{"id":770351,"date":"2026-02-04T04:14:15","date_gmt":"2026-02-04T04:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/770351\/"},"modified":"2026-02-04T04:14:15","modified_gmt":"2026-02-04T04:14:15","slug":"eu-kommission-drueckt-bei-made-in-europe-klausel-aufs-tempo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/770351\/","title":{"rendered":"EU-Kommission dr\u00fcckt bei Made in Europe-Klausel aufs Tempo"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission plant eine Herkunftsklausel f\u00fcr \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge, um lokale Schl\u00fcsselindustrien zu st\u00e4rken. W\u00e4hrend \u00d6sterreich bereits einen Solar-Bonus einf\u00fchrt, formiert sich in Deutschland Widerstand.<\/p>\n<p>Die EU will \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge und Subventionen an europ\u00e4ische Produktion kn\u00fcpfen. Doch der Plan f\u00fcr eine \u201eMade in Europe\u201c-Klausel st\u00f6\u00dft auf Widerstand \u2013 vor allem aus Deutschland. Die Debatte \u00fcber Europas industrielle Zukunft ist neu entbrannt.<\/p>\n<p>Im Kern geht es um einen Vorsto\u00df der EU-Kommission. Sie will die Nachfrage nach in Europa gefertigten Schl\u00fcsseltechnologien wie Windturbinen, Batterien oder Solarpanelen st\u00e4rken. Unternehmen, die von \u00f6ffentlichen Geldern profitieren, m\u00fcssten k\u00fcnftig einen wesentlichen Teil ihrer Wertsch\u00f6pfung innerhalb der EU oder des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums nachweisen.<\/p>\n<p>Dieser Schritt ist Teil des <strong>\u201eGreen Deal Industrial Plan\u201c<\/strong>. Damit will Europa im Subventionswettlauf mit den USA und China mithalten. Doch der Plan, den die Kommission Ende Februar in einen Gesetzesvorschlag gie\u00dfen will, hat m\u00e4chtige Gegner.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich geht mit Solar-Bonus voran<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Br\u00fcssel noch diskutiert wird, macht \u00d6sterreich bereits N\u00e4gel mit K\u00f6pfen. Im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) ist ein \u201eMade in Europe\u201c-Bonus f\u00fcr Photovoltaik geplant.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Passend zum Thema Photovoltaik: Viele Projekttr\u00e4ger untersch\u00e4tzen steuerliche Fallstricke bei PV\u2011Projekten \u2013 das kann F\u00f6rdermittel und Rendite schm\u00e4lern. Ein aktueller Gratis\u2011Report erkl\u00e4rt, wie Photovoltaik\u2011Anlagen umsatzsteuerlich zu behandeln sind, welche Regeln bei \u00f6ffentlichen F\u00f6rderungen gelten und wie Sie Vorsteuer, Rechnungsstellung und Abschreibungen richtig einplanen. 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Das Klimaministerium hat bereits eine Whitelist f\u00f6rderf\u00e4higer Komponenten ver\u00f6ffentlicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Branchenverb\u00e4nde begr\u00fc\u00dfen die nationale Initiative als wichtiges Signal. Sie zeigt, wie die strategischen EU-Ziele praktisch umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Deutscher Widerstand: Protektionismus oder notwendiger Schutz?<\/p>\n<p>Die Fronten in der Debatte sind klar. Bef\u00fcrworter, darunter die EU-Kommission, argumentieren mit <strong>strategischer Souver\u00e4nit\u00e4t<\/strong>. Pandemie und geopolitischen Spannungen h\u00e4tten die Anf\u00e4lligkeit globaler Lieferketten schonungslos offengelegt. Bei der Verwendung europ\u00e4ischer Steuergelder m\u00fcsse die lokale Produktion priorisiert werden.<\/p>\n<p>Die Gegner warnen dagegen vor den Risiken:<br \/>*   <strong>Gefahr f\u00fcr den Binnenmarkt:<\/strong> Strenge Herkunftsregeln k\u00f6nnten den europ\u00e4ischen Markt fragmentieren.<br \/>*   <strong>Wettbewerbsnachteil:<\/strong> Exportstarke Industrien, wie der deutsche Maschinen- und Automobilbau, f\u00fcrchten um ihre globale Konkurrenzf\u00e4higkeit.<br \/>*   <strong>H\u00f6here Kosten:<\/strong> Sie prophezeien teurere Produkte f\u00fcr Verbraucher und Unternehmen.<\/p>\n<p>Statt \u201eMade in Europe\u201c fordern sie ein \u201e<strong>Made with Europe<\/strong>\u201e-Konzept. Dieses setzt auf internationale Partnerschaften und offene M\u00e4rkte, um Resilienz durch Diversifizierung zu erreichen.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich zwischen Binnenmarkt und Weltmarkt<\/p>\n<p>F\u00fcr eine exportorientierte Wirtschaft wie \u00d6sterreich ist die Balance entscheidend. Die heimische Industrie k\u00e4mpft selbst mit hohen Energiekosten und dem globalen Wettbewerb. Ein Produktionsr\u00fcckgang in wichtigen Partnerl\u00e4ndern wie Deutschland trifft \u00f6sterreichische Zulieferer direkt.<\/p>\n<p>Die nationale \u201eIndustriestrategie \u00d6sterreich 2035\u201c greift den \u201eMade in Europe\u201c-Gedanken daher als einen von mehreren Bausteinen auf. Auch der \u00f6sterreichische Produktivit\u00e4tsrat empfahl j\u00fcngst, Mindestanteile europ\u00e4ischer Wertsch\u00f6pfung bei \u00f6ffentlichen Ausschreibungen zu verankern.<\/p>\n<p>Die kommenden Wochen werden zeigen, welchen Kurs Europa einschl\u00e4gt. Der angek\u00fcndigte Gesetzesvorschlag der Kommission muss den Spagat zwischen industriellem Schutz und offenem Wettbewerb meistern. Die Position Deutschlands wird dabei entscheidend sein. F\u00fcr Unternehmen bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit \u2013 aber auch die Chance auf neue Investitionen in europ\u00e4ische Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: Die Debatte um \u201eMade in Europe\u201c betrifft auch die Regeln f\u00fcr importierte Waren und deren CO2\u2011Kosten. F\u00fcr Unternehmen, die auf europ\u00e4ische Wertsch\u00f6pfung setzen, ist es wichtig zu wissen, ob ihre Lieferketten k\u00fcnftig zus\u00e4tzlichen Berichtspflichten unterliegen. 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