{"id":771442,"date":"2026-02-04T14:22:12","date_gmt":"2026-02-04T14:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/771442\/"},"modified":"2026-02-04T14:22:12","modified_gmt":"2026-02-04T14:22:12","slug":"muenchen-das-meeresfruechte-lokal-hai-seafood-izakaya-in-haidhausen-tellerchen-mit-fischchen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/771442\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Das Meeresfr\u00fcchte-Lokal &#8222;Hai Seafood Izakaya&#8220; in Haidhausen &#8211; Tellerchen mit Fischchen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Seit einer Weile schon findet sich in Haidhausen ein Lokal, das Murke besonders interessiert. Die Hai Seafood Izakaya, in der Kellerstra\u00dfe gelegen, Ecke Steinstra\u00dfe, nur zweieinhalb Fu\u00dfminuten vom Rosenheimer Platz. Gastronomisch l\u00e4ngst eines der internationalsten Viertel in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>, finden sich hier ja nicht nur ein paar veritable Stammitaliener, sondern genauso Hunan-Restaurants, israelische Mezze-L\u00e4den, Thai-Gark\u00fcchen und afghanische Gasth\u00e4user. Warum Murke die Hai Seafood Izakaya nun besonders interessiert, ist schnell erkl\u00e4rt. Er fragt sich n\u00e4mlich, wie man ein Meeresfr\u00fcchte-Lokal betreibt, wenn kein Meer in der N\u00e4he ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Izakaya, so hei\u00dfen in Japan Kneipen, in denen die Leute nicht nur Sake trinken, sondern immer auch eine Kleinigkeit essen. Entsprechend kapriziert sich die Hai Seafood Izakaya auf Tapas und kleine Gerichte, die man in tischdeckenden Mengen bestellt und dann teilt. Da kommen auch schon die ersten Tellerchen. Frische Gillardeau-Austern (6,80 Euro das St\u00fcck), die sie hier mit Kaviar und ein paar ganz feinen Streifen von Kaffirlimettenbl\u00e4ttern servieren. Gerade die passen hervorragend zur maritimen Auster, eine Kombination, die Murke noch nicht kannte und umso mehr freut. Nat\u00fcrlich bestellt er auch die obligatorischen Edamame (8 Euro), die ihm aber warm besser gefallen w\u00fcrden. Au\u00dferdem ist das Salz etwas zu grob, weswegen die feinen Sojabohnen geschmacklich keine Chance mehr haben, sobald man auf eines der K\u00f6rner bei\u00dft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch zur\u00fcck zum Fisch, um den es hier ja eigentlich geht. Sehr gut gef\u00e4llt zum Beispiel das Sashimi vom Blauflossen-Thunfisch (18 Euro), das mit einer milden Sojaso\u00dfe auf den Tisch kommt. Murke k\u00f6nnte zwar nicht beschw\u00f6ren, dass der Wasabi tats\u00e4chlich frisch gerieben ist, wie es die Karte nahelegt. An der Qualit\u00e4t des Thunfisches \u00e4ndert das aber nichts, und die ist makellos. Auch die Jakobsmuscheln (zwei St\u00fcck f\u00fcr 11,90 Euro) lohnen sich. Sie wurden in einer Misobutter gebraten, was die ohnehin schon seidige Muschel noch seidiger macht. Etwas Ponzu, eine der vielen W\u00fcrzso\u00dfen der japanischen K\u00fcche, gibt dem Ganzen eine feine Umami-Wohligkeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ratlos machen dagegen die Onigiri. Gef\u00fcllte Reisb\u00e4llchen, die man in Japan gerne mal zwischendurch isst. Hier kann man sie mit einer F\u00fcllung aus Wagyu und Parmesan bestellen (14 Euro), wobei das Rindfleisch nur in Spurenelementen enthalten ist. Die Onigiri an sich sind gebacken, wogegen erst mal nichts spricht, und auch die frittierten Norialgen machen Spa\u00df. Der Parmesan aber erschlie\u00dft sich nicht wirklich, genauso wenig die gew\u00fcrfelten Tomaten, im Januar eine eher w\u00e4ssrige Freude. Der Teller oszilliert irgendwo zwischen Japan und Italien, gr\u00f6\u00dfere Spannung kommt dabei nicht auf. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei der Burrata mit Kimchi und weiterhin w\u00e4ssrigen Tomaten (12 Euro): Korea und Apulien und h\u00e4?!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/168e46ee-bd45-4cf9-aa99-c3f2f65b0c42.jpg\"   alt=\"Das Fischrestaurant Hai Seafood Izakaya in der Kellerstra\u00dfe liegt in einer gastronomisch internationalen Gegend.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Das Fischrestaurant Hai Seafood Izakaya in der Kellerstra\u00dfe liegt in einer gastronomisch internationalen Gegend. (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der Seafood -Izakaya bleibt man am besten beim Seafood. Murkes Begleiter bestellt noch ein Sashimi von der Dorade (14 Euro), die trocken gereift wurde, was den Geschmack der Brasse intensiviert und ihr eine fast nussige Note gibt. Hervorragend. Sehr sch\u00f6n auch die ged\u00e4mpften Calamari (16 Euro). Sie sind mit Norialgen gef\u00fcllt, die so saftig bleiben, dass sie fast etwas von Spinat haben. Dazu etwas Chili, etwas Knoblauch\u00f6l, mehr braucht es nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ihren Fisch beziehen sie in der Hai Seafood Izakaya \u00fcbrigens teilweise vom Rungis Express, der einst half, die Produkte der Nouvelle Cuisine aus den Pariser Gro\u00dfmarkthallen nach Deutschland zu holen. Den Thunfisch wiederum bekommen sie aus Japan, wie der Kellner erkl\u00e4rt, die Calamari aus Kalifornien. M\u00fcnchen liegt schlie\u00dflich nicht am Meer, was sich auch preislich bemerkbar macht. Wer hier zu zweit einkehrt, landet mit Tapas und ein paar Getr\u00e4nken schnell bei 150 Euro.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/d96a9a24-516b-451e-9759-326e27ae8d0b.jpg\"   alt=\"Von den Gerichten bestellt man sich tischf\u00fcllende Mengen. Gerade bei den Fischgerichten wie hier Sashimis Bluefin Tuna, die Calamari mit Nori gef\u00fcllt und den King Jakobsmuscheln macht sich preislich bemerkbar, dass M\u00fcnchen nicht am Meer liegt.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Von den Gerichten bestellt man sich tischf\u00fcllende Mengen. Gerade bei den Fischgerichten wie hier Sashimis Bluefin Tuna, die Calamari mit Nori gef\u00fcllt und den King Jakobsmuscheln macht sich preislich bemerkbar, dass M\u00fcnchen nicht am Meer liegt. (Foto: Stephan Rumpf)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei einem zweiten Besuch best\u00e4tigt sich Murkes Eindruck: Fisch und Meeresfr\u00fcchte bekommt man hier zweifellos in guter Qualit\u00e4t. Doch von Gerichten, die man als \u201eFusion\u201c bezeichnen k\u00f6nnte (an sich schon eine Trigger-Warnung), l\u00e4sst man lieber die Finger. Allen voran vom Bambus mit Wasabipesto (9 Euro). Der Bambus ist texturell interessant, von Wasabi aber keine Spur. Und was das Pesto angeht, schw\u00f6rt Murke beim Gebetbuch seiner Gro\u00dfmutter, dass er die Marke benennen k\u00f6nnte, unter der es im Supermarkt zu kaufen ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Teriyaki-Rindfleisch mit Bonitoflocken (11 Euro) ist solide, das Nigiri mit flambiertem Wagyu (19 Euro das St\u00fcck) hat den Schmelz, den man sich von Wagyu w\u00fcnscht. Die frittierten Riesengarnelen (14 Euro) sind kross ausgebacken, die Chilimayo dazu schmeckt, wenn auch nicht nach Chili. Murkes Begleiterin an diesem Abend schw\u00e4rmt au\u00dferdem v\u00f6llig zu Recht vom ged\u00e4mpften Tintenfisch (15 Euro), der von fermentierter gelber Paprika und Glasnudeln flankiert wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was die Desserts anbelangt, stellt sich bei Murke dann wieder Ern\u00fcchterung ein. Was gibt es nicht f\u00fcr tolle S\u00fc\u00dfspeisen aus Japan? Allein die herrlichen Matcha-Torten, die man mittlerweile sogar in M\u00fcnchen bekommt. Aber hier? Eine Cr\u00e8me br\u00fbl\u00e9e aus Matcha (9 Euro), die trotz des Abfl\u00e4mmens erstaunlich kalt, trotz des Gr\u00fcntees erstaunlich geschmacksneutral ist. Japan und Frankreich und h\u00e4?!<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong><a href=\"https:\/\/www.hai-seafood.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Hai Seafood Izakaya<\/a><\/strong><strong>, Kellerstra\u00dfe 29, 81667 M\u00fcnchen, Telefon: 089\/32787345, ge\u00f6ffnet t\u00e4glich von 11.30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 23.30 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Die SZ-Kostprobe<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Restaurant-Kritik <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kostprobe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eKostprobe\u201c<\/a> der S\u00fcddeutschen Zeitung hat eine lange Tradition: Seit 1975 erscheint sie w\u00f6chentlich im Lokalteil, seit einigen Jahren auch online. Etwa ein Dutzend kulinarisch bewanderter Redakteurinnen und Redakteure aus s\u00e4mtlichen Ressorts \u2013 von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>, Wissen bis zur Politik \u2013 schreiben im Wechsel \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gastronomie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gastronomie<\/a> in der Stadt. Die Auswahl ist unendlich, die bayerische Wirtschaft kommt genauso dran wie das griechische Fischlokal, die amerikanische Fast-Food-Kette, der besondere Bratwurststand oder das mit Sternen dekorierte Gourmetlokal. Das Besondere an der SZ-Kostprobe: Die Autorinnen und Autoren schreiben unter Pseudonym, oft ist dies kulinarisch angehaucht. Sie gehen unerkannt etwa zwei- bis dreimal in das zu testende Lokal, je nachdem wie lange das von der Redaktion vorgegebene Budget reicht. Eiserne Grundregeln: hundert Tage Schonfrist, bis sich die K\u00fcche eines neuen Lokals eingearbeitet hat. Und: sich nie bei der Arbeit als Restaurantkritiker erwischen lassen \u2013 um unbefangen Speis und Trank, Service und Atmosph\u00e4re beschreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit einer Weile schon findet sich in Haidhausen ein Lokal, das Murke besonders interessiert. 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