{"id":771388,"date":"2026-02-04T13:53:10","date_gmt":"2026-02-04T13:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/771388\/"},"modified":"2026-02-04T13:53:10","modified_gmt":"2026-02-04T13:53:10","slug":"iea-chef-birol-raet-deutschland-zu-atomkraft-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/771388\/","title":{"rendered":"IEA-Chef Birol r\u00e4t Deutschland zu Atomkraft | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013<b> Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den deutschen Atomausstieg als \u201eschweren strategischen Fehler\u201c bezeichnet. F\u00fcr Fatih Birol (67), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), ein erfreuliches Eingest\u00e4ndnis \u2013 aber nur der Anfang. Deutschland m\u00fcsse daraus jetzt die richtigen Schl\u00fcsse ziehen, sagt der \u00d6konom im Interview mit dem Global Reporters Network (geh\u00f6rt wie BILD zu Axel Springer).<\/b>  <\/p>\n<p>Sein Rat: Deutschland m\u00fcsse so viele stillgelegte Atommeiler wie m\u00f6glich wieder hochfahren. Und es m\u00fcsse den Bau von neuartigen Miniatomkraftwerken m\u00f6glich machen. <\/p>\n<p><b>Marc-Felix Serrao <\/b>ist Global Reporter von Axel Springer. Seine Texte erscheinen neben BILD auch in WELT, POLITICO, BUSINESS INSIDER und ONET.<\/p>\n<p>Die IEA (1974 nach der Welt-\u00d6lkrise gegr\u00fcndet, Sitz in Paris) ist so etwas wie die Energie-Denkfabrik der Industriestaaten. Sie sammelt Daten, erstellt Prognosen und ber\u00e4t Regierungen, wenn es um Versorgungssicherheit, Strompreise und Klimaziele geht. Wenn ihr Chef warnt oder r\u00e4t, h\u00f6ren Regierungen und Investoren zu.<\/p>\n<p>Deutschlands \u201eEnergiewende\u201c sei international kein Vorbild, sondern ein Sonderfall, sagt Birol. \u201eWeltweit erlebt die Kernenergie aktuell ein starkes Comeback.\u201c Treiber seien die Energiesicherheit \u2013 also m\u00f6glichst viel Strom im eigenen Land \u2013 und der rasant steigende Bedarf durch K\u00fcnstliche Intelligenz und Elektrofahrzeuge. <\/p>\n<p>2025 sei weltweit ein Rekordjahr f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/atomkraft\/thema-atomkraft-alle-infos-80825622.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Atomstrom<\/a> gewesen: 2860 Terawattstunden \u2013 \u201eder h\u00f6chste Wert \u00fcberhaupt\u201c. Zugleich seien rund 70 Gigawatt Kernkraftleistung weltweit im Bau \u2013 \u201eder h\u00f6chste Stand seit drei Jahrzehnten\u201c. <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Anti-Kernkraft-Einw\u00e4nde wie hohe Baukosten, lange Bauzeiten und die offene Endlagerfrage wischt Birol nicht weg, relativiert aber: \u201eDiese Herausforderungen gibt es \u00fcberall.\u201c Anfangsinvestitionen seien hoch, daf\u00fcr seien \u201edie Betriebskosten sehr niedrig, und die Brennstoffkosten sind minimal\u201c. Birols Hauptargument pro Kernenergie ist die Versorgungssicherheit. \u201eMan dr\u00fcckt auf den Knopf, und der Strom ist da. Rund um die Uhr.\u201c  <\/p>\n<p>Nach dem Abschalten der letzten drei deutschen Kernkraftwerke im Fr\u00fchjahr 2024 gilt der Ausstieg eigentlich als unumkehrbar. Birol r\u00e4umt ein, dass eine Wiederinbetriebnahme k\u00fcrzlich abgeschalteter Anlagen \u201esehr herausfordernd\u201c w\u00e4re. Trotzdem pl\u00e4diert er f\u00fcr einen n\u00fcchternen zweiten Blick. \u201eWenn nur ein einziges Atomkraftwerk wieder ans Netz gehen k\u00f6nnte, w\u00e4re das ein wichtiger Gewinn f\u00fcr Deutschland.\u201c <\/p>\n<p>Miniatomkraftwerke sind die Zukunft<\/p>\n<p>Als Zukunftstechnologie, auch f\u00fcr Deutschland, nennt Birol kleine modulare Reaktoren (SMR): \u201eWir erwarten den Markteintritt Anfang der 2030er-Jahre.\u201c SMR seien perspektivisch g\u00fcnstiger, schneller zu bauen und einfacher zu betreiben. <\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>\u201eDeutschland sollte so viele Miniatomkraftwerke wie m\u00f6glich bauen\u201c, r\u00e4t Birol. Das Land werde k\u00fcnftig deutlich mehr Strom ben\u00f6tigen als heute schon. Erneuerbare Energien seien dabei sehr wichtig, \u201eaber das Solarpotenzial ist begrenzt, und Wind allein wird nicht ausreichen\u201c. <\/p>\n<p>Kanzler Merz setzt gro\u00dfe Hoffnungen auf Kernfusion (bei der die Atomkerne nicht gespalten werden, sondern verschmelzen). Stromerzeugung der Zukunft oder ein wilder Traum? Birol bremst: \u201eIch w\u00fcrde es keinen wilden Traum nennen, sondern einen sch\u00f6nen. Aber es ist nicht die Realit\u00e4t von heute oder morgen.\u201c <\/p>\n<p>Birol endet mit einer optimistischen Note: \u201eIch habe immer noch Vertrauen in die deutsche Vernunft.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den deutschen Atomausstieg als \u201eschweren strategischen Fehler\u201c bezeichnet. 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