{"id":770301,"date":"2026-02-04T03:48:21","date_gmt":"2026-02-04T03:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/770301\/"},"modified":"2026-02-04T03:48:21","modified_gmt":"2026-02-04T03:48:21","slug":"18-jaehrige-getoetet-staatsanwaltschaft-stellt-ermittlungen-nach-toedlichem-angriff-in-hamburger-u-bahnhof-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/770301\/","title":{"rendered":"18-J\u00e4hrige get\u00f6tet: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen nach t\u00f6dlichem Angriff in Hamburger U-Bahnhof ein"},"content":{"rendered":"<p>Die 18-j\u00e4hrige Fatemeh D. war engagiertes Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde in Schleswig-Holstein. Die CDU fordert sch\u00e4rfere Regeln, bessere Pr\u00e4vention und bauliche Schutzma\u00dfnahmen an Bahnh\u00f6fen. Die Staatsanwaltschaft gab zudem bekannt, dass die Ermittlungen eingestellt wurden.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die am Donnerstag von einem 25-J\u00e4hrigen in einer Hamburger U-Bahnstation get\u00f6tete 18-j\u00e4hrige Fatemeh D. war Mitglied der katholischen Kirchengemeinde Seliger Eduard M\u00fcller in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein). Dies best\u00e4tigte der Hamburger Dompropst Berthold Bonekamp der WELT.  Zuvor hatten die \u201eKieler Nachrichten\u201c berichtet.<\/p>\n<p>Die junge Frau war nach Angaben der Kirchengemeinde mit ihrer Familie als Fl\u00fcchtlinge aus dem Iran nach Bad Bramstedt gekommen. Vor f\u00fcnf Jahren habe sie Bohnekamp selbst gemeinsam mit ihrer Mutter getauft. Er war damals Pfarrer der Gemeinde in Bad Segeberg. Fatemeh D. arbeitete wie ihre Mutter als Ministrantin. Eine Ministrantin hilft am Altar, sorgt daf\u00fcr, dass der Ablauf der Messe feierlich, ruhig und reibungslos funktioniert.<\/p>\n<p>Laut Bohnekamp lebte die Familie bereits in einem \u201echristlichen angehauchten Umfeld\u201c im Iran. Dies sei unter anderem auch ein Fluchtgrund nach Deutschland gewesen. Fatemeh D. habe er als \u201enettes, fr\u00f6hliches M\u00e4dchen\u201c in Erinnerung behalten, die ihre Mutter immer sehr unterst\u00fctzt habe. Beide h\u00e4tten eine gro\u00dfe \u201eHerzlichkeit und Fr\u00f6hlichkeit\u201c ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Der 25-j\u00e4hrige Ariop A. hatte die ihm mutma\u00dflich unbekannte Fatemeh D. am Donnerstagabend auf dem Bahnsteig gepackt und war mit ihr vor eine einfahrende U-Bahn gesprungen. Beide starben. Die Mordkommission ermittelt wegen eines T\u00f6tungsdelikts. Das Motiv ist noch unklar.<\/p>\n<p>A. kam \u00fcber ein humanit\u00e4res Aufnahmeprogramm der Fl\u00fcchtlingsorganisation \u201eUNHCR\u201c nach Deutschland. A. war f\u00fcr das Resettlement-Programm extra ausgew\u00e4hlt worden. In Deutschland besa\u00df er einen g\u00fcltigen Aufenthaltstitel.<\/p>\n<p> Eine R\u00fcckkehr in seine Heimat galt laut Beh\u00f6rdenkreisen als ausgeschlossen. Hinweise auf islamistische Motive gibt es nicht, denn A. ist Christ. Gleichwohl war er polizeibekannt: Zuletzt soll er nur zwei Tage vor der Tat zwei Vollstreckungsbeamte in einem Hamburger Bordell angegriffen haben.<\/p>\n<p>Ermittlungsverfahren geschlossen<\/p>\n<p>Mittlerweile wurde das Ermittlungsverfahren gegen Ariop A. laut einer Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft geschlossen. Zu Erkl\u00e4rung: Sobald ein Beschuldigter stirbt, darf und kann der Staat nicht weiter gegen ihn ermitteln oder ein Strafverfahren fortf\u00fchren. Der Tod beendet das Verfahren zwingend. Juristen sprechen von einem \u201eendg\u00fcltigen Verfahrenshindernis\u201c: Es gibt niemanden mehr, der angeklagt, vernommen oder verurteilt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Sprecherin sagte zu WELT: \u201eAngesichts des Todes des Beschuldigten sind weitere strafprozessuale Ermittlungsma\u00dfnahmen nicht durchzuf\u00fchren. Der Tod des Beschuldigten stellt ein sog. endg\u00fcltiges Verfahrenshindernis dar, so dass das Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung einzustellen ist.\u201c<\/p>\n<p>Das bedeutet keine Entlastung oder Unschuldfeststellung, sondern ausschlie\u00dflich dass der Staat das Verfahren aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht mehr fortsetzen darf. Zuvor war unter anderem gepr\u00fcft worden, ob es neben dem 25-J\u00e4hrige weitere Tatbeteiligte gegeben hatte \u2013 dies hatte sich nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Sicherheitsarchitektur an Bahnh\u00f6fen modernisieren<\/p>\n<p>Unterdessen forderte die Hamburger CDU-B\u00fcrgerschaftsfraktion Konsequenzen aus der Trag\u00f6die. Nach der schockierenden Tat sei eine konsequente Neubewertung der Sicherheits- und Migrationspolitik notwendig, sagte Fraktionschef Dennis Thering. <\/p>\n<p>\u201eDie schockierende Ermordung einer jungen Frau am Bahnhof Wandsbek Markt zeigt auf tragische Weise, welche Folgen politische Fehlentscheidungen haben k\u00f6nnen. Erst jetzt, nach vollst\u00e4ndiger Kl\u00e4rung der Fakten, ist eindeutig: W\u00e4re das von SPD, Gr\u00fcnen und FDP ausgeweitete Resettlement-Programm nicht gewesen, w\u00e4re der T\u00e4ter nicht nach Deutschland und damit nicht nach Hamburg gekommen. Die junge Frau w\u00e4re heute noch am Leben.\u201c Es sei daher richtig, dass die CDU-gef\u00fchrte Bundesregierung dieses Programm im Mai 2025 beendet habe.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssten Konsequenzen aus diesem Fall gezogen werden. \u201eWer als Fl\u00fcchtling in Deutschland Schutz erh\u00e4lt, tr\u00e4gt Verantwortung. Wer jedoch Straftaten begeht oder wiederholt polizeilich auff\u00e4llt, muss unser Land verlassen\u201c, sagte Thering. Humanit\u00e4t gelte denjenigen, die Schutz br\u00e4uchten und nicht denen, \u201edie unsere Offenheit missbrauchen. Deshalb brauchen wir klare gesetzliche Regelungen, die bei Straftaten automatisch eine Abschiebung vorsehen.\u201c<\/p>\n<p>Er forderte, dass Hamburg seine Sicherheitsarchitektur an Bahnh\u00f6fen grundlegend modernisieren m\u00fcsse. \u201eDie wiederholten Vorf\u00e4lle der vergangenen Jahre zeigen, dass wir nicht l\u00e4nger zusehen d\u00fcrfen. Wir brauchen Zugangssysteme, die nur Personen mit g\u00fcltigem Ticket in die Bahnhofsbereiche lassen, \u00e4hnlich wie an Flugh\u00e4fen.\u201c Gebraucht werde sichtbares Sicherheitspersonal rund um die Uhr auf den Bahnsteigen. \u201eUnd wir brauchen bauliche Ma\u00dfnahmen wie Sicherheitsz\u00e4une oder Bahnsteigt\u00fcren, die verhindern, dass Menschen auf die Gleise geraten oder gesto\u00dfen werden k\u00f6nnen. Das geht nicht \u00fcber Nacht, muss aber jetzt z\u00fcgig begonnen werden.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten laut Thering Polizei und Sicherheitsbeh\u00f6rden besser vernetzt werden, \u201edamit Hinweise auf psychische Auff\u00e4lligkeiten oder Gef\u00e4hrdungspotenziale schneller erkannt und bewertet werden k\u00f6nnen. Pr\u00e4vention, klare Regeln und konsequentes Handeln geh\u00f6ren zusammen.\u201c<\/p>\n<p>dfe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die 18-j\u00e4hrige Fatemeh D. war engagiertes Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde in Schleswig-Holstein. 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