{"id":765963,"date":"2026-02-02T11:10:10","date_gmt":"2026-02-02T11:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765963\/"},"modified":"2026-02-02T11:10:10","modified_gmt":"2026-02-02T11:10:10","slug":"wo-alte-moebel-auf-ihre-zweite-chance-warten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/765963\/","title":{"rendered":"Wo alte M\u00f6bel auf ihre zweite Chance warten"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nAls Jenny durch die fast leere Wohnung ihrer ehemaligen Nachbarin geht, steht f\u00fcr sie schnell fest: Die M\u00f6bel, die sie bei ihrem Auszug zur\u00fcckgelassen hat, sind zu schade f\u00fcr den Sperrm\u00fcll. Ein massiver Schrank, ein stabiler Tisch, robust, schwer, gut erhalten. St\u00fccke, die Jahrzehnte \u00fcberdauert haben und bei guter Pflege noch lange halten.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Das sind einfach tolle Unikate. Die findet man heutzutage so einfach nicht mehr, wenn man was Langlebiges und Robustes sucht.<\/p>\n<p>Jenny<br \/>\nChemnitzerin<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nJenny ist Chemnitzerin, dort geboren und dort geblieben. Seit einiger Zeit saniert sie ihr Doppelhaus im Musikerviertel. Dabei habe sie selbst erlebt, welchen pers\u00f6nlichen Wert alte M\u00f6bel haben k\u00f6nnen. Auch wenn es &#8222;nur&#8220; Gegenst\u00e4nde seien, so lebe man doch tagt\u00e4glich mit ihnen.<\/p>\n<p>Gerne h\u00e4tte sie die M\u00f6bel aus der Wohnung nebenan selbst wieder auf Vordermann gebracht. &#8222;Wenn ich die M\u00f6bel so sehe, habe ich selber viele Ideen&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber einfach nicht die Zeit, daraus was zu machen.&#8220; Auf der Suche nach einer L\u00f6sung st\u00f6\u00dft sie in den sozialen Medien auf Katrin und Rico Nachtigall.\n<\/p>\n<p>Zwei Lebensl\u00e4ufe, ein gemeinsames Projekt<\/p>\n<p class=\"text\">\nBegonnen haben sie in zwei Garagen. Die seien zwar g\u00fcnstig, aber schnell zu klein gewesen. Ein Schl\u00fcsselmoment war ein selbst gestalteter Schrank, den Katrin w\u00e4hrend der Elternzeit als &#8222;Pilotprojekt&#8220; umarbeitete. &#8222;Ich habe gemerkt, dass mich das unendlich erf\u00fcllt&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Rico best\u00e4rkte sie darin, den Schritt zu wagen. <\/p>\n<p>Heute arbeiten beide weiterhin in Teilzeit in ihren eigentlichen Berufen und stecken jede freie Minute in ihren Laden. Doch, und das ist ihnen wichtig zu erw\u00e4hnen, ist es nach wie vor ihr gemeinsames Hobby und nicht ihre Haupteinnahmequelle f\u00fcr das allt\u00e4gliche Leben.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Normalerweise hat jeder sein eigenes Hobby. Wir machen das zusammen. Ohne Druck, aber mit jeder Menge Leidenschaft.<\/p>\n<p>Rico Nachtigall<br \/>\nHobby-Restaurator<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDas Hobby, sagen Katrin und Rico Nachtigall, wird dadurch zum Zugewinn und nicht zum Zwang, um die Miete bezahlen zu m\u00fcssen.\n<\/p>\n<p>Auf der Suche nach Geschichten<\/p>\n<p class=\"text\">\n<a name=\"Moebelsuche\">Die M\u00f6bel finden beiden Chemnitzer auf ganz unterschiedlichen Wegen<\/a>: \u00fcber Kleinanzeigen, Haushaltsaufl\u00f6sungen, pers\u00f6nliche Kontakte oder soziale Medien. Manchmal fahren sie daf\u00fcr quer durch Deutschland. In Th\u00fcringen zum Beispiel, so erz\u00e4hlt Rico, holte er einmal einen Schreibtisch ab, an dem vor vielen Jahren ein Kapellmeister seine Lieder komponiert hatte. <\/p>\n<p>Aber auch Schr\u00e4nke aus Arbeiterwohnungen oder St\u00fchle aus Villen ehemaliger Eliten des 20. Jahrhunderts haben die beiden schon restauriert. M\u00f6bel, die Jahrzehnte Familienalltag erlebt haben.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Manchmal erf\u00e4hrt man mehr \u00fcber die Menschen als \u00fcber das M\u00f6belst\u00fcck.<\/p>\n<p>Katrin Nachtigall<br \/>\nHobby-Restauratorin<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDer ideelle Wert und die Erinnerungen, sie sollen nicht im Container landen. All das lasse sich ohnehin nicht in Geld aufwiegen. F\u00fcr die beiden Hobby-Restauratoren geh\u00f6ren diese Geschichten genauso zum M\u00f6belst\u00fcck wie Holz und Schrauben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch nebst des Labels &#8222;alt&#8220; beziehungsweise &#8222;vintage&#8220;  und &#8222;Geschichten erz\u00e4hlen&#8220; m\u00fcssen die M\u00f6bel noch ein anderes, wichtiges Kriterium erf\u00fcllen: Gekauft wird nur das, was sich beide auch selbst in die Wohnung stellen w\u00fcrden. &#8222;Wir kaufen nur M\u00f6bel an, die wir selber feiern.&#8220;\n<\/p>\n<p>Zwischen Schleifstaub und Sieben-Tage-Woche<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Arbeit ist laut Katrin und Rico <a name=\"restaurieren\">k\u00f6rperlich, zeitintensiv, oft auch anstrengend<\/a>. Geschliffen wird abends, lackiert am Wochenende. Urlaub hei\u00dft manchmal: M\u00f6bel abholen oder ausliefern. Das meiste, das sie zum Restaurieren von M\u00f6beln wissen m\u00fcssen, haben sie sich selbst beigebracht. Oder mit Hilfe von Youtube-Videos. <\/p>\n<p>&#8222;Gerade zu Beginn ist auch das ein oder andere Mal etwas schief gegangen&#8220;, erz\u00e4hlt Rico. Besonders beim Abschleifen der M\u00f6bel, wenn er gemerkt hat, dass Furnier nicht endlos dick ist. Doch das geh\u00f6re eben dazu.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nTrotz des zeitintensiven Hobbies haben sich die beiden bewusst entschieden, nicht auf Wachstum um jeden Preis zu setzen. &#8222;Wir wollten keinen Druck&#8220;, sagt Katrin Nachtigall. Das M\u00f6bel restaurieren bleibt vorerst ein Teilzeitprojekt, vereinbar mit Familie, Kindern, mit Leben, mit Pausen.\n<\/p>\n<p>Ein zweites Leben<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Jenny durch die fast leere Wohnung ihrer ehemaligen Nachbarin geht, steht f\u00fcr sie schnell fest: Die M\u00f6bel,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":765964,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1851],"tags":[2770,3364,29,548,663,3934,30,13,81,13894,88439,14,15,21872,174185,859,12,28103,12748],"class_list":["post-765963","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-chemnitz","tag-chemnitz","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-mdr","tag-moebel","tag-moebelstueck","tag-nachrichten","tag-news","tag-restauration","tag-restaurieren","tag-sachsen","tag-schlagzeilen","tag-sperrmuell","tag-vintage"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116000733538972671","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=765963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765963\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/765964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=765963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=765963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=765963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}