{"id":765460,"date":"2026-02-02T06:24:09","date_gmt":"2026-02-02T06:24:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765460\/"},"modified":"2026-02-02T06:24:09","modified_gmt":"2026-02-02T06:24:09","slug":"mulchfolien-aus-zellulose-fraunhofer-fep-entwickelt-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765460\/","title":{"rendered":"Mulchfolien aus Zellulose: Fraunhofer FEP entwickelt Alternative"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr bleiben in Europa bis zu 24.000 Tonnen Plastikfolie auf den Feldern zur\u00fcck. Die Folgen: Mikroplastik verschmutzt den Boden, die Entsorgung kostet Zeit und Geld. Ein Forschungsteam um das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden entwickelt nun eine Alternative, die sich nach der Ernte von selbst zersetzt.<\/p>\n<p>Landwirte verwenden Mulchfolien, um Unkraut zu unterdr\u00fccken, Wasser im Boden zu halten und die Erde zu erw\u00e4rmen. Allein in Europa kommen j\u00e4hrlich mehr als 80.000 Tonnen zum Einsatz. Fast alle bestehen aus Kunststoff. Das Problem: Bis zu 30 Prozent dieser Folien werden nicht vom Feld geholt. Sie zerfallen zu Mikroplastik und belasten die B\u00f6den dauerhaft. Die Folien, die eingesammelt werden, lassen sich kaum wiederverwerten. Schlamm und Pflanzenreste machen das Recycling nahezu unm\u00f6glich. Die meisten Folien landen auf M\u00fclldeponien oder in Verbrennungsanlagen.<\/p>\n<p>Wasser wird gezielt zu den Pflanzen geleitet<\/p>\n<p>Im EU-Projekt CELLAGRI arbeiten neun Partner aus sieben L\u00e4ndern an einer L\u00f6sung. Die Basis bildet Zellulose statt Erd\u00f6l. Darauf kommt eine biologisch abbaubare Beschichtung. Das Besondere: In diese Beschichtung werden mikroskopisch kleine Strukturen eingepr\u00e4gt. Sie funktionieren wie winzige Kan\u00e4le und lenken Wasser gezielt zu den Pflanzl\u00f6chern. \u201eMit CELLAGRI schaffen wir eine nachhaltige Alternative, die mehrere Probleme gleichzeitig l\u00f6st&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Christian May, der das Projekt am Fraunhofer FEP koordiniert. Die Folien sollen die Wasserversorgung der Pflanzen optimieren und sich nach der Vegetationsperiode vollst\u00e4ndig im Boden abbauen, ohne sch\u00e4dliche R\u00fcckst\u00e4nde zu hinterlassen.<\/p>\n<p>Die Strukturen orientieren sich an Vorbildern aus der Natur. Eine Plasmabehandlung schafft zus\u00e4tzlich wasseranziehende und wasserabweisende Bereiche auf der Folie. Das verbessert die Wasserverteilung weiter. Gleichzeitig verhindert die Behandlung Schimmelbildung. Das ist vor allem in Gew\u00e4chsh\u00e4usern wichtig. Die Dresdner Forscher k\u00f6nnen alle Arbeitsschritte in einem einzigen Durchgang erledigen. Die Folie l\u00e4uft dabei von Rolle zu Rolle durch die Anlage.<\/p>\n<p>Tests auf Feldern in verschiedenen Klimazonen<\/p>\n<p>Das vierj\u00e4hrige Projekt l\u00e4uft bis September 2029. Drei Feldversuche mit unterschiedlichen Pflanzen und Klimazonen sollen zeigen, ob die Folien in der Praxis funktionieren. Parallel pr\u00fcfen die Forschenden, wie sicher und nachhaltig die neuen Materialien \u00fcber ihren gesamten Lebenszyklus sind. Der Schwerpunkt liegt auf der biologischen Abbaubarkeit.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eUnsere Erfahrung in der Plasmabehandlung und Oberfl\u00e4chenfunktionalisierung erm\u00f6glicht es uns, die Eigenschaften der Folien pr\u00e4zise einzustellen und so optimale Bedingungen f\u00fcr verschiedene Anwendungen zu schaffen&#8220;, erkl\u00e4rt May. Die Umweltbelastung soll im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Plastikfolien um mindestens 30 Prozent sinken. Nach Projektende wollen die Beteiligten eine marktreife Technologie vorlegen. Die entwickelten Materialien k\u00f6nnten sp\u00e4ter auch f\u00fcr Lebensmittelverpackungen genutzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jedes Jahr bleiben in Europa bis zu 24.000 Tonnen Plastikfolie auf den Feldern zur\u00fcck. 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