{"id":767508,"date":"2026-02-03T01:32:17","date_gmt":"2026-02-03T01:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/767508\/"},"modified":"2026-02-03T01:32:17","modified_gmt":"2026-02-03T01:32:17","slug":"dramatischer-rettungseinsatz-klinikum-stuttgart-rettete-sein-leben-patient-spendet-gewaltige-summe-aus-dank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/767508\/","title":{"rendered":"Dramatischer Rettungseinsatz: Klinikum Stuttgart rettete sein Leben \u2013 Patient spendet gewaltige Summe aus Dank"},"content":{"rendered":"<p>Als Frank Bauer auf dem Hubschrauberlandeplatz des Klinikums <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> steht, \u00fcbermannen ihn die Gef\u00fchle: Vor wenigen Monaten war der 65-J\u00e4hrige schon einmal hier oben \u2013 damals als schwerkranker Patient, irgendwo auf der Kippe zwischen Leben und Tod. Dass er \u00fcberlebte, hatte er einer kleinen mobilen Herz-Lungen-Maschine zu verdanken. Und dem beherzten Eingreifen des jungen Intensivmediziners und Notarztes Matthias Ott, der nun neben Frank Bauer steht. Er h\u00f6re gerne Depeche Mode, sagt Bauer. \u201eUnd der hier ist daher mein \u201apersonal Jesus\u2019.\u201c <\/p>\n<p>Das Wiedersehen auf dem Hubschrauberlandeplatz kommt nicht von ungef\u00e4hr: Es ist ein Fototermin, anberaumt vom <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Klinikum_Stuttgart\" title=\"Klinikum Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klinikum Stuttgart<\/a>. Denn Frank Bauer hat dem st\u00e4dtischen Krankenhaus zu zwei mobilen Ecmo-Ger\u00e4ten im Wert von 150.000 Euro verholfen \u2013 also kompakten Herz-Lungen-Maschinen, die Rettungs\u00e4rzte in ihren Rucksack packen k\u00f6nnen, um damit in Minutenschnelle Leben zu retten, etwa wenn Menschen aufgrund eines pl\u00f6tzlichen Herzstillstands zusammenbrechen. Oder wenn die Lunge eines Schwerkranken pl\u00f6tzlich den Dienst zu versagen droht \u2013 so wie bei Frank Bauer. <\/p>\n<p>\u201eDie Ecmo-Ger\u00e4te k\u00f6nnen \u00fcber Schl\u00e4uche das Blut au\u00dferhalb des K\u00f6rpers an einer Membran mit Sauerstoff bef\u00fcllen und in einem zweiten Schlauch wieder in den K\u00f6rper zur\u00fcckf\u00fchren\u201c, erl\u00e4utert der Intensivmediziner Ott. Auf diese Weise kann der Kreislauf stabilisiert werden, um den Patienten bestm\u00f6glich zu behandeln, bis er wieder in der Lage ist, selbstst\u00e4ndig zu atmen.<\/p>\n<p>Erst war es ein Husten \u2013 dann drohte akutes Lungenversagen <\/p>\n<p>Bauer war einer dieser Patienten, die dringend ein solches Ger\u00e4t ben\u00f6tigten: Er kam mit seiner Frau aus dem Gro\u00dfbritannien-Urlaub zur\u00fcck und kr\u00e4nkelte. \u201eIch hatte mir auf dem R\u00fcckweg eine Pneumokokkeninfektion zugezogen\u201c, sagt der 65-J\u00e4hrige. Bei gesunden Menschen spielen die Keime kaum eine Rolle, doch bei kleinen Kindern, \u00c4lteren und chronisch Kranken k\u00f6nnen die Bakterien durchaus zu schweren Erkrankungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei Bauer, der ebenfalls eine chronische Erkrankung hat, l\u00f6sten die Bakterien eine schwere Lungenentz\u00fcndung aus. Das Organ drohte nach wenigen Tagen zu versagen. Bauer wurde im Klinikum <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Pforzheim\" title=\"Pforzheim\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pforzheim<\/a> auf die Intensivstation verlegt, ins k\u00fcnstliche Koma versetzt und komplett beatmet. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/media.media.6528c3f5-0018-464a-a517-51124147ad4b.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Pforzheimer Unternehmer Frank Bauer und seine Frau f\u00fcnf Monate nach seinem Klinikaufenthalt.    Foto: Klinikum Stuttgart    <\/p>\n<p>Doch schnell wurde klar: Der stark strapazierte K\u00f6rper des Unternehmers ben\u00f6tigt die Unterst\u00fctzung einer Herz-Lungen-Maschine. Die gibt es allerdings nur in ausgew\u00e4hlten Zentren. Unklar ist zudem, ob der Gesundheitszustand des Kranken einen solchen Transport \u00fcbersteht. \u201eVon da an begann der Albtraum f\u00fcr unsere Familie\u201c, sagt Frank Bauer.<\/p>\n<p> Nur wenige Kliniken bieten einen sicheren Transport rund um die Uhr <\/p>\n<p>Der Fall des 65-j\u00e4hrigen Patienten Bauers ist ein Paradebeispiel f\u00fcr eines der Probleme in der bundesweiten Notfallmedizin \u2013 das meint auch Daniel R\u00e4pple, \u00c4rztlicher Leiter der Internistischen Intensivmedizin und des Ecmo-Zentrums am Klinikum Stuttgart. So stehen Not\u00e4rzte bei ihren Eins\u00e4tzen oft vor der Frage, wie schwerkranke Menschen, die auf die Unterst\u00fctzung einer Herz-Lungen-Maschine angewiesen sind, sicher und schnell versorgt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Zwar gibt es bundesweit ein Netzwerk an Krankenh\u00e4usern, die als sogenannte ECMO-Zentren ausgewiesen sind: In Baden-W\u00fcrttemberg sind das neben dem Klinikum Stuttgart die Universit\u00e4tskliniken Freiburg, Ulm, T\u00fcbingen und Heidelberg. \u201eDoch nur wenige verf\u00fcgen \u00fcber ausreichende M\u00f6glichkeiten, Patienten mit akutem Herz- oder Lungenversagen auch rund um die Uhr \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanzen hinweg sicher in die Klinik zu bringen\u201c, sagt R\u00e4pple.<\/p>\n<p> Zwei Hubschrauber mussten unverrichteter Dinge abfliegen <\/p>\n<p>Die Familie von Frank Bauer hat diesen Notstand aus n\u00e4chster N\u00e4he miterleben m\u00fcssen: Der erste <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Rettungshubschrauber\" title=\"Rettungshubschrauber\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rettungshubschrauber<\/a>, der den schwer kranken 65-J\u00e4hrigen ins Klinikum Stuttgart h\u00e4tte ausfliegen sollen, flog unverrichteter Dinge wieder ab. Dem mitfliegenden <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Notarzt\" title=\"Notarzt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Notarzt<\/a> war es zu kritisch, Bauer ausschlie\u00dflich mit einem Beatmungsger\u00e4t zu transportieren.<\/p>\n<p>Auch ein zweiter Helikopter musste umkehren: F\u00fcr den Patienten und ein Beatmungsger\u00e4t war in diesem Hubschraubermodell kein Platz. \u201eWir haben fassungslos mitansehen m\u00fcssen, wie zun\u00e4chst jeder Rettungsversuch erfolglos blieb\u201c, schildert die Ehefrau Snjezana Bauer diese dramatischen Stunden.<\/p>\n<p>Im Klinikum Stuttgart arbeiteten Ott und sein Team schon an einem m\u00f6glichen Notfallplan: \u201eGl\u00fccklicherweise konnte eine Patientin, die an eines der wenigen mobilen ECMO-Ger\u00e4te angeschlossen war, an jenem Tag von der Herz-Lungen-Maschine entw\u00f6hnt werden\u201c, sagt der Oberarzt. Mit dem wieder einsatzf\u00e4higen Ger\u00e4t fuhr Ott mit einem speziellen Einsatzwagen nach Pforzheim, um den Unternehmer Bauer soweit an der mitgebrachten Herz-Lungen-Maschine zu stabilisieren, dass er mit einem weiteren herbeigerufenen Hubschrauber ausgeflogen werden konnte.<\/p>\n<p> Zwei neue Ger\u00e4te als Dank an das Klinikum Stuttgart <\/p>\n<p>Frank Bauer hat \u00fcberlebt. Eine Woche sp\u00e4ter hatte sich seine Lunge soweit erholt, dass er von der Herz-Lungen-Maschine entw\u00f6hnt werden konnte. Jetzt, f\u00fcnf Monate sp\u00e4ter, findet er langsam zu seiner alten Form zur\u00fcck. Doch die dramatische Rettung hat Spuren hinterlassen: \u201eAls wir begriffen hatten, warum der Krankentransport f\u00fcr meinen Mann so problematisch war, war f\u00fcr uns klar: Kein Mensch in Notlage sollte mehr in eine solche Situation kommen\u201c, sagt Snjezana Bauer. Weshalb die Familie den Kauf zweier weiterer mobiler Ecmo-Ger\u00e4te unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Dem Klinikum Stuttgart bedeutet diese <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Spende\" title=\"Spende\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spende<\/a> viel: Schon jetzt werden j\u00e4hrlich mehr als 170 Patienten mit akutem Herz- oder Lungenversagen im Ecmo-Zentrum des Klinikums versorgt. \u201eMit den beiden neuen Ger\u00e4ten k\u00f6nnen wir die Versorgungssicherheit von Patientinnen und Patienten der Region mit dieser lebenserhaltenden Therapie weiter ausbauen\u201c, sagt R\u00e4pple. Ebenso k\u00f6nnen Patienten mit fortgeschrittenem kardiogenem Schock oder Lungenversagen per Hubschrauber aus weiter entfernten Standorten sicher ins Zentrum \u00fcberf\u00fchrt werden. <\/p>\n<p>\u201eErst vor kurzem musste eine 36-J\u00e4hrige Patientin aufgrund eines Herzversagens vor Ort auf der Schw\u00e4bischen Alb mittels einer mobilen ECMO versorgt werden, bevor wir sie ins Klinikum transportieren konnte\u201c, sagt R\u00e4pple. Und das an einem Wochenende um ein Uhr nachts. Ohne die ECMO h\u00e4tte die Frau den Transport nicht \u00fcberlebt.<\/p>\n<p> Wenn Herz und Lunge versagen <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Rettung<\/strong><br \/>J\u00e4hrlich werden bundesweit 2000 bis 2500 Betroffene mit Hilfe von ECMO-Ger\u00e4ten in Kliniken behandelt. Und immer h\u00e4ufiger gelingt es Intensivmedizinern diese Patienten auch erfolgreich zu therapieren. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Risiko<\/strong><br \/>Die ECMO birgt auch Risiken, da es zu erheblichen Komplikationen kommen kann. Schlie\u00dflich muss die Maschine mit fingerdicken Schl\u00e4uchen \u00fcber die gro\u00dfen Gef\u00e4\u00dfe am Hals an den k\u00f6rpereigenen Blutkreislauf angeschlossen werden. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) betont deshalb im Rahmen ihrer Jahrestagung, wie wichtig es ist, dass dieses hochkomplexe Verfahren durch gut ausgebildete Intensivmediziner und Pflegekr\u00e4fte durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Frank Bauer auf dem Hubschrauberlandeplatz des Klinikums Stuttgart steht, \u00fcbermannen ihn die Gef\u00fchle: Vor wenigen Monaten war&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":766635,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,23442,174261,3382,26764,4338,134422,13868,6995,11032,1441],"class_list":{"0":"post-767508","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-helikopter","13":"tag-herz-lungen-maschine","14":"tag-klinikum-stuttgart","15":"tag-lungenentzuendung","16":"tag-notfall","17":"tag-pneumokokken","18":"tag-rettungseinsatz","19":"tag-rettungshubschrauber","20":"tag-spende","21":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116004123391450420","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/767508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=767508"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/767508\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/766635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=767508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=767508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=767508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}