischen Streitigkeiten \u00fcber die Nutzung und zum Vertragsbruch und schlie\u00dflich zur Zwangs-R\u00fcck\u00fcbertragung an die Stadt. Seit sieben Jahren gibt es einen Bebauungsplan des Senats, der die Errichtung von rund 500 Wohnungen sowie einer Schule vorsieht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/05f79426-0c3a-4507-ae60-2ac3da3b875b.jpg\" class=\"u-base-image__image\" width=\"1200\" height=\"675\" alt=\"Areal des SEZ soll Quartier mit Wohnungen werden\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"u-base-image__cap m-0\">Areal des SEZ soll Quartier mit Wohnungen werden<\/p>\n<p>Florian Schuh\/picture alliance\/dpa<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Als Rei\u00df 2019 zur Ostpro-Messe das SEZ das letzte Mal betritt, macht er gleich wieder vor Entt\u00e4uschung kehrt. \u201eDie Inneneinrichtung war zum Teil zerst\u00f6rt, die Decken und das hochwertige Hirnholzparkett\u00a0 im ehemaligen Kinderspielbereich herausgerissen.\u201c<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Auch die Keramikplatten aus dem Niederlausitzer Klinker- und Ziegelwerk sind weg. \u201eAlles war mit Leuchtstoffr\u00f6hren erhellt wie auf einer Baustelle\u201c. Nicht nur f\u00fcr Rei\u00df ein Trauerspiel. Denn dass das besondere Flair der Innenarchitektur so wenig erhalten wurde, ist f\u00fcr die Denkmalsch\u00fctzer ein Grund, den DDR-Bau nicht, wie von vielen gefordert, unter Schutz zu stellen.<\/p>\n<p>SEZ-Sportbereiche sind gut erhalten<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Die Sportbereiche dagegen sind bis heute gut erhalten. \u201eIch verstehe nicht, warum die Stadt dort eine Schule samt Sporthalle neu bauen will\u201c, sagt Rei\u00df.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Er hat Pl\u00e4ne in der Schublade, die einen Teil-Erhalt des SEZ in Kombination mit Wohnungsbau m\u00f6glich machen w\u00fcrden. Zusammen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/sez-fuer-alle.de\/\" rel=\"noopener\">mit anderen SEZ-Fans<\/a> setzt er sich gegen den Komplett-Abriss ein. Erst am Dienstag (27.1.) fand wieder ein Runder Tisch mit Nachbarn und Experten statt.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Vor ein paar Wochen forderten zudem 150 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von mehr als 60 Universit\u00e4ten in einem Offenen Brief den Erhalt von Teilen des Spa\u00dfbades. Sie sprechen von einem \u201ehistorischen Ost-West-Projekt\u201c in Zeiten des Kalten Krieges.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/b966f1d9-0c17-4813-b1ad-e3e39d58ee0a.jpeg\" class=\"u-base-image__image\" width=\"1200\" height=\"675\" alt=\"Im SEZ in Berlin-Friedrichshain wurden auch jahrelang Badminton gespielt.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"u-base-image__cap m-0\">Im SEZ in Berlin-Friedrichshain wurden auch nach der Schlie\u00dfung 2002 jahrelang noch Badminton gespielt. Gerade die Sportbereiche sind noch recht gut erhalten.<\/p>\n<p>Susanne Lorenz<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Doch das Au\u00dfenbecken wurde teilweise schon abgerissen, an einer Stra\u00dfen-Ecke wurden die ersten Platten abmontiert, bis das Bezirksamt kurz vor Weihnachten doch noch kurzfristig einen Abrissstopp erwirkte. Viel Hoffnung macht sich Rei\u00df trotzdem nicht mehr. \u201eDas Ding ist wahrscheinlich durch.\u201c<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Dass das alles eigentlich auch ganz anders laufen k\u00f6nnte, sei ihm im Italien-Urlaub bewusst geworden. \u201eIn Rom konnte ich im Sportforum zahlreiche Handwerker auf gro\u00dfen Ger\u00fcsten beobachten, die an der <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.italy-museum.com\/de\/caracalla-thermen-rom\" rel=\"noopener\">imposanten Ruine der alten Caracalla Thermen<\/a> Restaurierungsarbeiten ausf\u00fchrten, um dieses Bauwerk zu erhalten\u201c, berichtet der Berliner.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">Die historische Anlage, vor 1.800 Jahren in einer \u00e4rmlichen Gegend am Stadtrand von Rom errichtet, habe bis in das f\u00fcnfte Jahrhundert neben Schwimmbecken und Thermen, \u00e4hnlich wie das SEZ, auch Gymnastik- und Versammlungsr\u00e4ume, Bibliotheken sowie diverse Dienstleistungsbetriebe wie Friseurgesch\u00e4fte beherbergt, erkl\u00e4rt der Architekt. Die Thermen konnten 2.000 G\u00e4ste aufnehmen. Der Eintritt war frei.<\/p>\n<p class=\"u-paragraph\" lazy=\"true\">\u201eDas SEZ war t\u00e4glich f\u00fcr bis zu 15.000 Besucher ein Erlebnis und eine Freude\u201c, sagt G\u00fcnter Rei\u00df. In diesem historischen Vergleich sei sein Abriss ein sinnloser, gegen die Bev\u00f6lkerung gerichteter Frevel und die Vernichtung eines Kulturgutes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Berlin steht mit dem SEZ-Sport- und Erlebnisbad nicht nur ein weiteres DDR-Erbe vor dem Abriss, sondern auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":765084,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-765083","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115998744145799903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=765083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/765084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=765083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=765083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=765083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}